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Informationsvorlage
Betrifft:
Ergebnisse der Befragung zum Thema W ohnen und Drogenstrich im Bereich der
Charlottenstraße
In seiner Sitzung am 29.04.2004 fasste der Frauenausschuss folgenden Beschluss:
"Der Frauenausschuss bittet die Verwaltung, in der nächsten Sitzung das Ergebnis der
Anwohnerbefragung Charlottenstraße vorzustellen. Darüber hi naus wird der
Kriminalpräventive Rat des Stadtbezirks 01 gebeten, darzustellen, welche Konsequenzen
aus dem Umfrageergebnis gezogen werden bzw. gezogen worden sind."
Die hierzu vorliegende Stellungnahme der Bezirksverwaltungsstelle 1 ist als Anlage
beigefügt.
Die Leiterin der Bezirksverwaltungsstelle, Frau Vogt, wird hierzu in der Sitzung am
03.06.2004 berichten.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Frauenausschuss 03.06.2004 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Anlagen:
Nr. Ort Anlage
1 beigefügt Stellungnahme der Bezirksverwaltungsstelle 1
Amt:
Frauenbüro
Dezernentin / Dezernent:
Oberbürgermeister Erwin
RSD AllVorlg.WPT RSD AllVorlg.WPT
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Frauenbüro
Ergebnisse der Befragung zum Thema Wohnen und Drogenstrich im Bereich der
Charlottenstraße
Beschluss des Frauenausschusses vom 29.04.2004
Aufgrund massiver Anwohnerbeschwerden in Bezug auf den im Sperrgebiet liegenden
Drogenstrich auf der Charlottenstraße wurde am 22.08.2001 die Projektgruppe "Charlottenstraße"
des kriminalpräventiven Rates des Stadtbezirkes 1 gegründet. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, mit
kleinen Schritten die Gesamtsituation für die Anwohner aber auch für die jugendlichen
Prostituierten sukzessive zu verbessern.
Nach dem verschiedene Verbesserungen erzielt werden konnten, wollte sich die Projektgruppe
durch eine Befragung von 130 Anwohnern und ansässigen Geschäftsleute ein Meinungsbild
geben lassen, um ggf. noch konkreter auf die bestehenden Wünsche eingehen zu können. Mit
der Befragung beauftragt wurde die Fachhochschule Düsseldorf, welche bereits mit ihren
Studenten eine ähnliche Befragung für den kriminalpräventiven Rat des Stadtbezirkes 1 in der
Altstadt durchgeführt hatte. Die Interviews fanden im Sommer 2003 statt und das Resultat konnte
im November veröffentlicht werden.
Um das zentrale Ergebnis vorwegzunehmen: Fast drei Viertel der Bewohner fühlen sich durch
den Drogenstrich und, mehr noch, durch seine Begleitumstände wie Schmutz, Lärm,
herumliegende Spritzen und Drogenhandel gestört. Einig sind sich die Bewohner, dass
in der
Charlottenstraße etwas getan werden muss. Zu der Frage, was getan werden muss, ob
Verlegung des Drogenstrichs, vermehrte Kontrollen oder intensivere Hilfen, waren die Antworten
vielschichtig.
Die Befragung der Fachhochschule
Warum wohnt man in der Charlottenstraße? Welche zentralen Probleme haben die Menschen im
Quartier und inwieweit fühlen sich die Bewohner durch den Drogenstrich gestört? Wie sollte
zukünftig mit dem Drogenstrich umgegangen werden? Antworten auf diese und weitere Fragen
zeigen das Ausmaß der Probleme auf und die unterschiedlichen
Toleranzschwellen der Befragten
- die sich auch in den Vorschlägen zum Umgang mit dem Drogenstrich widerspiegelt.
Störfaktor Drogenstrich
Fast drei Viertel der Bewohner fühlen sich durch den Drogenstrich stark gestört, sowohl durch die
weibliche wie männliche Prostitution als auch durch den Drogenhandel und den Drogenkonsum.
Dabei steht nicht die Prostitution an sich im Vordergrund, sondern vor allem ihre Begleitumstände:
Der Mangel an Sauberkeit, die Gesundheitsgefährdung durch herumliegende Spritzen, Lärm, der
auf der Straße stattfindende Drogenhandel, aber auch die Belästigung der Passanten und die
allgemeine Unsicherheit im Viertel. Aber nur 11% der Befragten fühlen sich so stark gestört, dass
sie beabsichtigen, in nächster Zeit umzuziehen. Dies liegt im Durchschnitt der Umzugsquoten, wie
wir sie auch in normalen Wohngebieten finden.
Bei 53% überwiegen die Vorteile oder die Bindungen an den Wohnort sind so stark, dass von
einem Umzug abgesehen wird, 36% fühlen sich nicht so stark gestört, dass sie einen Umzug
überhaupt erwägen.
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Wohnen in der Charlottenstraße
Dabei ist die Charlottenstraße keineswegs ein besonders attraktives Wohngebiet. Die meisten
Aussagen zum Wohnmotiv betreffen die zentrale Lage und die günstigen Mietpreise.
Wohnumfeldqualitäten oder Bindung an das Viertel spielen kaum eine Rolle. Auch bei der Frage
nach dem Reiz des Viertels sehen über 60% der Bewohner nur die zentrale Lage als attraktiv an.
Aspekte wie gute Einkaufmöglichkeiten und Verkehrsanbindung spielen eine untergeordnete
Rolle. Allerdings sehen auch 30 % der Befragten keinen Reiz in ihrem Wohnviertel.
