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Ö Vorlagen - Nr. 66/ 37/2004
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Beschlussvorlage
Betrifft:
Mobilitätsbedingungen und -anforderungen von Frauen in der Landeshauptstadt
Düsseldorf
Beschlussdarstellung:
Der Frauenausschuss nimmt den Abschlussbericht zur Untersuchung zur Frauenmobilität
zustimmend zur Kenntnis.
Sachdarstellung:
Der Frauenausschuss, der Ordnungs- und Verkehrsausschuss und der Rat der Stadt
haben im Rahmen der Beschlussfassung zum 1. Nahverkehrsplan 1997 die Erarbeitung
einer Frauenmobilitätsanalyse für zwei Stadtteile beschlossen. Als erster Arbeitsschritt
wurde 1998 eine Haushaltbefragung zur werktäglichen Verkehrsteilnahme der
Düsseldorfer Bevölkerung durchgeführt. Hierauf aufbauend hat die Verwaltung im Novem-
ber 2001 eine Untersuchung der Mobilitätsbedingungen und Mobilitätsanforderungen von
Frauen in Düsseldorf in Auftrag gegeben. Über erste Analyseergebnisse wurde der
Frauenausschuss in der Sitzung am 07.11.2002 informiert.
Der im März 2003 vom Rat beschlossene Nahverkehrsplan 2002 - 2007 enthält bereits
grundsätzliche Aussagen und ein umfassendes Zielkonzept zu den Anforderungen an die
Ausgestaltung des ÖPNV aus Sicht der Frauen. Die Ergebnisse und
Handlungsempfehlungen der Untersuchung zur Mobilität der Düsseldorfer Frauen lagen
zum Zeitpunkt der Beschlussfassung des 2. NVP noch nicht vor und fließen daher
zukünftig in die laufende Nahverkehrsplanung ein.
Im Rahmen der Untersuchung wurden die spezifischen Mobilitätsfaktoren der Frauen in
Düsseldorf ermittelt. Dabei wurden soziale und demografische Faktoren wie auch
spezifische Mobilitätsfaktoren (z.B. Pkw-Verfügbarkeit, Mobilitätsrate) betrachtet. Des
weiteren wurden im Rahmen einer problemorientierten Bestandsanalyse die
Mobilitätsbedingungen von Frauen exemplarisch in zwei ausgewählten Stadtteilen (Ober-
bilk und Holthausen) untersucht und die dort vorhandenen relevanten Problemfelder für
die unterschiedlichen Verkehrsarten (Fuß- und Radverkehr, ÖV und MIV) ermittelt.
Hierauf aufbauend wurden zur Verbesserung der Mobilität von Frauen mögliche
Maßnahmenfelder und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Begleitend wurden im Juli und
November 2003 Workshops in den Stadtteilen Oberbilk und Holthausen durchgeführt.
Als wesentliche Ergebnisse der Untersuchung können insbesondere folgende Aspekte
herausgestellt werden:
S Mobilitätsmuster für Frauen und Männer unterscheiden sich aufgrund des vorherr-
schenden gesellschaftlichen Rollenverständnisses und somit unterschiedlichen
Lebenssituationen voneinander. Frauen sind trotz zunehmender Berufstätigkeit
immer noch weitgehend für die Haus- und Familienarbeit zuständig. Frauen stellen
in Düsseldorf demographisch eine Mehrheit dar (53 % Frauen, 47 % Männer) und
legen im Alltag eine größere Anzahl von Wegen zurück als Männer.
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S Frauen legen in der Regel durch die Verknüpfung einer Vielzahl von Aktivitäten
und Wegen komplexere Wegeketten zurück als Männer. Hierbei kommt der
Nahmobilität und somit der Erhöhung der Qualitätsstandards in der Nahmobilität
eine besondere Bedeutung zu. Eine Verbesserung der Qualitätsstandards in der
Nahmobilität (Fuß- und Radwege, Zugänglichkeit von Haltestellen, etc.) nutzt
daher vor allem der Mobilität von Frauen als Hauptnutzerinnen.
S Frauen nutzen im Alltag häufiger Bus und Bahn, das Fahrrad oder gehen zu Fuß
(64 %) als Männer (53 %) und weisen gegenüber Männern eine gleichmäßige Ver-
teilung der Fahrtenzahlen über den gesamten Tagesverlauf auf. Sie benötigen
daher ein kontinuierliches Verkehrsangebot zu allen Tageszeiten.
S Frauen üben in höherem Maße Mobilitätsverzicht aus als Männer. Hierbei spielt
das subjektive „Unsicherheitsempfinden", insbesondere bei Dunkelheit eine große
Rolle (fehlende Belebung, ausreichende Beleuchtung, unübersichtliche und
unzureichend einsehbare Wegeführung/Raumgestaltung). Die geplanten
Aktivitäten, wie beispielsweise die Umsetzung des Lichtmasterplans, zielen in die
richtige Richtung.
S Die infrastrukturellen Voraussetzungen und Qualitäten im Düsseldorfer
Stadtverkehr haben ein hohes Niveau und stellen sich insgesamt als
frauenfreundlich dar. Trotzdem lohnt es sich, sie weiter zu entwickeln und die
Mobilitätsanforderungen von Frauen im Sinne einer qualitätsorientierten lernenden
Organisation ständig im Blick zu behalten und weitere Verbesserungen in der
aktuellen und zukünftigen Planung und Umsetzung von Verkehrsmaßnahmen zu
berücksichtigen.
Mit den vorliegenden "Empfehlungen für mehr Qualität in der Mobilität von Frauen in
Düsseldorf" werden Anregungen für die Planungspraxis gegeben. Kernergebnis ist, die
Qualität in der Nahmobilität weiter zu verbessern. Verbesserungen in der Mobilität von
Frauen kommen allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern zugute. Dies
deckt sich mit den Zielsetzungen des Gender Mainstreaming. Gender Mainstreaming
bedeutet, dass bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen
Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und
regelmäßig zu berücksichtigen sind.
Die Handlungsempfehlungen wurden so ausgestaltet, dass sie grundsätzlich auch auf
andere Düsseldorfer Stadtteile übertragbar sind. Die einzelnen Empfehlungen fließen in
alle zukünftigen Planungsprozesse ein und bilden die Grundlage für eine systematische
Berücksichtigung der Belange von Frauen bei der Planung verkehrlicher Projekte. Die
Auflegung eines separaten Umsetzungsprogramms "Frauenmob ilität" ist aus der
Untersuchung nicht ableitbar und auch nicht vorgesehen.
Beratungsfolge:
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Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Ordnungs- und Verkehrsausschuss -/-
1
-/-
2
Frauenausschuss 29.04.2004 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Anlagen:
Nr. Ort Anlage
1 beigefügt Empfehlungen für mehr Qualität in der
Mobilität
Alternative:
Keine
Amt:
Amt für Verkehrsmanagement
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Leonhardt