Informationsvorlage Aktenzeichen AGS/084/2026

Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf: Aktuelle Herausforderungen, Schwerpunkte und Ausblick 2027

Ein Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnisnahme.

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
2Dokumente 16. September 2026veröffentlicht

Worum es geht

Der Auszug beschreibt den Stand der Vorlage zum angegebenen Datum, nicht notwendigerweise den heutigen Stand.

Aus „Sachdarstellung“

Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt den ‚Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf - Aktuelle Herausforderungen, Schwerpunkte und Ausblick 2027' zur Kenntnis.

Weitere Einordnung im Original: Aus „Sachdarstellung“

1. Kurzdarstellung Mit der Informationsvorlage AGS/037/2026 wurde dem Ausschuss für Gesundheit und Soziales am 19.05.2026 die Weiterentwicklung des Berichtswesens der kommunal geförderten Suchthilfe vorgestellt. Ein wesentliches Element ist eine zweiphasige Berichterstattung: Neben der Darstellung zentraler Kennzahlen im Frühjahr sollen im Herbst ausgewählte Entwicklungen vertieft, fachlich eingeordnet und daraus Perspektiven für die weitere Entwicklung der Düsseldorfer Suchthilfe abgeleitet werden.

Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 16. September 2026. Vollständiges Original mit weiteren Angaben

Themen

Vorgang · AGS/084/2026

Unterlagen und Sitzungsverlauf

Die amtlichen Unterlagen und eindeutig verknüpften Sitzungstermine stehen gemeinsam auf dieser Seite. Ein Sitzungstermin allein belegt noch keinen Beschluss.

Der Verlauf wird automatisch anhand amtlicher Verknüpfungen zusammengestellt.

Die belegten Schritte

So entwickelt sich der Vorgang

  1. Ursprüngliche Vorlage

    Informationsvorlage · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  2. Weitere Unterlage

    Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf 2026 · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  3. Sitzung · TOP 7

    Ausschuss für Gesundheit und Soziales. Amtlicher Vermerk: „zur Kenntnis genommen“.

Gezeigt werden amtlich verknüpfte Unterlagen und Termine. Dateidatum und Sitzungsdatum können voneinander abweichen. Eine Kenntnisnahme oder beantwortete Anfrage ist noch kein Umsetzungsbeschluss.

