Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 03/ 7/2005

Integration im schulischen Bereich

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Sonnenstraße · Stadtbezirk 3 (Oberbilk, Bilk)örtlicher Bezug 1Dokument 11. April 2005veröffentlicht

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Aus der amtlichen Vorlage

Der Ausschuss für regionale und europäische Zusammenarbeit sowie Integration nimmt den Bericht über Sprachförderung im vorschulischen und schulischen Bereich zur Kenntnis.

Auszug aus „Beschlussdarstellung“. Der Dokumenttext allein belegt keinen gefassten Beschluss. Originaldokument

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1 Die Schulstatistik erfasst nur Schüler/innen mit ausländischem Pass. Somit findet die Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (laut Definition des deutschen PISA-Konsortiums: Kinder mit mindestens einem Elternteil anderer Herkunftssprache als Deutsch) insgesamt statistisch keine Berück- sichtigung. Da auf Grund der Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht die Zahl der Eingebürgerten stetig zunimmt, lassen sich keine Aussagen hinsichtlich der schulischen Situation der gesamten Gruppe machen. Seite 1 von 6 Hauptschule (27,32%)Gymnasium (29,60%) Realschule (24,19%)Gesamtschule (18,88%) Schüler/innen mit ausländischem Pass Hauptschule (15,35%) Gymnasium (48,57%) Realschule (23,72%) Gesamtschule (12,36%) Deutsche Schüler/innen Informationsvorlage Betrifft: Sprachförderung im vorschulischen und schulischen Bereich Beschlussdarstellung: Der Ausschuss für regionale und europäische Zusammenarbeit sowie Integration nimmt den Bericht über Sprachförderung im vorschulischen und schulischen Bereich zur Kenntnis. Sachdarstellung: 1. Ausgangslage Im Schuljahr 2004/2005 besuchen insgesamt 52.016 Schüler/innen die öffentlichen allgemein- bildenden Schulen in Düsseldorf. Davon besaßen 11.936 einen ausländischen Pass 1 . Obwohl diese Schüler/innen in den vergangenen Jahren Verbesserungen hinsichtlich ihres Schulerfolges verzeichnen konnten, schneiden sie vergleichsweise immer noch schlechter ab als Schüler/innen deutscher Muttersprache. Dies zeigt sich sowohl in der Verteilung der Schüler/innen mit auslän- dischem Pass auf die einzelnen allgemeinbildenden Schulformen der Sekundarstufe I und II als auch im Hinblick auf ihre formalen Abschlussqualifikationen: Verteilung auf die allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufen I und II 2004/2005 RSD AllVorlg.WPT 2 Die im Folgenden beschriebenen Problemaspekte und Maßnahmen beziehen sich auf die gesamte Gruppe im Sinne der in Fußnote 1 genannten Definition von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund . Seite 2 von 6 HSA Jg 10 (12,48%) HSA Jg 9 (4,67%) AHR (34,37%) o.Abschl. (5,93%) FOR (37,64%) FHR (4,91%) Deutsche Abgänger/innen HSA Jg 10 (19,78%) HSA Jg 9 (5,34%) AHR (19,07%) o.Abschl. (12,01%) FOR (38,07%) FHR (5,73%) Abgänger/innen mit ausländischem Pass Verteilung nach Schulabschlüssen im Jahr 2004 (Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW) Vor dem Hintergrund der Verknappung auf dem Ausbildungsmarkt mindert die schulische Benachteiligung der Schüler/innen mit ausländischem Pass auch ihre beruflichen Chancen. 