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KUA/063/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Beschlussvorlage
zur Herbeiführung eines Ausführungs- und
Finanzierungsbeschlusses
Betrifft:
Sanierung Gesamtfassade der Tonhalle, Ehrenhof 1, ausgenommen Westfassade
Fachbereich:
41 - Kulturamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität
Bauausschuss08.09.2026Vorberatung
Kulturausschuss10.09.2026Vorberatung
Haupt- und Finanzausschuss14.09.2026Vorberatung
Rat 24.09.2026Entscheidung
Beschlussdarstellung:
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beschließt die Ausführung und Finanzierung
des Projektes „Sanierung Gesamtfassade der Tonhalle, Ehrenhof 1, ausgenommen
Westfassade" mit einer Gesamtsumme von 34.889.900 EUR und stimmt der
Abwicklung durch die Immobilien Projektmanagement Düsseldorf GmbH (IPM) zu.
In diesem Zusammenhang stimmt der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf der
überplanmäßigen Mittelbereitstellung in Höhe von 1.861.183 EUR für das Jahr 2026
durch Frau Stadt Kämmerin Schneider zu.
Darüber hinaus beschließt der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf die Beauftragung
der IPM mit der Durchführung von Maßnahmen und Instandhaltungsarbeiten zur
Aufrechterhaltung des Spielbetriebes, vorbehaltlich der Zustimmung des
Personalrates.
Die Bereitstellung für die einzelnen Haushaltsjahre ist der Anlage 1 zu entnehmen.
Die Deckung erfolgt aus dem Gesamthaushalt.
Beschlusslage:
Kurzdarstellung
Innerhalb und außerhalb des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahre 1926
treten immer wieder Feuchtigkeitsschäden auf, die u.a. auf schadhafte Wasser- und
Abwasserleitungen und Entwässerungsanlagen der Dachterrasse, aber auch auf nicht
mehr funktionierende Abdichtungen der Fassadenelemente zurückzuführen sind.
Am 19.9.2024 beschloss der Rat zunächst die Sanierung der Westfassade der
Tonhalle im Zusammenhang mit den notwendigen Sanierungsarbeiten des
Verwaltungstraktes (KUA/047/2024). Der Beschluss erfolgte losgelöst von den
weiteren Sanierungsmaßnahmen an den übrigen Fassadenflächen der Tonhalle,
eingeschlossen der Dachterrasse und dem wesentlichen Entwässerungssystem.
Die Untersuchungen zur durchgeführten Planung laut Bedarfsbeschluss
KUA/045/2025 konkretisieren die Maßnahmen zur vollständigen Sanierung der
Außenhülle (Fassade und Terrasse) und Beseitigung der Schäden.
Zur Erfassung des Leistungsumfangs und zur Vermeidung von Risiken aus nicht
entdeckten Schäden im Bestand wurden Bestandsaufnahmen und Bauteilöffnungen
zur Prüfung durch Gutachter und Fachingenieure durchgeführt. Die Ergebnisse
wurden in der Planung verarbeitet und in der Kostenberechnung berücksichtigt.
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Hauptmassen der Hauptarbeiten:
Sanierung Ziegelfassade: ca. 3.650 m²
Erneuerung Abdichtung Dachterrasse: ca. 3.500 m²
Erneuerung Abdichtung Technik mit Umgang: ca. 800 m²
Tausch der Fassadenelemente: ca. 600 m²
Ausgangslage
Historie und Bedeutung für das Stadtbild
Das heute als Tonhalle bekannte Gebäude ist Bestandteil eines zusammenhängenden
Gebäudekomplexes bestehend aus der ehemaligen Rheinhalle, dem Ehrenhof und
den Rheinterrassen. Das Gesamtensemble wurde 1926 zur Ausstellung GESOLEI
„Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen" eröffnet. Der Architekt
Wilhelm Kreis war der Direktor der Kunstgewerbeschule und später Professor an der
Kunstakademie Düsseldorf.
Der gesamte Komplex mit Rheinterrassen, Ehrenhof und im Speziellen die Tonhalle
sind durch ihr Erscheinungsbild, der monumentalen und teils expressionistischen
Architektur und der Lage am Rhein nachhaltig prägend für das Stadtbild Düsseldorfs.
