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Stadtbezirke
Kinder 3 bis 6 Jahre
...mit Sprachförderbedarf...
...und zugleich Migrationshintergrund
Darstellung nach Stadtbezirken
3-6 jährige in Tageseinrichtungen
Informationsvorlage
Betrifft:
Integration im Elementarbereich
Auf Grund der neuen Zuständigkeit des "Ausschusses für regionale und europäische
Zusammenarbeit sowie Integration" erhalten die Mitglieder durch diese Vorlage eine
einführende Information über die bestehenden integrativen Maßnahmen im
Elementarbereich.
Integration aus Sicht des Elementarbereichs
Interkulturelle Erziehung und Sprachförderung
als Wegbereiter einer gelingenden Integration
1. Praxis
Aktuell liegt folgende Situation in den Düsseldorfer Tageseinrichtungen für Kinder vor:
In 297 Tageseinrichtungen werden insgesamt 13.662 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren
betreut.
Von diesen 13.662 Kindern haben 4.103 Migrationshintergrund.
Von 13.662 Kindern haben 4.104 Sprachförderbedarf.
Von diesen 4.104 Kindern mit Sprachförderbedarf haben 2.894 Migrationshintergrund.
Das nun folgende Diagramm schlüsselt die benannten Zahlen nach Stadtbezirken auf:
RSD AllVorlg.WPT
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Sprachliche und kulturelle Vielfalt stellen eine Herausforderung an die integrativen Kräfte
einer Gesellschaft dar. Zugleich sind sie eine Chance, wenn es gelingt, mehrsprachige
Erziehung und interkulturelles Lernen in unserem Erziehungs- und Bildungssystem so zu
gestalten, dass alle Kinder davon profitieren.
Der Integrationsbericht der Landeshauptstadt Düsseldorf verwies schon 1999 auf die
Tatsache, dass Integration nur mit Hilfe flankierender Maßnahmen zu leisten ist.
Integration ist somit als prozesshaftes Geschehen zu verstehen, das von allen Beteiligten
initiiert und bewusst gestaltet werden muss. Der Spracherwerb ist dabei der wesentliche
Schlüssel zur Integration.
Die Tageseinrichtungen für Kinder leisten einen erheblichen Beitrag zur Integration: hier
leben und erleben sich Menschen unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Religionen.
Das ab 1980 entwickelte Konzept der interkulturellen Erziehung ist als pädagogische
Antwort auf die durch Migration bedingte kulturelle Pluralität der Gesellschaft zu
verstehen. Der Ansatz der interkulturellen Erziehung geht von der These aus, die
multikulturellen Gegebenheiten unserer Gesellschaft einzubeziehen und aufzugreifen, um
Kindern Handlungskompetenzen für das Leben in einem globalisierten System zu
vermitteln. Das Ziel einer interkulturellen Erziehung ist ein gleichberechtigtes Miteinander
der Menschen zu ermöglichen, wobei durch das Zusammenleben Situationen geschaffen
werden, die Lernchancen für alle implizieren und somit zum Abbau von Diskriminierung
beitragen. Bedingt durch das Anliegen, mit Hilfe von bewußten pädagogischen
Handlungen Kindern Werte wie Akzeptanz und Toleranz zu vermitteln, ist das Prinzip der
interkulturellen Erziehung auf jede Tageseinrichtung für Kinder übertragbar.
Wesentliche Maßnahmen zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund sind:
' die Aufnahme eines Kindes in Tageseinrichtungen für Kinder unabhängig von
Nationalität, sozialer Herkunft und kultureller und religiöser Zugehörigkeit,
möglichst anteilmäßig auf alle Trägerschaften verteilt
' die Entwicklung der interkulturellen Erziehung und Sprachförderung als
integrativen Ansatz für Kinder mit Migrationshintergrund
' die Entwicklung der deutschen Sprachkompetenz, eingebettet in der ganzheitlichen
Erziehung und Bildung des Kindes als Bedingung und Voraussetzung zur
Integration
' die Akzeptanz der Familiensprache, deren Förderung eine Voraussetzung für eine
gelingende Zweisprachigkeit ist
' die Beratung und Unterstützung von Eltern in Erziehungsfragen und -problemen
' die Durchführung von Angeboten wie Sprachkurse für Mütter
' die Qualifizierung und fachliche Begleitung der pädagogischen Fachkräfte in den
Bereichen interkultureller Erziehung und Kompetenz.
Für viele Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache sind die Tageseinrichtungen fernerhin
der einzige Ort für den Erwerb der Zweitsprache Deutsch, wobei Sprachförderung
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grundsätzlich in jeder Einrichtung aufgrund des gesetzlich vorgeschriebenen Auftrages
Bestandteil der täglichen pädagogischen Arbeit ist.
