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Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00584376.pdf
Published Time: 2026-05-04T06:55:00.000Z
Number of Pages: 2
Markdown Content:
JHA/044/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Fortschreibung des kommunalen Präventionskonzeptes für Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene zur altersübergreifenden Gesamtstrategie (Bezug JHA/066/2019/1)
Fachbereich:
51 - Amt für Soziales und Jugend
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Jugendhilfeausschuss 13.05.2026 Kenntnisnahme
Ausschuss für Gesundheit und
Soziales 19.05.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Im Zuge der Zusammenlegung des Jugendamtes und des Amtes für Soziales zum Amt für
Soziales und Jugend wurden die strukturellen Voraussetzungen geschaffen,
Präventionsketten in Düsseldorf künftig lebensphasenübergreifend auszurichten. Die
gebündelte fachliche Expertise ermöglicht es, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und
zu einer integrierten Gesamtstrategie zusammenzuführen.
Ziel der Fortschreibung ist es, die Präventionskette als tragende Struktur einer nachhaltigen
sozialen Infrastruktur zu etablieren. Prävention soll dabei alle Altersgruppen und
Lebenslagen in den Blick nehmen und kontinuierlich über den gesamten Lebensverlauf
hinweg wirken. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, Bürger*innen frühzeitig, bedarfsgerecht
und möglichst wohnortnah zu unterstützen sowie gesellschaftliche Teilhabe zu sichern.
Gleichzeitig leistet die Präventionskette einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung und
Reduzierung von Armutsfolgen.
Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf der frühzeitigen Unterstützung von Familien,
insbesondere in der sensiblen Phase rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit
nach der Geburt. Durch die Angebote der Frühen Hilfen werden Eltern ressourcenorientiert
begleitet, elterliche Kompetenzen gestärkt und stabile Entwicklungsbedingungen für Kinder
geschaffen. Dieser präventive Ansatz wird im weiteren Lebensverlauf fortgeführt und mit
bestehenden Programmen und Angeboten verzahnt, um gesundheitliche, soziale und
bildungsbezogene Chancen nachhaltig zu verbessern. Seite 2
Die Fortschreibung verfolgt darüber hinaus einen konsequent inklusiven und
beteiligungsorientierten Ansatz. Ziel ist es, allen Menschen – unabhängig von individuellen
Voraussetzungen oder Lebenslagen – eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben zu ermöglichen. Dazu gehört insbesondere der Abbau von direkten und indirekten
Barrieren sowie die stärkere Berücksichtigung vielfältiger Lebensrealitäten in der Planung
und Umsetzung von Angeboten.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird zudem die Bedeutung präventiver
Ansätze für ein gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter weiter gestärkt. Bestehende
Netzwerke und Strukturen sollen dabei gezielt genutzt und weiterentwickelt werden, um
bedarfsgerechte und quartiersnahe Unterstützungsangebote sicherzustellen. Dazu zählen
insbesondere individuelle Beratungsangebote, altersgerechte Wohnformen, der Ausbau der
pflegerischen Infrastruktur sowie Maßnahmen zur Entlastung und Stärkung pflegender An-
und Zugehöriger.
Die Steuerung der Präventionskette erfolgt im Rahmen einer integrierten Jugendhilfe- und
Sozialplanung, die bestehende Angebote systematisch erfasst, Bedarfe analysiert und
darauf aufbauend Maßnahmen entwickelt. Zur Unterstützung dieses Prozesses wurde die
Präventionsdatenbank „Achtung.Kind.de“ als zentrales Instrument zum
„Präventionsnavigator“ weiterentwickelt. Er ermöglicht die systematische Erfassung und
Planung lebensphasenübergreifender Präventionsangebote und unterstützt zugleich
Fachkräfte bei der zielgerichteten Recherche nach passenden Angeboten:
https://duesseldorfer-praeventionsnavigator.de/
Prävention wird dabei als Querschnittsaufgabe verstanden, die nur durch eine enge
Zusammenarbeit aller relevanten Akteure wirksam umgesetzt werden kann. Eine gesonderte
Präventionskonferenz ist nicht vorgesehen. Stattdessen wird das Thema kontinuierlich in den
zuständigen politischen Gremien sowie fachlichen Netzwerken behandelt und
weiterentwickelt.
Insgesamt markiert die Fortschreibung der Präventionskette einen wesentlichen Schritt hin
zu einer stärker integrierten, nachhaltigen und sozialraumorientierten Präventionsstrategie.