Problematik der Gebäudegeometrie
Die Tonhalle weist eine sehr komplexe Gebäudegeometrie und Fassadengestaltung
auf. Der auf einem rechteckigen Sockelbau mit aufwendig gestalteten, tragenden
Pfeilern aufgesetzte Rundbau, mit expressiver Klinkerfassade, erfordert einen
erheblichen Aufwand für Pflege und Instandhaltung. Erschwerend kommen die
Baudetails von 1926, geprägt durch die Bündigkeit von Abdeckungen, geneigte
Muschelkalkverkleidungen und das weiche Material Tuffstein, hinzu.
Heutiger Zustand
Die Tonhalle wurde am alten Standort im zweiten Weltkrieg zerstört. Ab 1975 wurde
die ehemalige Rheinhalle zum Konzerthaus umgestaltet / umgebaut und 1978
eröffnet. Die Baumaterialien und Umbauarbeiten aus den 1970er Jahren zeigen
Materialermüdungen und witterungsbedingte Schäden.
Die gesamten Fassadenflächen weisen teils schwere Schäden durch eindringende
Feuchtigkeit von außen auf. Die Doppelverglasung der Fenster ist teilweise sichtbar
undicht, Feuchtigkeit dringt ein und schränkt die Funktionalität ein. An den
Anschlüssen zum Verblendmauerwerk fehlen Abdichtungen und thermische
Trennungen. An den Anschlussfugen wurde die Abdichtung mittels dauerelastischer
Fugen hergestellt.
Darüber hinaus erreicht Regenwasser durch die geschädigten Mörtelfugen des
Verblendmauerwerks auf kapillarem Weg die angrenzenden Innenbereiche und führt
dort zu Ausblühungen.
Weitergehende Untersuchungen an den innenliegenden Entwässerungsleitungen
haben die Aussage im Bedarfsbeschluss KUA/045/2026 bestätigt, dass die Leitungen
zum Teil sehr stark reduzierte Querschnitte wegen verkrusteter Ablagerungen
aufweisen. Eine flächendeckende Beseitigung der Verkrustungen ist nicht möglich.
Hinzu kommen an den schadhaften Abwasserleitungen immer wieder auftretende
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Rohrbrüche, die die innere Bausubstanz verschlechtern, zu notwendigen Reparaturen
führen und für die Besucher und Nutzer deutlich wahrnehmbar sind. Die gesamten
Fassadenflächen weisen teils schwere Schäden durch eindringende Feuchtigkeit von
außen auf.
Geplante Maßnahmen
Der Spielbetrieb der Tonhalle wird über den gesamten Bauzeitraum aufrechterhalten,
abgesehen von der jährlichen Sommer-Spielpause. Die Abläufe werden mit der Tonhalle
Düsseldorf gGmbH abgestimmt und ein detailliertes Konzept zur Koordination der
Bauabläufe mit den weiteren Maßnahmen erstellt.
Sanierung Klinkerfassade (Verblendmauerwerk)
Die Untersuchungen des Klinkermauerwerks haben ergeben, dass die Ziegel in einer guten
Verfassung sind und nur wenige abgängige Steine ersetzt werden müssen. Auch aus
statischer Sicht weist die Klinkerfassade keine Schäden auf. Die Verfugung und die
Abdeckungen des Mauerwerks sind sehr schadensträchtig. Hier dringt an vielen Stellen
Regen ein und verursacht Schäden im Innenbereich. Deshalb müssen Fugen und
Abdeckungen erneuert werden.
Sanierung Fenster
Die Fensterelemente weisen an ihren Gebäudeanschlüssen Undichtigkeiten auf. Die
Isolierverglasung hat an vielen Stellen ein Versagen des Randverbundes und die Verglasung
ist „blind" geworden. Alle Fenster werden durch Fensterelemente, die der Technik der
heutigen Zeit entsprechen, ersetzt.
Sanierung Bauwerksabdichtung
1.Dach Rundbau
Bauteilöffnungen des Flachdachs an der Kuppel haben keine Undichtigkeiten ergeben. Die
Abdichtung weist lediglich in der Fläche Blasen und Inkrustierungsrisse in der oberen
Abdichtungslage auf. Diese wird durch eine zusätzliche 2-lagige Abdichtung ertüchtigt.
Die Dachabdichtung des tieferliegenden Wartungsgangs wurde an mehreren Stellen geöffnet
und es wurden überall Undichtigkeiten festgestellt. Das Dach wird komplett mit allen
Anschlüssen erneuert. In beiden Bereichen sind die Dachabläufe schadhaft und werden
ausgetauscht.