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Dokumenttexte

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AGS/084/2026 X öffentlich nicht öffentlich Informationsvorlage Betrifft: Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf: Aktuelle Herausforderungen, Schwerpunkte und Ausblick 2027 Fachbereich: 53 - Gesundheitsamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Miriam Koch Beratungsfolge: Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität Ausschuss für Gesundheit und 13.10.2026Kenntnisnahme Soziales Sachdarstellung: Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt den ‚Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf - Aktuelle Herausforderungen, Schwerpunkte und Ausblick 2027' zur Kenntnis. Beschlusslage: GremiumDatumVorlagennummerBeschlussart mit Titel Ausschuss für19.05.2026 AGS/037/2026Kenntnisnahme Gesundheit und Berichtswesen der Soziales kommunal geförderten Suchthilfe in der Landeshauptstadt Düsseldorf: Weiterentwicklung des Berichtswesens der kommunal geförderte Suchthilfe und Jahresbericht 2025 | Kommunal geförderte Suchthilfe in der Landeshauptstadt Düsseldorf Ausschuss für18.03.2015AGS 50/12/2015Entscheidung Gesundheit und Gesamtkonzept Soziales Suchtprävention und Suchthilfe Sachdarstellung: 1. Kurzdarstellung Mit der Informationsvorlage AGS/037/2026 wurde dem Ausschuss für Gesundheit und Soziales am 19.05.2026 die Weiterentwicklung des Berichtswesens der kommunal geförderten Suchthilfe vorgestellt. Ein wesentliches Element ist eine zweiphasige Berichterstattung: Neben der Darstellung zentraler Kennzahlen im Frühjahr sollen im Herbst ausgewählte Entwicklungen vertieft, fachlich eingeordnet und daraus Perspektiven für die weitere Entwicklung der Düsseldorfer Suchthilfe abgeleitet werden. 2. Ausgangslage Die Düsseldorfer Suchthilfe steht vor unterschiedlichen und sich verändernden Herausforderungen. Hierzu gehören insbesondere die Entwicklungen im Bereich der offenen Drogenszene und der niedrigschwelligen Hilfen, neue Anforderungen an die Suchtprävention sowie Fragen der langfristigen Stabilisierung und gesellschaftlichen Teilhabe suchtkranker Menschen. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele dieser Herausforderungen nicht innerhalb einzelner Angebote oder Arbeitsfelder gelöst werden können. Zunehmend relevant sind die Übergänge zwischen Sucht- und Wohnungslosenhilfe, medizinischer und psychiatrischer Versorgung, Prävention, Selbsthilfe und weiteren Unterstützungssystemen sowie das abgestimmte Zusammenwirken der beteiligten Akteur*innen. Vor diesem Hintergrund soll die jährliche Berichterstattung neben der Darstellung von Kennzahlen auch eine fachliche Einordnung aktueller Entwicklungen ermöglichen und Perspektiven für die Weiterentwicklung des Düsseldorfer Suchthilfesystems aufzeigen. 3. Geplante Maßnahmen Der für das Jahr 2026 vorgesehene Kurzbericht greift ausgewählte Entwicklungen und Herausforderungen auf und ordnet diese mit Blick auf das Jahr 2027 ein. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die vollständige Darstellung aller Leistungen und Angebote, sondern Entwicklungen, die für die fachpolitische Bewertung und Weiterentwicklung des Düsseldorfer Suchthilfesystems von besonderer Bedeutung sind. Der Bericht wird so aufbereitet, dass die wesentlichen Entwicklungen auch ohne suchtfachliche Vorkenntnisse nachvollziehbar sind. Ergänzende fachliche Hintergrundinformationen erläutern ausgewählte Zusammenhänge. Die jeweiligen Abschnitte „Einordnung und Ausblick" bündeln die fachliche Bewertung der Suchtkoordination und benennen daraus resultierende Entwicklungsperspektiven. Seite 2 4. Finanzielle Auswirkungen: (personell und finanziell)  Ja ☒Nein Finanzielle Auswirkungen sind hier nicht zu verzeichnen. 4. Weiteres Vorgehen: Nach Kenntnisnahme durch den Ausschuss für Gesundheit und Soziales wird der Kurzbericht für die Veröffentlichung aufbereitet und über die digitalen Kanäle der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Verfügung gestellt. Anlagen: Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf 2026 Seite 3
Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf 2026 als Text anzeigen
Kurzbericht Suchthilfe Düsseldorf Aktuelle Herausforderungen, Schwerpunkte und Ausblick 2027 Über diesen Bericht Die Düsseldorfer Suchthilfe umfasst ein breites Spektrum: von Prävention und Beratung über niedrigschwellige Hilfen bis hin zu Behandlung, Selbsthilfe und Angeboten zur sozialen Stabilisierung. Gleichzeitig verändern sich Konsummuster, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und damit auch die Anforderungen an die Hilfen. Dieser Kurzbericht greift ausgewählte Entwicklungen und Herausforderungen auf, die für die Weiterentwicklung der Düsseldorfer Suchthilfe von besonderer Bedeutung sind. Er richtet sich insbesondere an politische und administrative Entscheidungsträgerinnen und -träger, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit. Ziel ist es, verständlich darzustellen, was sich verändert, warum dies für Düsseldorf relevant ist und welche Anforderungen sich daraus ergeben. Der Bericht erhebt nicht den Anspruch, sämtliche Angebote und Leistungen der Suchthilfe abzubilden. Vertiefende Zusammenhänge werden an ausgewählten Stellen in fachlichen Hintergrundinformationen erläutert. Die jeweilige „Einordnung und Ausblick" fasst zusammen, wie die Suchtkoordination die Entwicklung bewertet und welche Anforderungen sich daraus für die weitere Entwicklung des Hilfesystems ergeben. 1 Arbeitsfeld I Prävention - früh handeln statt später reagieren Während die offene Drogenszene im öffentlichen Raum eine hohe Aufmerksamkeit erfährt, bleiben andere Suchtprobleme häufig weniger sichtbar. Alkoholabhängigkeit, Medienabhängigkeit, Essstörungen oder Glücksspielsucht spielen sich vielfach außerhalb des öffentlichen Raums und der öffentlichen Wahrnehmung ab. Gleichzeitig verändern sich Konsumformen und neue Risiken entwickeln sich teilweise sehr schnell. Hier setzt die Suchtprävention an. Sie soll möglichst früh erreichen, dass sich riskantes Verhalten nicht verfestigt Fachlicher Hintergrund: und Abhängigkeit möglichst vermieden wird. Dabei geht Was kann es nicht allein darum, vor Suchtmitteln zu warnen. Suchtprävention Insbesondere junge Menschen sollen darin gestärkt leisten? werden, Risiken einzuschätzen, verantwortliche Entscheidungen zu treffen und bei Problemen frühzeitig Moderne Suchtprävention Unterstützung zu suchen. Das betrifft stoffgebundene setzt nicht erst beim Abhängigkeiten (Substanzen) und stoffungebundene Konsum einer bestimmten (Verhalten) gleichermaßen. Substanz an. Sie stärkt grundlegend Gesundheits-, Lebens- und Risikokompetenzen und Hohe Nachfrage bei CROSSPOINT bezieht die Lebenswelten Wie groß der Bedarf ist, zeigt sich bei CROSSPOINT, junger Menschen ein. Eine der Düsseldorfer Fachstelle für Suchtprävention. Das wichtige Rolle spielen Angebot reicht von Information und Fachberatung über deshalb sogenannte Angebote für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene Multiplikatorinnen und und Eltern bis zur Unterstützung von Schulen, Multiplikatoren - Jugendhilfeeinrichtungen, Vereinen und Betrieben. beispielsweise Lehrkräfte oder Fachkräfte der Mit fünfeinhalb Personalstellen kann die hohe Nachfrage Jugendhilfe. Werden sie bereits heute nicht vollständig bedient werden. Mit einem qualifiziert, können Risiken neuen Schulkonzept sollen deshalb Fachkräfte in den früher erkannt und Schulen stärker qualifiziert werden, selbst präventive Ansätze suchtpräventiv tätig zu werden. So können vorhandene dauerhaft in bestehenden Ressourcen zielgerichteter eingesetzt und Prävention Strukturen verankert stärker im Alltag der Schulen verankert werden. Eine