Erhebungen der Einrichtungen zeigen auf, dass eine zunehmende Anzahl der Kinder mit
Migrationshintergrund, aber auch der deutschen Kinder, im Alter von 3 bis 6 Jahren
deutliche Schwierigkeiten im Bereich der Kommunikation haben.
Hintergrund ist unter anderem die Tatsache, dass in den Einrichtungen der Anteil von
Kindern mit Migrationshintergrund steigt, die große Nationalitätenvielfalt besondere
Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte stellt und immer mehr Kinder und Mütter
die deutsche Sprache schlecht bzw. gar nicht beherrschen.
Diese Aussage wird unterstützt durch die jährliche Erhebung des Sprachförderbedarfs in
allen Tageseinrichtungen für Kinder in Düsseldorf durch die Abteilung
Tageseinrichtungen für Kinder. Bei der Auswertung der Angaben stellte sich für das
Kindergartenjahr 2004/2005 heraus, dass von insgesamt 297 Einrichtungen in Düsseldorf
138 Einrichtungen Kinder mit Förderbedarf anzeigten. In diesen Tageseinrichtungen
zeigen zwischen 30 - 100 % aller Kinder sprachliche Defizite.
Die sich daraus ableitende Zielsetzung ist, dass alle Kinder in Düsseldorf die deutsche
Sprache so gut beherrschen, dass sie bei der Einschulung dem Unterricht aktiv und mit
Gewinn folgen können. Das Erreichen dieser Zielsetzung soll dazu beitragen, dass jedes
Kind eine seinem Begabungspotenzial entsprechende Schul- und Berufsausbildung
absolvieren kann.
Dieser veränderten Gegebenheit und den Ergebnissen der Pisa-Untersuchung folgend
trug das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW mit den 2002
erlassenen "Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen für Angebote zur
Sprachförderung im Elementarbereich" Rechnung. Diese gewähren den Trägern der
Jugendhilfe die Bewilligung von Landesmitteln zur Finanzierung von Personalkosten.
Tageseinrichtungen mit einem hohen Anteil (
über 50%) an Kindern mit
Sprachförderbedarf wird somit die Einstellung von zusätzlichen Kräften ermöglicht. Dieser
Einsatz schafft dem pädagogischen Fachpersonal die notwendige Voraussetzung, eine
gezielte Förderung in Kleingruppen von mindestens fünf bis maximal zehn Kindern auf der
Grundlage der Elementarpädagogik durchzuführen.
Im Hinblick auf die Umsetzung dieser Richtlinien findet jährlich eine Abfrage in allen
Einrichtungen des Elementarbereichs statt. Auf dieser Basis werden in Abstimmung mit
der AG nach § 78 KJHG der Bedarf bestimmt und die Maß nahmen in einem
Sammelantrag beim Land beantragt.
Dadurch konnte erreicht werden, dass
1. der Gesamtbedarf an Sprachförderung aller Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren, die
eine Tageseinrichtung besuchen, bekannt ist
2. der Gesamtbedarf an Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund im
Alter von 3 bis 6 Jahren, die eine Tageseinrichtung besuchen, bekannt ist
3. der Gesamtbedarf an Sprachfördermaßnahmen für Düsseldorf ermittelt wird
4. als Grundlage zur Einschätzung des Sprachförderbedarfes ein einheitlicher
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Sprachstandsbogen eingesetzt wird
5. rechtzeitig alle Kindertageseinrichtungen in Düsseldorf über die Möglichkeit der
Beantragung von Zuschüssen informiert sind.
2. Entwicklungslinien
In der ersten Umsetzung der "Richtlinien" im Kindergartenjahr 2002 / 2003 wurde ein
Sammelantrag für 97 Sprachfördermaßnahmen gestellt und das Land bewilligte die
Finanzierung von 32 Maßnahmen.
Der Bedarf im Kindergartenjahr 2003 / 2004 belief sich auf insgesamt 278 Maßnahmen
zur Sprachförderung in Tageseinrichtungen für Kinder, das Land bewilligte eine
Finanzierung von 138 Maßnahmen.
Zur Erinnerung: in der ersten Durchführung im Kindergartenjahr 2002 / 2003 waren es
32 Maßnahmen, die bewilligt worden sind, nun waren es 138, was einer
Zuwachsrate
von 294 %
entspricht.
Die Höhe der Zuwendung von Landesmitteln ermöglichte es, dass jeder
Tageseinrichtung für Kinder, die einen Antrag auf Fördermittel gestellte hatte, eine
Finanzierung zur Durchführung von Sprachfördermaßnahmen bewilligt werden konnte.
Jedoch wich die Anzahl der Maßnahmen in den jeweiligen Häusern von der
Antragsstellung ab.
Nach Rücklauf der Fragebögen für das Kindergartenjahr 2004 / 2005 wurden beim Land
insgesamt 279 Sprachfördermaßnahmen für Düsseldorf beantragt, das Land bewilligte
eine Finanzierung von 149 Maßnahmen.
