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BV3/104/2024
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Informationsvorlage
Betrifft:
Ersatzflächen suchen
Amt / Institut:
Bezirksverwaltungsstelle 3
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Bezirksvertretung 3 02.07.2024 Kenntnisnahme
Die Bezirksvertretung 3 hat in ihrer Sitzung am 19.09.2023 folgenden Beschluss
gefasst:
1. Die Verwaltung soll, unter Einbeziehung des AK Streetwork, kurzfristig
prüfen, welche städtischen oder privaten Flächen im Stadtbezirk 3 in
der Nähe des Worringer Platzes geeignet sind - dauerhaft oder
temporär - für eine Entlastung auf dem Worringer Platz zu sorgen.
2. Die Verwaltung soll der Bezirksvertretung 3 die Ergebnisse der Prüfung
für jede Fläche unter Nennung der Gründe dafür oder dagegen
vorstellen, auch für die Flächen, die bereits in den letzten zwei Jahren
geprüft wurden.
3. Die Verwaltung soll prüfen, ob es für die Menschen, die in den
slumähnlichen Barracken und Zelten auf dem Grand Central -Areal
hausen, menschenwürdige Unterbringungsmöglichkeiten und
Hilfsangebote gibt, wie es seinerzeit auch mit den Menschen auf dem
Bahngelände an der Mindener Straße hervorragend funktioniert hat.
Dies sollte vor dem Bezug der 141 Wohnungen am 1. November 2 023
passieren, um dort von Beginn an für Wohnverhältnisse zu sorgen, die
auch familiengeeignet sind.
Zum oben genannten Beschluss bezieht die Verwaltung wie folgt Stellung:
Zu 1:
Das Gesundheitsamt ist mit dem Suchthilfekoordinator Mitglied im AK Str eetwork
und auf diesem Wege bereits fachlich eingebunden.
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Auch das Amt 54 ist im AK Streetwork vertreten. Bei dem Projekt „Niederschwellige
Unterbringung und Beratung" (kurz: NUB), welches am 04.03.2023 in der Unterkunft
Moskauer Straße 23 gestartet ist, handelt es sich ebenfalls um ein Konzept, welches
nach bisherigen Erkenntnissen ebenfalls zur Entlastung des Worringer Platzes führen
kann.
Zu 2:
Im Rahmen des Runden Tisches des KPR im Stadtbezirk 1 wurde in der
Vergangenheit eine Teilfläche (66 ist grundstücksverwaltendes Amt) an der Kölner
Strasse hinter dem Gesundheitsamt ins Gespräch gebracht. Diese Teilfläche wurde
zuletzt in der VK am 12.09.23 als nicht geeignet für eine Aufenthaltsmöglichkeit für
wohnungslose und/oder suchtkranke Menschen festgestellt. Dies aus nachfolgenden
Gründen:
Der Platz kommt als Aufenthaltsmöglichkeit nicht in Frage. Zum einen handelt es
sich aktuell um einen nicht verkehrsfähigen ehemaligen Parkplatz, der grundsätzlich
anders ertüchtigt, abgesichert und attraktiv ausgestattet werden müsste, damit
überhaupt eine sinnvolle Nutzung denkbar wäre. Zum anderen soll diese Fläche für
den künftigen Gesundheitscampus, der para llel zum Neubau des Technischen
Rathauses entstehen soll, bebaut werden. Das Etablieren eines tatsächlich genutzten
Platzes mit einer Aufenthaltsqualität und die Bebauung schließen sich gegenseitig
aus. Abgesehen davon bestehen Bedenken hinsichtlich der un mittelbaren
Nachbarschaft zum Gesundheitsamt und dem angrenzenden Außenbereich einer
Kindertagesstätte.
Der Antrag RAT/034/2024 zur Nutzung der Brachfläche hinter dem Gesundheitsamt
als Treffpunkt für wohnungslose und/oder suchtkranke Menschen wurde in der
Ratssitzung am 22.02.2024 ebenfalls mehrheitlich abgelehnt. Das Amt für Migration
und Integration ist derzeit auf der Suche nach geeigneten Unterkunftsstandorten,
damit das unter 1. beschriebene Konzept nach Aufgabe des Standortes an der
Moskauer Straße weitergeführt kann. Hierzu werden bezirksübergreifend Standorte
geprüft, an denen sich bereits Unterkünfte befinden.
Zu 3:
Das Gelände Grand Central wurde am 27.11.2023 geräumt. Neben den
Ordnungskräften war auch umfangreich Streetwork und die Beratung für Obdachlose
des Amtes für Migration und Integration vor Ort, um eine reibungslose
Unterbringung vor Ort zu organisieren. Vorbereitet war man auf die Unterbringung
von 25 Personen. Der Verwaltung wurden im Vorfeld der Räumung bereits 16
Personen genannt, die an einer Unterbringung interessiert sind. Davon waren neun
Personen namentlich bekannt. Im Zuge der Räumung hat lediglich eine Person das
Unterbringungsangebot angenommen. Alle anderen hatten bereits im Vorfeld das
Gelände verlassen, so dass am Tag der Räumung lediglich fünf Personen angetroffen
wurden.
Insbesondere in den Wintermonaten bieten die verschiedenen Angebote an
Notschlafstellen und Tagesaufenthalten, die die sozialen Träger in Kooperation mit
der Landeshauptstadt eingerichtet haben, obdachlosen Menschen Schutz. Zusätzlich
konzipiert das zuständige Dezernat gemeinsam mit Trägern der Obdachlosenhilfe ein
„Winterquartier" für obdachlose Menschen an der Moskauer Straße 23. Hier sollen
Menschen mit Lebensmittelpunkt auf der Straße versorgt werd en. Die soziale
Betreuung und Beratung der Hilfesuchenden stellen die Träger der Obdachlosenhilfe
sicher. Neben einer regelmäßigen Sozialbetreuung unterstützen auch der städtische
Sozialpsychiatrische Dienst und die Rettungsassistenz das Projekt. Der Zugang zum
Winterquartier soll niedrigschwellig gestaltet werden. Das Winterquartier bietet
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neben insgesamt 78 Schlaf - und Aufenthaltsräumen für die Bewohnerinnen und
Bewohner einen Raum zur medizinischen Behandlung, einen Beratungsraum sowie
einen Büroarbeitsplatz für die sozialen Träger.
Es ist vorgesehen, das Winterquartier im Laufe des Februars in Betrieb zu nehmen.
Zusatz:
Es wird auf die Anfrage OVA/026/2024 verwiesen, diese beschäftigt sich ebenfalls
mit der Thematik rund um den Worringer Platz