Sie trägt dazu bei, bestehende Angebote noch besser zu verzahnen, Versorgungslücken zu
identifizieren und langfristig möglichst gleichwertige Lebensbedingungen für alle
Bürger*innen schrittweise zu fördern.
Anlagen:
Präventionskonzept
Präventionskonzept als Text anzeigen
Title: Kommunale Strategie für Chancengerechtigkeit und soziale Teilhabe - Fortschreibung
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585510.pdf
Published Time: Thu, 30 Apr 2026 06:51:54 GMT
Number of Pages: 12
Markdown Content:
Düsseldorfer Präventions kette Düsseldorf
Nähe trifft Freiheit
Kommunale Strategie für Chancen-
gerechtigkeit und soziale Teilhabe
Fortschreibung Kurzüberblick
Die Düsseldorfer Präventionskette wird fortgeschrieben und ausgeweitet –
von einem Konzept für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von
0 bis 27 Jahren (U27) hin zu einer kommunalen Gesamtstrategie für Menschen
in allen Lebensphasen und jedem Lebensalter.
Das Ziel: Chancengerechtigkeit und soziale Teilhabe für alle Düsseldorfer*innen.
Die Fortschreibung basiert auf vier zentralen Bausteinen:
1. Digitale Präventionsdatenbank
2. Strukturierte Koordination und Gremienarbeit
3. Integrierte Präventionsplanung
4. Prävention als Querschnittsaufgabe
> © iStock / benedek
# Von U27 zur lebensbegleitenden Strategie
Die Fortschreibung des vom Rat im Jahr
2020 verabschiedeten Präventions -
konzepts U27 erfolgt im Rahmen der
Zusammenlegung des Jugendamtes
und des Amtes für Soziales zum Amt für
Soziales und Jugend. Ziel ist es, eine
altersübergreifende und lebenswelt -
orientierte Präventionsarbeit systematisch
weiterzuentwickeln und nachhaltig zu
gewährleisten.
Das Amt verfolgt den Ansatz, soziale
Hilfen gebündelt anzubieten und Bür -
ger*innen dort abzuholen, wo sie im
Hilfesystem ankommen. Die Präven -
tionskette dient dabei als integrierte
Strategie, die darauf abzielt eine durch -
gängige Begleitung über alle Lebens -
phasen zu ermöglichen. Bedarfe werden
alters- und lebenslagenübergreifend
erfasst und Angebote quartiersbezogen
adressiert.
So werden neben Kindern, Jugend -
lichen, jungen Erwachsenen und
Familien auch weitere Zielgruppen ein -
bezogen, um bestehende Lücken in der
Angebots- und Versorgungslandschaft
zu schließen. Besonders im Fokus stehen
benachteiligte Bevölkerungsgruppen,
ältere Menschen sowie Menschen mit
Beeinträchtigungen.
Die Erweiterung der Präventionskette
entspricht dem Leitbild des Amtes für
Soziales und Jugend:
Wir. Gemeinsam.
In Düsseldorf. Lebens- und
Entwicklungschancen
eröffnen.
Weiterhin zielt die Präventionskette
auch auf die Abmilderung von drohen -
den oder verfestigten Armutsstrukturen
sowie deren Folgen ab. Ein zentraler
Bestandteil des kommunalen Nach -
haltigkeitsprozesses 1 ist daher das vom
Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
beschlossene Handlungsfeld Bekämp -
fung von Armutsfolgen , das vom Amt für
Soziales und Jugend koordiniert wird.
Im Schwerpunkt geht es dabei um:
• Bedarfsgerechte Planung und Weiter -
entwicklung der sozialen Infrastruktur
• Umsetzung konkreter Angebote,
um Armut präventiv zu begegnen,
Armutsfolgen zu mildern und gesell -
schaftliche Teilhabe zu fördern
Die Präventionskette stellt ein integriertes
Handlungskonzept dar und ist fest in die
bestehenden Gremien- und Koopera -
tionsstrukturen der Landeshauptstadt
eingebunden. Dabei arbeiten Fach ämter,
freie Träger, weitere Organisationen sowie
Politik eng zusammen. Dies gilt auch
für bestehende Gremien- und Koopera -
tionsstrukturen. Hier ist unter anderem
die integrierte Quartiersentwicklung Zu -
kunft Quartier.Düsseldorf zu nennen.
