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Informationsvorlage
Betrifft:
Realisierungsstand VID und weitere Maßnahmen
Realisierungsstand ViD und weitere Maßnahmen
Gegenwärtig werden von 7 Verkehrsrechnern -die auf 6 Standorte im Stadtgebiet verteilt sind- rund
500 Lichtzeichenanlagen (LZA) zentral gesteuert. Ungefähr 100 weitere LZA sind von
untergeordneter verkehrlicher Bedeutung und werden nicht zentral gesteuert und bedient. Die
Verkehrsrechner wurden zwischen 1973 und 1988 errichtet; die Signalanlagen haben eine
gleichmäßige Altersverteilung, die bis in die 50er Jahre hineinreicht. Eine grundlegende
Modernisierung des Gesamtsystems, insbesondere der Kommunikationstechnik (die dem Stand der
Technik von vor 30 Jahren entspricht), ist seitdem nicht erfolgt.
Dadurch sind einerseits strategische Steuerungen, die für die flexible Verkehrsabwicklung einer
Großstadt von Bedeutung sind, nicht möglich, andererseits entspricht die Ausfallsicherheit nicht den
heutigen Anforderungen. Lediglich moderne Steuergeräte sind in der Lage, bei Ausfall des
steuernden Verkehrsrechners den Betrieb aufrechtzuerhalten. Daher kommt es bei
Verkehrsrechnerausfall unter Umständen an mehr als 80 Lichtzeichenanlagen ebenfalls zu einem
Ausfall.
Zur Verbesserung der verkehrlichen Situation wurde daher 1999 das Projekt
Verkehrssystemmanagement in Düsseldorf (ViD) initiiert und mit und mit Zuschüssen des Landes
NRW bereits zum Teil realisiert. Darüber hinaus ist vorgesehen aus Haushaltsmitteln des Amtes 66
ein Modernisierungsprogramm für LZA-Steuergeräte aufzulegen. Dazu wird dem OVA in einer
seiner nächsten Sitzungen ein Grundsatzbeschluss "Abbau alte Verkehrsrechner und Erneuerung von
Steuergeräten" vorgelegt.
Nach Abschluss dieser beiden Projekte wird im Jahr 2010 ein weitgehend modernisiertes
Lichtsignalsteuerungssystem den Anforderungen eines modernen Verkehrssystemmanagements
genügen.
Verkehrssystemmanagement in Düsseldorf (ViD)
Das Projekt ViD besteht aus mehreren Teilprojekten, von denen jedes einzelne bereits einen
verkehrlichen Nutzen schafft und daher nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)
von Bund und Land bezuschusst wird. Diese Teilprojekte sind wiederum auf zwei
Grundsatzbeschlüsse verteilt.
Mit den Maßnahmen des ersten Grundsatzbeschlusses (Beschluss des Rates am 27.09.2001) werden
exemplarisch Grundsysteme aufgebaut, die für eine moderne Verkehrssteuerung erforderlich sind,
so dass dann an einzelnen Straßenabschnitten im Stadtgebiet konkrete Verbesserungen erreicht
werden können. Wesentlicher Bestandteil des ViD ist die Verkehrssystemmanagementzentrale. Hier
werden alle verkehrlichen und betrieblichen Informationen sämtlicher verkehrstechnischen Systeme
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(z.B. Lichtzeichenanlagen und Messstellen) zusammengefasst. Es ist damit möglich, auf planbare
Ereignisse wie z.B. Veranstaltungsende im Messebereich bestimmte Schaltungen für Signalanlagen
fest zu hinterlegen und zeitgesteuert zu schalten. Weiterhin werden die Verkehrsdaten von
Lichtzeichenanlagen und Messstellen in eine gemeinsame Darstellung integriert, so dass eine
Beobachtung und Beurteilung der Verkehrssituation auf den Hauptstraßen möglich wird.
Ermöglicht wird diese leistungsfähige Kommunikation durch die Errichtung neuer Verkehrsrechner
an den Standorten Jülicher Straße und Schadowplatz. Diese beiden neuen Verkehrsrechner steuern
nicht nur die im Rahmen des ViD modernisierten Signalanlagen sondern auch die übrigen
Signalanlagen, die nach 2000 errichtet worden sind; Ende 2005 werden etwa 100 Signalanlagen an
diese neuen Rechner angeschlossen sein. Im Jahr 2010 sollen diese beiden Verkehrsrechner
Signalanlagen im ganzen Stadtgebiet steuern, so dass dann nur noch zwei der jetzt noch im Betrieb
befindlichen alten Verkehrsrechner -ebenfalls an den Standorten Jülicher Straße und Schadowplatz-
benötigt werden. Die Inbetriebnahme der neuen Verkehrsrechner ist für Mitte 2005 vorgesehen.
