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Informationsvorlage
Betrifft:
Stellungnahme der Verwaltung zur Anfrage der FDP-Fraktion vom 15.11.2004 zu den
Auswirkungen des Ausbildungsplatzmangels für die Berufskollegs in Düssledorf
Beschlussdarstellung:
Der Schulausschuss nimmt die Stellungnahme der Verwaltung zur Kenntnis.
Sachdarstellung:
Zu der obigen Anfrage der FDP-Ratsfraktion vom 15.11.2004 wird wie folgt Stellung
genommen:
Frage 1:
Wie viele jugendliche Ausbildungssuchende haben sich in Düsseldorf im Jahre 2004 für
welchen vollzeitschulischen Bildungsgang an einem Berufskolleg entschieden?
Siehe die in Anlage 1 aufgeführten Angaben zu den einzelnen Schulstandorten, die auf
von den Schulen eingeholten Informationen beruhen.
Frage 2:
Wie haben sich die Schülerzahlen im vollzeitschulischen Ausbildungsbereich an den
einzelnen Berufskolleg-Standorten seit dem Jahr 1995 entwickelt?
Siehe die in Anlage 2 aufgeführten Angaben zu den einzelnen Schulstandorten, die auf
von den Schulen eingeholten Informationen beruhen.
Frage 3:
Welche Prognosen liegen der Verwalt ung bereits für die Entwicklung im
Ausbildungsbereich für die nächsten Jahre vor?
Was den aktuellen Status der Ausbildungsplatzsituation in Düsseldorf anbelangt, ergibt
sich aus den als Anlage 3 beigefügten Stellungnahmen der IHK zu Düsseldorf vom
23.11.2004 und 25.11.2004, der Handwerkskammer Düsseldorf vom 15.12.2004 und der
Agentur für Arbeit in Düsseldorf vom 8.12.2004 erfreulicherweise, dass sich die
Entwicklung in Düsseldorf nachhaltig positiv von der landesweiten Situation in Nordrhein-
Westfalen abhebt. Was die zukünftige Entwicklung anbelangt, ergibt sich aus den
Stellungnahmen der Kammern, dass eine Einschätzung bezogen auf die weitere
Entwicklung aus den in den Stellungnahmen genannten Gründen kaum möglich ist. Die
Agentur für Arbeit in Düsseldorf geht davon aus, dass sich die Bewerberzahlen ähnlich
wie in diesem Geschäftsjahr entwickeln werden und ein Rückgang beim
Ausbildungsplatzangebot vermieden werden kann.
RSD AllVorlg.WPT
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Frage 4:
Welche Auswirkungen haben die durch den anhaltenden Ausbil dungsplatzmangel
hervorgerufenen Entwicklungen auf die Raumsituation der Berufskollegs in Düsseldorf?
Ungeachtet dessen, dass an einigen Berufsschulstandorten Raumprobleme bestehen, die
sich wie etwa am Franz-Jürgens-Berufskolleg und am Heinrich-Hertz-Berufskolleg durch
bereits begonnene bzw. in Planung befindliche Baumaßnahmen beheben lassen dürften,
gibt es z.B. am Max-Weber-Berufskolleg und am Berufskolleg Bachstraße Raumprobleme,
die aber nicht mit der Einrichtung von vollzeitschulischen Bildungsgängen aufgrund des
Ausbildungsplatzmangels zusammenhängen, sondern ihre Ursache in einer Zunahme der
in der Berufsschule beschulten Auszubildenden haben. Bezogen auf die spezielle
Fragestellung gibt es an der Elly-Heuss-Knapp-Schule räumliche Engpässe, wobei die
Schule andererseits auch darauf hingewiesen hat, dass im Bereich der in der Schule
angesiedelten Berufsschulklassen deshalb Zuwächse zu verzeichnen sind, weil mehr
Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt worden sind.
Raumprobleme gibt es auch an der Lore-Lorentz-Schule, einem Standort, der allerdings
generell baulich und räumlich einer Sanierung bedarf, ungeachtet dessen, dass der
Schule bereits Räume im Schulzentrum Kikweg zur Verfügung gestellt worden sind.
Frage 5:
Welche Maßnahmen werden aktuell von Seiten der Stadt und des Landesschulbehörden
initiiert, um den möglichen Auswirkungen sachgerecht zu begegnen?
