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RAT/347/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 04.11.2024
An
Herrn Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Sitzung des Rates am 21. November 2024
Betrifft:
Anfrage der Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Übersicht der
gesamtstädtischen Beteiligung der Bürger*innen in Düsseldorf
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sprechen sich in ihrer
Kooperation dafür aus, Beteiligung und Transparenz als positive Instrumente für
die demokratische Weiterentwicklung von Düsseldorf zu nutzen: Sie sollen den
Zusammenhalt fördern, den Bürger*innen mehr Verantwortung ermöglichen und
zu einer höheren Zustimmung zu politischen Entscheidungen führen - somit wird
das Engagement der Bürger*innen zu einem unverzichtbaren Bestandteil guter
und aktiver Kommunalpolitik.
Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung
zu setzen und von der Verwaltung beantworten zu lassen.
1. Welche Formate und (digitale) Plattformen wurden seit 2021 für die
unterschiedlichen Beteiligungsverfahren der Landeshauptstadt Düsseldorf
bzw. in ihrem Auftrag genutzt?
2. Welche Erkenntnisse wurden in der Anwendung der Verfahren und
Plattformen gewonnen, insbesondere hinsichtlich der erreichten Zielgruppen
und möglicher Lücken, und welche Schlussfolgerungen wurden für zukünftige
Beteiligungsprozesse daraus gezogen?
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3. In welcher Form werden die Erfahrungen und Empfehlungen in
gesamtstädtischem Rahmen gebündelt und für die Stadtverwaltung und die
städtischen Töchter insgesamt nutzbar gemacht, beispielsweise in Form eines
gesamtstädtischen Konzepts (POA 11/ 9/2016)?
Sachdarstellung:
Die Düsseldorfer Verwaltung beteiligt die Bürgerinnen und Bürger an immer
mehr Stellen und immer besser: vom Stadtplanungs- und Bauamt, über
Verkehrs-. Umweltamt, Jugendamt bis hin zum Kulturamt werden zahlreiche
Formate und Verfahren zur Partizipation von Bürger*innen genutzt. Ebenso führt
das Amt für Wahlen und Statistik regelmäßige Umfragen durch. Gemäß dem
Ratsbeschluss von 2016 (Vorlage 01/ 184/2016) sollen zudem Kinder und
Jugendliche in Planungsvorhaben der Ämter einbezogen werden sollen.
Im Rahmen verschiedenster Planungsverfahren ist die Stadt Düsseldorf darüber
hinaus dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher
Belange möglichst früh in Planungsprozesse einzubeziehen.
In der aktuellen, neu erarbeiten Digitalisierungsoffensive 2.0 wird zum Erreichen
der strategischen Ziele der Stadtentwicklung nachdrücklich klar, wie wichtig
Stadtlabore und digitale Beteiligungsplattformen für ein Smartes Düsseldorf sind.
Bisher wurden Bereiche zum Raumwerk D, Mobili tätsplan D, die Beteiligung zur
Oper, die Beteiligung zur Theodor-Heuss-Rheinbrücke, das Dialogverfahren zur
Zukunft der Kö, die Begleitung des Verkehrsversuchs auf der Lueg-Allee von der
städtischen Tochter Düsseldorf Marketing - teils unter digitaler Unterstützung
von go vocal (ehemals CitizenLab) - umgesetzt.
Durch eine weitere Digitalisierung von Beteiligungs -Prozessen können die
Umfragen selbst zugänglicher und einfacher gestaltet werden und zudem
zusätzliche und genauere Ergebnisse erzielt werden. D arüber hinaus raten
internationale Expert*innen der Stadtentwicklung, neue innovative Werkzeuge
und aufsuchende Beteiligungsmaßnahmen zu entwickeln - wie beispielsweise
das Tiny Rathaus in Kiel.
Im ADIG wurde berichtet, dass die Landeshauptstadt auch mit dem Beteiligungs-
Portal NRW zusammenarbeitet. OpenNRW/ IT.NRW stellen auf ihrer Internetseite
beteiligung.nrw die beiden Plattformen „PB - Planungsinformations- und
Beteiligungsserver" und "INKA - Individuelle, digitale Kartenanwendungen" zur
Durchführung von formellen und informellen Beteiligungsverfahren zur
Verfügung. Diese werden bereits von 160 Kommunen genutzt.
Heute reichen den Bürger*innen das punktuelle Wahlrecht allein nicht mehr aus
und sie fordern mehr Mitbestimmung und einen offenen Meinungsa ustausch bei
wichtigen Entscheidungen ein.
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Erfolgreiche Beteiligung darf allerdings keine falschen Erwartungen wecken.
Deshalb müssen neben den Möglichkeiten auch die Grenzen von Beteiligung
sowie die Ziele der unterschiedlichen Verfahren stets gut kommuniziert werden.
Insbesondere für Städte und Kommunen ist es allerdings eine große Chance mit
einer wirkungsvollen gesamtstädtischen Beteiligungskultur bei diesem
gestiegenen Partizipationsbedürfnis schnellstmöglich mitzugehen. Es handelt sich
für die Menschen vor Ort um die Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung und
Zukunft.
Eine stärkere Beteiligung der Bürger*innen und der Zivilgesellschaft an der
öffentlichen Politikgestaltung ist zuletzt auch von der Europäische Kommission
empfohlen worden.
Mit Dank und freundlichen Grüßen
Mirja Cordes Dr. Frank Schulz