> 1Die Handlungsfelder der Nachhaltigkeit sind die strategischen Eckpunkte für eine nachhaltige Entwicklung
> in Düsseldorf. Der Rat hat 2022 zwölf Handlungsfelder als Säulen des Nachhaltigkeitsprozesses der Landes -
> hauptstadt beschlossen. Die Handlungsfelder umfassen ökologische, soziale, ökonomische und gesellschaftliche
> Nachhaltigkeitsthemen und geben einen Überblick über den Düsseldorfer Beitrag zur Umsetzung der 17 inter -
> nationalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDGs) der Agenda 2030. © iStock / gece33
Warum diese Fortschreibung?
Das Amt für Soziales und Jugend vereint
die fachliche Expertise verschiedener
Ressorts unter einem Dach – ideal für
die Entwicklung und Umsetzung ganz -
heitlicher Präventionsansätze. Dadurch
kann Prävention alters- und lebensla -
genübergreifend geplant werden, um
möglichst viele Menschen zu erreichen.
Durch die kommunale Daseinsvorsorge
übernimmt die Stadt Düsseldorf Verant -
wortung für die Etablierung von Präven -
tionsstrukturen.
Die Präventionskette wird zur tragenden
Struktur für chancengerechte Teilhabe.
# Grundsätze und Ziele
• Chancengerechtes Aufwachsen sowie ein möglichst gleichberechtigtes
Leben für alle Bürger*innen
• Armutsprävention und Abmilderung von Armutsfolgen
• Nachhaltige und quartiersnahe Unterstützung
• Kontinuierliche Begleitung durch die Le bensphasen
• Partizipation, Inklusion und Teilhabe als Querschnittsthemen
• Identifikation von Lücken in der Präventionskette und deren Schließung
durch eine träger-, ämter- sowie fachübergreifende Zusammenarbeit Zielgruppen und Lebenslagen
> © iStock / SDI Productions
> © iStock / mihailomilovanovic
Schwangerschaft und Geburt
Ein Schwerpunkt der kommunalen Prä -
ventionsstrategie liegt in der Begleitung
und Unterstützung von werdenden Eltern
während der Schwangerschaft, rund um
die Geburt und im sogenannten „vierten
Trimester“/Wochenbett. Diese Lebens -
phase markiert einen besonders sen -
siblen Übergang, in dem präventive und
bindungsorientierte Unterstützung ent -
scheidend zur gesunden Entwicklung des
Kindes und zur Stabilisierung des gesam -
ten Familiensystems beitragen kann.
Das Netzwerk Frühe Hilfen setzt hier
frühzeitig an, um werdende Mütter und
Väter ressourcenorientiert zu begleiten,
zu entlasten und Überforderungen vorzu -
beugen. Neben medizinischer und psy -
chosozialer Unterstützung geht es dabei
auch um die Förderung der elterlichen
Feinfühligkeit und Rollenfindung, die
Stärkung der Selbstwirksamkeit sowie
die Entwicklung einer tragfähigen, siche -
ren Bindung zwischen Eltern und Kind.
Durch gezielte Angebote werden Fami -
lien so früh wie möglich erreicht. Ziel
ist es, Schwangerschaft, Geburt und
die erste Zeit danach als geschützten
Entwicklungsraum zu gestalten, in dem
Eltern in ihrer Kompetenz gestärkt und
auf die neuen Lebensbedingungen vor -
bereitet werden.
Darüber hinaus werden in den Frühen
Hilfen gezielt auch Väter in ihrer Rolle
gestärkt und in Unterstützungsangebote
einbezogen, um eine gemeinsame Eltern -
schaft zu fördern und das gesamte Fami -
liensystem nachhaltig zu stabilisieren.
Frühe Hilfen verbinden in besonderer
Weise Gesundheits- und Jugendhilfe
und wirken im Sinne der kommunalen
Präventionskette eng mit interdisziplinä -
ren Netzwerken aus unterschiedlichen
Professionen zusammen. Diese Koope -
ration ermöglicht eine ganzheitliche,
kontinuierliche Begleitung von Familien
und trägt dazu bei, dass Kinder und
Eltern von Beginn an bestmögliche Ent -
wicklungsbedingungen erfahren.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Kinder frühzeitig sowie ganzheitlich
zu schützen und zu fördern, um ihnen
ein chancengerechtes Aufwachsen zu
ermöglichen, ist eine zentrale Aufga -
be der Jugendhilfe. Die Jugendhilfe in
Düsseldorf unterstützt Familien part -
nerschaftlich und setzt dabei auf eine
bewährte, familienfreundliche Infra -
struktur sowie eine Vielzahl von prä -
ventiven Programmen – etwa die Frü -
hen Hilfen, kinderstark - NRW schafft
Chancen sowie das Startchancen-Pro -
gramm des Bundes. Zudem werden © iStock / whyframestudio
regelmäßig umfangreiche Fachpla -
nungen vorgelegt, wie beispielsweise
der Kinder- und Jugendförderplan der
Stadt Düsseldorf. Dieser beschreibt,
wie Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene unterstützt, beteiligt und
gefördert werden, damit sie gute Le -
bensbedingungen und gleiche Chancen
in der Stadt haben.
