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OVA/010/2026
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Informationsvorlage
Betrifft:
Straßenzustandsbericht 2025
Fachbereich:
66 - Amt für Verkehrsmanagement
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Cornelia Zuschke
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ordnungs- und
Verkehrsausschuss
15.04.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
1. Einleitung
Die Straßeninfrastruktur stellt eine der zentralen Grundlagen für Mobilität,
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität in der Landeshauptstadt
Düsseldorf dar. Ein leistungsfähiges, verkehrssicheres und dauerhaft
funktionsfähiges Straßennetz ist Voraussetzung für den motorisierten
Individualverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr, den Wirtschaftsverkehr
sowie den Rad- und Fußverkehr. Vor diesem Hintergrund kommen der
systematischen Erfassung und Bewertung des baulichen Straßenzustands eine
besondere Bedeutung zu.
Bereits in den Jahren 2016/2017 wurde eine flächendeckende
Straßenzustandserfassung für das städtische Straßennetz durchgeführt. Diese
Erhebung diente als Ausgangsbasis für ein strukturiertes Erhaltungsmanagement und
ermöglichte eine objektive, datenbasierte Priorisierung von Erhaltungsmaßnahmen.
Aufbauend auf diesen Erfahrungen wurde im Jahr 2024/2025 eine erneute
Zustandserfassung durchgeführt.
Im Rahmen der aktuellen Erhebung 2024/2025 wurde das gesamte Straßennetz in
der Baulast des Amtes für Verkehrsmanagement befindlichen Straßen der
Landeshauptstadt Düsseldorf mittels videobasierter Befahrung erfasst. Insgesamt
wurden 1.224 km Haupt- und Nebenverkehrsstraßen mit einer Netzlänge von rund
1.650 km digital befahren. Dabei wurden etwa 300.000 Einzelschäden (z. B. Risse,
Ausmagerungen, Spurrinnen oder Flickstellen) georeferenziert dokumentiert und
ausgewertet.
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Die Bewertung und Auswertung der erfassten Zustandsdaten basiert auf den
Regelwerken der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV),
insbesondere den Arbeitspapieren AP 9 sowie den Empfehlungen für das
Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen (E EMI 2012), die bereits 2016/2017
angewendet wurden. Sie ermöglicht eine langfristige Betrachtung der
Substanzentwicklung sowie die Ableitung wirtschaftlich sinnvoller
Erhaltungsstrategien.
Der vorliegende Straßenzustandsbericht fasst die Ergebnisse der Erhebung
2024/2025 zusammen, stellt sie den Ergebnissen aus 2016/2017 gegenüber und
leitet daraus Aussagen zur aktuellen Netzqualität, zur Zustandsentwicklung sowie zu
den Anforderungen an das zukünftige Erhaltungsmanagement der Landeshauptstadt
Düsseldorf ab.
2. Bewertungssystematik
Zur einheitlichen und objektiven Beurteilung des Straßenzustands werden normierte
Zustandswerte von 1,0 (sehr gut) bis 5,0 (sehr schlecht) verwendet. Diese
Normierung folgt den Vorgaben der FGSV und ermöglicht sowohl den Vergleich
einzelner Straßenabschnitte als auch eine aggregierte Bewertung des gesamten
Straßennetzes. :
- Zustandswert 1,0:
Es ist keine bzw. keine erkennbare Beeinträchtigung vorhanden.
- Zustandswert 1,5:
Diese Grenze wird als Zielwert bezeichnet. Er beschreibt die Grenze eines
ordnungsgemäßen neuwertigen Zustandes.
- Zustandswert 3,5:
Diese Grenze wird als Warnwert bezeichnet. Er beschreibt einen Zustand,
dessen Erreichen Anlass zu intensiveren Beobachtungen, zur Analyse der
Ursachen für den schlechten Zustand und ggf. zur Planung von geeigneten
Maßnahmen gibt.
- Zustandswert 4,5:
Dieser Grenzwert wird als Schwellenwert bezeichnet. Er beschreibt einen
Zustand, bei dessen Erreichen die Einleitung von baulichen oder
verkehrsbeschränkenden Maßnahmen geprüft werden muss.
