Anfrage Tierschutz/FREIE WÄHLER Aktenzeichen RAT/144/2025

Anfrage der Ratsgruppe Tierschutz/FREIE WÄHLER: negative Entwicklung auf dem Düsseldorfer Arbeitsmarkt

Schriftliche Antwortdokumente zugeordnet Unterlagen und Sitzungstermine werden unter dieser bestehenden Adresse fortgeschrieben.
2Dokumente 10. April 2025veröffentlicht

Worum es geht

Die folgenden Fragen stammen aus der Anfrage, nicht aus einer Feststellung der Verwaltung. Zugeordnete und geprüfte Antworttexte stehen gesondert auf dieser Seite.

Die Fragen der Anfrage

  1. Unter Berücksichtigung der aktuellen Ausgabe des Reports der Agentur für Arbeit Düsseldorf fragen wir: Welche unterstützenden Maßnahmen hat die Stadt Düsseldorf seit Januar 2024 konkret unternommen, um den negativen Entwicklungen auf dem Düsseldorfer Arbeitsmarkt wirksam zu begegnen?
  2. Welche weiteren konkreten Maßnahmen hat die Stadt Düsseldorf für die nächsten Monate bereits beauftragt/beschlossen?
  3. Unter Berücksichtigung des o.g. aktuellen Reports der Agentur für Arbeit Düsseldorf und der Weltwirtschaftslage (z.B. Ukraine Krieg; Zölle aus USA; Koalitionsvertrag für Deutschland; etc.) fragen wir: Welche Auswirkungen hat dies gemäß der Fachkenntnis der Kämmerei auf die Finanzlage (Einnahmen / Ausgaben) der Gesamtstadt Düsseldorf 2025 bis 2029?

Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 10. April 2025. Vollständiges Original mit weiteren Angaben

Amtliche Inhalte · RAT/144/2025

Das antwortet die Verwaltung

Hier lesen Sie den vollständigen ausgelesenen Text der zugeordneten Dokumente, keine neu erzeugte Zusammenfassung. Die Angaben beschreiben den damaligen Stand und belegen keine spätere Umsetzung.

Antwort der Verwaltung

Dateidatum im RIS: Datum nicht angegeben · Amtliches Original (PDF)

RAT/144/2025 Stadtdirektor Hintzsche Anfrage der Ratsgruppe Tierschutz/FREIE WÄHLER: negative Entwicklung auf dem Düsseldorfer Arbeitsmarkt

Frage 1:

Unter Berücksichtigung der aktuellen Ausgabe des Reports der Agentur für Arbeit Düsseldorf fragen wir: Welche unterstützenden Maßnahmen hat die Stadt Düsseldorf seit Januar 2024 konkret unternommen, um den negativen Entwicklungen auf dem Düsseldorfer Arbeitsmarkt wirksam zu begegnen?

Antwort:

