Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 02/ 21/2004

Ergebnisse der Befragung Charlottenstraße

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Charlottenstraße · Stadtbezirk 1 (Altstadt, Stadtmitte)örtlicher Bezug 1Dokument 25. Mai 2004veröffentlicht

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Charlottenstraße – Straßenverlauf zur Orientierung

Hervorgehoben ist die im amtlichen Titel genannte Straße. Die Karte zeigt nicht, dass die gesamte Straße betroffen ist; einzelne Gebäude oder Einrichtungen werden damit nicht genau verortet.

  • Genannte Straße zur Orientierung – keine genaue Maßnahmenfläche

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Seite 1 von 4 Informationsvorlage Betrifft: Ergebnisse der Befragung zum Thema W ohnen und Drogenstrich im Bereich der Charlottenstraße In seiner Sitzung am 29.04.2004 fasste der Frauenausschuss folgenden Beschluss: "Der Frauenausschuss bittet die Verwaltung, in der nächsten Sitzung das Ergebnis der Anwohnerbefragung Charlottenstraße vorzustellen. Darüber hi naus wird der Kriminalpräventive Rat des Stadtbezirks 01 gebeten, darzustellen, welche Konsequenzen aus dem Umfrageergebnis gezogen werden bzw. gezogen worden sind." Die hierzu vorliegende Stellungnahme der Bezirksverwaltungsstelle 1 ist als Anlage beigefügt. Die Leiterin der Bezirksverwaltungsstelle, Frau Vogt, wird hierzu in der Sitzung am 03.06.2004 berichten. Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Frauenausschuss 03.06.2004 -/- 2 1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant. 2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. Anlagen: Nr. Ort Anlage 1 beigefügt Stellungnahme der Bezirksverwaltungsstelle 1 Amt: Frauenbüro Dezernentin / Dezernent: Oberbürgermeister Erwin RSD AllVorlg.WPT RSD AllVorlg.WPT Seite 2 von 4 01/14 Frauenbüro Ergebnisse der Befragung zum Thema Wohnen und Drogenstrich im Bereich der Charlottenstraße Beschluss des Frauenausschusses vom 29.04.2004 Aufgrund massiver Anwohnerbeschwerden in Bezug auf den im Sperrgebiet liegenden Drogenstrich auf der Charlottenstraße wurde am 22.08.2001 die Projektgruppe "Charlottenstraße" des kriminalpräventiven Rates des Stadtbezirkes 1 gegründet. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, mit kleinen Schritten die Gesamtsituation für die Anwohner aber auch für die jugendlichen Prostituierten sukzessive zu verbessern. Nach dem verschiedene Verbesserungen erzielt werden konnten, wollte sich die Projektgruppe durch eine Befragung von 130 Anwohnern und ansässigen Geschäftsleute ein Meinungsbild geben lassen, um ggf. noch konkreter auf die bestehenden Wünsche eingehen zu können. Mit der Befragung beauftragt wurde die Fachhochschule Düsseldorf, welche bereits mit ihren Studenten eine ähnliche Befragung für den kriminalpräventiven Rat des Stadtbezirkes 1 in der Altstadt durchgeführt hatte. Die Interviews fanden im Sommer 2003 statt und das Resultat konnte im November veröffentlicht werden. Um das zentrale Ergebnis vorwegzunehmen: Fast drei Viertel der Bewohner fühlen sich durch den Drogenstrich und, mehr noch, durch seine Begleitumstände wie Schmutz, Lärm, herumliegende Spritzen und Drogenhandel gestört. Einig sind sich die Bewohner, dass in der Charlottenstraße etwas getan werden muss. Zu der Frage, was getan werden muss, ob Verlegung des Drogenstrichs, vermehrte Kontrollen oder intensivere Hilfen, waren die Antworten vielschichtig. Die Befragung der