Angesichts der Ausbildungsplatzsituation in Düsseldorf, die sich im Landesvergleich, wie
erwähnt, erfreulicherweise äußerst positiv darstellt, und im Hinblick auf die absehbare
zukünftige Entwicklung ist es nach Auffassung der Schulverwaltung nicht erforderlich, in
größerem Umfange neue vollzeitschulische Bildungsgänge einzurichten. Abgesehen von
der in diesem Kontext negativen Stellungnahme der IHK zu Düsseldorf, sei in diesem
Zusammenhang auch darauf verwiesen, dass viele Jugendliche, die vollzeitschulische
Bildungsgänge an Düsseldorfer Berufskollegs besuchen, aus dem Umland stammen, ein
Tatbestand, den die Funktion der Stadt Düsseldorf als regionales Oberzentrum mit sich
bringt. Andererseits ist zu beachten, dass in den Berufskollegs in den letzten Jahren
etliche Bewerberinnen und Bewerber für die zweijährige Höhere Handelsschule mangels
hinreichender Vorkenntnisse nicht aufgenommen werden konnten. Diese Gruppe wird
auch kaum Ausbildungsplätze finden. Daher wird daran gedacht, an einigen Berufskollegs
einen neuen Bildungsgang "Einjährige Handel sschule für Schüler/innen mit
Fachoberschulreife" für diesen Personenkreis einzurichten.
An die Einrichtung von vollzeitschulischen Bildungsgängen als Ersatz für das duale
System denkt die Schulverwaltung hingegen, u.a. auch wegen der erheblichen Kosten
und der fraglichen Akzeptanz in der Wirtschaft, nicht. Das vorhandene Angebot an
Ausbildungsplätzen - und das ist originäre Aufgabe der Betriebe - erfordert diese
Maßnahme im übrigen nicht. Insbesondere aus den Stellungnahmen der Kammern ergibt
sich vielmehr, dass es auch darum geht, die Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger den
Markterfordernissen anzupassen.
Beratungsfolge:
RSD AllVorlg.WPT
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Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Schulausschuss 11.01.05 -/-
2
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Anlagen:
Nr. Ort Anlage
1 beigefügt Bildungsgänge
2 beigefügt Schülerzahlen
Amt:
Schulverwaltungsamt
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Grosse-Brockhoff
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ANLAGE 1
Berufskolleg Bachstraße Handelsschule 44
Höhere Handelsschule 62
Wirtschaftsgymnasium 23
Höhere Handelsschule/
Fremdsprachensekretär/in für
Abiturienten 38
Lessing-Berufskolleg Biologisch-technische/r 72
Assistent/in
Franz-Jürgens-Berufskolleg Berufsgrundschuljahr 105
Techn. Assistent/in für Kon-
struktions- und Fertigungs-
technik /FHR 67
Albrecht-Dürer-Schule Die Schule hat keinen vollzeitschulischen
Ausbildungsbereich.
Leo-Statz-Berufskolleg Handelsschule 81
Höhere Handelsschule 99
kfm. Assistent/in für 44
Informationsverarbeitung
Heinrich-Hertz-Berufskolleg vollzeitschulische Berufsaus-
bildung 161
Vollzeitschulische Bildungs-
gänge, die eine berufliche
Qualifizierung vermitteln
(BGS,BFS) 170
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Lore-Lorentz-Schule Stellungnahme der Schule:
" An der Lore-Lorentz-Schule haben im Schuljahr
2004/2005 448 Schülerinnen und Schüler einen
Bildungsgang begonnen. Davon besuchen 299
Schülerinnen und Schüler einen Bildungsgang, der zur
FOR, FHR und staatlich anerkannten
Berufsabschlüssen mit einem weiteren schulischen
Abschluss führen. Es ist zwar nicht zulässig, diese Zahl
mit dem Personenkreis gleichzusetzen, der auf dem
Ausbildungsmarkt keine Stelle erhalten hat, doch
handelt es sich bei diesen Zielgruppen in großem
Umfang um diesen Personenkreis.
Ergänzend muss festgestellt werden, das nach der
Anmeldung mehr als 400 Bewerberinnen und Bewerber
aus Kapazitätsgründen abgewiesen werden mussten.