2. Praxis Durch die gesamte Schullaufbahn vieler Kinder und Jugendlicher mit Migrationshintergrund 2 zieht sich die Feststellung, dass ihre Sprachkenntnisse in Deutsch unzureichend sind. Mangelnde Kompetenzen in der deutschen Sprache sind eine zentrale Barriere für den schulischen Erfolg in allen Fächern. Somit muss der Schwerpunkt für die Verbesserung der Bildungschan-cen von jungen Menschen mit Migrationshintergrund in speziellen Angeboten der Sprachförderung liegen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass beim Erwerb der Zweitsprache der Erstsprache eine große Bedeutung zukommt. Verfügt ein Kind in seiner Muttersprache über ausgebildete Sprachstrukturen, so kann es auch eine Zweitsprache erfolgreich erlernen. Entscheidend ist, dass Seite 3 von 6 die Förderung frühzeitig einsetzt und einen koordinierten Spracherwerb vorsieht. Die frühzeitige Vermittlung von Mehrsprachigkeit ist nicht nur eine optimale Voraussetzung für den erfolgreichen Erwerb der Zweitsprache, sondern stellt darüber hinaus eine ökonomische, soziale und kulturelle Ressource dar, die es sowohl individuell als auch gesellschaftlich zu nutzen gilt. Deshalb zielt die Arbeit der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (40/RAA) darauf ab, im Rahmen der organisatorischen, finanziellen und personellen Möglichkeiten Sprachförderangebote im Sinne eines koordinierten Deutsch-/Mutter- sprachenerwerbs zu gestalten. Wenn es der Wunsch der Eltern ist, sollen nach Möglichkeit alle Kinder, d.h. auch Kinder deutscher Muttersprache an solchen Modellen partizipieren. Modelle einer solchen koordinierten zweisprachigen Erziehung erfordern 'ein teamorientiertes Arbeiten, d.h die Koordinations- und Kooperationsbereitschaft zwischen den beteiligten Fachkräften 'ein intensive Einbeziehung der Eltern 'ein interkulturelles Lernen in fachlichen und überfachlichen Zusammenhängen. Entsprechende Maßnahmen lassen sich in Einrichtungen durchführen, in denen eine ausreichen- de Zahl von Kindern mit einer gemeinsamen Muttersprache gefördert werden. Sofern diese Einrichtungen Fachkräfte mit Migrationshintergrund beschäftigen, können die Angebote mit den vorhandenen personellen Ressourcen umgesetzt werden; anderenfalls müssen zusätzlich muttersprachliche Fachkräfte eingesetzt werden. 3. Maßnahmen In der auf Seite 4 folgenden Übersicht sind die Sprachfördermaßnahmen aufgelistet, die von der RAA entweder in Eigenregie durchgeführt oder als Kooperationspartner begleitet werden. Zielgruppen sind sowohl Kinder und Jugendliche, die ohne ausreichende Deutschkenntnisse einreisen, als auch solche, die hier geboren und aufgewachsen sind. Im Rahmen der dargestellten Sprachfördermaßnahmen erbringt die RAA jeweils unterschiedliche Leistungen: 'eigene pädagogische Angebote 'Material- und Konzeptentwicklung 'Angebote zur Fortbildung und Qualifizierungserweiterung von Fachkräften 'pädagogische Beratung von Seiteneinsteigern 'Beteiligung an der Einrichtung von Förderklassen und -gruppen. Alle Angebote erfolgen in enger Abstimmung mit den jeweiligen Partnern, v.a. mit dem Jugend- amt und der Schulaufsicht; im Übergangsbereich Schule/Beruf sind auch die Kammern in die Planung einbezogen. Seite 4 von 6 Bereich Angebot Zielgruppe Deutsch-Sprachkurse an Grundschulen im Halbjahr vor der Einschulung Kinder mit erheblichen Sprachdefi- ziten, insbesondere aus Familien mit Migrationshintergrund Elementar- bereich RUCKSACK - ganzheitliche, koordinierte Förderung Deutsch / Mutterspra-che in Müttergruppen Mütter von Kindern im Alter von 4 - 7 Jahren GRIFFBEREIT - ganzheitliche, mutter- sprachliche Förderung in Mutter-Kind- Gruppen Mütter und deren Kinder im Alter von 1 bis max. 4 Jahren Primar- bereich Deutsch-Förderklassen/-gruppen an Grundschulen