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Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00582381.pdf
Published Time: 2026-04-13T08:34:00.000Z
Number of Pages: 6
Markdown Content:
ACI/022/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Vorstellung Kommunales Integrationszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf
Fachbereich:
54 - Amt für Migration und Integration
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ausschuss für
Chancengerechtigkeit und
Integration
20.04.2026 Kenntnisnahme
Ausschuss für Gesundheit und
Soziales 19.05.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Das Kommunale Integrationszentrum Düsseldorf arbeitet im Rahmen des Teilhabe- und
Integrationsgesetzes NRW. Es hat die Aufgabe, Integrationsprozesse vor Ort zu steuern, zu
begleiten und zu unterstützen. Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören u. a. Bildung,
Gesundheit, Arbeitsmarktintegration, soziale Teilhabe, Antidiskriminierungsarbeit und die
migrationsgesellschaftliche Öffnung von Verwaltung und Institutionen.
Die tägliche Arbeit wird durch drei zentrale gesellschaftliche Fragestellungen bestimmt:
Wie tragen wir zur Verbesserung der Teilhabechancen von Menschen mit
Einwanderungsgeschichte bei?
Wie unterstützen wir den Abbau von Zugangsbarrieren in staatlichen Strukturen und
kommunalen Dienstleistungen?
Wie stärken wir den Zusammenhalt in der Einwanderungsgesellschaft?
Von der Beratung über die Qualifizierung und die Entwicklung innovativer Konzepte bis hin
zur Netzwerkarbeit stehen Antworten auf diese Fragestellungen im Mittelpunkt der Arbeit des
Kommunalen Integrationszentrums Düsseldorf. Ziel ist es, praxisnahe Lösungen zu
entwickeln, Veränderungen anzustoßen sowie Integration und Teilhabe zukunftsorientiert zu
gestalten.
1. Rückblick 2025: Zentrale Entwicklungen und übergreifende Highlights
Integrationskonferenz 2025 – Demokratie in Bedrängnis
Am 13. November 2025 richteten das Kommunale Integrationszentrum Düsseldorf und das
Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung gemeinsam die Integrationskonferenz im
Rathaus aus. Unter dem Titel „Demokratie in Bedrängnis – was wir tun können“ setzte die
Veranstaltung einen klaren Schwerpunkt auf den Umgang mit Diskriminierung, Rassismus Seite 2
und gesellschaftlicher Spaltung. Rund 250 Teilnehmende aus Zivilgesellschaft, Verwaltung,
Politik und Stadtgesellschaft beteiligten sich an Fachimpulsen, Podiumsdiskussion und
Vernetzungsformaten. Die Konferenz unterstrich die Bedeutung des Kommunalen
Integrationszentrums als Koordinator, Impulsgeber und Plattform für den gesellschaftlichen
Dialog.
Erarbeitung eines Ehrenamtskonzeptes
Das Kommunale Integrationszentrum verantwortet aktuell fünf verschiedene Einsatzfelder, in
denen Ehrenamtliche aktiv eingesetzt sind und begleitet werden. Mit der Erarbeitung eines
Ehrenamtskonzeptes wird ein Wissensmanagement angestoßen und Synergien zwischen
einzelnen Projekten entwickelt. Daher wurden Vorlagen erarbeitet, die projektübergreifend
genutzt werden können wie zum Beispiel Tätigkeitsbeschreibungen, Leitfaden für
Erstgespräche, Musterverträge und Unterlagen zum Thema Datenschutz. Außerdem wurden
Qualitätsstandards für die Themen Ansprache und Gewinnung von Ehrenamtlichen, Einsatz
und Begleitung, Qualifizierung von Ehrenamtlichen sowie Evaluation und Qualitätssicherung
entwickelt.
2. Arbeitsschwerpunkte im Rückblick – entlang der Säulen
Säule 1: Orientierung unterstützen
Zielsetzung
Sicherstellung einer verlässlichen Erst- und Grundorientierung für neu eingewanderte
Menschen, um einen frühzeitigen und gleichberechtigten Zugang zu Information, Beratung
und Unterstützungsangeboten zu ermöglichen.