Die Stadt Düsseldorf kommt ihrer Verantwortung für den Düsseldorfer Arbeitsmarkt und der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit konsequent nach. Bereits 2014 wurde per Ratsbeschluss die Kommunale Beschäftigungsförderung ins Leben gerufen, fortlaufend ausgestattet mit jährlich 2,2 Mio. Euro. Seitdem werden verschiedene Projekte und Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit entwickelt, umgesetzt und aktualisiert. Ein herausragendes Beispiel sind die fünf i-Punkt-Arbeit Beratungsstellen, die über das Stadtgebiet verteilt angesiedelt sind. Dort werden kostenlose, niedrigschwellige und sanktionsfreie Beratungsangebote für arbeitslose und arbeitssuchende Menschen bereitgehalten. Kooperationspartner sind das AWO Berufsbildungszentrum gGmbH für Wersten/Holhausen und Garath, der Caritasverband Düsseldorf e. V. für Oberbilk/Flingern, die renatec GmbH für Eller/Hassels Nord und die Zukunftswerkstatt Düsseldorf GmbH für Rath/Mörsenbroich. Die Finanzierung der i-Punkt-Arbeit Standorte erfolgt gemeinsam mit dem Jobcenter. Seit Einrichtung der i-Punkte-Arbeit ist die Zahl der Ratsuchenden stetig gestiegen. Während 2020 noch 714 Neuaufnahmen in das Beratungssetting verzeichnet wurden, erhöhte sich die Zahl bis 2024 auf 1.721 Neuaufnahmen. Addiert man zu den abgeschlossenen Beratungen (1599 Fälle) noch die laufenden Fälle hinzu, beträgt im Jahr 2024 die Gesamtzahl der Beratungen 2.648 Fälle. Die Arbeit der sogenannten Arbeitsmarktlotsen und Arbeitsmarktlotsinnen in den Standorten geht weit über die reine Vermittlung von Arbeitsplätzen hinaus. Arbeitssuchenden wird ganz konkret über bürokratische Hürden hinweggeholfen, sie werden unterstützt bei der persönlichen, gegebenenfalls alternativen Perspektiventwicklung, bei der Erstellung von Seite 1 von 6 Bewerbungsunterlagen, der Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder der Prüfung finanzieller Fördermöglichkeiten. Grundlage ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz, der die spezifischen Lebensumstände von arbeitslosen Menschen mit in den Blick nimmt. Die gute Kooperation und der regelmäßige Austausch mit dem Jobcenter Düsseldorf unterstützt das Erreichen dieser Ziele. Im Jahr 2024 konnten von 1599 abgeschlossenen Fällen 410 Einmündungen in den ersten Arbeitsmarkt verzeichnet werden (Integrationen). Mit weiteren 753 Personen konnten ganz konkrete Schritte erarbeitet werden, mit dem Ziel ebenfalls in den ersten Arbeitsmarkt einzumünden (Aktivierungen). Damit lag die Integrations- und Aktivierungsquote bei 73 Prozent. Neben den Maßnahmen der Kommunalen Beschäftigungsförderung verfolgt auch das Jobcenter Düsseldorf zur aktiven Bekämpfung eine Vielzahl gezielter Maßnahmen, um Menschen mit Unterstützungsbedarf nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Negative Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt haben unterschiedliche Ursachen, für welche ein Zusammenwirken verschiedener Akteure erforderlich ist, um diesen wirksam entgegentreten zu können. Die Angebote des Jobcenters Düsseldorf für den Personenkreis der SGB II Leistungen beziehenden Menschen in Düsseldorf (rd. 37.700 erwerbsfähige Leistungsberechtigte) lassen sich grob nach den folgenden Zielen clustern: • (direkte) Integration in Arbeit - auch für unter 25-Jährige • Qualifizierung / Berufsausbildung - auch für unter 25-Jährige • Aktivierung / Heranführung - auch für unter 25-Jährige • Öffentlich geförderte Beschäftigung - nur für über 25-Jährige Hierfür bildet das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm (AMIP), welches jedes Jahr bedarfsorientiert erstellt und durch die Trägerversammlung beschlossen wird, die grundlegende Basis. Die Angebote des Jobcenters Düsseldorf umfassten im Jahr 2024 insgesamt rd. 8.000 Fördermöglichkeiten, die so konzipiert sind, dass sie eine bedarfsgerechte und passgenaue Abdeckung der Kunden- wie auch der Arbeitsmarktbedarfe sicherstellen können. Die Angebote beziehen sich auf alle Kundengruppen von sehr marktnah bis extrem marktfern. Im Sinne des AMIP wird eng mit lokalen Sozialverbänden, Bildungsträgern und Unternehmen zusammengearbeitet, um zielgerichtete Unterstützungsangebote zu realisieren. So leistete das Jobcenter einen bedeutenden Beitrag beispielsweise im Rahmen von diversen Jobmessen mit wechselndem