Grundschüler/innen, die ohne aus- reichende Deutschkenntnisse ein- reisen Deutsch-Förderklasse zur gezielten Vor- bereitung auf den Übergang in die Se- kundarstufe an der GGS Sonnenstraße Viertklässler, die ohne ausreichen- de Deutschkenntnisse einreisen Bilingualer Zweig Deutsch / Italienisch an der KGS Blumenthalstraße Grundschüler/innen aller Mutter- sprachen KOALA - Koordinierte Alphabetisierung Deutsch / Muttersprache im Anfangs- unterricht der Grundschule Migrantenkinder mit einer gemein- samen Muttersprache Sekundar- bereich Deutsch-Förderklassen/-gruppen an Haupt-, Real-, Gesamt-, Berufsschulen Schüler/innen, die ohne ausrei- chende Deutschkenntnisse ein- reisen Zentrale Deutsch-Intensivkurse am Lessing-Gymnasium Schüler/innen mit gymnasialer Eig- nung, die ohne ausreichende Deutschkenntnisse einreisen Deutsch-Förderklassen für besondere Zielgruppen an Haupt- und Gesamt- schulen Schüler/innen im Übergang Schule / Beruf, Analphabeten, russisch- sprachige Schüler, die ohne aus- reichende Deutschkenntnisse ein- reisen Seite 5 von 6 100 200 300 400 500 600 gemeldeter Bedarf geförderte Kinder Sprachkurse im Halbjahr vor der Einschulung Übergang Schu- le/Beruf Entwicklung modellhafter Förderkonzep- te, Fortbildung von Lehrkräften und Netzwerkbildung im Rahmen des BLK- Projektes "Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig) NRW" Jugendliche mit Migrationshinter- grund im Übergangsbereich Schu- le/Beruf Aus der Übersicht wird deutlich, dass sich die Sprachförderung von Seiteneinsteigern auf alle Schulformen erstreckt. Die übrigen Angebote konzentrierten sich bislang auf den Elementar- bereich und auf die Primarstufe. Seit September 2004 wird mit der Beteiligung am Programm der Bund-Länder-Kommission (BLK) auch die Sprachförderung im Übergang Schule/Beruf in den Blick genommen. 4. Entwicklungslinien und Perspektiven Zur detaillierteren Beschreibung der einzelnen Maßnahmen sei auf den Jahresbericht 2004 der RAA verwiesen, der unter der Vorlagennummer 03/09/2005 vorliegt. Im Folgenden werden, ergänzend zu diesem Bericht, beispielhaft einige spezifische Entwicklungslinien aufgezeigt. Sprachkurse im Halbjahr vor der Einschulung Die Sprachkurse nach Ziffer 2.2.2 der „Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen für Angebote zur Sprachförderung im Elementarbereich" des Landes NRW können seit dem Jahre 2003 von der RAA bedarfsdeckend angeboten werden, da seitdem sämtliche be- antragten Maßnahmen bewilligt werden. Bei der Einschulungsanmeldung stellt die Schule fest, ob die Kinder die deutsche Sprache hinreichend beherrschen, um im Unterricht mitarbeiten zu können. Die Schule kann Kinder ohne die erforderlichen Sprachkenntnisse zum Besuch eines vorschulischen Sprachförder- kurse verpflichten, soweit sie nicht bereits in einer Tageseinrichtung für Kinder entsprechend gefördert werden. Im Jahr 2004 wurden für 55 Kurse mit 564 Kindern Landesmittel in Höhe von insgesamt 73.088,82 Euro zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des Schulanmeldeverfahrens für das Schuljahr 2005/2006 wurde von den Grundschulen Sprachförderbedarf für 536 Kinder gemeldet. Dies sind 11,5% der bis März 2005 angemeldeten Kinder. Seit Februar 2005 Seite 6 von 6 werden an Grundschulstandorten in 50 Kursen 413 Kinder gefördert; bei den übrigen 113 erfolgt die Förderung in Tageseinrichtungen für Kinder. Rucksack/Griffbereit-Gruppen Die Anzahl der Rucksack-Gruppen ist im zweiten Halbjahr 2004 von neun auf fünf reduziert worden, da das Programm zukünftig ausschließlich in Tageseinrichtungen für Kinder angebo- ten werden soll. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Spracherwerb koordiniert erfolgt und die Erzieherinnen im Rahmen ihrer Förderarbeit in Deutsch parallel die Themen auf- greifen können, welche die Mütter mit ihren Kindern zu Hause in der Muttersprache be- handeln. Zudem erhalten die Mütter einen konkreten Einblick in die Erziehungs- und Bildungs- arbeit der Tageseinrichtungen. Dies stärkt die Kooperation zwischen ihnen und den Erzie- herinnen. Die zum Abschluss des Kindergartenjahrs 2003/04 durchgeführte Befragung bestätigt diesen Zusammenhang (s. Jahresbericht RAA 2004). Die Rucksack/Griffbereit-Gruppen werden durch das Jugendamt jährlich mit Mitteln bis zu 9500,- Euro finanziert. Im kommenden Kindergartenjahr sollen weitere Gruppen eingerichtet werden. Hierfür wird zur Zeit der Bedarf bei den Fachberater/innen der Stadt und der Wohl- fahrtsverbände abgefragt. KOALA - Koordinierte Alphabetisierung Deutsch / Muttersprache im Anfangsunterricht der Grundschule Bei KOALA arbeiten Regelklassenlehrer/innen und Muttersprachenlehrer/innen im Sinne einer Methoden- und Themenangleichung zusammen. Das Programm wurde in Düsseldorf im Schuljahr 2000/2001 eingeführt. Seit dem Schuljahr 2001/2002 waren stets drei Düsseldorfer Grundschulen an der Umsetzung von KOALA Deutsch/Türkisch beteiligt; seit dem Schuljahr 2004/2005 wird es an allen Standorten für die erste und zweite Jahrgangsstufe angeboten werden. Die Hauptstelle RAA hat die Erfahrungen wie folgt zusammengefasst: Alle KOALA-Schulen in NRW beurteilen das Konzept als durchweg effektiv und förderlich. Insbesondere ver- bessere sich die Sprachkompetenz der Kinder in beiden Sprachen, ihre aktive Beteiligung am Unterricht nehme zu und durch die Teamarbeit der Lehrkräfte würden alle Kinder der be- teiligten Klassen, also nicht nur die zweisprachig alphabetisierten, besser gefördert. Bei den Lehrer/innen führe die Koordination und Kooperation zu mehr Verständnis, mehr Sprach- analyse und mehr Anerkennung der Qualifikationen der Muttersprachenlehrer/innen. In der Vorlage zur Integration im Elementarbereich (03/672005)) wurde bereits auf die Zusam- menarbeit am Runden Tisches "Interkulturelle Erziehung und Sprachförderung" und die Erstellung eines Entwurfes des "Gesamtkonzeptes zur interkulturellen Erziehung und Sprachförderung in Tageseinrichtungen für Kinder für die Landeshauptstadt Düsseldorf" hingewiesen. Auch das Gesamtstädtische Integrationskonzept hebt die besondere Relevanz von Sprachförderung als unverzichtbarem Bestandteil einer erfolgreichen Integrationsarbeit hervor. Mit der Kommunalen Integrationskonferenz und ihren Fachkonferenzen sind Arbeitszusammenhänge geschaffen, die geeignet sind, die im Integrationskonzept für den Bereich Sprachförderung entwickelten Hand- lungsansätze gemeinsam mit allen an der Förderung beteiligten Akteuren zu konkretisieren und vernetzt umzusetzen. Beratungsfolge: Seite 7 von 6 Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Ausschuss f. regionale und europäische Zusammenarbeit sowie Integration 20.04.2005 einstimmige Kenntnisnahme 2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. Amt: Schulverwaltungsamt Dezernentin / Dezernent: Stadtdirektor Grosse-Brockhoff

Ohne KI-Zusammenfassung. Angezeigt werden ausschließlich strukturierte Angaben und extrahierte Inhalte aus dem Ratsinformationssystem.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 03/ 7/2005