Beschlussvorlage als Text anzeigen
Title: 00518996.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00518996.pdf
Published Time: Fri, 26 Apr 2024 11:14:23 GMT
Number of Pages: 9
Markdown Content:
KUA/063/2024/1
X öffentlich nicht öffentlich
# Beschlussvorlage
Betrifft:
Deutsche Oper am Rhein - Opernhaus der Zukunft: Auslobungsbeschluss
Fachbereich :
41 - Kulturamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Haupt - und Finanzausschuss 29.04.2024 Vorberatung
Kulturausschuss 30.04.2024 Vorberatung
Bauausschuss 30.04.2024 Vorberatung
Ausschuss für öffentliche
Einrichtungen, Stadtökologie,
Abfallmanagement und
Bevölkerungsschutz
30.04.2024 Vorberatung
Ausschuss für Planung und
Stadtentwicklung 30.04.2024 Vorberatung
Bezirksvertretung 1 30.04.2024 Vorberatung
Rat 08.05.2024 Entscheidung
Beschlussdarstellung:
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beschließt die Auslobung für die
Umsetzung des Neubaus zum Opernhaus der Zukunft.
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt die Verwaltung:
a) einen Architekten - und Ingenieurwettbewerb für das Opernhaus der Zukunft am
Standort Heinrich -Heine -Allee inklusive der daran anschließenden Beauftragung
des Generalplaners und die Vorentwurfs - und Entwurfsplanung bis zum
Ausführungs - und Finanzierungsbeschluss durchzuführen.
b) die vorgenannten Plan ungs - und Bauaufgaben an das städtische
Tochterunternehmen Immobilien Projekt Management Düsseldorf GmbH (IPM) in
Bauherrenfunktion zu übertragen. Seite 2
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf stimmt der überplanmäßigen
Mittelbereitstellung für das Jahr 2024 i n Höhe von 4,75 Mio. EUR durch Frau
Stadtkämmerin Schneider sowie für 2025 der Aufnahme zusätzlich erforderliche
Mittel in Höhe von 5,1 Mio. EUR, für 2026 in Höhe von 22,35 Mio. EUR sowie für
2027 in Höhe von 21,6 Mio. EUR im Rahmen der Haushaltsplanung 20 25ff. zu.
Die erforderlichen Mittel sollen auf der Position 2526101 7.90000668.A0 78510000
bereitgestellt werden. Restmittel aus den Jahren 2023 und 2024 werden für die
Folgejahre neu veranschlagt.
Für die Durchführung und Begleitung des Wettbewerbsverfa hrens fallen Kosten in
Höhe von 6,5 Mio. Euro an. Die Planungskosten für die Vorentwurfs - und
Entwurfsplanung bis zum Ausführungs - und Finanzierungsbeschluss inklusive der
Kosten der IPM, der externen Berater*innen und Ingenieure sowie des
Generalplaners b elaufen sich auf 29,5 Mio. Euro.
Daneben entstehen Kosten in Höhe von 1 Mio. Euro für die Planung der Verlegung
des Entwässerungssammlers und der Stromleitung, welche sich im
Wettbewerbsgebiet befinden. Die Ausführung dieser Verlegung beläuft sich auf
vor aussichtlich 16,8 Mio. Euro.
