Originale durchsuchen
Dokumenttexte
Anfrage als Text anzeigen
HFA/050/2023
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 07.11.2023
An den Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des HFA am
04.12.2023
Betrifft:
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE: Mögliche Mehreinnahmen durch Erhöhung
von Gewerbesteuer und Einstellung kommunaler Steuerprüfer:innen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 4. Dezember 2023 stellt DIE
LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf folgende Anfrage:
Düsseldorf befindet sich laut dem aktuellen Controllingbericht der Kämmerei in
einer schwierigen Haushaltslage. Im Bericht empfiehlt die Kämmerin unter
anderem, die freiwilligen Leistungen der Stadt (also auch die Förderung von
sozialen Projekten) auf den Prüfstand zu stellen. DIE LINKE lehnt solche
Kürzungen ab. Wir fürchten erneute Minderbewilligungen oder Sperrvermerke
bei Projekten, die für die Lebensqualität vieler finanzschwacher Haushalte
wichtig sind.
DIE LINKE fordert eine Verbesserung der Einnahmesituation der Stadt durch
einen moderat erhöhten Gewerbesteuer -Hebesatz. Das Beharren auf einer
niedrigen Gewerbesteuer schont allein gewinnstarke Unternehmen, während
viele Einwohner:innen jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Nach
Einschätzung der LINKEN steht Düsseldorf damit in einem völlig unsolidarischen
Unterbietungswettbewerb um die niedrigsten Steuersätze mit den anderen
Kommunen, der auch den Düsseldorfer:innen schadet.
Eine moderate Erhöhung des Hebesatzes auf 480 Punkte würde für eine
Kapitalgesellschaft mit einem zur Gewerbesteuer herangezogenen Jahresgewinn
von 100.000 Euro eine Mehrbelastung von monatlich 128,33 Euro bedeuten; für
einen Einzelunternehmer mit 40.000 Euro zu versteuerndem Jahresgewinn eine
monatliche zusätzliche Belastung von 19,90 Euro. Für Personengesellschaften
gibt es neben einem Freibetrag von 24.500 auch die Möglichkeit, die
Gewerbesteuer in einem erheblich höheren Umfang mit der
Einkommensteuerschuld zu verrechnen.
Seite 2
Weil für die Stadt die Vollständigkeit der Gewerbesteuer besondere Bedeutung
hat, sollte die LHD nach Auffassung der LINKEN kommunale
Betriebsprüfer:innen einstellen. Sie könnten insbesondere Großunternehmen
prüfen, die häufig den steuerrechtlichen Rahmen weitestgehend ausschöpfen,
um ihre Steuerlast klein zu halten.
Städte wie Köln und Wuppertal haben mit kommunalen Betriebsprüfer:innen
gute Erfahrungen gemacht. So gab Köln an, durch die Tätigkeit der
Betriebsprüfung pro Mitarbeiter:in und Jahr durchschnittlich ca. 1 Mio. EUR
Gewerbesteuermehreinnahmen zu verzeichnen.
1
Diese Angaben sind jedoch
nicht aktuell. Deshalb bitten wir um eine Einschätzung der Düsseldorfer
Stadtverwaltung auf Grundlage ihrer Kontakte zu anderen Kommunen und dem
aktuellen Gewerbesteueraufkommen.
DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
1. Welche Mehreinnahmen wären für die Jahre 2024/2025 zu
erwarten, wenn der Hebesatz der Gewerbesteuer auf 480 v.H.
beziehungsweise 520 v.H. festgesetzt würde?
2. Welche Mehreinnahmen wären mit Blick auf vergleichbare
Kommunen für die Jahre 2024/2025 möglich, wenn die Stadt
Düsseldorf fünf kommunale Steuerprüfer:innen einstellen würde?
Mit freundlichen Grüßen
Julia Marmulla Helmut Born
F.d.R. Sönke Voigt
1
Ratsvorlage Nr. 0916/2012