BIP je Erwerbstätigen
Arbeitsort Düsseldorf, 2023
Düsseldorf Radar · Themenportal
Wirtschaftsstandort, Messe, Gewerbe, Tourismus und kommunale Wirtschaftsförderung.
Inhaltlich geprüft:
Datenlage
Wirtschaftsleistung, Beschäftigung und Tourismus zeigen die Funktion der Stadt als regionales Zentrum. Sie sagen aber nicht automatisch, wie Einkommen und Chancen innerhalb der Bevölkerung verteilt sind.
Arbeitsort Düsseldorf, 2023
Stichtag 30. Juni 2025
amtliche Tourismusbilanz 2025
Düsseldorf erzielte 2023 ein Bruttoinlandsprodukt von rund 63,27 Milliarden Euro. Je Erwerbstätigen waren das 109.735 Euro – der höchste Wert unter den Kreisen und kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens. Der amtliche IT.NRW-Vergleich ist belastbar, weil alle Städte nach derselben Definition, demselben Berichtsjahr und demselben Revisionsstand ausgewertet werden.
Die Kennzahl wird trotzdem leicht missverstanden. BIP je Erwerbstätigen ist kein Einkommen und kein Vermögen der Einwohner. Es misst die Wirtschaftsleistung am Arbeitsort. Unternehmenssitze, große Dienstleistungsbetriebe und viele Einpendler erhöhen Düsseldorfs Wert, ohne dass die wirtschaftlichen Erträge gleichmäßig an alle Einwohner fließen.
Düsseldorf liegt vor Leverkusen und Bonn, während Köln ein größeres gesamtes BIP, aber einen niedrigeren Wert je Erwerbstätigen hat. Diese Unterschiede spiegeln Branchenstruktur, Unternehmenssitze und Arbeitsplätze. Sie sind keine Rangliste der Lebensqualität oder sozialen Sicherheit.
Der Düsseldorfer Wert stieg von 85.878 Euro 2013 auf 109.735 Euro 2023. Diese Werte sind nominal. Preissteigerungen sind enthalten; die Zunahme darf daher nicht vollständig als reales Produktivitätswachstum beschrieben werden. Auch die Generalrevision 2024 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen beeinflusst die zurückgerechnete Reihe.
Von rund 57,76 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung entfielen 2023 etwa 50,28 Milliarden auf Dienstleistungen und 7,45 Milliarden auf das produzierende Gewerbe. Das entspricht ungefähr 87 beziehungsweise 13 Prozent. Land- und Forstwirtschaft spielt innerhalb der Stadtgrenze wirtschaftlich nur eine sehr kleine Rolle.
„Dienstleistungen“ ist allerdings keine einheitliche Branche. Die Kategorie reicht von Verwaltung, Handel und Gastronomie über Gesundheit bis zu Beratung, Finanzen, Kommunikation und unternehmensnahen Diensten. Für die Krisenfestigkeit ist entscheidend, wie breit diese Struktur ist und welche Bereiche Beschäftigung aufbauen oder abbauen.
Zum 30. Juni 2025 lebten rund 272.197 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Düsseldorf. Am Arbeitsort Düsseldorf wurden rund 460.155 gezählt. Der große Abstand macht die regionale Funktion der Stadt sichtbar. Er ist aber keine exakte Netto-Pendlerzahl, weil Statistikstände und Abgrenzungen sorgfältig zusammengeführt werden müssten.
Der Arbeitsmarktmonitor nennt eine Einpendlerquote von 62,8 Prozent und eine Auspendlerquote von 37,2 Prozent. Der Dienstleistungsanteil liegt bei 89,2 Prozent, der Teilzeitanteil bei 26,0 Prozent. Seit 2005 ist die Beschäftigung nach dieser Quelle um 37,4 Prozent gestiegen.
Die Wohnortreihe wuchs von 217.695 Beschäftigten im Jahr 2014 auf 272.197 im Jahr 2025. Sie schließt Beamte, Selbstständige und weitere Erwerbstätige außerhalb der Sozialversicherung nicht ein. Beschäftigung ist daher eine starke, aber nicht vollständige Beschreibung aller Arbeit in der Stadt.
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren nach dem aktuellen Statistikstand rund 28.819 Menschen arbeitslos; die Quote lag bei 8,0 Prozent. In einer früheren Pressebilanz erscheint der leicht abweichende Wert 28.734. Solche Differenzen können durch Revisionen und Datenstände entstehen. Düsseldorf Radar verwendet deshalb jeweils die aktuell datierte amtliche Statistik und kennzeichnet den Berichtsstand.
2025 wurden 12.013 neue Stellen gemeldet, 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Die gemeldeten Stellen bilden nur einen Teil aller tatsächlichen Vakanzen ab. Ein Rückgang kann auf schwächere Nachfrage hindeuten, ist aber nicht mit der Gesamtzahl offener Stellen gleichzusetzen.
Der Juni 2026 brachte 29.038 Arbeitslose und eine Quote von 7,9 Prozent. Monatswerte reagieren auf Saison, Ausbildung, Ferien und Konjunktur. Sie gehören in einen aktuellen Kasten, während das grundlegende Dossier vorrangig Jahreswerte verwendet.
Die Zahl der Übernachtungen stieg von 2,39 Millionen 2001 auf 5,00 Millionen 2019. Nach dem Einbruch auf 1,83 Millionen 2020 erreichte Düsseldorf 2024 rund 5,55 Millionen und 2025 etwa 5,67 Millionen Übernachtungen – jeweils im Rahmen der amtlichen Beherbergungsstatistik.
2024 kamen 38 Prozent der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 1,67 Nächten je Ankunft. Das passt zu einer Stadt mit Messe-, Geschäftsreise-, Veranstaltungs- und Kurzreiseprofil. Tagesgäste, private Besuche und nicht erfasste Unterkünfte fehlen in dieser Statistik.
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