Beschlusslage:
Gremium Datum Vorlagennummer mit Titel Beschlussart
Rat 16.12.2021 KUA/141/2021
Heinrich -Heine -Allee 16a /
Deutsche Oper am Rhein
Opernhaus der Zukunft
Beschlussvorlage zur
Herbeiführung eines
Grundsatzbeschlusses
Grundsatzbeschluss
Rat 16.12.2021 RAT/612/2021
Einrichtung einer "Kleinen
Kommission Opernhaus der
Zukunft"
Ratsbeschluss
Rat 07.04.2022 KUA/038/2022
Deutsche Oper am Rhein -
Opernhaus der Zukunft
Verfahren zur Herbeiführung
einer Standortentscheidung
Ratsbeschluss
Rat 07.04.2022 RAT/157/2022
Ergänzungsantrag der
Ratsfraktionen von CDU und
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur
Beschlussvorlage KUA/038/2022
Ergänzungsantrag
Rat 08.09.2022 KUA/079/2022
Deutsche Oper am Rhein -
Ratsbeschluss Seite 3
Opernhaus der Zukunft
Durchführung des
städtebaulichen
Ideenwettbewerbs und
Umsetzung der 2. Phase der
Öffentlichkeitsbeteiligung
Rat 08.09.2022 RAT/365/2022
Änderungsantrag der
Ratsfraktionen von CDU und
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur
Beschlussvorlage KUA/079 /2022
Änderungsantrag
Rat 08.09.2022 KUA/089/2022/2 nicht öffentlich
Deutsche Oper am Rhein -
Opernhaus der Zukunft
Auslobung des städtebaulichen
Ideenwettbewerbs
Ratsbeschluss
Rat 08.09.2022 RAT/366/2022 nicht öffentlich
Änderungsantrag der
Ratsfraktionen von CDU und
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur
Beschlussvorlage
KUA/089/2022/2
Änderungsantrag
Rat 08.09.2022 KUA/093/2022
Deutsche Oper am Rhein -
Opernhaus der Zukunft
Zusätzlich erforderliche
Planungsmittel bis zur
Standorten tscheidung
Ratsbeschluss
Rat 08.09.2022 KUA/104/2022
Deutsche Oper am Rhein -
Opernhaus der Zukunft
Einrichtung eines Projektbeirates
und dessen zugehörige Mitglieder
Ratsbeschluss
Rat 15.06.2023 KUA/041/2023
Opernhaus der Zukunft
Standortbeschluss und nächste
Verfahrensschritte
Ratsbeschluss
Sachdarstellung: Seite 4
Präambel:
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat am 16.12.2021 mit dem
Grundsatzbeschluss KUA/141/2021 den Neubau des Opernhaues beschlossen. Bis
zur Realisierung desselbigen sollen lediglich Sanierungsarbeiten, die zur
Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig sind, am Bestandsgebäude umgesetzt
werden. Gleichzeitig wurde die Verwaltung mit der vertiefenden Planung zur
Realisierung des Opernhauses der Zukunft beauftragt.
In den Jahren 2022 und 2023 wurde in einem städtebaulichen Ideenwettbewerb die
Umsetzungsmöglichkeiten an zwei Grundstücken betrachtet. Beide Grundstücke sind
geeignet. Der Rat hat am 15.06.2023 (KUA/041/2023) die Entscheidung für den
Standort Heinrich -Heine -Allee und die Vorbereitung eines Architekten - und
Ingenieurswettbewerbs beschlossen.
Die Stadtgesellschaft wurde in einem mehrstufigen Verfahren zur
Öffentlichkeitsbeteiligun g im Prozess eingebunden. Mitunter konnte festgestellt
werden, dass ein Opernhaus der Zukunft den Kontakt mit der Stadtgesellschaft
weiter fördern muss. So soll durch verschiedenen Kooperationen mit anderen
Kultureinrichtungen, diversen Events und Projekte n die Verbindung mit der
Stadtgesellschaft und hier insbesondere auch mit den Stadtteilen ausgebaut werden.
Das Ziel ist der Bau eines zukunftsweisenden Operngebäudes, das in innovativer und
zugleich wirtschaftlicher Form den Raum für Kultur und Kommunikat ion schafft. Der
Neubau soll nicht nur die Funktionen und die Technik des alten Opernhauses
ersetzen und zeitgemäß neu organisieren, sondern zusätzliche Nutzungen und
Funktionen aufweisen. Es lässt sich in vielen nationalen und internationalen
Vergleichen beobachten, dass eine neue Kulturstätte in diesem Format einen
positiven Einfluss sowohl auf die Identifikationskraft der Bevölkerung als auch auf die
wirtschaftlichen Aspekte der Stadtgesellschaft hat.
Im Rahmen durchgeführter Workshops wurde herausgeste llt, dass hier die Chance
zur Gestaltung eines neuen Dritten Raumes für die Stadtgesellschaft möglich ist.
Das Opernhaus der Zukunft soll somit ein Ort sein, an dem alle Menschen
zusammenkommen können und sich auch unabhängig von einem Opernbesuch
aufhalt en können. Dieser Ort soll einen Rahmen schaffen um Kultur, Musik und Oper
zu erleben.
1. Ausgangslage
Am 15. Juni 2023 erteilte der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf den Auftrag zur
Vorbereitung eines Architekten - und Ingenieurwettbewerbes. Damit verb unden ist
die Erstellung der Auslobung mit Anlagen, auf dessen Basis dann
Generalplanungsbüros die Entwürfe erstellen. Hierzu sollen unter anderem die
Durchführung eines Generalplanungs -Wettbewerbsverfahrens sowie die Vorentwurfs -
und Entwurfsplanung bis z ur Erlangung des Ausführungs - und
Finanzierungsbeschlusses erstellt werden.