Fachhochschule Warum wohnt man in der Charlottenstraße? Welche zentralen Probleme haben die Menschen im Quartier und inwieweit fühlen sich die Bewohner durch den Drogenstrich gestört? Wie sollte zukünftig mit dem Drogenstrich umgegangen werden? Antworten auf diese und weitere Fragen zeigen das Ausmaß der Probleme auf und die unterschiedlichen Toleranzschwellen der Befragten - die sich auch in den Vorschlägen zum Umgang mit dem Drogenstrich widerspiegelt. Störfaktor Drogenstrich Fast drei Viertel der Bewohner fühlen sich durch den Drogenstrich stark gestört, sowohl durch die weibliche wie männliche Prostitution als auch durch den Drogenhandel und den Drogenkonsum. Dabei steht nicht die Prostitution an sich im Vordergrund, sondern vor allem ihre Begleitumstände: Der Mangel an Sauberkeit, die Gesundheitsgefährdung durch herumliegende Spritzen, Lärm, der auf der Straße stattfindende Drogenhandel, aber auch die Belästigung der Passanten und die allgemeine Unsicherheit im Viertel. Aber nur 11% der Befragten fühlen sich so stark gestört, dass sie beabsichtigen, in nächster Zeit umzuziehen. Dies liegt im Durchschnitt der Umzugsquoten, wie wir sie auch in normalen Wohngebieten finden. Bei 53% überwiegen die Vorteile oder die Bindungen an den Wohnort sind so stark, dass von einem Umzug abgesehen wird, 36% fühlen sich nicht so stark gestört, dass sie einen Umzug überhaupt erwägen. Seite 3 von 4 Wohnen in der Charlottenstraße Dabei ist die Charlottenstraße keineswegs ein besonders attraktives Wohngebiet. Die meisten Aussagen zum Wohnmotiv betreffen die zentrale Lage und die günstigen Mietpreise. Wohnumfeldqualitäten oder Bindung an das Viertel spielen kaum eine Rolle. Auch bei der Frage nach dem Reiz des Viertels sehen über 60% der Bewohner nur die zentrale Lage als attraktiv an. Aspekte wie gute Einkaufmöglichkeiten und Verkehrsanbindung spielen eine untergeordnete Rolle. Allerdings sehen auch 30 % der Befragten keinen Reiz in ihrem Wohnviertel. Als größter Störfaktor werden Prostitution und Drogenhandel (über 70 % und knapp 60 %) angesehen. So wird die Frage nach dem Manko in diesem Viertel auch von über 40 % mit einem Mangel an Ordnung und Sicherheit beantwortet. Allerdings geben auch 25 % der Befragten an, dass ihnen nichts fehle. Diese Ansicht steigert sich mit der Dauer der Wohnzeit. Bewohner mit einer Wohndauer von 6 - 15 Jahren sehen ihr Wohnumfeld am kritischsten. Bei der Benotung der Eigenschaften des Wohnviertels bekommen viele Bereiche (städtebaul. Erscheinen, Bewohner, Lärmbelästigung, Kinderbetreuung u.a.) eher eine neutrale Bewertung. Schlechter als Ausreichend werden die Punkte Sauberkeit, Grünflächenangebot, Besucher, Parkmöglichkeiten, Spielflächen und Gelegenheiten zum Sitzen benotet. Sicherheit im Viertel Die Befragung ergab zwar keine dramatischen Sicherheitsmängel, aber doch ein spürbar geringeres Sicherheitsniveau als etwa in der Altstadt, wo die Fachhochschule im Jahr 2002 die gleichen Fragen gestellt hatte. Am meisten Angst haben die Bewohner der Charlottenstraße vor Einbruch und Diebstahl, Überfall und Belästigungen. Immerhin 18% der Befragten waren bereits einmal Opfer eines Einbruchs/Diebstahls, 9% sind schon einmal belästigt worden und bei 7% wurde das Auto beschädigt oder aufgebrochen. Schwerwiegende Delikte wie Körperverletzungen o.