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SCHUA/086/2024
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Informationsvorlage
Betrifft:
Konzept für eine Multisportanlage „Sport für alle„ an der Redinghovenstraße
Fachbereich:
40 - Amt für Schule und Bildung
52 - Sportamt
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Schulausschuss 19.11.2024 Kenntnisnahme
Sportausschuss 27.11.2024 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Mit dem Antrag der Ratsfraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU „Mehr
Flächen für den Sport" (SPOA/015/2022) in der Sportausschusssitzung vom
04.05.2022 wurde die Verwaltung unter anderem beauftragt einen Vorschlag
potenzieller Flächen für den Sport insbes ondere unter Berücksichtigung der
Handlungsempfehlungen der Sportwirksamkeitsstudien bezogen auf das Stadtgebiet
insgesamt und den einzelnen Stadtbezirken auszuarbeiten.
Zusätzlich wurde die Verwaltung mit dem Antrag der Ratsfraktionen BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN und CDU „Sportplatz zwischen Hulda -Pankok-Gesamtschule und
Geschwister-Scholl-Gymnasium" (SCHUA/121/2022) in der Schulausschusssitzung
vom 10.01.2023 um die Entwicklung eines Sportplatzes auf dem Gelände des
ehemaligen und aktuell gesperrten Tennenplatzes zwischen den beiden anliegenden
Schulen gebeten. Im Rahmen des Entwicklungsprozesses sollte eine Beteiligung der
beiden Schulen erfolgen. Zudem sollte geprüft werden, ob die Sportanlage als
Bezirkssportanlage entwickelt werden kann und ob Bundes - oder Landeszuschüsse
beantragt werden können.
Die benannte Fläche am Standort Redinghovenstraße hat eine Größe von ca. 13.000
m² und liegt zentral im Stadtgebiet angrenzend an die Hulda-Pankok-Gesamtschule
und das Geschwister-Scholl-Gymnasium.
In einem ersten Schritt wurde eine intensive Abstimmung mit den beiden
anliegenden Schulen geführt und die Wünsche beider Schulen aufgenommen.
Die Wünsche beider Schulen orientieren sich stark an der bisherigen Konzeption der
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Fläche als klassische Leichtathletikanlage. Als gewünschte Elemente wurden eine
400m Rundlaufbahn mit vier Bahnen, eine 110m -Sprintstrecke, eine Kugelstoß-, eine
Hochsprung- und eine Weitsprunganlage, drei Kleinspielfelder inklusive Toren und
Basketballkörben, ein Beachvolleyballfeld sowie ein Materialcontainer genannt. Zwar
sind diese Wünsche aufgrund der auskömmlichen Abdeckung des curricularen
Leichtathletikunterrichtes von 14 Stunden je Lerngruppe im Schuljahr auf
bestehenden Leichtathletikanlagen in der Umgebung nicht zwingend auf dieser
Fläche zu decken, jedoch grundsätzlich nachvollziehbar.
Daneben wurde der sportfachliche Bedarf ermittelt. Aufgrund der unmittelbaren Nähe
zu einer bereits bestehenden Bezirkssportanlage (Bezirkssportanlage
Feuerbachstraße/Bilk) wird kein Bedarf für eine weitere Bezirkssportanlage in dieser
Lage gesehen. Es besteht jedoch ein dringender Bedarf an weiteren Sportflächen
sowohl für den Vereinssport, als auch für den informellen Sport bei Berücksichtigung
des Schulsports. Die Analysen der Mitglieder- und Mannschaftsentwicklungen in den
relevantesten Außensportarten sowie die Beobachtung von Trends im Bereich des
informellen Sports wurden als sportfachliche Bedarfe im Rahmen einer
Neukonzeptionierung eingeplant. An erster Stelle steht hier der Bedarf an
zusätzlicher Spielfläche für Fußball, dem in Form eines Jugendspielfelds (mindestens
D-Jugendspielfeld) mit Kunstrasen Rechnung getragen werden sollte. Dieses
Spielfeld könnte gleichfalls für die sich gerade neu entwickelnde Sportart Flag -
Football eingesetzt werden. Ein kleines Funktionsgebäude mit Umkleidemöglichkeiten
wäre für eine Vereinsnutzung dieses Feldes einzuplanen. Weiterer sportfachlicher
Bedarf besteht nach Analyse der Vereinsdaten für die Sportart Tennis.