Präventive Maßnahmen gilt es so zu
vernetzen und weiterzuentwickeln, dass
körperliche und seelische Gesundheit,
die Förderung der Erziehungskompe -
tenzen, gleiche Bildungschancen und
gesellschaftliche Teilhabe gleicherma -
ßen gestärkt werden. Die Prävention soll
Risikofaktoren frühzeitig mindern und
Schutzfaktoren stärken – insbesondere
durch die Förderung sozialer Integration
und Resilienz. Dabei wird immer auch
der Blick auf das Familiensystem und
eine gute Zusammenarbeit im Hilfesys -
tem gelegt.
Die gezielte Stärkung von Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachse -
nen ist besonders wichtig, weil gerade
diese Lebensphasen entscheidend für
die persönliche, soziale und emotionale
Entwicklung sind. Frühe Unterstützung
kann verhindern, dass sich Benachtei -
ligungen, gesundheitliche oder soziale
Risiken verfestigen und später schwer -
wiegender werden. Durch eine stabile
Förderung werden die Weichen für ein
selbstbestimmtes, gesundes und ge -
sellschaftlich integriertes Leben gestellt.
Die Investition in diese Zielgruppe trägt
somit langfristig dazu bei, individuelle
Lebensperspektiven zu verbessern und
soziale Ungleichheiten abzubauen – was
wiederum der gesamten Gesellschaft
zugutekommt.
Die Servicestelle Partizipation und der
Jugendrat spielen dabei in Düsseldorf
eine zentrale Rolle, indem sie die aktive
Beteiligung und Mitbestimmung der Ziel -
gruppe sichern und so deren Bedürfnisse
und Perspektiven in gesellschaftliche
Entscheidungsprozesse einfließen lassen.
Senior*innen
Das Alter erfordert eine differenzierte
Betrachtung, da es sich um eine lange,
komplexe und vielfältige Lebensphase
handelt. Soziale Rollen, Normen und
Erwartungen sind dabei eng mit dem
kalendarischen Alter verknüpft. Unab -
hängig davon eröffnet das biologische
Alter sowie die jeweilige Lebenssitua -
tion unterschiedliche Möglichkeiten der
Lebensgestaltung. Präventive Ansätze
sollten in der Folge darauf abzielen, der
individuellen Lebenslage gerecht zu
werden.
Die Erfolgsfaktoren von Präventionsket -
ten für Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene können auch auf Präven -
tionsketten im Alter übertragen werden.
Die Einbeziehung älterer Menschen,
beispielsweise durch den Seniorenrat,
ist in Düsseldorf von großer Bedeutung.
Ein beteiligungs- und lebensweltorien -
tiertes Vorgehen bildet dabei die Grund -
lage für wirksame Präventionsmaß -
nahmen. Bestehende Netzwerke und © iStock / Drazen Zigic
Angebote sollten genutzt sowie Lücken
identifiziert und bestenfalls geschlossen
werden, anstatt neue Strukturen von
Grund auf zu schaffen.
Die demografische Altersentwicklung
stellt eine Herausforderung nicht nur
für das Gesundheits-, sondern auch für
das Sozialsystem sowie die Pflege dar.
Daher soll das öffentliche Bewusstsein
für die besondere Situation älterer Men -
schen gestärkt werden. Die Grundlage
dafür bildet eine fundierte Bestands -
analyse, die sowohl aktuelle Bedarfe
und Bedürfnisse der Menschen heraus -
arbeitet (etwa über Bürger*innenbefra -
gungen) und berücksichtigt, als auch
objektive Daten wie kommunale Sozial -
berichte oder amtliche Statistiken. Um
Seniorenarbeit als kommunale Pflicht -
aufgabe so aufzustellen, dass lokale
Bedarfe gezielt berücksichtigt werden,
sind kleinteilige Strukturen auf Stadt -
teil- und Quartiersebene hilfreich und
notwendig.
