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RAT/462/2024
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Düsseldorf, 09.12.2024
Ratsfraktion Die PARTEI -Klima-Fraktion
An
Herrn Oberbürgermeister
Dr. Stephan Keller
Haushaltsantrag der Ratsfraktion Die PARTEI -Klima-Fraktion
zur Sitzung des Rates am 12.12.2024
Betrifft:
Haushaltsantrag der Ratsfraktion Die PARTEI-Klima-Fraktion: Drittes Frauenhaus für
Düsseldorf, Istanbul-Konvention einhalten!
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 12.12.2024 stellt die Partei-Klima-Fraktion den folgenden
Haushaltsantrag und bittet Sie, diesen auf die Tagesordnung zu setzen und zur
Abstimmung zu bringen.
Antrag:
Der Rat beschließt, im Haushaltsjahr 2025 1,8 Millionen Euro für die
Anschubfinanzierung eines dritten Frauenhauses in Düsseldorf sowie für die
Schaffung von Clearingstellen in den Haushalt einzustellen. Die Mittel können für alle
für das Projekt notwendigen Maßnahmen verwendet werden, um gemeinsam mit
möglichen Trägern eine Realisierung, möglichst noch im Jahr 2025, zu ermöglichen.
Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, um die weitere
Finanzierung sowie den Unterhalt und Betrieb für die Folgejahre zu garantieren.
Die Maßnahmen werden gegenfinanziert durch eine Einsparung im Etat für die
Stadtbeleuchtung in gleicher Höhe, vorzugsweise durch eine teilweise Abschaltung
der Gasbeleuchtung in den Nachtstunden, wie sie von Oktober 2022 bis März 2024
umgesetzt wurde.
Begründung:
Die Einrichtung eines dritten Frauenhauses in Düsseldorf ist ein unverzichtbarer
Schritt, um Frauen in Notlagen effektiv zu schützen und zu unterstützen. Seit der
Ratifizierung der Istanbul-Konvention im Jahr 2018 ist Deutschland - und damit auch
Düsseldorf - völkerrechtlich verpflichtet, ausreichend Schutzplätze für von Gewalt
betroffene Frauen bereitzustellen. Die Konvention setzt mindestens einen
Frauenhausplatz pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner fest. Düsseldorf erfüllt
diesen Standard mit den derzeitigen Kapazitäten nicht ansatzweise.
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Die Landeshauptstadt Düsseldorf stellt mit ihren beiden Frauenhäusern lediglich um
die 20 der 64 Plätze bereit, die gemäß der Istanbul-Konvention erforderlich sind.
Diese Lücke stellt nicht nur eine deutliche Unterversorgung dar, sondern auch einen
klaren Verstoß gegen internationale Verpflichtungen.
Studien zeigen, dass Gewalt gegen Frauen überwiegend in den eigenen vier Wänden
stattfindet und nicht nachts auf dunklen Straßen. Frauenhäuser sind deshalb ein
essenzieller Schutzraum für Frauen und ihre Kinder, um gewaltvolle
Lebenssituationen zu verlassen und in Sicherheit eine Perspektive für die Zukunft zu
entwickeln.
Gemäß einem Artikel der Rheinischen Post vom 5. Dezember 2024 und den dort
zitierten Expertinnen zeigt sich auch in den Erfahrungen anderer Städte wie
Hamburg, Hannover und Leipzig der Bedarf an zusätzlichen Hilfsangeboten. Dort
haben Clearingstellen oder Sofort-Aufnahmeplätze bewiesen, dass sie Frauen in
akuten Notlagen schnell Schutz und Orientierung bieten können. Trotz bereits
entwickelter Konzepte konnte ein solches Projekt in NRW bislang nicht umgesetzt
werden - Hauptgrund ist die fehlende Finanzierung.
In Düsseldorf kann die Realisierung solcher Clearingstellen durch eine kluge
Umverteilung von Ressourcen gelingen. So könnte eine Einsparung von 1,8 Millionen
pro Jahr Euro durch die teilweise Nachtabschaltung von Gaslaternen erreicht werden
- insbesondere in Stunden, in denen diese Beleuchtung kaum genutzt wird. Diese
Gegenfinanzierung ist nicht nur nachhaltig, sondern unterstreicht, dass Sicherheit
nicht durch Straßenbeleuchtung entsteht, sondern durch präventive Maßnahmen und
konkrete Hilfsangebote. Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen wird beim Anschauen
des Bundeslagebildes 2023 vom BKA bewusst. Do rt wurde der erneute extreme
Anstieg von Gewalt gegen Frauen sowie der hohe Anteil der häuslichen Gewalt
dokumentiert.
Mit diesem Beschluss sendet der Rat ein klares Signal: Düsseldorf nimmt seine
Verantwortung ernst, den Anforderungen der Istanbul-Konvention gerecht zu
werden. Gleichzeitig wird durch diese Maßnahme der Weg geebnet, ein Vorbild für
die gesamte Region zu sein und eine langfristige Verbesserung des Schutzes und der
Unterstützung von Frauen zu gewährleisten. Dies ist möglich ohne den städtischen
Haushalt zusätzlich zu belasten.
Mit freundlichen Grüßen
Lukas Fix Dominique Mirus Katinka Geißler
f.d.R. Christopher Schrage
Thema
Produkt/
Maßnahme
Zeile
Konto
Haushaltsjahr
Beträge in EUR
Verbesserung (+)/ Verschlechterung (-)
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