Als größter Störfaktor werden Prostitution und Drogenhandel (über 70 % und knapp 60 %)
angesehen. So wird die Frage nach dem Manko in diesem Viertel auch von über 40 % mit einem
Mangel an Ordnung und Sicherheit beantwortet. Allerdings geben auch 25 % der Befragten an,
dass ihnen nichts fehle. Diese Ansicht steigert sich mit der Dauer der Wohnzeit. Bewohner mit
einer Wohndauer von 6 - 15 Jahren sehen ihr Wohnumfeld am kritischsten. Bei der Benotung der
Eigenschaften des Wohnviertels bekommen viele Bereiche (städtebaul. Erscheinen, Bewohner,
Lärmbelästigung, Kinderbetreuung u.a.) eher eine neutrale Bewertung. Schlechter als
Ausreichend werden die Punkte Sauberkeit, Grünflächenangebot, Besucher, Parkmöglichkeiten,
Spielflächen und Gelegenheiten zum Sitzen benotet.
Sicherheit im Viertel
Die Befragung ergab zwar keine dramatischen Sicherheitsmängel, aber doch ein spürbar
geringeres Sicherheitsniveau als etwa in der Altstadt, wo die Fachhochschule im Jahr 2002 die
gleichen Fragen gestellt hatte. Am meisten Angst haben die Bewohner der Charlottenstraße vor
Einbruch und Diebstahl, Überfall und Belästigungen. Immerhin 18% der Befragten waren bereits
einmal Opfer eines Einbruchs/Diebstahls, 9% sind schon einmal belästigt worden und bei 7%
wurde das Auto beschädigt oder aufgebrochen. Schwerwiegende Delikte wie Körperverletzungen
o.ä. sind dagegen auch am Drogenstrich nur sehr selten.
Absolut angstfrei sind 20 % der Befragten und sogar über 50% haben keine Angst vor
bestimmten Bevölkerungsgruppen. Dies sehen 20 % anders, die nahezu gleich häufig als
Angstgruppen die einzelnen "Akteure" (Freier, Drogenabhängige, Dr ogendealer) des
Drogenstrichs nennen. Begründet wird die Angst mit der Aggressivität/ Gewaltbereitschaft der
entsprechenden Bevölkerungsgruppe.
Umgang mit dem Drogenstrich
Nicht alle Bewohner sind generell für die Abschaffung des Drogenstrichs: Auf die ohne
Antwortvorgaben formulierte Frage nach dem Umgang mit dem Drogenstrich fordern nur 38% der
Befragten dessen Abschaffung, 22% plädieren für ein härteres Durchgreifen der Ordnungskräfte,
und 15% fordern mehr Kontrollen sowie eine erhöhte Polizeipräsenz. 15% der Befragten
wünschen sich mehr Hilfe für die Betroffenen.
Bei der Bewertung von vorformulierten Vorschlägen zum Umgang mit dem Drogenstrich liegt
permanente Präsenz von Polizei oder OSD mit über 90% Zustimmung an erster Stelle, während
eine verstärkte Betreuung durch Sozialarbeiter und ein kontrolliertes Ausgeben und Einsammeln
der Drogenspritzen mit jeweils zwei Dritteln Zustimmung auf den Rängen zwei und drei liegen. Die
Verlegung des Straßenstrichs folgt an vierter Stelle. Maßnahmen zur Einschränkung der
Prostitution durch Verkehrsbeschränkungen finden dagegen keine klare Zustimmung und
insbesondere deutliche Ablehnung durch die Geschäftsleute. Auch die Vorschläge zur
Einrichtung einer Fixerstube und der Schaffung von sanitären Anlagen für die Drogenabhängigen
und Prostituierte halten jeweils nur ca. 40% der Befragten für sinnvoll.
Ideen für die Charlottenstraße
Zur Verbesserung der Situation in der Charlottenstraße fordern die Bewohner vor allem mehr
Sicherheit und Sauberkeit (genannt jeweils von über 40% der Befragten). Die
Abschaffung/Verlagerung des Drogenstrichs schlagen 27% der Bewohner vor. Die Palette der
Handlungsvorschläge ist damit aber noch nicht erschöpft: Wünsche gibt es bzgl. zusätzlicher
Grünflächen, der Verbesserung der Parkplatz- und Einkaufssituation, mehr Kinder- und
Jugendeinrichtungen aber auch Einrichtungen für die sog. Randgruppen
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Fazit
Auch wenn sich die große Mehrheit der Anwohner durch den Drogenstrich gestört fühlt, ist doch
vielen klar, dass die bloße Verlegung des Straßenstrichs in eine andere Gegend nur eine
Problemverschiebung darstellen würde, weil es dann ein anderes Viertel wäre, das sich mit den
Problemen auseinander setzen müsste. Aber damit, den Drogenstrich einfach laufen zu lassen
wie bisher, sind die Bürger auch nicht einverstanden. Man wünscht sich, dass zumindest gegen
die Auswüchse des Drogenstrichs mehr getan wird: Durch ständige Präsenz der Ordnungskräfte
und der Polizei, durch intensivierte Sozialarbeit, durch eine Regelung des Problems der
Sauberkeit und der Drogenspritzen.
Die Bewohner und die Geschäftsleute haben sich geäußert. Sie sind nicht zufrieden mit der
Situation, haben aber durchaus offen gelassen, wie darauf zu reagieren ist.
Die Projektgruppe "Charlottenstraße" hat das Ergebnis der Umfrage in seiner Sitzung am
04.11.2003 zur Kenntnis genommen und ist nun dabei, konkrete Handlungsmaßnahmen zu
entwickeln. Hierbei sind alle Vertreter des Arbeitskreises (aus der BV 1, Ordnungsamt,
Gesundheitsamt, Amt für Verkehrsmanagement, Polizei, soziale Einrichtungen und Anwohner)
aufgefordert entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.