erfasste Digitalprojekte
Projektbestand der Strategie, keine Abschlusszahl
Düsseldorf Radar · Themenportal
Digitale Verwaltung, Open Data, Smart City und die technische Infrastruktur der Stadt.
Inhaltlich geprüft:
Datenlage
Düsseldorf hat eine breite Strategie und hunderte Vorhaben. Die konkreten Nutzungsdaten zeigen zugleich, wie verschieden weit einzelne Dienste sind – vom etablierten Online-Antrag bis zum weiterhin stark präsenzgebundenen Prozess.
Projektbestand der Strategie, keine Abschlusszahl
von der Stadt ausgewiesener Anteil 2025
Katalogstand 12. August 2026, ohne Qualitätswertung
Digitalisierung ist dann relevant, wenn sie im Alltag funktioniert: wenn ein Antrag vollständig online erledigt werden kann, eine Information auffindbar ist oder Verwaltungsdaten verständlich zugänglich werden. Die Zahl von Projekten oder Portalen allein beantwortet diese Frage noch nicht.
Düsseldorf hat für seine Digitalstrategie mehr als 330 Vorhaben erfasst und in vier Programme gegliedert. Gleichzeitig zeigen die verfügbaren Nutzungszahlen große Unterschiede. 2024 wurden rund 61 Prozent der Bewohnerparkausweise online beantragt, aber nur ein kleiner Anteil der Wohnsitzanmeldungen vollständig digital erledigt. 2025 stieg die Nutzung der elektronischen Wohnsitzanmeldung, blieb jedoch im einstelligen Prozentbereich.
Dieses Dossier verbindet deshalb drei Perspektiven: Was plant die Stadt? Welche Dienste stehen bereit? Und wie stark werden sie tatsächlich genutzt? Glasfaser und andere Festnetztechnologien werden im eigenständigen Dossier zur Glasfaserversorgung ausführlich erklärt.
Kerninfo: Mehr als 330 erfasste Digitalisierungsprojekte zeigen die Größe des Arbeitsprogramms. Ob Digitalisierung bei Bürgerinnen und Bürgern ankommt, lässt sich aber erst an einzelnen Verfahren messen. Der Online-Anteil reicht bei den veröffentlichten Beispielen von rund 61 Prozent beim Bewohnerparkausweis 2024 bis zu 6,5 Prozent bei der Wohnsitzanmeldung 2025.
| Indikator | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| erfasste Digitalisierungsprojekte | mehr als 330 | Portfolio der Strategie, keine Zahl abgeschlossener Vorhaben |
| Programme | 4 | Infrastruktur, modernes Arbeiten, digitales Amt, Smartes Düsseldorf |
| Zieldimensionen | 17 | strategische Struktur |
| direkte Anliegen beim Einwohnerwesen | mehr als 600.000 | Jahresbilanz 2025, keine eindeutigen Personen |
| digitale Wohnsitzanmeldung | 6,5 % | von der Stadt ausgewiesener Nutzungsanteil 2025 |
| Open-Data-Katalog | 383 Datensätze | Katalogstand 12. August 2026, keine Qualitätsquote |
Die Hero-Grafik vergleicht zwei Verwaltungsleistungen im Jahr 2024. Beim Bewohnerparkausweis wurden 17.821 von 29.362 Anträgen online gestellt – rund 60,7 Prozent. Bei Meldevorgängen waren es 2.020 von 122.401, rechnerisch rund 1,65 Prozent.
Dieser Abstand kann viele Gründe haben. Ein Bewohnerparkausweis ist ein relativ klar umrissener Antrag. Eine Wohnsitzanmeldung berührt dagegen Identitätsprüfung, Melderegister, Dokumente und weitere Folgeprozesse. Aus der Grafik lässt sich daher nicht ableiten, ein Amt arbeite besser als ein anderes. Sie zeigt vielmehr, dass der Begriff „digitaler Bürgerdienst“ sehr unterschiedliche Prozesse umfasst.
Die städtische Digitalisierungsoffensive begann 2023. Nach Angaben der Stadt wirkten mehr als 120 Beteiligte in 15 Workshops an der Strategie mit. Das Ergebnis gliedert die Arbeit in vier Programme:
Die vier Programme werden durch 17 Zieldimensionen ergänzt. Sie reichen von Nutzerorientierung und digitaler Souveränität bis zu Daten, Sicherheit und nachhaltiger Infrastruktur. Diese Struktur ist nützlich, weil sie Digitalisierung nicht auf neue Webseiten reduziert.