- Zustandswert 5,0:
Maximum, unterhalb dessen findet keine weitere Differenzierung mehr statt.
Die Normierung auf Zustandswerte erlaubt eine direkte Vergleichbarkeit zwischen
Straßenabschnitten. Für die Bewertung werden 10-m-Abschnitte zugrunde gelegt,
deren Werte rechnerisch zu Gesamtwerten für das Stadtgebiet aggregiert wurden.
Die Auswertung wurde zusätzlich unterteilt in Hauptverkehrsstraßen (HVS) und
Nebenverkehrsstraßen (NVS). Dabei umfassen die Hauptverkehrsstraßen angebaute
ein- oder zweibahnige Straßen innerhalb bebauter Gebiete, die in der Regel mit
50km/h befahren werden, und die Nebenverkehrsstraßen (auch Erschließungsstraßen
genannt) umfassen angebaute Straßen die im Wesentlichen der unmittelbaren
Erschließung der angrenzenden Grundstücke dienen.
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3. Auswertung 2025
3.1 Gesamtnetz
Zustand Beschreibung Note Anteil
[%]
HVS/NVS Anteil
[%]
sehr gut
Neuwertiger
Zustand
< 1,5 57,4
HVS 11,1
NVS 46,3
gut
Guter Zustand
1,5 bis <
2,5
18,6
HVS 6,6
NVS 12,0
gut
Akzeptabler
Zustand
2,5 bis <
3,5
11,7
HVS 4,0
NVS 7,7
schlecht
Warnwert
überschritten
3,5 bis <
4,5
9,1
HVS 2,5
NVS 6,6
sehr schlecht
Schwellenwert
überschritten
≥ 4,5 3,2
HVS 1,0
NVS 2,2
Interpretation: Rund 88 % der Straßenflächen befinden sich in einem sehr guten bis
guten Zustand. Etwa 9 % gelten als schlecht und etwa 3% gelten als sehr schlecht,
insbesondere auf Nebenverkehrsstraßen. Hauptverkehrsstraßen bleiben überwiegend
in ordnungsgemäßem Zustand, trotz steigender Verkehrsbelastung.
3.2 Entwicklung im Vergleich zu 2017
3.2.1 Gesamtnetz
Zustand Anteil 2017
[%]
Anteil 2025
[%]
Veränderung
[%]
sehr gut 71,4 57,4 -14,0
gut
gut
schlecht 9,5 9,2 -0,3
sehr schlecht 0,8 3,2 +2,4
Interpretation: Der Anteil sehr guter Straßen hat im Vergleich zu 2017 deutlich
abgenommen. Gleichzeitig ist eine Verschiebung in die Zustandsklassen „ gut "
erkennbar, was auf eine altersbedingte Abnutzung des Straßenbestands hinweist.
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Besonders kritisch ist die Zunahme sehr schlechter Straßenabschnitte von 0,8 % auf
3,2 %. Diese Entwicklung verdeutlicht einen zunehmenden Sanierungsstau und
unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf.
3.2.2 Hauptverkehrsstraßen (HVS)
Zustand HVS Anteil 2017
[%]
Anteil 2025
[%]
Veränderung
[%]
sehr gut 25,6 11,1 -14,5
gut
4,8 6,6 +1,8
gut
3,1 4,0 +0,9
schlecht 1,9 2,5 +0,6
sehr schlecht 0,1 1,0 +0,9
Interpretation HVS: Die Hauptverkehrsstraßen bleiben insgesamt leistungsfähig,
jedoch ist der Rückgang sehr guter Zustände deutlich sichtbar. Die Zunahme sehr
schlechter Abschnitte ist deutlich gestiegen und erfordert dringende
Sanierungsmaßnahmen, um die Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit dauerhaft
zu gewährleisten.
3.2.3 Nebenverkehrsstraßen (NVS)
Zustand NVS Anteil 2017
[%]
Anteil 2025
[%]
Veränderung
[%]
sehr gut 45,9 46,3 +0,4
gut
gut
4,1 7,7 +3,6
schlecht 7,6 6,6 -1,0
sehr schlecht 0,7 2,2 +1,5
Interpretation NVS: Der Anteil sehr guter Nebenverkehrsstraßen ist nahezu konstant
geblieben. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine Verschiebung hin zu mittleren und
schlechten Zuständen. Die Zunahme sehr schlechter Abschnitte deutet auf
überalterte und teilweise stark beanspruchte Straßen hin. Hier besteht ein erhöhter
Bedarf an gezielten Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen.
