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Informationsvorlage
Betrifft:
Rahmenplan PCB-Sanierungen an Schulen
1. Einleitung
Polychlorierte Biphenyle (PCB) fanden in öffentlichen Gebäuden bis etwa 1975
Verwendung als Weichmacher oder Flammschutzmittel in dauerelastischen
Fugenmassen, Deckenplatten und Wandfarben.
In der Vergangenheit wurden vom Umweltamt systematische Untersuchungen von
Schulen auf Gebäudeschadstoffe durchgeführt (s. Informationsvorlage 19/78/2002). Es
wurden 22 Schulstandorte mit weiterem Handlungsbedarf gem. der Richtlinie für die
Bewertung und Sanierung PCB-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden (PCB-
Richtlinie NRW) ermittelt. Der vorliegende Rahmenplan wurde im Arbeitskreis
Innenraumschadstoffe (bete iligt sind hier Umweltamt, Gesun dheitsamt,
Schulverwaltungsamt und Immobilienmanagement) abgestimmt.
2. Sanierungsprioritäten und Zeitplan
Bei der Festlegung von Sanierungsprioritäten wurden das Alter und die Anzahl der
betroffenen Personen, die Nutzungsdauer, Belastungshöhe sowie Umfang und Kosten der
Maßnahme berücksichtigt.
Oberste Sanierungspriorität haben daher Unterrichts- und Verwaltungsräume von
Grundschulen. Es folgen Unterrichts- und Verwaltungsräume sonstiger Schulen.
Turnhallen, Aulen und andere Räume haben eine niedrigere Priorität. Darüber hinaus wird
berücksichtigt, seit wann die vorliegenden Belastungen bekannt sind.
Bei der Aufstellung des nachfolgenden Zeitplans zur Durchführung der
Sanierungsmaßnahmen wurde auch berü cksichtigt, dass größere PCB-
Sanierungsmaßnahmen im Rahmen einer ganzheitlichen Sanierung des Gebäudes
erfolgen sollen.
Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus dem Masterplan Schulen.
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3. Aktuell durchgeführte und geplante Sanierungen
Schulstandort Sanierungs-
umfang PCB
Kosten
PCB-
Sanierung
Kosten
Gesamt-
sanierung
Sanierungs-
beginn
Willi-Fährmann-Schule
GGS Ricarda-Huch-Str. 1
460.000 EUR 1.030.000 EUR wird seit
8/2003 saniert
Gudrun-Pausewang-Schule
GGS Neustrelitzer Str. 10
700.000 EUR 1.670.000 EUR Sommer 2004
Josef-Kleesattel-Str. 13
540.000 EUR 1.200.000 EUR Sommer/
Herbst 2004
Adam-Steegerwald-Str. 14
600.000 EUR 1.400.000 EUR Sommer/
Herbst 2004
Rolandstr. 40
Gesamtsanierung 750.000 EUR 6.800.000 EUR Sommer 2004
Gemeinschaftshauptschule
Bernburger Str. 44-46
Aula /
Mehrzweckhalle
220.000 EUR 7.900.000 EUR Sommer 2004
4. Weitere Sanierungsobjekte
Schulstandort Sanierungsumfang
PCB
Kosten
PCB-
Sanierung
vorgesehener
Sanierungsbeginn
Leo-Statz-Berufskolleg
Friedenstr. 29
Aula 190.000 EUR 2005
Joachim-Neander-Schule
GGS Rather Markt 2
Aula 160.000 EUR 2005
Hulda-Pankok-Gesamtschule
Brinckmannstr. 16
Sekretariat 5.000 EUR 2005
Thomas-Edison-Realschule
Schlüterstr. 18-20
Werkraum/Flur 50.000 EUR 2006
Martin-Luther-Schule EGS
Rudolf-Hildebrand-Schule
Gotenstr. 20
Erweiterungstrakt 310.000 EUR 2006
Arnstadter Weg 6-16
Flure / Wasch- /
Duschräume
Hermann-Gmeiner-Schule
KGS Schillstr. 7
Flure/Klassenräume 30.000 EUR 2006
GHS Blücherstraße
Depandance Ottweilerstr. 20
Turnhalle 150.000 EUR 2006
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Humboldt-Gymnasium Max-
Weber-Berufskolleg
Adlerstraße 15
Gesamtgebäude 150.000 EUR 2006
Elly-Heuss-Knapp-Schule
Berufskolleg
Siegburger Str. 137
Gesamtgebäude 2.100.000
EUR
2006
Goethe-Gymnasium
Lindemannstr. 57
Turnhalle 120.000 EUR 2007
Montessori-Grundschule
Freiligrathplatz 10
Turnhalle 150.000 EUR 2007
Max-Planck-Gymnasium
Koetschaustr. 36
Turnhalle 190.000 EUR 2007
Dumont-Lindemann-Schule
GHS Kirchfeldstr. 74-80
Gesamtgebäude 1.600.000
EUR
2007
Gymnasium Koblenzer Str.