Die Standortentscheidung bedingt die Schaffung einer Interimsspielstätte. Sie ist für
die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs notwendig, muss also vor dem Baustart des
Opernhauses in Nutzung gehen. Das Projekt „Interim“ wird aus organisatorischen
Gründen und der besseren Übersichtlichkeit mit eigenen Vorlagen behandelt.
2. Weitere Schritte
Die Machbarkeitsstudie über die Verlegung des Hauptsammlers (Sammelkanal für
Abwässer aus d er Ortskanalisation in der Nähe des Operngebäudes) wurde
abgeschlossen. Es ist vorgesehen, den Abschnitt des Sammlers im Hofgarten außer
Betrieb zu nehmen und in die Ludwig -Zimmermann -Straße und in die Heinrich -
Heine -Allee zu verlegen. Im Rahmen der Machba rkeitsstudie wurden in Abstimmung Seite 5
mit dem Stadtentwässerungsbetrieb die Überflutungssituationen umfangreich
simuliert und die Hydraulik der geplanten Anlage überprüft. Das weitere Verfahren
wird in Abstimmung mit dem Stadtentwässerungsbetrieb geplant.
Die Erfordernisse des Denkmalschutzes sind unter anderem im Auslobungstext
beschrieben. Wie auch im Städtebaulichen Wettbewerb wird es im Architekten - und
Ingenieurswettbewerbs den Planerteams überlassen, wie die Denkmäler mit und
durch die Entwürfe gewürdigt werden können. Zudem wurde eine Arbeitsgruppe
unter der Leitung des Dezernats für Planen, Bauen, Wohnen und Grundstückswesen
und der IPM gebildet. Die Gespräche werden konsensorientiert geführt, sodass eine
Entscheidung im Sinne der Öffentlichkeit herbeig eführt werden kann.
3. Vorbereitung Auslobungsunterlagen
Die vertiefende zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zwischen Oktober 2022
und März 2023 beschäftigte sich mit den Wünschen der Stadtgesellschaft sowie der
Kulturszene in Düsseldorf, nach ein er Erweiterung des Opernhauses. Die Begriffe
„Opernhaus der Zukunft“ und „Dritter Ort“ wurden inhaltlich entwickelt.
Die Anregungen und Hinweise der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden ausgewertet und
flossen in die Erstellung der Auslobung ein. Die Dokumen tationen sind der Anlage 2
beigefügt. Diese und weitere Dokumentationen, Gutachten und Unterlagen sind auf
der Internetseite der Deutschen Oper am Rhein hinterlegt. Relevante Unterlagen sind
somit für die Öffentlichkeit und die Beschäftigten frei einsehbar .
Die Nutzer wurden in zwei Phasen intensiv involviert. Zunächst wurde in
Vorbereitung zum Städtebaulichen Wettbewerb das Raum - und Funktionsprogramm
definiert und dabei die nutzerseitigen Belange erfasst, die sich auf die rein
räumlichen und wichtigsten funktionalen Aspekte bezogen. Während der
Vorbereitung auf den Architekten - und Ingenieurswettbewerbs wurden die
Nutzer*innen in vielen Fachgesprächen hinzugezogen und die Belange konkretisiert,
funktionale Zusammenhänge verfeinert und finalisiert.
4. Gep lante Maßnahmen
Ein Zentraler Teil der Aufgabenstellung ist die Entwicklung eines gemeinsam aus
Gebäude und seinen Freiräumen geformten Dritten Ortes im Sinne eines an der
Diversität Düsseldorfs orientierten partizipativen und demokratischen
Begegnungsorte s – das Opernhaus der Zukunft.
Die Entscheidung für den Standort verbunden mit einem außergewöhnlichen
Bauwerk ist eine qualitativ hochwertige Investition in die Zukunft. Das
Gartendenkmal Hofgarten wird durch den Opernneubau aufgewertet und dessen
Attrakt ivität langfristig gesichert. Eine Orientierung und Neugestaltung der
Erschließungssituation in Richtung Grabbeplatz wird ein neues Kulturensemble aus
Opernhaus der Zukunft, dem K20 und der Kunsthalle schaffen.
Mit der Umsetzung der notwendigen Programmfl äche (PRF) von knapp 33.000
Quadratmetern soll ein Opernhaus realisiert werden, welches alle Möglichkeiten zu
Wahrnehmung eines modernen Opernspielbetriebes bietet. So wird für die
Landeshauptstadt Düsseldorf (LHD) als Opernspielstätte am Rhein die Attrakt ivität
für ihre Bürger*innen sowie nationale und internationale Gäste gewahrt.