Rückblick 2025 – ausgewählte Entwicklungen und Highlights
Die Düsseldorfer Inhalte der Integreat App wurden zum 1. September 2025
freigeschaltet. Die App bietet kostenlose Informationen zum Leben in Düsseldorf,
welche auch in einfacher Sprache sowie mehrsprachig verfügbar sind. Die inhaltliche
Koordination erfolgt durch das Kommunale Integrationszentrum; weitere Ämter und
Einrichtungen können eigene Inhalte einstellen. Die App wurde breit beworben, unter
anderem über die digitalen Infotafeln der Landeshauptstadt Düsseldorf. Bis zum
Jahresende wurden über 70.000 Seitenaufrufe verzeichnet.
Aufbau des Laiensprachmittlungspools (LSP ): Im Rahmen des Landesprogramms
wurden 48 Ehrenamtliche für die Laiensprachmittlung qualifiziert, um bei einfachen
Gesprächen zu unterstützen. Die Einsätze erfolgen aktuell überwiegend innerhalb der
Abteilung Integration des Amtes für Migration und Integration.
Düsseldorfer Sprachmittlungsportfolio: Der Bereich Sprachmittlung wurde nach
dem Auslaufen der Zusammenarbeit mit Intermigras e.V. neu aufgestellt. Seit
November stehen Leistungen der Distanzsprachmittlung (Telefon/Video), der
Sprachmittlung vor Ort durch qualifizierte Sprach- und Kulturmittler*innen sowie
vereidigte Dolmetscher*innen zur Verfügung. Eine amtsübergreifende
Weiterentwicklung des Angebots ist angestoßen.
Mit großem Erfolg wurde am 18. Februar 2025 ein Austauschtreffen für an Schule
tätige Personen zum Thema “Außerschulische Kooperationen bilden” durchgeführt. In
den Räumlichkeiten der IHK Düsseldorf kamen Interessierte zu einem Austausch mit
einem „Markt der Möglichkeiten“ zusammen.
Im Rahmen der Seiteneinstiegs-Beratung konnte allen 517 neu zugezogenen
schulpflichtigen Kindern ohne vorherigen Schulbesuch in Deutschland und ohne
ausreichende Sprachkenntnisse eine zeitnahe Beratung durch abgeordnete
Lehrkräfte angeboten werden.
Der Arbeitskreis Ü18 (AK Ü18) feierte in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen.
Das Netzwerk zur Unterstützung Unbegleiteter Minderjähriger (UMF- Netzwerk)
feierte in diesem Jahr bereits sein fünfzehnjähriges Bestehen.
Im Atrium – Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch belastete Menschen mit
Einwanderungsgeschichte wurden 249 Erstberatungen und insgesamt 1.009 Seite 3
Beratungskontakte durchgeführt. Besonders nachgefragt war das Angebot
„Psychotraumatologisches Clearing und Beratung für junge psychisch belastete
Migrant*innen“. Die räumlichen Kapazitäten wurden zum Jahresende um einen Ruhe-
bzw. Aktivitätsraum sowie zwei Beratungsräume erweitert.
Säule 2: Barrieren abbauen
Zielsetzung
Abbau struktureller Zugangsbarrieren und Stärkung der Teilhabe in den Regelsystemen
durch die Förderung diskriminierungssensibler, flexibler und bedarfsgerechter Strukturen in
Institutionen und Organisationen.
Rückblick 2025 – ausgewählte Entwicklungen und Highlights
Fachtag “Gesundheit für alle - Strategie für eine diversitätssensible
Gesundheitsversorgung in der Landeshauptstadt Düsseldorf”: Am 28.
November fand im Rathaus Düsseldorf der Fachtag „Gesundheit für alle“ mit rund
100 Fachkräften aus Gesundheitswesen, Politik und Wissenschaft statt. Die
Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Gesundheitsamt organisiert. Im Fokus
stand die Frage, wie eine diversitätssensible Gesundheitsversorgung gestaltet
werden kann; hierzu wurden fachliche Impulse von Referentinnen eines Projekts von
der Charité Berlin gesetzt und in Workshops konkrete Strategien für Düsseldorf
erarbeitet. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für die Weiterentwicklung einer
diversitätssensibleren Gesundheitsversorgung in der Landeshauptstadt.