Ein gutes und gesundes Älterwerden zu
fördern wird als gesamtgesellschaftliche
Aufgabe betrachtet. Der Aktionsplan Äl -
ter werden in Düsseldorf zielt mit seinen
vielfältigen Maßnahmen darauf ab, im
Alter möglichst selbstbestimmt zu leben
und aktiv am Gemeinschaftsleben teil -
haben zu können. Ziel ist es, den Weg
hin zu einer altersfreundlichen Kommu -
ne weiter zu verfolgen. Daher hat sich
die Stadtverwaltung entschlossen, dem
globalen Netzwerk der Weltgesund -
heitsorganisation Age-friendly Cities
and Communities beizutreten.
Menschen mit Behinderung
Ein Ziel der Präventionskette besteht
darin, die besonderen Lebensumstände,
Herausforderungen und spezifischen
Bedürfnisse von Menschen mit Behin -
derungen stärker in den Mittelpunkt
zu rücken. Um soziale Isolation zu ver -
meiden, Teilhabe zu fördern und damit
die Lebensqualität zu verbessern, sollen
Menschen mit Behinderungen aktiv in
alle Bereiche des gesellschaftlichen
Lebens einbezogen werden. Inklusive
Angebote und barrierefreie Zugänge
sind dabei von großer Bedeutung.
Eine inklusive Haltung innerhalb der Ge -
meinschaft ist dafür grundlegend. Um
Vorurteile abzubauen und ein größeres
Verständnis zu fördern, ist Aufklärungs -
arbeit über die Bedürfnisse und Rechte
von Menschen mit Behinderungen not -
wendig. Aufbau und Stärkung sozialer
Netzwerke erfolgen häufig durch Frei -
zeitangebote, gemeinschaftliche Projek -
te oder Selbsthilfegruppen.
Eine barrierefreie Umgebung, sowohl
unter physischen als auch sozialen
Aspekten, ist wichtig, um die Selbst -
bestimmung von Menschen mit Beein -
trächtigung zu ermöglichen und aktiv
zu fördern. In Düsseldorf sind Men -
schen mit Behinderung an kommunalen
Entscheidungsprozessen beispielswei -
se über den Behindertenrat und damit
über die Lebensweltexpert*innen aktiv
beteiligt. Ganzheitliches Inklusionsverständnis
Inklusion im Sinne von Teilhabe am
Leben in der Gesellschaft geht über
reine Barrierefreiheit hinaus und bezieht
sich nicht nur auf Menschen mit Be -
hinderung. Wir leben in einer diversen
Gesellschaft: Diversität kann sich auf
die kulturelle Herkunft, den religiösen
Hintergrund, die geschlechtliche Orien -
tierung, die Geschlechteridentität, auf
körperliche und/oder psychische Be -
einträchtigung beziehungsweise unter -
schiedliche Lebenslagen beziehen.
Verschiedene Exklusionsfaktoren wie
etwa Armut können Teilhabe in ver -
schiedenen Lebensbereichen einschrän -
ken oder gar verhindern.
Unser Verständnis von Inklusion geht
über die traditionelle Erwartung der ge -
sellschaftlichen Anpassung hinaus, die
jahrzehntelang als selbstverständlich
galt. Es geht darum, eine Stadtgesell -
schaft zu schaffen, in der alle Menschen
gleichberechtigt teilhaben können.
Sowohl direkte Barrieren (zum Bei -
spiel bauliche Gegebenheiten) als auch
indirekte Barrieren (wie Sprache und
Ansprache) sowie Erfahrungen von
Ausgrenzung müssen identifiziert und
abgebaut werden, um Vielfalt zu ermög -
lichen.
> © iStock / frantic00
# Vier Bausteine der Fortschreibung
1. Digitale Präventionsdatenbank
In der durch das Amt für Soziales und
Jugend entwickelten Online-Daten -
bank AchtungKind werden bisher für
Fachkräfte alle Präventionsangebote
erfasst, die sich an Düsseldorfer Kinder,
Jugendliche, junge Erwachsene und
(werdende) Eltern richten. Da Prävention
künftig alters- und lebenslagenübergrei -
fend geplant wird, ist eine schrittweise
Erweiterung und N
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.