Durch Gestaltung, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit in Bau und Betrieb soll ein
öffentlicher Kulturbau entstehen, der beispielhaft für zeitgemäßes Planen ist und
hohe Anford erungen an die Nachhaltigkeit erfüllt. Dabei soll der Neubau
anpassungsfähig konzipiert werden, um auf zukünftige Ansprüche an die
verschiedenen Nutzungsbereiche flexibel eingehen zu können.
Für das neue Opernhaus gilt es, innerhalb seines städtebaulichen Kontexts mit den
prägnanten Bestandsbauten und hochfrequentierten Freiräumen, eine
architektonische Position zu finden, mit der sich das Gebäude als progressiver,
demokratischer Bau behaupten und den Ort angemessen prägen kann. Seite 6
Dabei werden die Strukturen des Umfelds, insbesondere der unmittelbar
angrenzende Hofgarten besondere Berücksichtigung finden. Im Ergebnis soll das
Gebäude mit dem Hofgarten eine Symbiose eingehen und den Hofgarten durch seine
Architektur aufwerten.
Ebenso ist in der PRF vorgesehen , unter anderem die Musikbücherei der Städtischen
Büchereien Düsseldorf und zugehörige Education -Bereiche unterzubringen. Auf 800
Quadratmetern sollen insbesondere Veranstaltungsarbeit im klassischen Sinne, also
Gespräche, Vorträge, Lesungen zu Themen und musikpädagogische
Veranstaltungsformate mit den Hauptzielgruppen Schulklassen und
Kindertagesstätten angeboten werden. Neben dem variablen Veranstaltungsraum
werden schalldichte Proberäume errichtet.
Das Opernhaus der Zukunft soll für alle Bürger*innen al s Dritter Ort eine kulturelle
Spielstätte und Begegnungsort sein.
Für die bestehende Entwässerungssammelleitung östlich und nördlich des
Operngebäudes im Hofgarten wird in der Ludwig -Zimmermann -Straße und der
Heinrich -Heine -Allee eine Ersatzleitung erricht et. Sie ist darauf ausgelegt, den
bestehenden Entwässerungskomfort zu erreichen. Nachweise haben ergeben, dass
die hydraulische Situation verbessert und der Schmutzfrachttransport durch den
Ersatzneubau verringert wird.
Um die geschilderten Anforderungen zu erreichen, soll mit dieser Vorlage die
Verwaltung beziehungsweise die IPM beauftragt werden, im Rahmen eines
mehrstufigen Wettbewerbsverfahrens die bestmögliche Lösung für das Opernhaus zu
finden.
5. Ausloberin
Die Ausloberin ist das hundertprozentige städtische Tochterunternehmen IPM auf
Weisung der LHD und in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung, insbesondere
dem Dezernat für Kultur und Integration. Die IPM wird auf Basis des bestehenden
Rahmenvertrags beauftragt.
6. Aufgabenstellung im Generalpl aner -Wettbewerb
Das Ziel ist die Planung eines Gebäudes für Oper und Ballett von internationalem
Format als Düsseldorfer Spielstätte der Deutschen Oper am Rhein.
Hierbei soll die Identität des Hauses insbesondere durch folgende Aspekte geprägt
sein:
Es s oll eine strukturierte, funktionelle und intelligente Organisation
beheimaten, die einen modernen Opernspielbetrieb ermöglicht.
Geeignete bauliche Voraussetzungen, die entsprechendes ermöglichen, wie
zum Beispiel durch eine exzellente Akustik, sind ein Mus s.
Die Offenheit für alle Generationen und gesellschaftliche Gruppen ist ein
zugrundeliegendes Prinzip.
Eine anspruchsvolle äußere und innere Gestaltung wird erwartet.
Dabei ist der Neubau anpassungsfähig zu konzipieren, um auf zukünftige veränderte
Ansprüche an die verschiedenen Nutzungsbereiche flexibel eingehen zu können.
Gesucht werden richtungsweisende Wettbewerbsbeiträge, die selbs
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.
Anlage 1 - Lageplan_Übersichtsplan WBW-Gebiet als Text anzeigen
Title: ODZ_ASL_WB-Gebiet_240410
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00518994.pdf
Published Time: Fri, 26 Apr 2024 08:53:41 GMT
Number of Pages: 1
Markdown Content:
Corneliusplatz A1 A2 A3 B1 B2
Grabbeplatz Mutter-Ey-Platz Neustraße Elberfelder Straße Ludwig-Zimmermann-Straße Landskrone Corneliusplatz Heinrich-Heine-Allee inrich-Heine-Allee kstraße Hofgarten Grabbepl.