Theodor-Litt-Str. 2
Gesamtgebäude 1.900.000
EUR
2008
Es handelt sich um die durch die PCB-Sanierung bedingten Kosten (Grobschätzung). Die
zu erwartenden Kosten einer ganzheitlichen Sanierung werden nach Festlegung des
baulichen Sanierungsbedarfes ermittelt.
Bei Gesamtsanierungen ist zu berücksichtigen, dass die Baumaßnahmen in
Bauabschnitten, verteilt über mehrere Jahre durchgeführt werden.
5. Feststellung des Sanierungsbedarfs und Überwachung
Gem. PCB-Richtlinie ist das Jahresmittel der Raumluftbelastung die
Bewertungsgrundlage. Es müssen mindestens zwei Messungen zu unterschiedlichen
Jahreszeiten vorliegen. Ein mittelfristiger Sanierungsbedarf unter Berücksichtigung der
Verhältnismäßigkeit ist gegeben, wenn alle Werte oder der Mittelwert aus mindestens drei
Messungen oberhalb 300 ng PCB/m
3
Luft liegen. Bei stark unterschiedlichen oder
unplausiblen Messungen sind Wiederholungen und ggfs. eine Neubewertung des
Sanierungsbedarfs erforderlich.
Objekte mit Sanierungsbedarf werden seitens des Umweltamtes bis zur Sanierung
regelmäßig messtechnisch überwacht.
Die Feststellung des Sanierungsbedarfs sowie ggfs. Änderungen erfolgen einvernehmlich
durch den Arbeitskreis Innenraumschadstoffe.
6. Sanierungsziel
Gemäß PCB-Richtlinie NRW wird als Sanierungszielwert eine dauerhafte Raumluft-
konzentration von weniger als 300 ng PCB/m
3
Luft vorgegeben. Da die Messwerte durch
jahreszeitlich bedingte Klimaschwankungen stark beeinflusst werden, ist nach der
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Sanierung eine zeitlich befristete Überschreitung des Grenzwertes gemäß PCB-Richtlinie
zulässig. Die Raumluftkonzentration sollte maximal zwei Jahre nach Sanierungsende den
Vorsorgewert dauerhaft unterschreiten. Nach erfolgter Sanierung werden die
Raumluftkonzentrationen kontinuierlich bis zur Unterschreitung des Sanierungszielwertes
überwacht.
7. Sanierungsuntersuchung und -konzeption
Im ersten Schritt werden auf der Basis der vorliegenden Ergebnisse weitere
Untersuchungen zur Erstellung eines vollständigen Schadstoffkatasters durchgeführt.
Hierbei werden alle relevanten Quellen der PCB-Belastung (Primärquellen) wie
dauerelastische Fugenmassen, Deckenplatten oder Wandfarben sowie kontaminierte
Baumaterialien (Sekundärquellen) wie z.B. Bodenbeläge, Farben, Lacke, Mobiliar
ermittelt.
Auf der Basis des PCB-Katasters wird ein Sanierungskonzept erstellt, welches die
Entfernung aller Primärquellen und relevanter Sekundärquellen beinhaltet.
Bei größeren Objekten wird im Rahmen der Sanierungsuntersuchung eine
Mustersanierung z.B. in einem Klassenraum durchgeführt, um die Wirksamkeit von PCB-
Sanierungsmaßnahmen zu überprüfen.
8. Objekte zur Überwachung
Im Rahmen der systematischen Untersuchung wurden in einigen Objekte PCB-belastete
Baustoffe ermittelt, jedoch besteht aufgrund der bisher gemessenen Raumluftgehalte
gem. PCB-Richtlinie kein Sanierungsbedarf.
Die belasteten Baustoffe sollen ebenfalls sukzessive ausgebaut werden. Der Ausbau
erfolgt spätestens, wenn bauliche Maßnahmen in dem Bereich erforderlich werden.
Seitens des Umweltamtes werden regelmäßige Überwachungsuntersuchungen
veranlasst.
9. Information über Belastungen und Maßnahmen zur Verringerung der
Raumluftbelastung
Die betroffenen Schulen wurden seitens des Umweltamt in der Vergangenheit bereits
informiert über festgestellte PCB-Belastungen. Darüber hinaus wurden ggfs. auch
Maßnahmen zur Verringerung der Raumluftbelastung bis zur Sanierung wie z.B. häufiges
Lüften und Reinigen der betroffenen Räume empfohlen.
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Ein Status-Bericht über PCB-Sanierungen wird alle 2 Jahre erstellt und den
Fachausschüssen (Bauausschuss, Schulau sschuss und Umweltausschuss) zur
Information vorgelegt.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Bauausschuss -/-
1
-/-
2
Ausschuss für Umweltschutz -/-
1
-/-
2
Schulausschuss -/-
1
-/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Amt:
Amt für Immobilienmanagement
Dezernentin / Dezernent:
Stadtkämmerer Rattenhuber
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