4. Bedeutung für das Erhaltungsmanagement
Die regelmäßige, digitale Erfassung des Straßenzustands bildet die Grundlage für ein
modernes, vorausschauendes und wirtschaftliches Erhaltungsmanagement. Die
objektiven Zustandsdaten ermöglichen es, Verschlechterungstendenzen frühzeitig zu
erkennen und Erhaltungsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten, bevor kostenintensive
Grundsanierungen erforderlich werden.
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Im Rahmen des Erhaltungsmanagements dient der Zustandswert als zentrales
Steuerungsinstrument. Abschnitte mit Zustandswerten größer als 3,5 werden
prioritär betrachtet, da hier ein erhöhtes Risiko für eine Zustandsverschlechterung
besteht. Wird der Schwellenwert von 4,5 erreicht oder überschritten, liegt ein
kritischer Zustand vor, bei dem insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit in
der Regel ein kurzfristiger und dringender Handlungsbedarf besteht. In diesen Fällen
werden häufig punktuelle, kurzfristig wirksame Maßnahmen umgesetzt, die den
Straßenzustand nur vorübergehend verbessern, jedoch keine grundhafte Erneuerung
der Straßenbefestigung darstellen. In der Folge müssen dieselben Abschnitte in
kurzen Zeitabständen erneut bearbeitet werden, wodurch eigene personelle
Ressourcen dauerhaft gebunden werden. Die Priorisierung erfolgt unter
Berücksichtigung der Verkehrsbedeutung, der funktionalen Bedeutung im Netz sowie
der verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen.
Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass für die kommenden Jahre ein erhöhter
personeller Bedarf sowie ein erhöhter Mittelbedarf erforderlich sind, insbesondere zur
Reduzierung des Anteils sehr schlechter Straßenabschnitte.
Eine konsequente, zustandsorientierte Mittelverwendung ist erforderlich, um den
Substanzverzehr des Straßennetzes zu begrenzen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen
und die Lebenszykluskosten langfristig zu senken.
5. Resumé und Ausblick
Die Straßenzustandserhebung 2024/2025 zeigt, dass sich der überwiegende Teil des
Düsseldorfer Straßennetzes weiterhin in einem guten bis sehr guten Zustand
befindet. Gleichzeitig wird jedoch eine fortschreitende Alterung der
Straßeninfrastruktur deutlich, insbesondere durch den Rückgang sehr guter Zustände
und die Zunahme sehr schlechter Abschnitte im Vergleich zu 2016/2017.
Darüber hinaus liegt der aktuelle Schwerpunkt auf den sehr schlechten
Straßenabschnitten. Diese werden kurzfristig und vorrangig saniert, um ein
leistungsfähiges, verkehrssicheres und dauerhaft funktionsfähiges Straßennetz für
die Landeshauptstadt Düsseldorf zu gewährleisten. Die Verkehrssicherheit wird dabei
weiterhin konsequent sichergestellt. Die Straßen werden regelmäßig durch
geschultes Fachpersonal kontrolliert und Schäden werden zeitnah identifiziert und
kurzfristig behoben. Durch diese fortlaufende Kontrolle und situative Abarbeitung von
Schadstellen stellt das Amt für Verkehrsmanagement sicher, dass die Substanz des
Straßennetztes erhalten bleibt.
Anlagen:
Anlage 1 - Übersichtskarte mit farblicher Darstellung der Zustände
Anlage 1 – Übersichtskarte mit farblicher Darstellung der Zustände als Text anzeigen
Title: Microsoft Word - Straßenzustandsbericht 2025_Anlage 1.docx
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00580931.pdf
Published Time: Tue, 17 Mar 2026 07:48:50 GMT
Number of Pages: 1
Markdown Content:
Anlage 1 – Übersichtskarte mit farblicher Darstellung der Zustände
sehr guter Zustand schlechter Zustand
guter Zustand sehr schlechter Zustand