## 0 50 100 m
Wettbewerbsgebiet | DIN A4 | M 1:1500 Opernhaus der Zukunft, Düsseldorf Realisierungswettbewerb [phase eins]. April 2024 |
Öffentliche Anlage zum Ratsbeschluss KUA/063/2024
Anlage 2 - Abschlussbericht Öffentlichkeitsbeteiligung zweite Phase als Text anzeigen
Title: 00518995.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00518995.pdf
Published Time: Fri, 26 Apr 2024 08:53:41 GMT
Number of Pages: 27
Markdown Content:
Opern-haus der Zukunft 2. Phase der Öffentlichkeitsbeteili-gung Vorwort
Das Projekt Opernhaus der Zukunft schreitet voran: Am 16. Juni 2013 beschloss der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf den Neubau des Opernhauses der Zu-kunft am Standort Heinrich-Heine-Allee umzusetzen. Der bis zu dieser Entschei-dung in Betracht gekommene Alternativstandort Am Wehrhahn scheidet damit aus der weiteren Projektentwicklung aus. In gleichem Beschluss der Standortentschei-dung wurde die Stadtverwaltung beauftragt, einen Architekten- und Ingenieur-wettbewerb für die Konzeption des neuen Kulturgebäudes vorzubereiten.
Neben baulichen, architektonischen, ökologischen, theaterplanerischen und vielen weiteren fachlichen Aspekten, spielen bei der Vorbereitung dieser Ausschreibung auch die Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen der Stadtgesellschaft eine wich-tige Rolle. Denn das Opernhaus der Zukunft soll ein Opernhaus der Düsseldor-fer*innen werden, dass die Stadt und ihre Lebensqualität auch außerhalb von Vor-stellungen und sogar in nichtkünstlerischen Bezügen bereichert. Architektenbüros, die sich dieser Herausforderung stellen, brauchen einen tiefen Einblick in und ein Gefühl für die „Opernseele“ der Landeshauptstadt.
Diesen Einblick zu ermöglichen, war das wichtigste Ziel der jetzt abgeschlossenen zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung „Opernhaus der Zukunft“. Mit Blick auf due dabei gewonnen Erkenntnisse, die große Anzahl und die demographische Aus-gewogenheit der Teilnehmenden, kann dieses Ziel in als erfüllt angesehen werden. Insbesondere auch der Umstand, dass in gleichem Maße die Inputs und Sichtwei-sen „opernerfahrener“ und (noch) „opernferner“ Bürger*innen aufgenommen wer-den konnten, verleiht den Ergebnissen eine besondere Relevanz und Aussagekraft.
Im Sinne einer möglichst effizienten Projektentwicklung war die Durchführung der Beteiligung auf die Zukunft fokussiert. Sie erfolgte zeitlich parallel zur Vorbereitung der Standortentscheidung. Jetzt – nach erfolgter Festlegung des Standorts – ist so diese Grundlage für die direkte Weiterführung des Prozesses vorhanden und es kann mit voller Kraft und ohne Verzögerung weitergehen.
Natürlich wird es noch einige Schritte und Meilensteine erfordern, bis das neue Opernhaus der Kultur, der Stadt und den Düsseldorfer*innen zur Nutzung überge-ben wird. Damit verbunden ist die Zusicherung, die Bevölkerung der Landeshaupt-stadt bei wichtigen Entscheidungen stehts einzubinden – breit, niederschwellig und mit Einfluss auf den Verlauf des Projekts-Die zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligungzum Opernhaus der Zukunft in Düsseldorf
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beschloss am 16. Dezember 2021 den Neubau eines Opernhauses. Mit diesem Beschluss endete auch eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung (1. Phase), in der es unter anderen auch um die Frage ging, ob eine Sanierung des bestehenden Gebäudes oder ein Neubau angegan-gen werden soll. Die diesbezüglichen Ergebnisse des öffentlichen Dialogs erwie-sen sich als wichtige Entscheidungshilfe für die Ratsmitglieder. Mit der letztlichen Entscheidung für einen Neubau erging auch gleichzeitig der Auftrag an die die Stadtverwaltung eine 2. Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zu planen und um-zusetzen.