Bedarfsdeckende rollstuhlgeeignete Tennis-Hartplätze könnten durch einen Platz für
die neue Trendsportart Padel-Tennis sinnvoll ergänzt werden. Für die Sportart
Leichtathletik wird am geprüften Standort keine normierte Wettkampfanlage
benötigt, jedoch wäre für den Schulsport eine Ergänzung der Anlage um eine
Sprintmöglichkeit, eine Kugelstoß- und eine Weitsprunganlage mit Kleinspielfeldern
für diverse Sportarten auch für den behinderten Sport sinnvoll. Die Umrandung der
Anlage könnte eine nicht normierte Lauf- und Rollbahn sein. Eine normierte 400m
Rundlaufbahn ist bereits aus Platzgründen nicht realisierbar.
Eine monofunktionale Fokussierung auf Para -Sportarten wird in Abstimmung mit
dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW e.V. auf dieser Anlage nicht
als sinnvoll erachtet. Vielmehr sollte unter dem Leitgedanken „Sport für alle" eine
barrierefreie Multifunktionsfläche geplant werden, die den inklusiven Gedanken des
Sports unterstreicht.
Die Überplanung der aktuell gesperrten Freifläche sollte somit multifunktional die
Bedarfe des informellen Sports und Vereinssports aufnehmen, möglichst barrierefrei
und im laufenden Schulbetrieb auch für die angrenzenden Schulen zugänglich sein.
Diese multifunktionale Gestaltung sollte gleichzeitig ein Beitrag zur Biodiversität und
Klimaneutralität im Stadtbezirk leisten. Anstelle einer Vollversiegelung sollten sowohl
niedrig wachsende Grünbereiche, als auch verschattende Bäume in einer Planung mit
vorgesehen werden. Dadurch könnte sowohl eine relevante CO2 -Bindung und
Umgebungskühlung erzielt werden, die dem Ziel der Klimaneutralität zuträgt, als
auch die Aufenthaltsqualität auf der Fläche relevant gesteigert werden. Die Anlage
soll ein Gewinn und Aufwertung für den wachsenden Stadtbezirk sein und könnte
somit ein Vorbild für andere Stadtbezirke werden.
Für die Herrichtung der brachliegenden Fläche nach vorgenanntem Konzept wurde
ein grober Kostenrahmen von 5 Mio. Euro sowie notwendige Planungsmittel in Höhe
von 500.000 Euro ermittelt.
Förderungsperspektiven durch Landes- und Bundeszuschüsse bestehen aktuell nicht.
Es besteht allein für beteiligte Vereine die Möglichkeit, eine Förderung durch die
„Aktion Mensch" zu beantragen. Klimaschutz- und Biodiversitätsmaßnahmen auf der
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Fläche könnten anteilig aus dem Klimaschutzetat der Landeshauptstadt Düsseldorf
refinanziert werden. Eine Umsetzbarkeit dieser oder weiterer Fördermaßnahmen
wäre in einem Planungsprozess weiter zu verfolgen.
Um bei einer konkretisierenden Planung eine möglichst große Vereinbarkeit der
vorrangigen sportfachlichen Bedarfe mit den schulischen Wüns chen zu generieren
sollte der weitere Planungsprozess partizipativ gestaltet werden und sowohl
potentielle Vereine, als auch die beiden angrenzenden Schulen weiter einbinden.
Darüber hinaus sollten die Bürger*innen für den informellen Sportbereich in einer
Beteiligung eingebunden werden, insbesondere die Jugendlichen.
Zusammengefasst bietet die aktuell gesperrte Sportfläche an der Redinghovenstraße
im ansonsten dicht besiedelten Stadtbezirk 3 enormes Potential für den inklusiven
Breiten- und Freizeitsport qualifiziert zu werden. Eine wirtschaftliche Planung mit
einer multifunktionalen Ausrichtung, einem großen Portfolio an verschiedenen,
möglichst inklusiven Nutzungen, einer hohen Aufenthaltsqualität und einem Beitrag
zur Biodiversität und Klimaneutralität, kann dabei jedoch mehr erreichen, als die
Aneinanderreihung einzelner Sportfelder.