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AWM/045/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 25.10.2024
An die
Vorsitzende des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung
Frau Antonia Frey
Haushaltsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des
AWM am 04.11.2024
Betrifft:
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE "Wohnungsbauförderung und Wohnraumsicherung
und -versorgung
Produkt: 5252201 Konto: 78683000
Sehr geehrte Frau Frey,
zur Sitzung des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung am 4.
November 2024 stellt DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf folgenden
Haushaltsantrag:
Der Haushaltsansatz für die Maßnahme „790000118:
Sonderförderungsprogramm Gewährung Darlehen" ist auf 0 zu setzen.
Die freiwerdenden Mittel werden einer neu zu etatisierenden Maßnahme
„Förderung der Umwandlung von Büro - und Gewerbeflächen in
Mietwohnungen" zugeführt.
Aus den Mitteln werden Projekte zur Umwandlung von Büro - und
Gewerbeflächen in Mietwohnungen gefördert .
Ein Entwurf der Förderrichtlinien wird dem Ausschuss für Wohnungswesen
und Modernisierung im zweiten Quartal 2025 vorgestellt. Unbedingte
Fördervoraussetzungen sind eine Sozialwohnungsquote von mindestens 50
Prozent sowie für die übrigen Wohneinheiten eine Anfangsmiete von
maximal 10 Euro pro Quadratmeter. Als erste Förderperiode wird das zweite
Halbjahr 2025 angestrebt.
Begründung:
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Wie in den Vorjahren auch lässt sich in diesem Jahr aus dem vorläufigen
Rechnungsergebnis ablesen, dass das städtische Sonderförderprogramm zum Erwerb
von Wohneigentum nicht angenommen wird.
Nach mehrfacher Verringerung des Ansatzes wurden laut Ergebnisplan 2022 aus
einem Budget von 1.680.000 Euro Null Euro abgerufen. 2023 wurden nach
vorläufiger Ergebnisrechnung 6.000 Euro abgerufen und damit immer noch
1.674.000 Euro weniger als budgetiert.
Trotzdem ist der Haushaltsansatz für 2025 und alle Folgejahre unverändert mit 1,68
Mio. Euro beplant. Das scheint haushalterisch nicht begründbar; wir sehen die
anfängliche Einschätzung der LINKEN bestätigt: Das Sonderförderprogramm ist
krachend gescheitert, weil Wohneigentum in Düsseldorf genauso zu spekulativen
Preisen gehandelt wird wie Mietobjekte.
Darüber hinaus halten wir das Sonderförderprogramm für sozial ungerecht, weil die
Zielgruppe des Förderprogramms nicht finanzschwach ist: Laut den Förderrichtlinien
sollen Haushalte, deren Einkommen die Einkommensgrenzen des NRW -
Landesförderungsprogramms um bis zu 60 % übersteigen, gefördert werden. Das
bedeutet, dass ein 4-Personen-Haushalt mit zwei Kindern mit einem
Jahreseinkommen zwischen 54.700 und 86.890 Euro brutto diese Förderung in
Anspruch nehmen kann. Diese Einkommensgruppen sind in der Lage, ein Darlehen
zu marktüblichen Bedingungen aufzunehmen.
DIE LINKE beantragt, das Sonderförderprogramm endlich zu stoppen und die
freiwerdenden Mittel für wohnungspolitisch wirksame Maßnahmen einzusetzen. In
Düsseldorf zahlten laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung im Jahr
2018 fast 59 Prozent aller Miethaushalte (= 130.000 Haushalte) zu hohe Mieten bzw.
lebten in zu kleinen Wohnungen. Wohnen in Düsseldorf ist seitdem nicht bezahlbarer
geworden. „Bezahlbar" bedeutet, dass die Mieten nicht mehr als 30 Prozent des
Haushaltseinkommens betragen und die Wohnungen eine angem essene Größe haben
sollen.Ein bisher kaum genutztes Potential für die Schaffung bezahlbaren
Wohnraums ist dabei das wachsende Überangebot an Büroflächen: Die
Leerstandsquote bei Büroflächen in Düsseldorf ist im zweiten Quartal 2024 erneut
gestiegen
1
und beträgt nun 11 Prozent (entsprechend 1,1 Mio. m²; davon 419.000
m² modern ausgestattet).
Aktuell befindet sich von Seiten des Bundesministeriums für Wohnen,
Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ein Förderkonzept „Gewerbe zu Wohnen"
in der Erarbeitung.
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Die Landeshauptstadt sollte ein großes Interesse daran haben,
dass geförderte Projekte in Düsseldorf entstehen. Deshalb sollte die Stadtverwaltung
durch eigene Förderung und Beratung Umwandlungsvorhaben anregen und
unterstützend begleiten, sofern dabei bezahlbarer, also insbesondere
mietpreisgebundener Wohnraum entsteht.
Mit freundlichen Grüßen
Julia Marmulla Ben Klar Mbulelo Dlangamandla
f.d.R. Sönke Voigt
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https://www.realestate.bnpparibas.de/marktberichte/bueromarkt/duesseldorf-at-a-glance
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https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/topthemen/Webs/BMWSB/DE/foerderprogramme-
bmwsb/foerderprogramme-bmwsb-artikel.html#doc21167710bodyText7
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