Dabei sollte sich der Erkenntnisgewinn auf das zukünftig entstehende Kulturge-bäude fokussieren: Welche Angebote, Leistungen und Nutzen, die über den Opernbetrieb hinausgehen, wünschen sich die Akteurinnen und Akteure aus Kul-tur und Stadtgesellschaft? Welche Prioritäten werden gesetzt? Gibt es neue Ideen und Ansätze, an die noch niemand gedacht hat? Wie muss das neue Opernhaus geplant und gebaut werden, damit die gesamte Stadt von diesem Jahrhundertprojekt profitieren kann: die Kulturschaffenden genauso wie die Bür-ger*innen – egal ob mit oder ohne Opernticket.
Die Erkenntnisse und Impulse der 2. Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung sollen somit zum Teil der architektonischen Aufgabenstellung für das neue Opernhaus werden. Sie sind ein inhaltlicher Bestandteil des so genannten Realisierungswett-bewerbs, in der internationale Architektenteams das Kulturgebäude entwerfen.
Die Beteiligungsstrategie der 2. Phase beinhaltete vier verschiedenen Ebenen, die zusammen darauf abzielten, ein möglichst repräsentatives Meinungsbild der Düsseldorfer Bevölkerung einzuholen. Dabei sollte insbesondere auf eine ausge-wogene Altersstruktur und die ausreichende Einbindung von „Nichtoperngän-ger*innen“ geachtet werden – beide Ziele wurden erreicht. Mit der Durchführung im Auftrag des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde die kommu-nale Tochtergesellschaft Düsseldorf Marketing GmbH beauftragt.
Die erste Ebene (blau, siehe Abb. 1) bestand auf dem eigens gegründeten Pro-jektbeirat, dessen Besetzung durch die Fraktionen des Rats der Landeshaupt-stadt Düsseldorf erfolgte. Unter den 30 Mitgliedern befanden sich Akteur*innen aus dem Kulturbereich sowie Fraktionsangehörige der Ratsparteien. Die insge-samt drei Sitzungen sollten insbesondere als öffentlicher Resonanzraum der ge-samten 2. Phase der Beteiligung dienen. Die Beiratsmitglieder sollten den Beteili-gungsprozess begleiten, kommentieren, anreichern und eine Rückübersetzungs-funktion in die Politik und Kulturszene wahrnehmen. Ziel war es Impulse aus der in der Öffentlichkeit stattfindenden politischen Diskussion frühzeitig in den Pro-zess zu integrieren sowie zentrale Fragen und kritische Anmerkungen aufzuneh-men. Abbildung 1: Aufbau der zweiten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Opernhaus der Zukunft in Düsseldorf
Die zweite Ebene (rot, siehe Abb. 1) richtete sich mit vier vertiefenden Work-shops an Schlüsselakteur*innen aus Stadtgesellschaft und Kulturszene. Die rund 60 Teilnehmende formulierten Wünsche Ideen und Bedürfnisse, die bei der Erar-beitung konkreter architektonischer Entwürfe des Opernhauses der Zukunft Be-rücksichtigung finden sollen. Es ging darum, die Form – im Prozess dargestellt durch das zukünftige Raum- und Funktionsprogramm des Opernhauses – mit den Inhalten zu füllen, die das „Opernhaus der Zukunft“ ausmachen sollen; die das neue Kulturgebäude zu „Mehr als eine Oper“ machen wird. Das durch die Deut-sche Oper am Rhein entwickelt Raumprogramm sollte durch die Perspektiven von Stadtgesellschaft und Kulturszene angereichert, abgerundet und in den Nutzun-gen über den Opernbetreib hinaus spezifiziert werden. Es sollten konkrete Ideen, Anregungen und Kriterien entwickelt werden, die den Architekturbüros im kom-menden Realisierungswettbewerb an die Hand gegeben werden können. Abbildung 2: Abschlussveranstaltung der Workshopreihe und Arbeit in Themengruppen (dritte Ver-anstaltung)
Auf der dritten Ebene (grün, siehe Abb.1) galt es, insbesondere mit Blick auf „opernferne“ Zielgruppen, die breite Öffentlichkeit einzubinden. Kern dieser Ebene war ein umfangreicher Fragebogen, der die Diskussionen und Themen auf-griff, die sich in den vertiefenden Workshops ergaben. So sollten die in kleinerem Kreis qualitativ erarbeiteten Impulse, durch eine breite Öffentlichkeit objektiviert bzw. demokratisiert werden. Die Fragebögen waren digital für alle Bürger*innen freigeschaltet und wurden zudem im Zuge von Straßeninterviews im gesamten Stadtgebiet verwendet. Begleitet wurde dies von einer crossmedialen Werbekam-pagne, die allein ca. 330.000 Bürger*innen Düsseldorfs erreichte. So konnten insgesamt circa 4.500 ausgefüllte Fragebögen in die Ergebnisse der Öffentlich-keitsbeteiligung eingehen.