Start Vielfalt gestalten - migrationssensible Schulentwicklung: im Sommer 2025
wurde ein Kooperationsvertrag mit einer Düsseldorfer Gesamtschule geschlossen,
die Schule über zwei Jahre im Prozess der migrationssensiblen Schulentwicklung zu
begleiten. Es wurde eine vielfältig besetzte Steuerungsgruppe in der Schule
gegründet und eine Bestandsaufnahme durchgeführt.
Elternbildungsprogramme- IFKUF griffbereitMini, Griffbereit, Rucksack Kita : Die
Verleihung der Urkunden an die beteiligten Einrichtungen der frühen Bildung
(Familienzentren), Elternbegleiter*innen, Eltern und Fachkräfte in den IFKUF
Elternbildungsprogrammen fand im Juli mit ca. 45 Personen statt. Die Programme
konnten im Oktober mit zwei neuen Gruppen im Bereich griffbereitMini erweitert
werden.
Im September 2025 wurde ein Netzwerk zur Leseförderung mit 40 Grund- und
weiterführenden Schulen gegründet. Die Arbeit erfolgt in vier Gruppen mit
regelmäßigen Austauschtreffen und wird wissenschaftlich durch die Universität
Münster begleitet. Der Fokus liegt auf Konzepten zur Leseförderung unter Einbezug
von Mehrsprachigkeit.
Im Oktober 2025 fand die Auftaktveranstaltung des Internationalen VäterForums
Düsseldorf mit über 120 Teilnehmenden statt. Das Projekt wird im Rahmen der
Präventionsmaßnahmen des MKJFGFI umgesetzt. Ziel ist der Aufbau und die
Verstetigung eines Netzwerks zur Förderung von Väterarbeit. Außerdem werden
Väterbegleiter geschult und in bestehende Vätergruppen integriert. Im Jahr 2025
wurden über die Vätergruppen insgesamt mehr als 225 Väter und Kinder erreicht. Die
Auftaktveranstaltung richtete sich an Träger der kommunalen Integrationsarbeit in
Düsseldorf, darunter Migrant*innenorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Religions -
gemeinschaften, Vereine sowie Akteure der Flüchtlingshilfe. Eine Keynote hielt
Michael Tunc, der sich im Anschluss an einer Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen
aus der Eltern- und Väterarbeit beteiligte.
Sprachbildung und Mehrsprachigkeit : Zur Stärkung des Themas Mehrsprachigkeit
wurde ein Informationsflyer erstellt und über die digitale Lern- und
Kommunikationsplattform logineo für Schulen in NRW verbreitet. Ergänzend wurde
eine thematische Kachel mit weiterführenden Informationen zu Mehrsprachigkeit und
Sprachförderung eingerichtet.
Startklar fürs Gymnasium: Das Projekt leistet einen Beitrag zur Förderung von
Bildungsgerechtigkeit im Kontext des dreigliedrigen Schulsystems. Im Jahr 2025
wurden 68 Schüler*innen durch ehrenamtliche Mentor*innen begleitet. Davon wurden
15 Kinder neu aufgenommen; 26 Mentoring-Tandems bestehen seit mehr als drei Seite 4
Jahren. Begleitende Angebote wie Leseclubs und Schwimmangebote in den
Schulferien wurden weiter ausgebaut.
Säule 3: Einwanderungsgesellschaft mitgestalten
Zielsetzung
Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in der Einwanderungsgesellschaft durch die
Förderung von Begegnung, Beteiligung und Zugehörigkeit sowie durch die aktive
Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und Erinnerungskultur.
Rückblick 2025 – exemplarische Formate
Durchführung einer öffentlichen Veranstaltung mit dem Kabarettisten Muhsin Omurca
im Rahmen der Interkulturellen Woche am 27.09.2025 im Kulturhaus Süd (Garath)
in Kooperation mit Kin Top e. V. und NDMO e.V. Die satirische Auseinandersetzung
mit Vielfalt und Zugehörigkeit stieß auf große Resonanz und erreichte über 100
Besucher*innen.
Im Juli 2025 veranstaltete das Kommunale Integrationszentrum Düsseldorf zum
dritten Mal die Düsseldorfer Streitkulturwochen . Die Reihe fördert respektvollen
Dialog und demokratische Auseinandersetzung in der Stadtgesellschaft. Der
Schwerpunkt lag auf beteiligungsorientierten Formaten in den Stadtteilen sowie auf
der Ansprache jüngerer Zielgruppen. Insgesamt wurden sieben Veranstaltungen mit
sechs Kooperationspartner*innen umgesetzt.