Fokus der jeweiligen Zielgruppen, u. a. bei der Handwerkskammer Düsseldorf und bei der IHK Düsseldorf sowie beim Pflege Talk. Seite 2 von 6 Hinzu kommen noch die weiteren Angebote der Landeshauptstadt Düsseldorf nach § 16a SGB II, wie Schuldnerberatung, Suchtberatung, psychosoziale Unterstützung, Beratung pflegender Angehöriger und die Unterstützung mit Betreuungsplätzen für Kinder (i-Punkt Familie). Das Angebot ist auskömmlich, sehr kundenfreundlich mit kurzen Wartezeiten und wirksam. Sprach- und Berufssprachkurse werden über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angeboten und finanziert. Für Düsseldorf besteht ein auskömmliches Angebot. Weiterhin wirkt die Stadt im „Runden Tisch für Arbeit" mit. Hier haben sich die Spitzenvertreter der IHK, der Handwerkskammer, der Arbeitsagentur, des Jobcenters, des Verbands freier Berufe NRW e.V., des DGB Region Düsseldorf-Bergisch-Land, der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e. V. und der Landeshauptstadt Düsseldorf zusammengeschlossen, um ausgewählte Personengruppen durch gezielte Aktionen in Beschäftigung zu bringen. Am Beispiel der Gruppe der arbeitslosen Alleinerziehenden sollen die Chancen aus dem hohen Arbeits- und Fachkräftebedarf der Wirtschaft, der guten Situation der Kinderbetreuungsangebote durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und der oft guten Motivations- und Qualifikationslage der betroffenen Menschen zusammengebracht werden. Darüber hinaus ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wesentlich geprägt durch makroökonomische Rahmenbedingungen, deren Ursachen vielfach außerhalb kommunaler Steuerungshoheit liegen. Die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Ansatzes zur Unterstützung des lokalen Arbeitsmarktes, der auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Stärkung unternehmerischer Stabilität und die gezielte Förderung wachstumsrelevanter Branchen abzielt. Vor diesem Hintergrund wurden seit Januar 2024 seitens der Wirtschaftsförderung folgende Maßnahmen umgesetzt bzw. fortgeführt: Förderung von Innovation und technologieorientierten Gründungen: Weiterführung und Ausbau von Unterstützungsangeboten innerhalb des Düsseldorfer Startup-Ökosystems, u.  a. über die Kooperationen mit dem digihub Düsseldorf/Rheinland, TechHub.K67, dem städtisch ausgerichteten Wettbewerb Next Award Düsseldorf sowie dem ERGO ScaleHub. Diese Strukturen unterstützen wachstumsstarke Gründungen, schaffen neue Arbeitsplätze und fördern den Strukturwandel vor Ort. Individuelle Unternehmensbetreuung: Begleitung von Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf bei Standortentscheidungen, Fachkräftesicherung, Transformation im Zuge von Seite 3 von 6 Digitalisierung oder Energiewende sowie Beratung bei diversen Fragen, wie bspw. zur Beschäftigungssicherung. Internationale Standortvermarktung und Akquise: Der International Business Service der Wirtschaftsförderung ist regelmäßig weltweit auf Delegationsreisen, Businessveranstaltungen und internationalen Leitmessen präsent, um Investoren, Unternehmen und Entscheidungsträger auf den Standort Düsseldorf aufmerksam zu machen. Ziel ist es, Betriebsansiedlungen zu initiieren und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Darüber hinaus wird aktiv daran gearbeitet, zukunftsweisende Messeformate nach Düsseldorf zu holen, um wirtschaftliche Impulse in strategisch relevanten Branchen zu setzen. Förderung von Netzwerken und Wissenstransfer: Unterstützung des Austauschs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschungseinrichtungen mit dem Ziel, Innovationsprozesse zu beschleunigen, Kooperationen anzustoßen und neue Beschäftigungsfelder zu erschließen. Fachkräftesicherung - lokal und international: Im Sinne einer integrierten Fachkräftestrategie unterstützt die Wirtschaftsförderung sowohl Maßnahmen zur Aktivierung des lokalen Arbeitskräftepotenzials - etwa über Beratung zur Ansprache von potentiellen Arbeitskräften vor Ort - als auch Angebote zur gezielten Rekrutierung internationaler Fachkräfte. In diesem Zusammenhang steht mit dem Expat Service Desk Düsseldorf eine Anlaufstelle zur Verfügung, die bei aufenthalts-, arbeits- und integrationsbezogenen Fragen unterstützt. Dies stärkt den Standort insbesondere in stark spezialisierten Berufsfeldern.

