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Title: Anfrage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00589972.pdf
Published Time: 2026-06-15T12:42:00.000Z
Number of Pages: 2
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1 Wikipedia zu den Reichsbürger:innen: „ Reichsbürgerbewegung ist ein Sammelbegriff für eine
organisatorisch und ideologisch sehr heterogene Szene aus meist Einzelpersonen, seltener
teilweise sektenartigen Klein- und Kleinstgruppen, die die Existenz der Bundesrepublik
Deutschland als legitimer und souveräner Staat bestreiten sowie seine Repräsentanten und die
gesamte deutsche Rechtsordnung fundamental ablehnen. Zu den von sogenannten
Reichsbürgern vertretenen Ideologien gehören oft die Ablehnung der Demokratie,
Ideologieelemente des Monarchismus, Rechtsextremismus, Geschichtsrevisionismus und
teilweise Antisemitismus, Esoterik bzw. Rechtsesoterik oder die Leugnung des Holocausts. Sie
teilen eine Haltung der Ablehnung einer offenen und pluralistischen Gesellschaft und weigern
sich, unter anderem Steuern und Bußgelder zu zahlen oder Gerichtsbeschlüsse und
Verwaltungsentscheidungen zu befolgen. Dabei berufen sich die ursprünglichen Reichsbürger
darauf, dass das Deutsche Reich statt der Bundesrepublik weiterhin fortbestehe, entsprechend
ihrer Ideologie entweder in den Grenzen des Deutschen Kaiserreichs oder in denen von 1937.
Dieses Deutsche Reich werde als Organisation durch eine „kommissarische Reichsregierung“
(KRR) oder Ähnliches vertreten, deren Befugnisse die oft miteinander konkurrierenden Gruppen
jeweils für sich beanspruchen.“
ADIG/032/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 15.06.2026
An den Vorsitzenden des
Ausschusses für Digitalisierung, Personal und Organisation
Stephan Speit
Anfrage der Ratsfraktion Die Linke Düsseldorf zur Sitzung des Ausschusses für
Digitalisierung, Personal und Organisation am 25.06.2026
# Betrifft:
Anfrage der Ratsfraktion Die Linke: Städtische Bedienstete vor Reichsbürger:innen
schützen
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
zur Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung, Personal und Organisation am
25. Juni 2026 stellt Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf folgende Anfrage:
Streitigkeiten mit sogenannten Reichsbürger:innen 1 belasten zunehmend die
Kommunen und vor allem kommunale Bedienstete. Oftmals werden von ihnen
Bußgelder oder Verwaltungsentschei dungen nicht anerkannt. Seit einigen Jahren
versuchen sie mit der sogenannten „Malta-Masche“ kommunale Bedienstete
persönlich zu schädigen, bzw. gerichtlich zu belangen. Das NRW-Innenmini -
sterium schreibt dazu in seiner Broschüre „Reichsbürger und Selbstverwalter -
Erkennen, einordnen, richtig handeln“ 2:Seite 2
> 2
> https://www.im.nrw/sites/default/files/media/document/file/Brosch%25C3%25BCre_Reichsbuerge
> r.pdf
„Ein besonderes Mittel der Einschüchterung ist die sogenannte „Malta-Masche“.
Beschäftigten in Behörden werden als Privatpersonen zum Teil absurd hohe
finanzielle Forderungen über das „UCC Register“ (Uniform Commercial Code) der
USA zugestellt. Dort kann sich jeder ohne Überprüfung online anmelden und
Forderungen einstellen. Das UCC tritt diese Forderungen seinerseits an ein
Inkassounternehmen auf Malta ab, das vor maltesischen Gerichten einen
vollstreckbaren Titel erwirkt. Wehrte sich der angebliche Schuldner juristisch
nicht dagegen, drohte in Deutschland die Vollstreckung.“
Das Land NRW gewährt seinen Bediensteten in der Regel Rechtsschutz; wir
erfragen die Situation in der Kommunalverwaltung.
Weiterhin ist der Kontakt mit den sogenannten Reichsbürger:innen oftmals
geprägt von aggressiver Kommunikation bis hin zu Einschüchterungsversuchen
und tätlichen Angriffen. Verwaltung, Staat und Demokratie sollen systematisch
delegitimiert werden. Der Kontakt mit ihnen ist für Verwaltungsbeschäftigte
häufig sehr belastend.
Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
1. Welche Maßnahmen trifft die Verwaltung, um die städtischen
Bediensteten im Umgang mit den sogenannten Reichsbürger:in -
nen zu informieren, zu schützen und zu unterstützen?
2. Wie viele Anzeigen, Anfeindungen, Meldungen, u.a. gab es in den
letzten fünf Jahren gegen städtische Bedienstete durch
(vermutete) Reichsbürger:innen, insbesondere Meldungen an das
UCC Register? (Bitte ggf. eine Auflistung der Vorfälle)
3. In wie vielen Fällen gewährte die Stadtverwaltung den Bedienste -
ten in den letzten 5 Jahren Rechtsschutz bei Anzeigen von
(vermuteten) Reichsbürger:innen?
Mit freundlichen Grüßen
Chris Demmer Marcel Kiefer Luca Meyer
f.d.R. Christian Jäger