2.Nordtreppe
Die Nordtreppe hat keine funktionierende Abdichtung und Entwässerung. Der Treppenbelag
wird komplett zurückgebaut und mit einer Dachabdichtung und funktionierenden
Bodenabläufen neu aufgebaut.
3.Süd-Osttreppe
Auch in den Räumen unter der o.g. Treppe gibt es Feuchteschäden, die aus Undichtigkeiten
in der Abdichtung der darüberliegenden Treppe resultieren. Diese werden durch
gutachterlich abgestimmte Sonderkonstruktionen saniert.
4.Dachterrasse
Im Bereich der Südfassade wurden erhebliche Wassermengen unterhalb der Pflasterflächen
(wasserführenden Ebene) vorgefunden. Auch sämtliche mechanischen Gebäudeanschlüsse
der Dachabdichtung weisen Feuchtigkeitsschäden auf. Alle Dachabläufe (Bodenabläufe) in
diesem Bereich sind schadhaft und müssen ersetzt werden. Der Belag der gesamten
Dachterrasse wird in Teilstücken in Koordination mit dem Veranstaltungsplan der Tonhalle
und dem Sommer-Caterer auf der Terrasse abgeräumt, gesichert und nach Erneuerung der
Dachabdichtung wieder eingebaut. Alle Anschlüsse der Abdichtung an aufgehenden
Bauteilen werden freigelegt und überarbeitet.
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Regenentwässerung
Das horizontale Sammelrohrnetz wurde mit Kamerabefahrungen überprüft. Die Auswertung
der Kamerabefahrung weist starke Inkrustierungen, Beschädigungen und Kontergefälle auf.
Alle erreichbaren Leitungen werden in Abschnitten demontiert und ausgetauscht
beziehungsweise saniert. Alle nicht erreichbaren Leitungen werden mit Inlinerverfahren
saniert.
Außenbeleuchtung
Die Glaskugeln der Außenbeleuchtung sind durch Witterungseinflüsse und Vandalismus in
ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild stark verändert worden.
Diese werden überarbeitet und auf LED-Technik umgerüstet oder ggf. in Rücksprache mit
dem Denkmalamt ersetzt.
Bauablauf
Der Spielbetrieb wird über die gesamte Bauzeit aufrechterhalten. Leidglich geringfügige
Einschränkungen im Bereich der Verkehrsflächen können auftreten.
Runder Tisch Bauen
Der barrierefreie Zugang zur Tonhalle ist über den Haupteingang und entsprechenden
Aufzugsanlagen bereits vorhanden. Die oben beschriebenen Maßnahmen verändern diese
Situation nicht. Daher wurde keine Anfrage an den „Runden Tisch Bauen" gestellt.
Nachhaltigkeit
Durch eine verbesserte Wärmedämmung der Fensteranlagen und im Bereich der
Dachterrasse wird zukünftig Energie eingespart. Auch die Verbesserung des sommerlichen
Wärmeschutzes führt zu einer Energieeinsparung. Zusätzlich werden alle Materialien, wie
Naturstein, Mauerziegel und Ziegelpflaster, die beim Rückbau zerstörungsfrei gewonnen
werden, wiederverwendet.
Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege
Im Januar 2024 fand eine Begehung der Tonhalle mit dem Institut für Denkmalschutz und
Denkmalpflege statt. Die damals vom Objektplaner und Restaurator vorgestellten und
abgestimmten Maßnahmen, sind auch Grundlage für die Entwurfsplanung der Sanierung
Gesamtfassade.
Die Sanierungserfordernisse werden in Abstimmung mit dem Institut für Denkmalschutz und
Denkmalpflege eng abgestimmt und die notwendigen Erlaubnisse herbeigeführt.
Fördermittel
Für das vorliegende Sanierungsprojekt wird die Förderung des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Klimaschutz (Richtlinie für die „Bundesförderung für effiziente Gebäude-
Einzelmaßnahmen (BEG EM)") beantragt und bestmöglich ausgeschöpft.
Als wesentliche Förderpunkte sind zu nennen:
1.die Wärmedämmung von Wänden und Dachflächen
2.der Ersatz von Fenstern und Türen der Außenfassade
3.Installation von modernen LED-Leuchten (Außenbeleuchtung)
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Finanzielle Auswirkungen
x Ja o Nein
Die Mittel werden aus dem Haushalt der Landeshauptstadt Düsseldorf gedeckt.