Frage 2:

Welche weiteren konkreten Maßnahmen hat die Stadt Düsseldorf für die nächsten Monate bereits beauftragt/beschlossen?

Antwort:

Auch für das Jahr 2025 wird das Angebot wie unter Frage 1 beschrieben fortgesetzt. Geplant werden rd. 7.100 Fördermöglichkeiten zzgl. rd. 1.300 Förderungen der beruflichen Fort- und Weiterbildung in der Kostenträgerschaft des SGB III (Agentur für Arbeit), in Summe also rd. 8.400 Fördermöglichkeiten, welche sich grob in die Überschriften Integration, Qualifizierung, Aktivierung sowie öffentlich geförderte Beschäftigung einteilen lassen. Die Angebote nach § 16a der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Sprachförderangebote des BAMF kommen hinzu. Für die kommenden Monate sind durch die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Düsseldorf unter anderem folgende Aktivitäten zur Seite 4 von 6 Sicherung von Beschäftigung, Stärkung des Wirtschaftsstandortes und gezielten Reaktion auf strukturelle Arbeitsmarktveränderungen vorgesehen: Durchführung internationaler Akquiseaktivitäten: Delegationsreisen und Messeauftritte in strategisch relevanten Auslandsmärkten durch den International Business Service, mit dem Ziel, Unternehmensansiedlungen in Düsseldorf anzustoßen und nachhaltige Investitionen zu generieren. Stärkung des Innovationsökosystems: Durchführung von Angeboten für Start-ups (bspw. Startup Week vom 8. bis 12. September 2025) und technologieorientierte Unternehmen sowie thematische Weiterentwicklung gemeinsamer Formate mit Akteuren wie dem digihub, dem TechHub.K67 oder dem ERGO ScaleHub. Vertiefung der Fachkräfteaktivitäten: Weiterführung der Unterstützungsangebote für Düsseldorfer Unternehmen bei der Fachkräftesicherung, einschließlich Vermittlung relevanter Netzwerkakteure sowie Stärkung der Willkommenskultur über den Expat Service Desk Düsseldorf. Branchenorientierte Entwicklungsperspektiven: Fortführung von Netzwerk- und Kooperationsformaten, insbesondere in den Bereichen LifeScience und Gesundheitswirtschaft, Künstliche Intelligenz und ITK sowie GreenTech zur Identifikation von Wachstumschancen und Qualifizierungsbedarfen.

Frage 3:

Unter Berücksichtigung des o.g. aktuellen Reports der Agentur für Arbeit Düsseldorf und der Weltwirtschaftslage (z.B. Ukraine Krieg; Zölle aus USA; Koalitionsvertrag für Deutschland; etc.) fragen wir: Welche Auswirkungen hat dies gemäß der Fachkenntnis der Kämmerei auf die Finanzlage (Einnahmen / Ausgaben) der Gesamtstadt Düsseldorf 2025 bis 2029?

Antwort:

Nach aktuellem Erkenntnisstand können noch keine konkreten Auswirkungen auf den Gesamthaushalt der Stadt Düsseldorf für den Zeitraum von 2025 bis 2029 benannt werden. Grundsätzlich können niedrigere Besetzungsquoten zu einer verminderten Wirtschaftsleistung der betroffenen Unternehmen beitragen, was sich zeitverzögert auch in niedrigeren Umsätzen / Gewinnen und damit niedrigeren Steuerzahlungen widerspiegeln kann. Gleichzeitig können die niedrigeren Besetzungsquoten in Unternehmen dazu führen, dass Investitionen der Stadt Düsseldorf nur verzögert umgesetzt werden, was wiederum zu Preissteigerungen führen kann. Seite 5 von 6 Da jedoch nicht absehbar ist, welche Unternehmen konkret betroffen sind, kann keine verlässliche Prognose für die Auswirkungen auf die Finanzlage der Stadt Düsseldorf gegeben werden. Gleichzeitig kann eine niedrige Einstellungsquote bei den privaten Unternehmen dazu führen, dass die Stadt Düsseldorf selbst als Arbeitgeberin bei potenziellen Bewerbenden in den Fokus rückt, wodurch die Rekrutierungschancen der Stadt Düsseldorf steigen könnten. Seite 6 von 6

Bei Tabellen und abweichender Lesereihenfolge ist das Original-PDF maßgeblich. Die Zuordnung einer Antwort bestätigt nicht, dass jede Frage vollständig geklärt ist.

Vorgang · RAT/144/2025

Antwort und Verlauf an einem Ort

Ein schriftliches Antwortdokument ist dieser Vorlage eindeutig zugeordnet. Den vollständigen ausgelesenen Text finden Sie im Inhaltsbereich dieser Seite.

Der Verlauf wird automatisch anhand amtlicher Verknüpfungen zusammengestellt. Die Zuordnung einer Antwort bestätigt nicht, dass jede Frage vollständig geklärt ist.

Die belegten Schritte

So entwickelt sich der Vorgang

  1. Schriftliche Antwort

    Antwort der Verwaltung · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  2. Ursprüngliche Vorlage

    Anfrage · Vorlagendatum im Ratsinformationssystem

  3. Sitzung · TOP 4.2

    Rat. Amtlicher Vermerk: „beantwortet“.

Gezeigt werden amtlich verknüpfte Unterlagen und Termine. Dateidatum und Sitzungsdatum können voneinander abweichen. Eine Kenntnisnahme oder beantwortete Anfrage ist noch kein Umsetzungsbeschluss.

Ohne neue KI-Zusammenfassung. Der Inhaltseinstieg zeigt ausgewählte Passagen des geprüften Originaldokuments. Sitzungsverlauf und Antworten werden unabhängig davon geprüft.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen RAT/144/2025