werden. weitere Herausforderung entsteht durch das Internet und soziale Medien. Neue Trends können sich innerhalb kurzer Zeit verbreiten. Gleichzeitig gewinnen onlinebezogene Verhaltenssüchte wie Online- Glücksspiel oder problematische Social-Media-Nutzung an Bedeutung. Prävention muss deshalb zunehmend auch dort stattfinden, wo junge Menschen Informationen suchen und ihren Alltag verbringen. Die hohe Nachfrage kann aufgrund der begrenzten Ressourcen schon seit Jahren nicht zeitnah bedient werden. Oft müssen Schulen bis zu einem Jahr warten, bis eine Veranstaltung 2 möglich gemacht werden kann. Für eine bedarfsgerechte Umsetzung der Suchtprävention in Düsseldorf bedarf es deswegen dringend eines personellen Ausbaus von CROSSPOINT. Es ist wichtig, Prävention dort nachhaltig zu verankern, wo Kinder und Jugendliche einen wesentlichen Teil ihres Alltags verbringen. Genau hier setzt das Schulkonzept von CROSSPOINT an. Schule wird dabei nicht nur als Ort für einzelne Präventionsveranstaltungen verstanden, sondern als Lebensraum, der Kinder und Jugendliche Die besondere Herausforderung: in ihrer Entwicklung stärken und vor problematischen Die Erfolge von Prävention sind Konsum- und Verhaltensweisen schützen kann. häufig weniger sichtbar. Während Gemeinsam mit den Schulen sollen deshalb niedrigschwellige Hilfen auf Strukturen entwickelt und Fachkräfte qualifiziert bereits bestehende Problemlagen werden, damit Prävention dauerhaft im Schulalltag reagieren, kann der Erfolg von verankert wird. Das vorhandene Fachwissen der Prävention gerade darin Suchtprävention kann so eine größere Wirkung bestehen, dass eine entfalten, ohne dass CROSSPOINT jede problematische Entwicklung gar Präventionsmaßnahme selbst durchführen muss. nicht erst entsteht. Diess entspricht auch dem im Bericht beschriebenen Ansatz, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Lebenswelten junger Menschen zu qualifizieren. Das Schulkonzept wird ausdrücklich vom Oberbürgermeister unterstützt; teilnehmende Schulen können sich im Rahmen des Konzeptes zertifizieren lassen. Für 2027 gilt es deshalb, das Schulkonzept weiter umzusetzen und die lebensweltorientierte Prävention zu stärken. Gleichzeitig bleibt zu prüfen, ob die vorhandenen personellen Ressourcen angesichts der hohen Nachfrage und neuer Herausforderungen - insbesondere durch digitale Entwicklungen - ausreichen. 3 Arbeitsfeld II Überlebenshilfen im Fokus - das neue Suchthilfezentrum in der Eisenstraße 49 Fachlicher Hintergrund: Warum Das Jahr 2026 stand bislang stark im Zeichen der Planungen reicht ein neues für das neue Suchthilfezentrum in der Eisenstraße 49. Der Hilfezentrum allein Aufbau der Angebote erfolgt schrittweise in einzelnen Modulen nicht aus? und durch unterschiedliche Träger. Noch in diesem Jahr soll mit dem Tagesaufenthalt das erste Modul seinen Betrieb Düsseldorf verfügt aufnehmen. Weitere Bausteine wie der Drogenkonsumraum bereits über ein breit und medizinische Hilfen sollen folgen. aufgestelltes Suchthilfesystem. Die Das Projekt reagiert auf Veränderungen, die insbesondere im aktuellen Problemlagen Umfeld des Hauptbahnhofs sichtbar werden. Crackkonsum, entstehen jedoch häufig psychische Erkrankungen, Wohnungslosigkeit und dort, wo mehrere gesundheitliche Probleme treffen hier aufeinander. Dies führt zu Hilfebedarfe medizinischen Notfällen und Konflikten im öffentlichen Raum zusammentreffen: und stellt zugleich die bestehenden Hilfsangebote vor neue Suchterkrankung, Anforderungen. Ein Teil der Betroffenen wird von bestehenden psychische Erkrankung, Angeboten nur noch eingeschränkt erreicht. Sie benötigen Wohnungslosigkeit, zunächst Stabilität, einen geschützten Rahmen und gesundheitliche niedrigschwellige Unterstützung. Genau hier setzt das neue Probleme und soziale Suchthilfezentrum an. Medizinische, psychiatrische, soziale Ausgrenzung. und