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RAT/447/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 06.12.2024
An den
Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Änderungsantrag der Ratsfraktion Die Linke. Düsseldorf zur Sitzung des
Rates am 12.12.2024
Betrifft:
Änderungsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE zur Vorlage APS/087/2024
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 12. Dezember 2024 stellt DIE LINKE Ratsfraktion zu TOP Ö
13, Vorlagennummer APS/087/2024 folgenden Änderungsantrag:
Die Beschlussdarstellung wird wie folgt geändert:
"Umbenennung des „Jürgensplatz" (02068), Gemarkung: Neustadt, Flur: 1,
Flurstück:
teilweise 244, in
Platz der Polizei (02089) Fasia-Jansen-Platz"
Begründung:
Die vorgesehene Umbenennung des Jürgensplatzes wird nach Auffassung der
LINKEN Ratsfraktion ihrem Anlass nicht gerecht Die Nähe des Namensgebers Franz
Jürgens zum Nationalsozialismus begründet die Umbenennung. In der Konsequenz
sollte die neue Namensgebung die kritische Auseinandersetzung mit dem
Nationalsozialismus fördern.
DIE LINKE beantragt die Umbenennung Jürgensplatzes in Fasia -Jansen-Platz. Fasia
Jansen, Tochter des Generalkonsuls von Liberia, überlebte den Nationalsozialismus
als Küchenaushilfe in einer Außenstelle des KZ Neuengamme (Hamburg) mit
gesundheitlichen Folgeschäden. Ihr Antrag auf "Wiedergutmachung" wurde 1960 von
deutschen Behörden unbegründet abgelehnt. Nach dem Krieg setzte sie sich in der
Gewerkschaftsbewegung, für Frauenrechte und g egen die Wiederbewaffnung ein.
Bereits bei der Umbenennung der Wissmannstraße hatte sich eine
Bürgerversammlung mehrheitlich für eine Benennung nach der afrodeutschen
Liedermacherin und Feministin ausgesprochen.
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Für die Umbenennung des Jürgensplatzes nach einem weiblichen Opfer des
Nationalsozialismus spricht auch der Umstand, dass in Düsseldorf im Jahr 2021 nur
knapp drei Prozent der Straßen und Plätze nach Frauen benannt waren. Dies ergab
zuletzt eine Anfrage der LINKEN im Gleichstellungsausschuss im März 2021. Auch bei
der Umbenennung von 12 historisch belasteten Straßen im Februar diesen Jahres
wurden nur 4 Straßen neu nach Frauen benannt. Dies bedeutet bei einer
Gesamtzahl von 2.840 benannten Straßen, Wegen und Plätzen in Düsseldorf nur eine
Verbesserung von 0,14 Prozent.
Seit 2013 spricht sich die DIE LINKE Düsseldorf dafür aus, dass bei der
Namensgebung öffentlicher Orte (Straßen, Plätze, Gebäude, Brücken etc.) solange
nur Frauen berücksichtigt werden, bis ein Gleichgewicht zwischen Namen von Frauen
und Männern hergestellt ist.
Mit freundlichen Grüßen
Anja Vorspel Sigrid Lehmann
F.d.R. Sönke Voigt