Eine Verbesserung der Grünen Welle auf dem Lastring im Düsseltal wurde bereits 2003 realisiert.
Ergänzend zu den Verkehrsdaten der Signalanlagen werden über separate Detektionssysteme
Verkehrsdaten gesammelt, so dass die Grundlage für eine bedarfsgerechte und automatische
Steuerung der Signalanlagen und Verkehrsbeeinflussungseinrichtungen (z.B. am Heerdter Dreieck)
geschaffen ist. Diese Darstellungen sollen dann auch im Internet zugänglich gemacht werden, so
dass vor Fahrtantritt eine Information der Autofahrer möglich ist. Beim Land NRW ist ein
entsprechendes Informationsangebot für Autobahnen bereits vorhanden und wird intensiv genutzt.
Die Variotafel und der Wechselwegweiser am Heerdter Dreieck wurden 2004 errichtet und können
seitdem manuell geschaltet werden. Ende 2005 erfolgt hier die Anbindung an die
Verkehrssystemmanagementzentrale, so dass dann eine automatische Schaltung aufgrund
gemessener Verkehrsdaten möglich wird.
Da der Verkehr im Stadtgebiet nicht immer nur losgelöst von den umliegenden Autobahnen geregelt
werden kann, erfolgt eine Abstimmung von Strategien mit dem Ministerium für Verkehr, Energie
und Landesplanung des Landes NRW (MVEL). Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit wird es z.B.
möglich sein, auf veränderte Verkehrsströme im Stadtgebiet, die durch Ereignisse auf den
Autobahnen verursacht werden, durch eine angepasste Signalsteuerung frühzeitig zu reagieren. Die
Voruntersuchungen hierfür sind abgeschlossen, eine Realisierung ist im Rahmen des 2.
Grundsatzbeschlusses (s.u.) geplant. Um diese Zusammenarbeit zu intensivieren und die
Verkehrssteuerung im Gesamtnetz zu verbessern, wurde auf Initiative der Stadt Düsseldorf
gemeinsam mit privaten Partnern ein Projektvorschlag für das Forschungsvorhaben
"Verkehrsmanagement 2010" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gestellt.
Dieser Projektvorschlag "Düsseldorf in Motion" wurde für eine Förderung ausgewählt und hat ein
Gesamtvolumen von ca. 10 Millionen Euro. Der städtische Eigenanteil in Höhe von 0,3 Millionen
Euro wird durch den im Projekt ViD vorgesehenen Ansatz abgedeckt. Durch die zusätzlichen
Fördermittel geht der Nutzen jedoch über den ursprünglich geplanten Umfang des Teilprojektes im
ViD hinaus. Es ist z.B. geplant, die in den Fahrzeugen vorhandenen Navigationssysteme, die bisher
für das Stadtgebiet lediglich mit statischen Informationen (Karten) versorgt sind, auch mit
zusätzlichen Daten über die aktuelle Verkehrssituation oder Störereignisse zu versorgen.
Um die Verkehrssicherheit im Rheinufertunnel zu erhöhen, wurde im September 2002 eine
provisorische Sperreinrichtung in Betrieb genommen. Im Laufe dieses Jahres wird dieses
Provisorium durch eine dauerhafte Sperreinrichtung ersetzt.
Nach Abschluss der hier beschriebenen Maßnahmen sind Ende 2005 folgende Ziele erreicht:
S Bedarfsgerechte Steuerung von rund 100 Lichtsignalanlagen im nördlichen Stadtgebiet
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S Aufbau von zwei modernen Verkehrsrechnern zur Erhöhung der Verfügbarkeit der
Lichtsignalanlagen und zur Verbesserung des Verkehrsflusses
S Errichtung der Grundstruktur (zwei Verkehrsrechner) zur zukünftigen Ansteuerung aller
Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet
S Schnellere Behebung von Störungen bei technischen Systemen durch moderne VSM-
Zentrale
S Höhere Verkehrssicherheit im Rheinufertunnel durch Sperreinrichtungen.
Mit einem 2. Grundsatzbeschluss (geplant vor der Sommerpause 2005) sollen die Maßnahmen des
ViD abgeschlossen werden. Um auch großräumig eine bedarfsgerechte Schaltung der Signalanlagen
im Straßennetz zu erreichen, ist die Modernisierung weiterer Steuergeräte erforderlich, ebenso sind
geeignete Strategien zur Schaltung dieser Signalanlagen zu planen und zu installieren. Bisher sind
diese Schaltungen an durchschnittliche Verkehrsituationen angepasst und werden zeitgesteuert
realisiert, es ist aber eine feinere und detailliertere Steuerung möglich, die verkehrsabhängig arbeitet.