existenzsichernde Hilfen sollen enger miteinander verzahnt werden. Ziel ist es, gesundheitliche und soziale Risiken zu Die Herausforderung reduzieren, akute Notlagen aufzufangen und gleichzeitig besteht deshalb nicht Übergänge in weiterführende Hilfen zu ermöglichen. Das nur darin, zusätzliche Vorhaben hat zugleich erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit Angebote zu schaffen. Ebenso wichtig ist es, erfahren. Die Diskussionen zeigen, dass unterschiedliche vorhandene Hilfen Interessen berücksichtigt werden müssen: die Bedarfe besser miteinander zu suchtkranker und wohnungsloser Menschen ebenso wie die verzahnen und Interessen der Nachbarschaft, Gewerbetreibender und anderer Versorgungslücken an Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Raums. den Schnittstellen zu schließen. Dazu müssen insbesondere Sucht- und Wohnungslosenhilfe, Das neue Suchthilfezentrum an der Eisenstraße ist ein medizinische und wichtiger Baustein, kann die komplexen Problemlagen aber psychiatrische nicht alleine lösen. Ziel ist deshalb die Weiterentwicklung eines Versorgung sowie stadtverträglichen Hilfenetzes, in dem sowohl die Eisenstraße, Maßnahmen im als auch bestehende Standorte wie die Flurstraße 45 und die öffentlichen Raum Erkrather Straße 18 sowie weitere niedrigschwellige Angebote zusammenwirken. Die der Sucht- und Obdachlosenhilfe aufeinander abgestimmt kommunale Steuerung zusammenwirken. übernimmt dabei eine Dabei müssen zwei Perspektiven miteinander verbunden wichtige koordinierende werden: Menschen in schwierigen Lebenslagen benötigen Funktion bedarfsgerechte und leicht zugängliche Unterstützung. Gleichzeitig sollen öffentliche Räume möglichst für alle 4 Bevölkerungsgruppen nutzbar bleiben. Niedrigschwellige Einrichtungen und eine wirksame Intervention im öffentlichen Raum müssen deshalb als zwei aufeinander angewiesene Bestandteile derselben Strategie verstanden werden. Die Naloxon-Schulungen des Gesundheitsamtes sind ein Beispiel für eine gelungene Kooperation: 2026 wurden erstmalig Streetworkerinnen und Streetworker sowie Mitarbeitende der Drogenhilfe, des Ordnungsamtes und von Obdachlosenunterkünften zu einer Drogennotfallschulung eingeladen. Abgestimmte übergreifende Aktivitäten dieser Art sollten zukünftig intensiviert werden. Für 2027 kommt es deshalb darauf an, die vorgesehenen Module der Eisenstraße und die niedrigschwelligen Angebote der weiteren Standorte weiterzuentwickeln und zugleich die Intervention im öffentlichen Raum zu stärken. Dazu sollen Streetwork und aufsuchende Hilfen, einrichtungsbezogene Umfeldarbeit sowie das Handeln von Verwaltung, Ordnungsbehörden und Polizei verbindlicher aufeinander abgestimmt werden. Ziel ist es, Menschen frühzeitig in geeignete Hilfen zu vermitteln, Konflikte im Umfeld der Einrichtungen zu reduzieren und reine Verlagerungseffekte zu vermeiden. 5 Arbeitsfeld III Ausstiegsorientierte Hilfen - die öffentlich weniger sichtbare Seite der Sucht - aber eine zentrale Aufgabe für die Suchthilfe Nicht alle Suchterkrankungen sind sichtbar - doch ihre Folgen belasten uns alle. Während offene Drogenszenen Aufmerksamkeit erregen, spielen sich Alkoholabhängigkeit, Glücksspiel- oder Medienabhängigkeit oft im Verborgenen ab. Doch ihre gesellschaftlichen Kosten sind enorm: chronische Krankheiten, Arbeitsausfälle, zerbrochene Familien und steigende Sozialausgaben belasten Kommunen, Wirtschaft und Gesundheitssysteme über Jahre. Die Kosten hierfür trägt am Ende die Gesamtgesellschaft: Teure Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder psychische (Folge-) Erkrankungen füllen Kliniken, während Arbeitsunfähigkeit und frühzeitige Renteneintritte die Produktivität mindern und die Sozialkassen belasten. Familien zerbrechen an der Sucht und Kinder suchtkranker Eltern entwickeln mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls