Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 51/ 2/2005

Hochrisikokinderprogramm - soziale Frühwarnsysteme in NRW

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Flurstraße 47 · Stadtbezirk 2 (Flingern, Düsseltal)örtlicher Bezug 1Dokument 21. Februar 2005veröffentlicht

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Aus der amtlichen Vorlage

Der Jugendhilfeausschuss und der Ausschuss für Gesundheit und Soziales nehmen das Konzept des Hochrisiko-Kinder-Programms in der Landeshauptstadt Düsseldorf zustimmend zur Kenntnis und bitten die Verwaltung die nächsten Planungs- und Umsetzungsschritte einzuleiten.

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Ö Vorlagen - Nr. 51/ 2/2005 AGS am 22.02.2005 JHA am 01.03.2005 Seite 1 von 3 Beschlussvorlage Betrifft: Hochrisikokinderprogramm - soziale Frühwarnsysteme in NRW Beschlussdarstellung: Der Jugendhilfeausschuss und der Ausschuss für Gesundheit und Soziales nehmen das Konzept des Hochrisiko-Kinder-Programms in der Landeshauptstadt Düsseldorf zustimmend zur Kenntnis und bitten die Verwaltung die nächsten Planungs- und Umsetzungsschritte einzuleiten. Sachdarstellung: In unterschiedlichen Arbeitsgruppen der Verwaltung unter Beteiligung von Beratungs- und Hilfeeinrichtungen der freien Träger wurde das Thema Kinderschutz in den vergangenen Jahren intensiv bearbeitet und Lösungsansätze im Hilfesystem und der Kooperation zwischen den Trägern verbessert. Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Bundesdeutsche Forschung intensiv mit dem Thema "Risikofaktoren bei Kindern". Im Rahmen des internationalen Vergleichs gibt es bereits seit vielen Jahren Forschungsansätze, die diese Risikolage bei Kindern be- schreiben. In Deutschland ist die als "Mannheimer Risiko-Kinder-Studie" von Herrn Professor Dr. Laucht in die Fachwelt eingegangen und kann als erste deutsche prospekti- ve Längsschnittstudie gewertet werden. Diese Studie weist eindeutig aus, dass eine Vielzahl von Risikofaktoren eine spätere bis zu dreimal häufigere Entwicklungsbeein- trächtigung nach sich zieht. Exemplarisch seien hier einige Faktoren genannt: Frühe und/oder unverwünschte Elternschaft Mangelnde Bewältigungsfähigkeiten Disharmonische Partnerschaft Eine-Eltern-Familie Psychische Störungen bei den Eltern Zu beachten ist hierbei, das einige Risikofaktoren als singuläre Erscheinung eine Risiko- lage darstellen und andere wiederum nur in der Kombination mit mehreren. In Düsseldorf befassen sich zwei Ämter der Verwaltung mit der gleichen Zielgruppe. Zum einen das Gesundheitsamt mit dem Sozialpädiatrischen Dienst und dem Kinderärztlichen Dienst und zum anderen das Jugendamt mit dem Bereich des Bezirksozialdienstes. Daneben befassen sich Hilfs- und Beratungseinrichtungen, wie die Kinderschutzambulanz des EVK, das Kinderneurologische Zentrum, Gewalt in Familie, und viele andere Koope- rationspartner mit dieser Fragestellung. RSD AllVorlg.WPT Ö Vorlagen - Nr. 51/ 2/2005 AGS am 22.02.2005 JHA am 01.03.2005 Seite 2 von 3 Aus dieser Arbeit heraus ergab sich eine zunehmende Notwendigkeit kooperativer Planung von Hilfsmöglichkeiten und Vernetzungsstrukturen. Auf der Suche nach einer gemeinsamen Handlungsebene für beide Ämter, wurde die Arbeitsgruppe "Hochrisiko- Kinder" der Gesundheitskonferenz der Landeshauptstadt Düsseldorf gebildet. Der Auftrag bestand in der Erarbeitung eines Konzeptes für die gesamte Stadt Düsseldorf unter Federführung der beiden Fachämter. In der Sitzung der Gesundheitskonferenz am 3. November 2004 wurde das dem Aus- schuss nun vorliegende Konzept mit der Empfehlung zur Umsetzung verabschiedet. Das