ä. sind dagegen auch am Drogenstrich nur sehr selten. Absolut angstfrei sind 20 % der Befragten und sogar über 50% haben keine Angst vor bestimmten Bevölkerungsgruppen. Dies sehen 20 % anders, die nahezu gleich häufig als Angstgruppen die einzelnen "Akteure" (Freier, Drogenabhängige, Dr ogendealer) des Drogenstrichs nennen. Begründet wird die Angst mit der Aggressivität/ Gewaltbereitschaft der entsprechenden Bevölkerungsgruppe. Umgang mit dem Drogenstrich Nicht alle Bewohner sind generell für die Abschaffung des Drogenstrichs: Auf die ohne Antwortvorgaben formulierte Frage nach dem Umgang mit dem Drogenstrich fordern nur 38% der Befragten dessen Abschaffung, 22% plädieren für ein härteres Durchgreifen der Ordnungskräfte, und 15% fordern mehr Kontrollen sowie eine erhöhte Polizeipräsenz. 15% der Befragten wünschen sich mehr Hilfe für die Betroffenen. Bei der Bewertung von vorformulierten Vorschlägen zum Umgang mit dem Drogenstrich liegt permanente Präsenz von Polizei oder OSD mit über 90% Zustimmung an erster Stelle, während eine verstärkte Betreuung durch Sozialarbeiter und ein kontrolliertes Ausgeben und Einsammeln der Drogenspritzen mit jeweils zwei Dritteln Zustimmung auf den Rängen zwei und drei liegen. Die Verlegung des Straßenstrichs folgt an vierter Stelle. Maßnahmen zur Einschränkung der Prostitution durch Verkehrsbeschränkungen finden dagegen keine klare Zustimmung und insbesondere deutliche Ablehnung durch die Geschäftsleute. Auch die Vorschläge zur Einrichtung einer Fixerstube und der Schaffung von sanitären Anlagen für die Drogenabhängigen und Prostituierte halten jeweils nur ca. 40% der Befragten für sinnvoll. Ideen für die Charlottenstraße Zur Verbesserung der Situation in der Charlottenstraße fordern die Bewohner vor allem mehr Sicherheit und Sauberkeit (genannt jeweils von über 40% der Befragten). Die Abschaffung/Verlagerung des Drogenstrichs schlagen 27% der Bewohner vor. Die Palette der Handlungsvorschläge ist damit aber noch nicht erschöpft: Wünsche gibt es bzgl. zusätzlicher Grünflächen, der Verbesserung der Parkplatz- und Einkaufssituation, mehr Kinder- und Jugendeinrichtungen aber auch Einrichtungen für die sog. Randgruppen Seite 4 von 4 Fazit Auch wenn sich die große Mehrheit der Anwohner durch den Drogenstrich gestört fühlt, ist doch vielen klar, dass die bloße Verlegung des Straßenstrichs in eine andere Gegend nur eine Problemverschiebung darstellen würde, weil es dann ein anderes Viertel wäre, das sich mit den Problemen auseinander setzen müsste. Aber damit, den Drogenstrich einfach laufen zu lassen wie bisher, sind die Bürger auch nicht einverstanden. Man wünscht sich, dass zumindest gegen die Auswüchse des Drogenstrichs mehr getan wird: Durch ständige Präsenz der Ordnungskräfte und der Polizei, durch intensivierte Sozialarbeit, durch eine Regelung des Problems der Sauberkeit und der Drogenspritzen. Die Bewohner und die Geschäftsleute haben sich geäußert. Sie sind nicht zufrieden mit der Situation, haben aber durchaus offen gelassen, wie darauf zu reagieren ist. Die Projektgruppe "Charlottenstraße" hat das Ergebnis der Umfrage in seiner Sitzung am 04.11.2003 zur Kenntnis genommen und ist nun dabei, konkrete Handlungsmaßnahmen zu entwickeln. Hierbei sind alle Vertreter des Arbeitskreises (aus der BV 1, Ordnungsamt, Gesundheitsamt, Amt für Verkehrsmanagement, Polizei, soziale Einrichtungen und Anwohner) aufgefordert entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.

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Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 02/ 21/2004