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RAT/395/2024
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Düsseldorf, 29.11.2024
Ratsfraktion - Die Linke
An den
Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Haushaltsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des
Rates am 12.12.2024
Betrifft:
Haushaltsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE: Düsselpass auch für
Wohngeldberechtigte
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 12. Dezember 2024 stellt DIE LINKE Ratsfraktion
Düsseldorf folgenden Haushaltsantrag:
Der Kreis der Berechtigten für den Düsselpass wird erweitert auf alle
Personen, die in Düsseldorf Wohngeld erhalten. Die nötigen Mittel von 6
Millionen Euro pro Jahr werden ab dem Haushaltsjahr 2025 unter den
relevanten Konten in den Haushalt eingestellt.
Begründung:
An anderer Stelle beantragt DIE LINKE, sämtliche Mittel für den Neubau des
Düsseldorfer Opernhauses zu streichen und diese Mittel über den Gesamthaushalt für
sozial nachhaltige Ausgaben zur Verfügung zu stellen.
Ein Verzicht auf einen Neubau der Düsseldorf Oper würde der Stadt allein im
Haushaltsjahr 2025 die Ausgabe von 6,1 Millionen Euro (plus Restmitteln der
Vorjahre) ersparen. Die Summe entspricht annähernd dem Finanzierungsbedarf für
eine Ausdehnung des Kreises der Düsselpassberechtigten auf den Kreis der
Wohngeldberechtigten laut Informationsvorlage RAT/292/2023.
Diese Ausdehnung des Kreises der Düsselpassberechtigten betrachtet DIE LINKE als
wesentlich zur Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels 1, dem sich die Stadt
Düsseldorf 2016 verpflichtet hat
1
- die Armut bis zum Jahr 2030 in all ihren Formen
1
Durch einstimmigen Beschluss über Annahme des interfraktionellen Antrags Vorlage 01/ 192/2016.
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zu beenden (oder wenigstens zu halbieren
2
).
Das Preisniveau in Düsseldorf ist hoch. Durch die massiven Einkommensunterschiede
innerhalb der Stadt bedeutet das für viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, dass
das Leben bei stagnierenden Reallöhnen immer teurer wird. Düsseldorf reiht sich
aufgrund dieser lokalen Einkommensunterschiede neben Bremerhaven oder
bestimmten Ruhrgebietsregionen in die Liste der Regionen mit der höchsten relativen
Kaufkraftarmut ein;
3
beinahe ein Fünftel der Düsseldorfer:innen sind von relativer
Armut betroffen.
4
Laut dem städtischen Amt für Soziales hatten 2022 in der Stadtmitte 18 Prozent der
Menschen und in Flingern-Süd knapp 22 Prozent der Menschen ein Anrecht auf
Sozialleistungen. Die Zahl von Seniorinnen und Senioren in Grundsicherung ist
zwischen 2014 und 2022 von 7,8 auf 9,4 % gestiegen - die höchste Quote in
Nordrhein-Westfalen. Dabei ist die Dunkelziffer hoch, denn viele Senior:innen
scheuen die Beantragung von Leistungen.
5
Mit dem Düsselpass als Instrument kann die Landeshauptstadt Düsseldorf die
Lebenshaltungskosten ärmerer Haushalte im Alltag verringern. Auch
Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mit geringen Einkommen, die keine
Sozialhilfeleistungen beziehen, sollten deshalb mit dem Düsselpass zahlreiche
Vergünstigungen und Ermäßigungen in Anspruch nehmen können.
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Born Sigrid Lehmann
F.d.R. Sönke Voigt
Thema
Produkt/
Maßnahme
Zeile
Konto
Haushaltsjahr
Beträge in EUR
Verbesserung (+)/ Verschlechterung (-)
2
https://www.duesseldorf.de/nachhaltigkeit/ziele-fuer-nachhaltige-entwicklung/sdg-1-armut-beenden
3
IW Köln, Teilhabemonitor 2019: Regionale Einkommens- und Kaufkraftarmut. Abrufbar unter:
https://www.iwkoeln.de/studien/christoph-schroeder-regionale-einkommens-und-kaufkraftarmut.html
4
IT NRW: https://www.it.nrw/system/files/media/document/file/121_24.pdf
5
https://www.ddorf-aktuell.de/2024/11/26/duesseldorf-ist-die-landeshauptstadt-der-
altersarmut/