Die vierte Ebene (grau, siehe Abb.1) umfasste die Beteiligungswebseite der Lan-deshauptstadt www.dialog-opernhaus-duesseldorf.de . Neben einem umfassenden
Informationsangebot war dort eine Plattform zum Ideen-Austausch von Oktober 2022 bis Februar 2023 zugänglich. Hier bestand die Möglichkeit, Ideen zum Pro-jekt zu teilen oder bereits eingebrachte Impulse anderer Bürger*innen zu bewer-ten. Außerdem waren auf der Webseite die „Fragen der Woche“ beheimatet. Zehn Wochen lang konnten die Bürger*innen schnell und unkompliziert ihre Mei-nung zu einem spezifischen Thema eingeben – ohne großen Zeitaufwand z.B. während einer Fahrt mit der Stadtbahn oder in der Warteschlange an der Kasse. Insgesamt konnte über die Plattform das Feedback von knapp 200 Bürger*innen eingeholt werden. Abbildung 3: Thorben Meier, Düsseldorf Marketing GmbH, erläutert die diversen Umfrageformate
Parallel zur 2. Beteiligungsphase startete ein städtebaulicher Ideenwettbewerb zum Opernhaus der Zukunft. Diese untersuchte das städtebauliche Potenzial ei-nes Opernhausneubaus an zwei alternativen Standorten: Heinrich-Heine-Allee und Am Wehrhahn. Ziel war es individuelle städtebauliche Konzepte zu entwi-ckeln, die die räumlichen Anforderungen an einen modernen Opern- und Ballett-betrieb abdecken sowie Gebäude und Quartiersumgebung gestalterisch betrach-ten und in den Kontext setzen. Die Ergebnisse sind Teil der Grundlage für einen Standortentscheid des Rates für einen der beiden Standorte im Juni 2023.
Trotz des parallelen Verlaufs hatte die 2. Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung je-doch keinen inhaltlichen Bezug zur städtebaulichen Ideenwettbewerb, da ihre Er-kenntnisse erst im Rahmen eines architektonischen Realisierungswettbewerbs, d.h. nach der Standortentscheidung, Anwendung finden sollen. Gleichwohl nut-zen sowohl Projektbeirat als auch Workshopreihe die Ausstellung der städtebauli-chen Siegerentwürfe als Räumlichkeit der letzten Sitzung. Die ausgestellten Ent-würfe dienten dabei als zusätzlicher Impuls für die Diskussionen.
> Abbildung 4: Diskussion der Siegerentwürfe im Rahmen der Abschlussveranstaltung in der Ausstel-lung der Siegerentwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs
Die nachfolgenden Kapitel fassen die verschiedenen Beteiligungsprozesse zusam-men, beschreiben die angewendeten Methoden und Ergebnisse. Der Projektbeirat
Mit dem Projektbeirat war die konzeptionelle Idee einer zusätzlichen Plattform für die prozessbegleitende Beratung, Bewertung und Anreicherung von Maßnahmen und Zwischenergebnissen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung verbunden. Dem Projektbeirat war damit eine doppelte Funktion zugedacht: er sollte selbst als Rahmen zur Beteiligung relevanter Stakeholder dienen und als zusätzlicher Reso-nanzraum für die anderen Beteiligungsformate der zweiten Phase der Öffentlich-keitsbeteiligung wirken. In diesem Sinne begleitete er die Projektentwicklung für das „Opernhaus der Zukunft“ von Herbst 2022 bis zum Frühjahr 2023.