Programm stellt eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen den Düsseldorfer Geburtskliniken und einer gemeinsamen Clearing-Stelle von Gesundheitsamt und Ju- gendamt sicher. In deren Bewertung von Risiko-Kindern sollen niederschwellige Hilfen in einem abgestimmten System bereits ab dem Klinikaufenthalt oder unmittelbar nach der Entlassung eingeleitet werden. Dadurch sollen spätere Kriseninterventionen vermieden oder die Folgen abgeschwächt werden. Das Zusammenleben zwischen leiblichen Eltern und ihren Kindern soll durch zielgerichtete Maßnahmen der Unterstützung und Hilfe ermöglicht werden. Durch die bisherige unzureichend systemische Herangehensweise an dieses Thema vielen die zuvor beschriebenen Belastungs- und Risikofaktoren meist zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt als dem Klinikaufenthalt auf, und es kam zu Schieflagen, die ein- schneidende und stark eingreifende Interventionen zur Folge hat. So werden zur Zeit jährlich ca. 60 bis 70 Kinder im Alter bis Null zu sechs Jahren durch das Jugendamt jährlich in Obhut genommen. Oft greifen dann die Hilfen nicht mehr oder nur sehr un- zureichend und es kommt infolge häufig zu langen kostenintensiven Fremdunterbringung. Eine weitere Erscheinungsform dokumentiert eine Reihenuntersuchung, die das Gesund- heitsamt im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung in den Jahren 2000 und 2001 durchgeführt hat auf. Auch hier ergeben sich deutliche Signifikanzen bei Kindern, die in hohen und sehr hohen belastenden Sozialräumen aufwachsen, in den Bereichen Motorik und sprachliches Vermögen sowie der Häufigkeit von Krankheiten und bei Krankheiten mit hohem Schweregrat. Wie viele Kinder tatsächlich anschließend der Clearing-Stelle gemeldet werden und durch den Bezirkssozialdienst intensiv betreut werden wird aus der Pre-Test-Phase erkennbar sein. 2005 wird der Start des Projektes mit zwei Kliniken, dem EVK in Bilk und den städtischen Kliniken in Gerresheim in zwei Stadtbezirken (Stadtbezirk 3 und Stadtbezirk 8) durch- geführt. In dieser Pre-Test-Phase soll der Verfahrensablauf und die Koordinierung der Hilfemaßnahmen beobachtet und untersucht werden, um schon in dieser Phase Abläufe zu modifizieren. Im Anschluss an diese Phase sollen die weiteren Kliniken Schritt für Schritt in dieses Projekt integriert werden. Alle Düsseldorfer Geburtskliniken haben bisher ihre grundsätzli- che Bereitschaft und ihr hohes Interesse an diesem Programm bekundet. Die Verwaltung geht davon aus, dass dieses Projekt in Düsseldorf auch Signalwirkung auf andere Städte und Gemeinden des Landes haben wird, zumal durch das Landespro- Ö Vorlagen - Nr. 51/ 2/2005 AGS am 22.02.2005 JHA am 01.03.2005 Seite 3 von 3 gramm zur Schaffung von "Sozialen Frühwahrsystemen" hier fachlich in die gleiche Richtung gegangen wird. Die Verwaltung wird in regelmäßigen Abständen über den Verlauf des Projektes berichten und auch im Rahmen des politischen Controllings eine Kennzahl entwickeln, an der die zuständigen Ausschüsse den kontinuierlichen Fortgang des Projektes verfolgen können. Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Jugendhilfeausschuss 01.03.2005 -/- 2 Ausschuss für Gesundheit und Soziales 22.02.2005 -/- 2 1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant. 2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. Alternative: Keine Amt: Jugendamt/Gesundheitsamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordneter Hintzsche Beigeordneter Kruse RSD AllVorlg.WPT

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Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 51/ 2/2005