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Title: 00495277.pdf
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Published Time: Thu, 31 Aug 2023 09:20:29 GMT
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Markdown Content:
RAT/326/2023
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 28.08.2023
An
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Vorsitzender des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf
Antrag der SPD -Ratsfraktion
zur Sitzung des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf am 07.09.2023
Betrifft:
Antrag der SPD -Ratsfraktion: Kultur - und Bürger:innenhäuser als Begegnungsorte in
den Stadtteilen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
im Namen der SPD -Ratsfraktion bitten wir Sie, folgenden Antrag auf die
Tagesordnung der Sitzung des Rates am 7. September 2023 zu nehmen und
abstimmen zu lassen:
Antrag:
Jeder Stadtbezirk in Düsseldorf braucht einen zentralen Ort, mit dem sich
möglichst viele Bür ger:innen identifizieren können.
Ein Bürger:innenhaus pro Stadtbezirk, das Initiativen, Vereinen, dem
Ehrenamt sowie Kulturschaffenden und Kreativen jeden Alters ein Zuhause
gibt.
Zusätzlich sollen 4 städtische Kulturhäuser die Kultur in den Stadtteilen
stärken.
Über kleinere Nachbarschaftszentren sollen Orte der Teilhabe und
Mitgestaltung für eine diverse Bürgerschaft entstehen, die den sozialen
Zusammenhalt und die Verbindungen vor Ort weiter stärken und
unterstützen.
Zur Umsetzung dieses Vorhabens wird die Verwaltung gebeten,
1. im ersten Quartal 2024 dem Jugendhilfeausschuss einen Bericht mit
einer systematischen Auflistung des derzeitigen Bestands und der
aktuellen Situation der Bürger:innenhäuser in den Stadtteilen
vorzustellen;
im ersten Quartal 2024 dem Kulturausschuss einen Bericht mit einer Seite 2
systematischen Auflistung des derzeitigen Bestands und der aktuellen
Situation der Kultureinrichtungen in den Stadtteilen vorzustellen.
Dabei sollen jeweils auch die Eigentumsverhältnisse dargestellt
werden.
2. im ersten Quartal 2024 im Ausschuss für Wohnungswesen und
Modernisierung und im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung
ein Bericht über bereits bestehende Nachbarschaftstreffs, -zentren in
den Stadtteilen oder Wohnquartieren vorzulegen.
Die vorgestellten Berichte sollen zur Information auch den jeweils
anderen beteiligten Ausschüssen zur Kenntnis gegeben werden. Die
vorhandenen Standorte sind in einer gemeinsamen Karte darzustellen.
3. zusätzliche Informationen darüber zu geben, welche ähnliche n
Institutionen, Räumlichkeiten, Initiativen und Angebote es gibt, über
welche Mittel sie verfügen, wie hoch die Nachfrage ist und ob es
bereits Kooperationen untereinander gibt und die
standortspezifischen, soziokulturellen Bedarfe in den einzelnen
Stadtb ezirken zu ermitteln. Hierbei sollen im gleichen Zuge mögliche
Flächen bzw. um -nutzbare Gebäude gesammelt werden.
4. Standorte für zwei Kulturzentren im Norden und im Westen
Düsseldorfs vorzuschlagen. Hierbei ist auch eine Nachnutzung des
FFTs in Friedrichs tadt sowie des Jungen Schauspielhauses in
Mörsenbroich im Sinne eines Kulturhauses zu prüfen.
5. die Bedarfe nach Bürger:innenhäusern in den einzelnen Stadtbezirken
unter Berücksichtigung der sozialräumlichen Gliederung zu ermitteln.
Hierbei sollen im gleic hen Zuge mögliche Flächen bzw. umnutzbare
Gebäude gesammelt werden.
6. zur Verbesserung der Stadtteilkulturarbeit ein Konzept zur
Beteiligung der lokalen Akteur:innen bei der Konzeption des
jeweiligen Bürger:innenhauses zu erarbeiten.