Die Besetzung des Projektbeirats erfolgte insbesondere durch Benennung der Mitglieder durch die Parteien der Fraktionen des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Liste wurde ergänzt durch Bennungen des Dezernats für Kultur und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Liste der Mitglieder des Projektbeirats
> Dr. Susanne Schwabach -
> Albrecht
Sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss CDU
> Hauke Berheide Komponist CDU
> Pater Elias Füllenbach Prior des Dominikaner -Kloster Düsseldorf CDU
> Hans -Georg Lohe Ehemaliger Kulturdezernent der LHD CDU
> Kerstin Terhardt Sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss CDU
> Dr. Michael Rosenfeld Opernexperte CDU
Surena Fazelazar Choreografin und Tänzerin GRÜNE
Dr. Frederike Möller Ratsfrau, Leiterin IDO -Festival GRÜNE
Bertram Müller Ehemaliger Indendant tanzhaus NRW GRÜNE
Christiane Oxenfort Musikerin, Veranstalterin Düsseldorf Festi-
val
GRÜNE
Hans Steingen Musiker, Produzent und Komponist GRÜNE
Nick Esser Künstler, Mitglied Kunstkommission SPD
Nicola Irmer Künstlerin SPD
Peter Knäpper Ratsherr SPD
Jochen Molck Mitglied Rat der Künste Düsseldorf, Dozent
HSD
SPD
Birgitta Franzen Dramaturgin SPD
Manfred Neuenhaus Ratsherr, Aufsichtsrat Deutsche Oper am
Rhein,
FDP
Ulf Montanus Ratsherr, Aufsichtsrat Tonhalle Düsseldorf
und Schauspielhaus Düsseldorf,
FDP
Monika Lehmhaus Ratsfrau, Freundeskreis Deutsche Oper am
Rhein
FDP
Dr. Veronika Dübgen Ratsfrau FDP
Dr. Dominik Fanatico Büro des Kulturbevollmächtigten NRW FDP
Michael Driesch Sachkundiger Bürger DIE LINKE
Judith Eilers Rat der Künste Düsseldorf DIE LINKE
Gottfried Bößen Sachkundiger Bürger PARTEI
Klima
Kathrin Tiedemann Forum Freies Theater e.V. Dezernat
Marina Lukas Volksbühne e.V. Dezernat Goce Peroski Integrationsrat Dezernat
Sabine Humpert -Kalb Behindertenrat Dezernat
Dr. Heike Spies Theatergemeinde Düsseldorf e.V. Dezernat
Erste Sitzung des Projektbeirats, 17. Oktober 2022
Die erste Sitzung des Projektbeirats sollte zum einen dazu dienen, die Mitglieder auf einen gemeinsamen Stand hinsichtlich der Projektentwicklung und der Pla-nungen zur Öffentlichkeitsbeteiligung zu bringen. Zum anderen sollte es darum gehen, die Erwartungen der Beiratsmitglieder an den gesamten Prozess der Öf-fentlichkeitsbeteiligung und Inputs/Fragestellungen an den Auftakt der vierstufi-gen Workshopreihe mit Akteur*innen aus Kulturszene und Stadtgesellschaft.
Im Laufe der Sitzung formulierten die Mitglieder des Projektbeirats ihre Erwar-tungen an die gemeinsame Arbeit im Projektbeirat und notierten in einer Grup-penarbeit welche Fragen im Zuge der Beteiligung diskutiert werden sollen. Dabei wurde auch der Wunsch geäußert, die Frage der Notwendigkeit eines (neuen) Opernhauses sowie die grundsätzliche Ausrichtung der Programmatik einer Oper in Düsseldorf zu diskutieren. Mit Hinweis auf den durch den Beschluss des Stadt-rates definierten inhaltlichen Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden diese Frage jedoch nicht für eine spätere Erörterung innerhalb der zweiten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung mitgenommen.
Zweite Sitzung des Projektbeirats, 17. Januar 2023
Auch die zweite Sitzung stand zunächst im Fokus der Diskussion rund um die grundsätzlich in der Partizipation zu erörternden Themen. Erneut forderten Mit-glieder des Beirats mehr Gestaltungseinfluss auf künstlerische Aspekte der Pla-nung eines neuen Opernhauses. Auch in diesem Zusammenhang wurde von Sei-ten der Landeshauptstadt Düsseldorf auf den Rahmen der Ratsbeauftragung hin-gewiesen.
In einem Impulsvortrag ging der renommierte Opernregisseur Johannes Erath auf die programmatische und damit auch architektonische Planbarkeit einher Oper der Zukunft ein. Kernbotschaft: Eine Checkliste für die Oper der Zukunft gibt es nicht. In jeder Spielstätte müssen die Stücke individuell inszeniert, Nähe und Distanz neu justiert werden. Die Entwicklung der Kunstform Oper ist nicht planbar, alles entwickelt sich weiter, wenn die Kulturschaffenden aus der Kom-fortzone herausgehen. Theater, Oper und Ballett – Kunst muss den Mut aufbrin-gen, immer wieder Risiken einzugehen. Ein Gebäude müsse in diesem Sinne Re-gisseur*innen und Künstler*inne Möglichkeiten zur Gestaltung anbieten.
Anschließend erfolgte eine genaue Darstellung des bisherigen Verlaufs der Betei-ligung einschließlich der
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.