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Title: Vorlage 177/ 137/2018
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00317337.pdf
Published Time: Mon, 12 Aug 2019 19:26:40 GMT
Number of Pages: 1
Markdown Content:
Vorlage 177/ 137/2018
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X öffentlich nicht öffentlich
Wolfram Müller-Gehl
in der Bezirksvertretung 7
An den
Bezirksbürgermeister
des Stadtbezirks 7
08.05.2018
# Anfrage
Baumfällungen im Stadtbezirk 7
- Anfrage des Bezirksvertreters Herrn Müller-Gehl (DIE LINKE). -
Der Bezirksvertreter Herr Müller-Gehl (DIE LINKE.) bittet die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie viele satzungsgeschützte Bäume sind seit dem Sturm Ela im Stadtbezirk
wegen Maßnahmen im Wohnungs- oder Straßenbau bzw. durch sonstige durch die Stadtverwaltung veranlasste oder genehmigte Maßnahmen gefällt worden?
2. Wie viele Ersatzpflanzungen wurden angekündigt und wie viele dieser
Ankündigungen wurden durchgeführt?
3. Wie schätzt die Stadt die Klimarechnung auf Grund der Ergebnisse in Fragen 1. und 2.ein?
Sachdarstellung:
Michael Kohl und sein Team von der Universität Hamburg haben nachgewiesen, dass alte Bäume im letzten Viertel ihres Lebens bis zu 50% ihres gesamten Kohlenstoff-Anteils aufnehmen. Dies erklärte auch Wangari Maathai, Frie densnobelpreisträgerin aus Kenia: „Bäume sind seit Alters her
der effektivste Kohlendioxid-Vernichter der Welt. Ein Kubikmeter Fichtenholz bindet etwa eine Tonne Kohlendioxid.“
Der Sturm Ela hat am 9. Juni 2014 im Düsseldorfer Stadtgebiet über 30.000 Bäume vernichtet.
Trotz vieler Baumspenden der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer sind diese bei weitem noch nicht ersetzt. Im Gegenteil. Die Baumfällungen für den Metropavillon, ferner am Trippelsberg 100 (70 kerngesunden Bäumen für den Bau einer Spedition) oder die Pläne, für ein Rockkonzert an der Messe 104 Bäume zu fällen, zeigen, dass der Erhalt von Bäumen nicht mehr hinreichend im Blick der Kommunalpolitik der Stadtverwaltung ist.
gez. Wolfram Müller-Gehl
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebni s
Bezirksvertretung 7 28.05.2018 -/-
Anlagen: beigefügt X nicht vorhanden
Antwort der Verwaltung als Text anzeigen
Title: Baumfällungen im Stadtbezirk 7
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00326261.pdf
Published Time: Fri, 05 Jul 2019 18:44:25 GMT
Number of Pages: 3
Markdown Content:
# Anlage 1 zu Vorlage 177/137/2018
Sitzung der Bezirksvertretung 7 am 25.09.2018
# Baumfällungen im Stadtbezirk 7 Anfrage des Bezirksvertreters Herrn Müller-Gehl (DIE LINKE.)
Frage 1:
Wie viele satzungsgeschützte Bäume sind seit dem Sturm Ela im Stadtbezirk 7 we-gen Maßnahmen im Wohnungs- oder Straßenbau bzw. durch sonstige durch die Stadtverwaltung veranlasste oder genehmigte Maßnahmen gefällt worden?
Antwort:
a) Entfernung von Bäumen im Rahmen der Baumschutzsatzung:
Im Zeitraum vom 01.01.2015 bis zum 01.05.2018 sind im Stadtbezirk 7 insgesamt 212 Bäume auf Grund von Baumaßnahmen nach § 4(1)2 von der Baumschutzsat-zung befreit worden.
b) Entfernung von städtischen Bäumen auf Straßen und in Grünanlagen:
Im Zeitraum von 2015 bis 2018 wurden insgesamt 160 Fällungen von städtischen, nicht mehr verkehrssicheren, kranken oder abgestorbenen Straßen- und Anlagen-bäumen durchgeführt, über die die Bezirksvertretung 7 vorher informiert wurde. Ent-sprechende Pressemitteilungen wurden veröffentlicht. Ebenso wurden diese Informa-tionen im Internet bereitgestellt.
Frage 2:
Wie viele Ersatzpflanzungen wurden angekündigt und wie viele dieser Ankündigun-gen wurden durchgeführt?