Die Maßnahme sieht eine zusätzliche Belastung des städtischen Haushaltes vor und
bedingt die Finanzierung über die Aufnahme externer Liquiditäts- bzw.
Investitionskredite.
Es entstehen jährliche Folgekosten in Höhe von 1.527.458 EUR netto.
Für die Maßnahme wurden Gesamtausgaben gemäß folgender Tabelle berechnet:
KG Bezeichnung Kostenberechnung
100Grundstück 0 EUR
200Vorbereitende Maßnahmen0 EUR
300Bauwerk - Baukonstruktion25.083.000 EUR
400Bauwerk - Technische Anlagen978.500 EUR
500Außenanlagen und Freiflächen504.900 EUR
600Ausstattung und Kunstwerke0 EUR
Zwischensumme (KG 100 - 600)26.566.400 EUR
700Baunebenkosten 4.302.900 EUR
800Finanzierung (bis AuF)0 EUR
900prognostizierte Baupreisentwicklung1.788.200 EUR
Zwischensumme (KG 100 - 900)32.657.500 EUR
1000Sonstige Kosten (IPM)2.232.400 EUR
Gesamtkosten (brutto)34.889.900 EUR
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Finanzierung
konsumtiv (in EUR)investiv (in EUR)
Netto BruttoNetto Brutto
Baukosten - - 22.324.706 26.566.400
Baunebenkosten
(Ing.-Leistungen - - 3.615.882 4.302.900
etc.)
Grunderwerb - - - -
Baukosten-
steigerung
Sonstige Kosten
(IPM)
Inventarkosten - - - -
Gesamtkosten - - 29.319.244 34.889.900
KostengruppeKostenrahmenKostenberechnungDifferenz
KG 100 0 EUR 0 EUR 0 EUR
KG 200 0 EUR 0 EUR 0 EUR
KG 300 25.445.500 EUR25.083.000 EUR-362.500 EUR
KG 400 1.112.600 EUR978.500 EUR-134.100 EUR
KG 500 687.800 EUR504.900 EUR-182.900 EUR
KG 600 0 EUR 0 EUR 0 EUR
Zwischensumme
27.245.900 EUR26.566.400 EUR-679.500 EUR
KG 700 8.174.000 EUR4.302.900 EUR-3.871.100 EUR
KG 800 0 EUR 0 EUR 0 EUR
KG 900 0 EUR1.788.200 EUR1.788.200 EUR
KG 1000 0 EUR2.232.400 EUR2.232.400 EUR
Gesamtkosten35.419.900 EUR34.889.900 EUR-530.000 EUR
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Risikoeinschätzung:
Risiken im Bereich der Kosten und der Terminplanung bestehen auf Grund der
Konjunkturlage im Baugewerbe, des Bauens im Bestand und der teilweisen
Umsetzung im laufenden Betrieb. Alle zum jetzigen Zeitpunkt bekannten Risiken
wurden bei der Terminplanung und in der Kostenberechnung berücksichtigt.
Terminplan
Die IPM strebt eine Realisierung der Maßnahme bis zum II. Quartal 2030 an.
Erfüllung der Voraussetzungen des § 13 KomHVO:
BIC-Empfehlung am: 26.06.2026
RPA-Prüfung am: 03.07.2026
Kämmerei geprüftam: 06.08.2026
Zustimmung der Kämmerinam: 06.08.2026
Anlagen:
Anlage 01 - Finanzierung
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Anlage 01 - Finanzierung als Text anzeigen
Sanierung Gesamtfassade Tonhalle Anlage 01 zur Vorlage KUA/063/2026
Finanzierung *Nr. der zutreffenden Mittelbereitstellung bitte angeben
1 = Haushaltsplan- Entwurf
2 = Veränderungsverzeichnis
3 = überplanmäßige / außerplanmäßige Bereitstellung
4 = Umstellung im Budget
5 = Mittel sind bereits veranschlagt bzw. verausgabt
6 = Sonstiges (Begründung siehe unten)
Konto Jahr 2026 Jahr 2027 Jahr 2028 Jahr 2030 GesamtJahr 2029
Auftragssachkonto/
Produktsachkonto Mittelbereitstellung Mittelbereitstellung Mittelbereitstellung Mittelbereitstellung MittelbereitstellungMittelbereitstellung
einschließlich in EUR in EURin EUR in EUR in EURin EUR
Kurztext Nr. Nr. Nr. Nr. Nr.
Kosten IPM
Maßnahme: 7.90000643.A0, Sachkonto 78510000