Suchterkrankungen, psychische Erkrankungen oder weitere Probleme. Auch die verschiedenen Formen von Essstörungen sind im öffentlichen Raum kaum sichtbar und entwickeln sich häufig über einen längeren Zeitraum im Verborgenen. Betroffen sind insbesondere Mädchen und junge Frauen, weshalb geschlechtsspezifische und auf die jeweilige Lebenssituation zugeschnittene Angebote eine wichtige Rolle spielen. Gesellschaftliche Entwicklungen, sich wandelnde Schönheitsideale und Trends in sozialen Medien können den Umgang mit dem eigenen Körper beeinflussen und problematische Verhaltensweisen verstärken. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Zugänge zu Beratung und frühzeitiger professioneller Unterstützung. Sie können dazu beitragen, problematische Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und einer Verfestigung oder Chronifizierung entgegenzuwirken. Gerade die Beratung kann dabei eine wichtige Brückenfunktion übernehmen: Sie bietet einen ersten geschützten Zugang zum Hilfesystem, kann Vertrauen in professionelle Unterstützung schaffen und gemeinsam mit den Betroffenen klären, welche weiteren Hilfen notwendig sind. Bei entsprechendem Bedarf kann von dort in weiterführende Angebote wie Psychotherapie oder klinische Behandlung vermittelt werden. Ausstiegsorientierte Hilfen richten sich an Menschen, die ihren Konsum verändern oder eine bereits erreichte Stabilisierung sichern wollen. Sie unterstützen dabei, genesungsorientierte Veränderungen zu erreichen, Rückfälle zu vermeiden, sowie gesellschaftliche und berufliche 6 Teilhabe wiederzugewinnen. Sie wirken sich überdies heilend auf die gesamten Familien- und Beziehungssysteme aus. Zu den Angeboten der ausstiegsorientierten Hilfen gehören neben Beratung und Behandlung auch Angebote zur sozialen Stabilisierung, Tagesstruktur und Beschäftigung. Gleichzeitig entlasten sie die Gesellschaft, denn wer früh Hilfe erhält, verursacht weniger Folgekosten. Die hohe öffentliche Aufmerksamkeit für die offene Drogenszene ist berechtigt und wird nicht in Frage gestellt. Sie darf aber nicht dazu führen, dass weniger sichtbare Suchterkrankungen und die ausstiegsorientierten Hilfen aus dem Blickfeld geraten. Zur Einordnung: Die volkswirtschaftlichen Folgekosten von Alkoholabhängigkeit in Deutschland belaufen sich auf rund 57 Milliarden Euro pro Jahr. Für illegale Drogen werden die jährlichen Folgekosten auf etwa 12 bis 15 Milliarden Euro geschätzt, da insbesondere auch deutlich weniger Menschen betroffen sind: In Deutschland stehen 3,4 Millionen Alkoholabhängigen ca. 350.000 Menschen mit einer Drogenabhängigkeit gegenüber. Ausstiegsorientierte Hilfen sollten stärker gefördert und strukturell abgesichert werden. Eine ganzheitliche Suchthilfe darf sich nicht auf Überlebenshilfen und die Stabilisierung des Status quo beschränken. Ein leistungsfähiges Suchthilfesystem muss beides gewährleisten: schnelle Hilfe bei akuten Problemlagen und langfristige Unterstützung für Menschen, die ihre Suchterkrankung überwinden oder dauerhaft stabilisieren wollen. 7 Arbeitsfelder II und III: Arbeit und Beschäftigung - Stabilisierung Fachlicher Hintergrund: braucht Perspektiven Die Lücke zwischen Maßnahme und Eine geregelte Tagesstruktur, soziale Anerkennung Arbeitsmarkt und die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können, können wichtige Bausteine auf dem Weg zu mehr Für einen Teil der Stabilität und gesellschaftlicher Teilhabe sein. Betroffenen greifen die Beschäftigungsangebote müssen dabei zu den bestehenden individuellen Möglichkeiten der Betroffenen passen. Anschluss

Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.

Ohne neue KI-Zusammenfassung. Der Inhaltseinstieg zeigt ausgewählte Passagen des geprüften Originaldokuments. Sitzungsverlauf und Antworten werden unabhängig davon geprüft.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen AGS/084/2026