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BV4/007/2026
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Informationsvorlage
Betrifft:
Laichtümpel für Kröten einrichten
Amt / Institut:
Bezirksverwaltungsstelle 4
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Bezirksvertretung 4 04.02.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Hinsichtlich des Beschlusses der Bezirksvertretung 4 vom 03.12.2025 nimmt das
Garten-, Friedhofs- und Forstamt wie folgt Stellung:
Die bestehende Erdkrötenpopulation am Albertussee ist der Unteren Naturschutz-
behörde seit über zwei Jahrzehnten bekannt.
Der Landlebensraum dieser Art beschränkt sich in der Regel auf Wälder und
waldartige Strukturen. Zum Laichen werden mittlere bis große Stillgewässer
aufgesucht. Die Erdkröte ist dabei die einzige heimische Amphibienart, die auch mit
Fischbeständen in den Laichgewässern gut zurechtkommt. In Düsseldorf ist die
Erdkröte die am häufigsten anzutreffende Amphibienart. Die Individuenzahl großer
Populationen, zum Beispiel am Unterbacher See / Elbsee sowie am Lichtenbroicher
Baggersee, gehen in die Zehntausende. Die Erdkröte wird weder auf Landes- oder
Bundesebene in der Roten Liste geführt und ist somit als „ nicht gefährdet "
eingestuft. Insofern unterliegt sie aktuell keinerlei Artenschutz- oder Biodiversitäts-
maßnahmen.
Im konkreten Fall stellt der „ waldartige " Friedhof Heerdt den Landlebensraum dar,
während der Albertussee als primäres Laichgewässer dient. Die größeren künstlichen
Ziergewässer im Bereich der ehemaligen „ Horten-Verwaltung " , die zurückliegend als
sekundäre Laichgewässer genutzt wurden, sind bereits ca. 15 Jahren trocken-
gefallen. Der noch bis ins Jahr 2022 verbliebende Betonteich wies für die Erdkröten-
population in dem Bereich - wenn überhaupt - nur eine sehr geringe Bedeutung auf.
Der Albertussee selbst war und ist unverändert vorhanden, weshalb für die Heerdter
Population kein Mangel an Laichgewässern besteht.
Natürlicherweise sind die Bestandsgrößen von Erdkrötenpopulationen temporären
Schwankungen unterworfen, die durch mehrere Ursachen ausgelöst werden können.
Unter anderem werden die Tiere am Laichgewässer von Fressfeinden dezimiert. Zu
diesen zählen neben Vögeln wie Graureiher und Rabenkrähe, auch Säugetiere wie
Steinmarder und Iltis, aber auch Hauskatzen. Trockenheitsperioden können die
Ernährungssituation verändern, da sich die Nahrungstiere, wie etwa Würmer,
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Nacktschnecken und Asseln, zurückziehen und von den Kröten schlechter
aufgefunden werden können. Vor allem der letztgenannte Grund ist nach hiesiger
Einschätzung maßgeblich für die in den letzten Jahren im gesamten Stadtgebiet
festgestellten, reduzierten Stückzahlen an wandernden Erdkröten.
Im Umfeld des Albertussees und auf dem Heerdter Friedhof wurden zuletzt 0,5 ha
Wald neu aufgeforstet. Diese Maßnahme dient unter anderem auch der Verbesserung
der Zurverfügungstellung von Landlebensraum. Es ist davon auszugehen, dass sich
dies zeitverzögert positiv auf die Gesamtpopulation auswirken wird. Darüber hinaus
steht die Verwaltung im Kontakt mit dem ansässigen Angelverein, um durch
Anreicherung entsprechender Habitatstrukturen am Seeufer die Laichbedingungen zu
verbessern.
Die getroffenen Maßnahmen sind aus natur- und artenschutzfachlicher Sicht,
entgegen der Anlage künstlicher Laichtümpel, welche nicht den natürlich
gewachsenen Lebensraumansprüchen der Erdkröte entsprechen, als zielführender
anzusehen, um der Krötenart einen attraktiven Lebensraum zu bieten.
Die Verwaltung hält die Einrichtung eines Laichtümpels für Erdkröten am Albertussee
aus den voran dargestellten Gründen für entbehrlich.