Ein Projekt kann sich in einer frühen Ideenphase befinden, technisch bereits umgesetzt sein oder aus mehreren Teilvorhaben bestehen. Manche Projekte verbessern interne Prozesse und sind nach außen kaum sichtbar. Andere betreffen einen einzelnen häufig genutzten Dienst. Die Zahl 330 sagt deshalb vor allem: Das Portfolio ist groß und muss priorisiert, finanziert und gepflegt werden.
Für eine belastbare Fortschrittsmessung wären zusätzlich nötig:
Nicht alle diese Angaben liegen öffentlich in einer gemeinsamen Form vor. Düsseldorf Radar stellt die Projektzahl deshalb nicht als Digitalisierungsquote dar.
Die Stadt gibt an, dass der Nutzungsanteil der elektronischen Wohnsitzanmeldung von 2 Prozent im Jahr 2024 auf 6,5 Prozent 2025 gestiegen ist. Damit hat sich die Quote deutlich erhöht, die große Mehrheit der Vorgänge wurde aber weiterhin nicht vollständig über diesen digitalen Weg erledigt.
Die Jahresbilanz 2025 nennt 118.429 An- und Ummeldungen sowie „knapp 5.000“ vollständig digitale Vorgänge. Diese gerundete absolute Zahl ergibt mit der genannten Gesamtsumme nicht exakt 6,5 Prozent. Möglicherweise verwendet die Quote eine engere Grundgesamtheit oder einen anderen Beobachtungszeitraum. Die Grafik übernimmt deshalb die ausdrücklich von der Stadt ausgewiesenen Prozentwerte und berechnet daraus keine vermeintlich genauere eigene Quote.
Ein Onlinedienst kann angeboten werden, ohne dass jeder Fall digital erledigt werden kann. Voraussetzungen können etwa ein geeignetes Ausweisdokument, eine Online-Ausweisfunktion, eine bestimmte Wohnsituation oder vollständige digitale Nachweise sein. Auch Bekanntheit und Verständlichkeit beeinflussen die Nutzung.
Eine niedrige Quote kann daher mehrere Fragen aufwerfen:
Diese Fragen lassen sich nicht aus einer Nutzungsquote allein beantworten. Sie zeigen aber, welche Informationen ein künftiges Verwaltungsmonitoring zusätzlich veröffentlichen könnte.
45,5 Prozent der Personenstandsurkunden wurden 2025 digital angefordert. Die seit Mai 2025 mögliche digitale Anmeldung zur Eheschließung erreichte laut Stadt einen Anteil von 15,83 Prozent. Für die elektronische Wohnsitzanmeldung weist die Stadt 6,5 Prozent aus.
Die drei Balken dürfen nicht als Rangliste gelesen werden. Eine Urkunde anzufordern ist ein anderer Vorgang als eine Eheschließung oder Wohnsitzänderung. Beobachtungszeitraum, rechtliche Voraussetzungen und Zahl möglicher Fälle unterscheiden sich. Aussagekräftig ist die Grafik dennoch: Digitale Verwaltung entwickelt sich nicht gleichmäßig, sondern Dienst für Dienst.
Im Idealfall umfasst ein digitaler Prozess den gesamten Weg: Antrag, Nachweise, Bezahlung, Prüfung, Rückfragen, Bescheid und gegebenenfalls Zustellung. Ein ausfüllbares Formular, das anschließend ausgedruckt oder manuell übertragen wird, ist zwar ein Onlinezugang, aber noch kein durchgängig digitaler Prozess.
Für Nutzerinnen und Nutzer ist dieser Unterschied nicht immer sichtbar. Sie erleben zunächst nur die Oberfläche. Für Bearbeitungszeit, Fehleranfälligkeit und Personaleinsatz ist jedoch entscheidend, was nach dem Absenden geschieht.
2025 stellte das Einwohnerwesen 66.920 Personalausweise und 50.250 Reisepässe aus. Im Jahr zuvor waren es 61.323 beziehungsweise 57.527. Solche Jahresunterschiede können unter anderem von Reiseverhalten, Ablaufzyklen und gesetzlichen Veränderungen beeinflusst werden.