7. folgende Objekte an b ekannten und etablierten Orten mit dem Ziel
einer zeitnahen Realisierung als Nachbarschaftszentrum zu prüfen
und ggf. einen Alternativstandort vorzuschlagen:
Unterrath (als Bürger:innenhaus) im Bereich des ehemaligen
Schwimmbads
Standort Jägerstraße
En de Ehd
Kaiserswerth
8. die generelle Integration von Räumen für Nachbarschaftszentren bei
Wohnungsbauprojekten privater Investor:innen oder der Stadt bzw.
städtischer Töchter ab 50 Wohneinheiten zwingend einzufordern und
über städtebauliche Verträge abzusicher n.
9. zur Verbesserung der Stadtteilkulturarbeit in einem ersten Schritt die
räumlichen Veränderungsmöglichkeiten bzw. Erweiterungen an
folgenden Standorten von Stadtteilbibliotheken zu prüfen:
Stadtteilbücherei Flingern
Stadtteilbücherei Gerresheim
Stadtteilbücherei Benrath
10. die notwendigen Finanzmittel außerplanmäßig bereitzustellen. Seite 3
Begründung:
So wie die Hochkultur mit der Oper und dem Schauspielhaus wichtiger Bestandteil
der Düsseldorfer Kulturlandschaft ist, leisten auch die Subkultur und das Ehrenamt
einen großen Beitrag zu unserer lebenswerten Kulturmetropole und zu lebendigen
Stadtteilen.
So bieten beispielsweise die Düsseldorfer Bürger:innenhäuser, als Kultur - und
Stadtteilzentren, u.a ein vielfältiges, generationenübergreifendes Angebot von
musischen, kreativen, künstlerischen Projekte und Kurse an und zahlreiche kulturelle
Veranstaltungen wie Kabarettabende, Kino und Konzerte runden das Angebotsprofil
der Bürgerhäuser ab.
Die Stadtteile bilden mithilfe des Engagements und der Kreativit ät der Bürger:innen
die Basis des kulturellen Lebens in Düsseldorf. Um dieses Engagement aufrecht zu
erhalten und weiter zu fördern, wird ein niedrigschwelliges und kostengünstiges
Angebot an Räumlichkeiten in den einzelnen Stadtteilen benötigt.
Deshalb s ollten Stadtteilzentren mit einem großen Saal, ergänzt um ein
kleinteiligeres Raum -angebot und dauerhaft mietbarem Raum wie bspw.
Lagermöglichkeiten für Vereine & Initiativen in allen Stadtteilen vorhanden sein. Die
Stadtteilkulturzentren sollen eine zentr ale Begegnungsstätte sein, an der sich jede:r
individuell niedrigschwellig und interaktiv einbringen kann. Die Stärkung der Kultur
in den Stadtteilen soll das nachbarschaftliche Zusammenleben fördern.
Kultur - und Bürger:innenhäuser müssen auch über ein Pro jekt - und Event -Budget
verfügen. Das Programm muss kuratiert und moderiert werden durch eine
Leitungsperson/ein Leitungs -team und evtl. einen Beirat der Bürger:innen des
Stadtteils.
Es sollen regelmäßige Veranstaltungen für alle Menschen in den Stadtteile n
stattfinden. Im Sinne der Nachhaltigkeit und der Vermeidung von Doppelstrukturen
sollen möglichst schon bestehende Strukturen gefördert und zu Kulturhäusern
ausgebaut und ehemalige Kulturstätten wiederbelebt bzw. zur Neugründung genutzt
werden.
Ein beson derer Fokus soll auf dem Engagement junger Menschen und der
Barrierefreiheit auch im Sinne der Niedrigschwelligkeit liegen.
Bei der Auswahl von neuen Standorten sollte auch die „Sozialräumliche Gliederung“
der Landeshauptstadt einbezogen werden. Sie gibt einen umfassenden Überblich
über die sozialen Strukturen der Düsseldorfer Stadteile.
Weitere Begründung erfolgt ggf. mündlich in der Sitzung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Sabrina Proschmann Markus Raub