Antwort:
a) Ersatzpflanzungen im Rahmen der Baumschutzsatzung:
Im Rahmen der Befreiung von der Baumschutzsatzung werden monetäre Bewertun-gen nach dem anerkannten Sachwertverfahren von Werner Koch (Baumsachver-ständiger) vorgenommen, um bei größeren Bauvorhaben (Mehrfamilienhäuser, Ge-werbegebäude) den Umfang für Ersatzpflanzungen festzulegen. Im Zeitraum 01.01.2015 bis zum 01.05.2018 wurden demnach insgesamt Ersatz-pflanzungen in Höhe von 258.100,- Euro gefordert. Mit dem vorgenannten Betrag können bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 800,- Euro pro Jungbaum ca. 323 Bäume gepflanzt werden. Hierbei handelt es sich um eine deutlich höhere Anzahl als die zur Fällung genehmigten Bäume, da die Sachwertermittlung die Baumart, die Funktion, die Größe und das Alter der Bestandsbäume berücksichtigt. Bisher wurden Ersatzpflanzungen in Höhe von insgesamt 75.500.,- Euro durchge-führt. Noch anstehende Ersatzpflanzungen werden seitens der Verwaltung regelmä-ßig überprüft und ggfls. angemahnt. Bei kleinen Bauvorhaben (Einfamilienhäuser) wurden in oben genannten Zeitraum Befreiungen im Rahmen der Baumschutzsatzung von insgesamt 23 Einzelbäumen erteilt. Hiervon wurden bisher 11 Ersatzpflanzungen durchgeführt. Auch hierbei wer-den noch anstehende Ersatzpflanzungen seitens der Verwaltung regelmäßig über-prüft und ggfls. angemahnt.
b) Ersatzpflanzungen auf städtischen Grundstücken:
Nach dem Orkan Ela im Jahr 2014 wurden die vertraglichen Vereinbarungen mit den Leitungsträgern aktualisiert und überarbeitet. Bei allen vorzunehmenden Nachpflanzungen sind sogenannte Umlaufverfahren durchzuführen, bei denen die Leitungsträger wie die Netzgesellschaft, der Stadtent-wässerungsbetrieb als auch die Telekom etc. die Gelegenheit erhalten, die entspre-chenden Standorte hinsichtlich vorhandener Leitungstrassen zu überprüfen. Nach dieser Standortüberprüfung werden entweder Schutzmaßnahmen im Wurzelbereich der Bäume eingebaut oder aber bei einem zu geringen Abstand zu den Leitungen auf eine Nachpflanzung verzichtet. Die Prüfung, ob Nachpflanzungen möglich sind, bei denen die unterschiedlichen Träger zu beteiligen sind, erzeugt bei stadtweit 600 bis 800 Fällungen von Straßen-bäumen pro Jahr eine längere Bearbeitungszeit. Erst nach Vorlage des Prüfergebnisses können die vorbereitenden Maßnahmen wie das Ausfräsen des Wurzelstubbens und die Anlage einer ausreichend dimensionier-ten Baumgrube vorgenommen werden. Die insgesamt 181 Straßenbäume, die im Stadtbezirk 7 durch den Orkan Ela ausge-fallen sind, werden mit Abschluss der kommenden Pflanzsaison 2018/19 alle ersetzt worden sein.
Frage 3:
Wie schätzt die Stadt die Klimarechnung auf Grund der Ergebnisse in Fragen 1 und 2 ein?
Antwort:
Stadtbäume tragen mit Ihren Eigenschaften zu einem positiven Stadtklima bei und leisten sowohl einen Beitrag zur Klimaanpassung als auch zum Klimaschutz: · Klimaanpassung: Durch ihre Verschattungs- und Verdunstungskühlleistung wir-ken Stadtbäume an heißen Tagen kühlend auf ihre Umgebung. Diese positiven Eigenschaften auf das Mikroklima sind für die Anpassung an den Klimawandel besonders wichtig und können dazu beitragen, die Belastung für die Bevölkerung durch zunehmende Hitzeperioden abzumildern. Aus diesem Grund ist das „Düs-seldorfer Stadtbaumkonzept“ als eine Schlüsselmaßnahme im Klimaanpassungs-konzept der Landeshauptstadt Düsseldorf festgeschrieben worden. Mit der Um-setzung dieser Schlüsselmaßnahme soll der Baumanteil in der Stadt erhöht wer-den. · Klimaschutz: Stadtbäume entziehen der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlen-dioxid (CO 2) und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Für den Bi-omasseaufbau wird im Zuge der Photosynthese der Kohlenstoff (C) aus dem Kohlendioxid (CO 2) verwendet und Sauerstoff wieder freigesetzt (O 2). Wie viel ein Baum zum Klimaschutz beiträgt, hängt von der Art, vom Alter und von der Größe ab. Mit dem Merkblatt 27 „Kohlenstoffspeicherung von Bäumen“ der Bayerischen Landesanstalt für Forstwirtschaft von 2011 wird dieser Beitrag exemplarisch dar-gestellt. So kann eine Linde mit einer Höhe von 25 Meter und einem Stamm-durchmesser von etwa 125 Zentimetern in einem Meter Höhe in ihrer Lebenszeit bereits 1.500 bis 2.500 kg CO 2 in ihre Biomasse einbauen und damit zum Klima-schutz beitragen.