Zur Umsetzung ist gemeinsam mit dem Land die Errichtung weiterer Variotafeln auf den
Autobahnen und an Hauptverkehrsstraßen im Stadtgebiet geplant. In einem weiteren Teilprojekt ist
ebenfalls für den Rheinalleetunnel die Installation einer Sperreinrichtung geplant.
Erneuerung Verkehrstechnik
Parallel zum bezuschussten ViD wurde aus städtischen Haushaltsmitteln damit begonnen, das
überaltete und störungsanfällige Lichtsignalsteuerungssystem zu erneuern. Da hierzu die üblichen
Haushaltsmittel nicht ausreichen, plant das Amt für Verkehrsmanagement die Vorlage eines
Grundsatzbeschlusses "Abbau alter Verkehrsrechner und Erneuerung von Steuergeräten". Die an
den bisher vorhandenen Verkehrsrechnern angeschlossenen Lichtzeichenanlagen sind zu einem
großen Teil ohne Ansteuerung durch den Verkehrsrechner nicht funktionsfähig. Das bedeutet, dass
bei einer Störung eines Verkehrsrechners auch zahlreiche Lichtzeichenanlagen ausfallen. Um diese
Situation zu verbessern, ist es erforderlich, die Lichtzeichenanlagen zu erneuern. Die Errichtung der
neuen Verkehrsrechner und einiger Lichtzeichenanlagen wurde bereits aus dem Projekt ViD
finanziert. Da aber eine weitergehende Erneuerung von Lichtzeichenanlagen nicht förderfähig ist,
sind die weiteren Signalanlagen vollständig mit städtischen Haushaltsmitteln zu erneuern. Neben
einem Austausch der Steuergeräte sind teilweise auch Kabelarbeiten und Tiefbauarbeiten
erforderlich, da die Kreuzungsbereiche gelegentlich geringfügig angepasst werden müssen. Um
möglichst schnell alte Verkehrsrechner außer Betrieb nehmen zu können, müssen die Steuergeräte
konzentriert in einzelnen Stadtteilen erneuert werden. Diese Arbeiten werden abgestimmt mit
anderen Planungen, um unnötige Behinderungen durch Bauarbeiten zu vermeiden und falls möglich,
frühzeitig verkehrliche Verbesserungen zu erzielen. Von dieser Maßnahme sind rund 90
Steuergeräte betroffen.
Neben den Lichtzeichenanlagen, die aufgrund einer mangelhaften Ansteuerung durch
Verkehrsrechner erneuert werden müssen, gibt es weiteren Sanierungsbedarf für
Lichtzeichenanlagen, die älter als 25 Jahre sind und somit keine Möglichkeit bieten, bedarfsgerecht
verkehrsabhängig steuern zu können. Aus diesem Grund sollen bis zum Jahr 2010 weitere 100
Steuergeräte erneuert werden.
Nach Abbau der alten Verkehrsrechner und umfangreicher Erneuerung der Lichtzeichenanlagen
werden im Jahr 2010 folgende Ziele erreicht sein:
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S ca. 300 moderne OCIT-Steuergeräte mit folgenden Vorteilen
-strategische Steuerung mit Berücksichtigung des Verkehrs im Hauptstraßennetz,
-einfacheren Anpassungsmöglichkeiten bei Umbauten
-bessere bedarfsgerechte Steuerung am Knoten und im Netz
-kürzere Ausschaltzeiten bei Wartung
S Integration der übrigen 300 Steuergeräte in das Gesamtsystem
S alle Steuergeräte nach 1980 errichtet
S keine Ausfälle von Lichtzeichenanlagen bei Rechnerstörung
S Verbesserung der Leistungsfähigkeit an bestehenden Lichtzeichenanlagen durch
verkehrliche und kleine bauliche Verbesserungen
S Reduzierung der Verkehrsrechnerstandorte auf zwei und damit Einsparung von
Unterhaltungskosten
S stadtweite Erfassung der Verkehrslage zur strategischen Steuerung und Information
S modernes Verkehrsmanagement für die Region Düsseldorf
S Information der Verkehrsteilnehmer vor Fahrtantritt über Internet.
S umfassende Information der Verkehrsteilnehmer während der Fahrt durch Variotafeln und
private Routingsysteme (Navigationssystem oder Handy)
S erhöhte Sicherheit im Rheinufer- und Rheinalleetunnel durch neue Sperreinrichtungen.
Beratungsfolge:
Gremium
Sitzungsdatu
m
Ergebnis
Ordnungs- und Verkehrsausschuss 06.04.2005 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Amt:
Amt für Verkehrsmanagement
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Leonhardt
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