Die Handreichung „Wie Rassismus an Schulen begegnen?“ wurde in 2025 in
einer zweiten Auflage neu veröffentlicht und im weiteren Jahresverlauf angehenden
Lehrkräften sowie Schulsozialarbeiter*innen vorgestellt.
Darüber hinaus wurden im Rahmen des Arbeitskreises zwei Austauschtreffen für
Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte Düsseldorfer Schulen durchgeführt. Die
Treffen mit jeweils rund 30 Teilnehmenden aus allen Schulformen stießen auf sehr
positive Resonanz.
Der Arbeitskreis Internationale Wochen gegen Rassismus (AK IWgR) wurde im
Berichtszeitraum gegründet, um relevante Akteur*innen zu vernetzen,
Qualitätsstandards für rassismussensible Veranstaltungen zu entwickeln und die
Sichtbarkeit der Internationalen Wochen gegen Rassismus stadtweit zu stärken. Im
Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus veranstaltete das
Kommunale Integrationszentrum eine Lesung mit Gilda Sahebi zu ihrem Buch „Wie
wir uns Rassismus beibringen“. Die Lesung stieß auf großes Interesse und erreichte
über 100 interessierte Personen.
Die Arbeitsgemeinschaft “Ganzheitliche Teilhabe stärken” hat im Rahmen des
Think Tanks Kommunales Integrationszentrum (KIM) und unter Koordination des
Kommunalen Integrationszentrums eine Handreichung mit dem Titel “Vorfahrt für
Vielfalt: Impulse für eine migrationssensible Ausrichtung von Angeboten im Bereich
Kultur, Freizeit, Sport“ entwickelt. Eine Veröffentlichung ist im ersten Quartal 2026
vorgesehen.
Förderaufruf im Jahr 2025 gestartet: Das Kommunale Integrationszentrum hat im
September 2025 einen Aufruf zur „Förderung von Angeboten mit dem Fokus der
Prävention von Extremismus und Radikalisierung, der Demokratieförderung,
des Empowerments gegen Rassismus und der Gestaltung von Vielfal t“
gestartet. Die Förderung konnte mit Landesmitteln realisiert werden. Die fokussierten
Maßnahmen bewegen sich im Bereich der sogenannten Primärprävention. Diese zielt
auf die Stärkung der Schutzfaktoren gegen Radikalisierung sowie die Förderung
politischer Teilhabe ab. Zentrale Rolle spielen Empowerment sowie die Möglichkeit,
zu eigenverantwortlichem Handeln und der Erfahrung von Selbstwirksamkeit.
Insgesamt konnten mit dem Förderaufruf an alle Düsseldorfer Träger und Vereine 10
Projekte mit einer Summe von insgesamt rund 51.000 Euro unterstützt werden.
Fokus 2026
Säule 1: Orientierung unterstützen – Fokus 2026
Weiterer Ausbau der Integreat App: Fortführung und Weiterentwicklung der
Integreat App durch die Ergänzung weiterer Sprachen, die Aufnahme von
Veranstaltungsinformationen sowie die inhaltliche Erweiterung und Vertiefung Seite 5
bestehender Themenbereiche. Ab 2026 stehen seitens des Anbieters detailliertere
Nutzungsstatistiken zur Verfügung, die eine gezieltere Ausrichtung der Inhalte an den
Interessen und Bedarfen der Nutzer*innen ermöglichen.
Düsseldorfer Sprachmittlungsportfolio: Vollständige Implementierung des
Düsseldorfer Sprachmittlungsportfolios als stadtweit nutzbares Angebot zur
Sprachmittlung in unterschiedlichen Formaten.
Säule 2: Barrieren abbauen – Fokus 2026
Gesundheit für alle - diversitätssensible Gesundheitsversorgung: Aufbauend auf
den Ergebnissen des Fachtags werden im Sommer Werkstattgespräche mit diversen
Akteur*innen aus dem Gesundheitsbereich organisiert, um die Handlungs -
empfehlungen für Düsseldorf zu konkretisieren. Darüber hinaus wird im Herbst eine
gemeinsame Dialogveranstaltung mit dem Projekt „Empowerment für Diversität”
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.