Die aktuelle Beantragung beläuft sich auf 178 Sprachfördermaßnahmen für das
Kindergartenjahr 2005 / 2006, die Höhe der Bewilligung von Landesmitteln wird uns im
Sommer diesen Jahres mitgeteilt.
Beantragung und Bewilligung von Sprachförderangeboten
gemäß Landesrichtlinien
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Anzahl
Bew illigungen 32 138 149
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In der Auswertung des Fragebogens zur Beantragung von Landesmitteln wird fernerhin
deutlich, dass eine Verdichtung von Sprachförderbedarf in den
Stadtbezirken 3, 6, 8
und 9
vorliegt.
In diesen Bereichen werden zusätzlich zu dem Sprachförderprogramm für Kinder
in
einzelnen Einrichtungen öffentlicher und freier Trägerschaft in Kooperation mit der RAA
das "Rucksack-Projekt" für Mütter angeboten.
Neben der Arbeit mit dem Kind ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ein wesentlicher
Aspekt der Tageseinrichtungen für Kinder. Die unterschiedlichen Formen wie
Elternnachmittage, Gesprächskreise oder Elternberatung wirken der zu beobachtenden
Isolierung von Müttern mit Migrationshintergrund (insbesondere türkischer Mütter)
entgegen und bauen Schwellenängste gegenüber deutschen Institutionen ab.
So wurde folgerichtig der benannte Fragebogen zur B edarfssichtung von
Sprachförderbedarf im Herbst 2003 in der AG nach § 78 aktualisiert und inhaltlich
erweitert. Die Auswertung des Fragebogens zur Erfassung des Sprachförderbedarfes
bei Kindern ermöglicht nunmehr zugleich eine Bestandsaufnahme des
Sprachförderbedarfes bei Müttern / Eltern. Anliegen dabei ist es, Angebote nach
sozialräumlichen Kriterien stärker zu vernetzen und zu verdichten.
3. Perspektiven
Wie schon benannt wurden im Frühjahr 2002 die Bemühungen zur interkulturellen
Pädagogik und Sprachförderung in Düsseldorf verstärkt. In Kooperation mit der RAA
konstituierte sich der "Runde Tisch zur interkulturellen Erziehung und Sprachförderung
im Elementarbereich", an dem Vertreter der freien Träger der Jugendhilfe, der / die
Sprachheilbeauftragte der Stadt Düsseldorf und Dozenten der Ausbildungsstätten
beteiligt sind. Anliegen war es Bedarfe zu ermitteln, Angebote stärker zu vernetzen und
gemeinsame Rahmenbedingungen zu Erstellung eines "Gesamtkonzeptes zur
interkulturellen Erziehung und Sprachförderung" für Düsseldorf zu definieren.
Nach Erstellung des Entwurfes des "Gesamtkonzeptes zur interkulturellen Erziehung
und Sprachförderung in Tageseinrichtungen für Kinder für die Landeshauptstadt
Düsseldorf" verlagert der "Runde Tisch zur interkulturellen Erziehung und
Sprachförderung im Elementarbereich" nunmehr seine Arbeitsinhalte in Richtung
Steuerung und Vernetzung von Angeboten nach sozialräumlichen Aspekten. Der
bestehende Teilnehmerkreis wird einerseits zielorientiert reduziert, andererseits aber um
Vertreter der Grundschulen erweitert.
Zielsetzung wird fernerhin die Umsetzung trägerübergreifender Fortbildungsangebote zu
den Themenbereichen interkulturelle Erziehung und Sprachförderung sein, an denen
auch Vertreter der Grundschulen teilnehmen werden.
Zum Abschluss der Darstellung "Integration aus Sicht des Elementarbereichs" seien
folgende Punkte als weitere Perspektiven benannt:
1. Das Anfang diesen Jahres verabschiedete Zuwanderungsgesetz muß in seinen
Inhalten auf der Fachebene umgesetzt werden.
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2. In der Umsetzung des darin benannten Integrationskurses wären Anbindungen
von Anbietern an Tageseinrichtungen für Kinder sinnvoll. Dies entspräche den
besonderen Bedingungen der Zusammenarbeit mit Eltern in den Einrichtungen,
trüge aber auch dem Integrationskonzept Rechnung, dass in seinen
Handlungsansätzen die Durchführung von flankierenden Angeboten für Eltern
benennt.
Beratungsfolge:
Gremium
Sitzungsdatu
m
Ergebnis
Ausschuss f. regionale und europ. Zusammenarbeit
sowie Integration
20.04.2005 -/-
2
Jugendhilfeausschuss 17.05.2005 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Amt:
Jugendamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Hintzsche
RSD AllVorlg.WPT