Antrag Aktenzeichen BV7/093/2024

Ort der Erinnerung und Mahnung: Die Heeresstreife Kaiser auf der Benderstraße - Antrag der Bezirksvertreterin Frau Müller-Gehl (DIE LINKE.) -

Ein Vorschlag an das zuständige Gremium, etwas Bestimmtes zu beschließen.

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Benderstraße · Stadtbezirk 7 (Gerresheim)örtlicher Bezug 1Dokument 14. Mai 2024veröffentlicht

Worum es geht

Dies ist der Wortlaut der beantragten Maßnahme beziehungsweise ihrer Begründung. Auch „beschließt“ im Antrag ist noch kein Nachweis eines gefassten Beschlusses.

Im Original formuliert

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, in welcher Form auf der Benderstraße im Bereich der Haus-Nr. 80 oder gegenüber auf dem Apostelplatz eine Gedenktafel oder eine Stele aufgestellt werden kann. Im genannten Haus hatte im März und April 1945 die sogenannte Heeresstreife Kaiser ihren Sitz. Damit wird ehrend der Opfer gedacht und eine Mahnung für die Zukunft ausgesprochen. Denn dort fanden in den letzten Kriegstagen Verhöre und Misshandlungen statt und es wurden Anweisungen für Erschießungen erteilt. Die Mahn- und Gedenkstätte wird gebeten, den Text und die Gestaltung von Schild oder Stele zu entwickeln.

Weitere Einordnung im Original: Aus „Begründung“

Im Laufe des März wird Düsseldorf von US- und britischen Truppen eingeschnürt: Oberkassel haben sie seit dem 3. März besetzt, zuvor südlich und dann auch nördlich den Rhein überschritten. Obwohl oder weil der Krieg eigentlich schon verloren war, setzte die Wehrmachtsführung sogenannte Heeresstreifen ein, um die Fahndung nach Deserteuren und denen, die ihnen Unterschlupf gewährten, zu verschärfen. In einer konfiszierten Wohnung des Hauses Benderstraße 80 leitete der Hauptmann a. D. August Kaiser eine solche Heeresstreife. Dort fanden Verhöre und Misshandlungen statt und wurden auch Anweisungen für Erschießungen erteilt.

Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 14. Mai 2024. Vollständiges Original mit weiteren Angaben

Themen

Örtlicher Bezug

Wo passiert das?

Benderstraße – Straßenverlauf zur Orientierung

Hervorgehoben ist die im amtlichen Titel genannte Straße. Die Karte zeigt nicht, dass die gesamte Straße betroffen ist; einzelne Gebäude oder Einrichtungen werden damit nicht genau verortet.

  • Genannte Straße zur Orientierung – keine genaue Maßnahmenfläche

Straßenverlauf: © OpenStreetMap-Mitwirkende · ODbL 1.0. Kartendaten vom . Automatisch dem amtlichen Titel zugeordnet. Auch bei älteren Vorgängen zeigt die Karte den Straßenverlauf dieses Datenstands, nicht den historischen Zustand.

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Dokumenttexte

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BV7/093/2024 X öffentlich nicht öffentlich Düsseldorf, 14.05.2024 Petra Müller-Gehl (DIE LINKE.) Bezirksvertretung 7 An Bezirksbürgermeisterin Stadtbezirk 7 Antrag zur Sitzung der Bezirksvertretung 7 am 28.05.2024 Betrifft: Ort der Erinnerung und Mahnung: Die Heeresstreife Kaiser auf der Benderstraße - Antrag der Bezirksvertreterin Frau Müller-Gehl (DIE LINKE.) - Antrag: Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, in welcher Form auf der Benderstraße im Bereich der Haus-Nr. 80 oder gegenüber auf dem Apostelplatz eine Gedenktafel oder eine Stele aufgestellt werden kann. Im genannten Haus hatte im März und April 1945 die sogenannte Heeresstreife Kaiser ihren Sitz. Damit wird ehrend der Opfer gedacht und eine Mahnung für die Zukunft ausgesprochen. Denn dort fanden in den letzten Kriegstagen Verhöre und Misshandlungen statt und es wurden Anweisungen für Erschießungen erteilt. Die Mahn- und Gedenkstätte wird gebeten, den Text und die Gestaltung von Schild oder Stele zu entwickeln. Begründung: Im Laufe des März wird Düsseldorf von US- und britischen Truppen eingeschnürt: Oberkassel haben sie seit dem 3. März besetzt, zuvor südlich und dann auch nördlich den Rhein überschritten. Obwohl oder weil der Krieg eigentlich schon verloren war, setzte die Wehrmachtsführung sogenannte Heeresstreifen ein, um die Fahndung nach Deserteuren und denen, die ihnen Unterschlupf gewährten, zu verschärfen. In einer konfiszierten Wohnung des Hauses Benderstraße 80 leitete der Hauptmann a. D. August Kaiser eine solche Heeresstreife. Dort fanden Verhöre und Misshandlungen statt und wurden auch Anweisungen für Erschießungen erteilt. In der heutigen Gesellschaft verblasst einerseits das Wissen um den Nationalsozialismus und andererseits sind rechte Kräfte erstarkt, die das „Nie-Wieder" der Nachkriegszeit nicht gelten lassen. Ein Erinnerungsort kann gegen das Vergessen wirken, die Erinnerung an die damals begangenen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit" (Urteil des Schwurgerichts Düsseldorf, Januar 1949) wachhalten und die fundamentale Bedeutung eines Rechtsstaates bewusst machen. Seite 2 (Quellen: Prozessakte Schwurgericht Düsseldorf, 17.- 28. Januar 1949 Zimmermann, Volker: In Schutt und Asche. Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Düsseldorf. Düsseldorf 2006, Hrsg. Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) gez.: Petra Müller-Gehl

Ohne neue KI-Zusammenfassung. Der Inhaltseinstieg zeigt ausgewählte Passagen des geprüften Originaldokuments. Sitzungsverlauf und Antworten werden unabhängig davon geprüft.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen BV7/093/2024