Dabei wurden 289 Bewerbungen abgelehnt, die für
Bildungsgänge der Berufsfachschule mit FOR und FHR
vorlagen."
Elly-Heuss-KnappSchule siehe Anlage 1 a): Aufstellung der Schule
Walter-Eucken-Berufskolleg Höhere Handelsschule 117
Wirtschaftsgymnasium 31
Max-Weber-Berufskolleg Stellungnahme der Schule:
"Nach der hier durchgeführten Befragung haben 20 von
97 neu eingeschulten Schülerinnen und Schüler der
Höheren Handelsschule angegeben, diese Schulform
gewählt zu haben, weil sie keinen Ausbildungsplatz
gefunden hätten.
Für die anderen der hier geführten vollzeitschulischen
Bildungsgänge ist diese Frage irrelevant."
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ANLAGE 2
Berufskolleg Bachstraße Stellungnahme der Schule:
"Vom Schuljahr 1995/1996 bis zum Schuljahr
2004/2005 hat die Zahl der Schülerinnen und Schüler in
den hier geführten vollzeitschulischen Bildungsgängen
von 334 auf 410 zugenommen. Wird dabei allerdings
berücksichtigt, dass 1995/1996 hier noch keine
vollzeitschulische geführte Fachschule für
Reiseverkehr/Touristik mit jetzt 86 Studierenden und
keine Klasse für Migranten mit jetzt 10 Besuchern
geführt wurde, ist die Zahl der Schülerinnen und
Schüler in der Handelsschule, in der Höheren
Handelsschule, im Wirtschaftsgymnasium und im
Bildungsgang Höhere Handelsschule/Fremdsprachen-
sekretär/in für Abiturienten in den letzten 10 Jahren mit
geringen Schwankungen von weniger als 10% fast
unverändert geblieben."
Lessing-Berufskolleg Biologisch-technische/r Assistent/in
(Schülerzahl aller Jahrgangsstufen
für 2 Bildungsgänge im Ausbildungsbereich)
1995 = 100
2004 = 200
Franz-Jürgens-Berufskolleg Berufsgrundschuljahr 1995 = 61
2004 = 105
Technische/r Assistent/in
für Konstruktions- und 1995 = 58
Fertigungstechnik/FHR 2004 = 67
Albrecht-Dürer-Schule Die Schule hat keinen vollzeitschulischen
Ausbildungsbereich.
Leo-Statz-Berufskolleg 1998 = 307
1999 = 272
2000 = 301
2001 = 330
2002 = 310
2003 = 382
2004 = 432
Heinrich-Hertz-Berufskolleg *CTA *ETA *ITA Summe
*CTA/Chemisch-technische Assistenten
*ETA/Elektrotechnische Assistenten
*ITA/Informationstechnische Assistenten
Der Bildungsgang ITA wurde erstmalig im Schuljahr
2002/2003 angeboten. Zugunsten dieser neu
eingerichteten 4 ITA-Eingangsklassen wurden die ETA-
Eingangsklassen von 3 auf 1 reduziert.
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Lore-Lorentz-Schule Stellungnahme der Schule:
"Seit 1995 ist eine stetig steigende Zahl von
Bewerberinnen und Bewerbern zu verzeichnen. Die
Lore-Lorentz-Schule hat seither mehr als 200 junge
Menschen mehr aufgenommen und damit ihre
räumlichen Grenzen bereits aus gesellschaftlicher
Verantwortung überschritten."
Elly-Heuss-KnappSchule Die Schule kann nur vergleichende Zahlen für 2 Jahre
vorlegen (siehe Zahlen in der Anlage 1). Für die
zurückliegenden Jahre, so die Schule, müßten Daten
aufwändig aufbereitet und der aktuellen Strukturierung
der Bildungsgänge angepasst werden.
Walter-Eucken-Berufskolleg
Höhere Handelsschule Wirtschaftsgymn.
Max-Weber-Berufskolleg *HöHa *HHA *FOS *FO13 Summe
*HöHa: Zweijährige Berufsfachschule (Höhere
Handelsschule
*HHA: Einjähriger Bildungsgang für Abiturienten
(Höhere Handelsschule für Hochschulzugangs-
berechtigte)
*FOS: Fachoberschule Klasse 12B
*FO13: Fachoberschule Klasse 13