Ausweisdokumente verdeutlichen zugleich eine Grenze einfacher Digitalisierungsversprechen. Identität, biometrische Merkmale, sichere Produktion und Ausgabe stellen andere Anforderungen als ein Informationsabruf. Digitale Terminbuchung, vorbereitete Unterlagen oder Statusinformationen können den Prozess verbessern, ohne den persönlichen Kontakt vollständig zu ersetzen.
Die sinnvollere Frage lautet daher nicht immer „Kann der Behördengang abgeschafft werden?“, sondern: Welche Schritte müssen persönlich bleiben, und welche lassen sich davor oder danach verlässlich vereinfachen?
Am 12. August 2026 listete die offizielle Programmierschnittstelle des Düsseldorfer Open-Data-Portals 383 Datensätze. Das ist ein wichtiger Zugang zu Verwaltungs- und Statistikdaten. Düsseldorf Radar nutzt solche Quellen unter anderem für Schulstandorte, Luftmesswerte, Feuerwehrstandorte und kleinräumige Strukturdaten.
Die Zahl der Datensätze ist jedoch kein Qualitätsmaß. Bei der Recherche für dieses Portal zeigte sich:
Deshalb prüft der monatliche Import nicht nur das Änderungsdatum. Er kontrolliert Spalten, Wertebereiche, tatsächliches Berichtsjahr und Mindestumfang. Fällt eine Prüfung fehl, bleibt der letzte gültige lokale Stand online.
Für Bürger, Journalisten, Forschung und Zivilgesellschaft sind vor allem stabile Definitionen, dokumentierte Änderungen und dauerhaft erreichbare Ressourcen hilfreich. Zusätzlich sinnvoll wären maschinenlesbare Berichtsstände, eindeutige räumliche Bezüge und eine klare Kennzeichnung eingestellter Reihen.
Open Data ersetzt keine redaktionelle Einordnung. Es schafft aber die Voraussetzung dafür, Aussagen nachzurechnen und Entwicklungen über Jahre zu verfolgen.
Eine im Juli 2026 veröffentlichte GISMA-Untersuchung betrachtete elf ausgewählte Bürgerdienste in 20 deutschen Großstädten. Nach der publizierten Methode erreichte Düsseldorf 86,4 von 100 Punkten; München und Frankfurt am Main kamen auf jeweils 84,8.
Der Vergleich ist interessant, weil dieselbe Auswahl und Bewertungslogik auf mehrere Städte angewendet wurde. Er beweist jedoch nicht, dass sämtliche Verwaltungsleistungen in Düsseldorf digitaler oder einfacher sind. Andere Dienste, die tatsächliche Nutzung, Barrierefreiheit, interne Medienbrüche und Bearbeitungszeiten können außerhalb der Untersuchung liegen.
Das Ergebnis ist daher eine externe Stichprobe. Es ergänzt die lokalen Nutzungszahlen, ersetzt sie aber nicht.
Seit Januar 2026 erprobt Düsseldorf einen Chatbot für Fragen zur Stadtverwaltung. Nach Angaben der Stadt wird er anonym und ohne personenbezogene Daten genutzt. Zugleich weist die Projektseite darauf hin, dass Antworten unvollständig oder fehlerhaft sein können und nicht verbindlich sind.
Diese Einschränkung ist wesentlich. Ein Chatbot kann beim Auffinden von Informationen helfen, darf aber keine falsche Sicherheit über Fristen, Ansprüche oder notwendige Unterlagen erzeugen. Professionell wird ein solches Angebot, wenn es:
Die relevante Erfolgsgröße wäre deshalb nicht allein die Zahl der Chats. Wichtiger wären gelöste Anliegen, korrekte Verweise, Abbruchquoten und Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer.
Digitalisierung verteilt sich auf Bund, Land, kommunale IT-Dienstleister und die Stadtverwaltung. Bundesgesetze und Register bestimmen viele Voraussetzungen. Düsseldorf entscheidet dennoch über wichtige Teile der Umsetzung:
Unterhalb dieses Dossiers erscheinen aktuelle Vorlagen, Beschlüsse und Sitzungen. Bei einzelnen Projekten ist entscheidend, ob der Rat nur einen Auftrag oder bereits Finanzierung, Betrieb und messbare Ziele beschlossen hat.
Redaktionell geprüft am 12. August 2026. Projektbestand, Verfügbarkeit eines Dienstes und tatsächliche Nutzung werden getrennt ausgewiesen.
Zeigt die 20 neuesten von 292 Vorlagen.
Diese Hintergründe helfen, Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.