Ö Vorlagen - Nr. 41/ 105/2003
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Beschlussvorlage
Betrifft:
Jugend, Kultur und Schule - Ergebnisse des zweiten Schulhalbjahres 2002/03
Beschlussdarstellung:
Der Kulturausschuss, der Schulausschuss und der Jugendhilfeausschuss nehmen
Kenntnis von den ersten Erfahrungen und Ergebnissen der im Rahmen des Projektes
„Jugend, Kultur und Schule" durchgeführten Projekte „KünstlerInnen in Schulen" und
„Kulturinstitute und Schulen", die im zweiten Schulhalbjahr 2002/03 erstmals in
Zusammenarbeit mit Künstlern und Künstlerinnen, Kulturinstituten und Schulen in
Düsseldorf stattfanden.
Sachdarstellung:
Die Projekte „KünstlerInnen in Schulen" und „Kulturinstituten und Schulen" wurden im
vergangenen Schulhalbjahr erfolgreich durchgeführt und abgeschlossen. Von Anfang an
wurde die Auswertung der Projektergebnisse und -erfahrungen als ein wichtiger
Bestandteil des Gesamtprojektes betrachtet. Die Grundlagen für den vorliegenden Bericht
sind die Erfahrungen und Meinungen der beteiligten Künstler/innen, Lehrer/innen,
Schüler/innen und Kulturinstitute, um die alle Beteiligten in offener Form gebeten wurden.
Um ein möglichst objektives Bild zu erhalten, wurde mit der Auswertung der vorgelegten
Projektdarstellungen und der Berichterstellung ein Dritter, die Agentur „stadt-konzept",
beauftragt.
Der Bericht ist in der Anlage beigefügt.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Kulturausschuss 15.01.2004 -/-
2
Jugendhilfeausschuss 21.01.2004 -/-
2
Schulausschuss 14.01.2004 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Anlagen:
Nr. Ort Anlage
1 beigefügt Bericht der Agentur stadt-konzept
Alternative:
Keine
RSD AllVorlg.WPT RSD AllVorlg.WPT
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Amt:
Kulturamt
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Grosse-Brockhoff
stadt-konzept
bürgerstr.19 • 40219 düsseldorf • tel 0211-3036491 / 0172-2305049 • fax 0211-3036491 •
[email protected]
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Jugend, Kultur und Schule
2. Schulhalbjahr 2002/2003
Auswertung
Autoren: Alexander Flohé / Reinhold Knopp
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Einleitung
Unter dem Titel "Jugend, Kultur und Schule" fanden in einer Pilotphase im 2.
Schulhalbjahr 2002/2003 verschiedene künstlerische Projekte an Düsseldorfer Schulen
und in Kulturinstituten statt. Innerhalb des Gesamtprojektes kamen einerseits Künstler
aller Sparten in die Schulen und gestalteten Kreativprogramme ("KünstlerInnen in
Schulen"), andererseits realisierten Klassenverbände Aktionen in den verschiedenen
Kulturinstituten der Stadt ("Kulturinstitute und Schulen"). Insgesamt 38 Einzel-Projekte
zwischen Schulen, Künstlern und Kulturinstituten wurden so in dieser Anfangsphase auf
den Weg gebracht.
Die diesem Bericht zugrundeliegenden Darstellungen und Bewertungen der Projekte
wurden im Auftrag des Kulturamtes der Stadt Düsseldorf von den beteiligten Lehrern,
Künstlern und Schülern angefertigt. Zum Teil erfolgten die Rückmeldungen in Form
eines Fragebogens, den die Stadt den beteiligten Akteuren aushändigte. Diese
Dokumente bildeten - neben der Diskussion mit dem Beirat des Projektes und dem
Besuch einer Informationsveranstaltung für beteiligte Künstler - die Basis der
Auswertung.
Leitend waren die Fragen, was über den Erfolg des Projektes ausgesagt wurde, welche
Kritikpunkte angesprochen wurden und welche Themen sich zur weiteren Diskussion
empfehlen.
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Ergebnisse
Im folgenden wird zusammenfassend die Bewertung der Projekte vorgestellt und
danach unter den Überschriften "Zielsetzungen", "Organisatorischer Rahmen",
"Zusammenarbeit von LehrerInnen und KünstlerInnen" und "Einbeziehung der
SchülerInnen" Hinweise zur weiteren Diskussion aufbereitet. Aus den schriftlichen
Rückmeldungen zu der Pilotphase lassen sich einige organisatorische Empfehlungen
ableiten, die im Anschluss daran vorgestellt werden. Im Anhang findet sich eine
ausführliche Dokumentation von Wortbeiträgen aus den zurück gekommenen und
ausgewerteten Fragebögen.
Erfolg der Projekte
Die Projekte waren ein Erfolg! Die Auswertung der Projektdarstellungen und der
Stellungnahmen der Beteiligten unterstreichen sehr deutlich, dass die Projekte in der
Wertung aller Beteiligter sehr gut verlaufen sind. Bemerkenswert dabei ist, dass diese
Bewertung auf alle einbezogenen Schulformen zutrifft und von allen drei einbezogenen
"Akteursgruppen", den LehrerInnen, den KünstlerInnen und den SchülerInnen einheitlich
getragen werden.
Aus den schriftlichen Statements zur Auswertung sind folgende Aussagen als
beispielhaft (siehe hierzu ausführlich die Auswertung im Anhang) für die jeweilige
Akteursgruppe herauszustellen:
Positive Aussagen von Seiten der LehrerInnen
•Das "gute Gelingen" der Projekte und die "gute Zusammenarbeit" mit den
Künstlern
•Die Projekte regten an, "die Grenzen des Schulalltags zu überschreiten"
•Die Schüler erlebten einen "nicht leistungsbezogenen, entspannten Kontext"
•Hervorgehoben wurde auch die hohe "Motivation und Konzentration" bei den
Beteiligten
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•Die Schüler haben Schüler einen hohen Grad an "Selbstorganisation und
Teamfähigkeit" entwickelt
•Es ist gut, "mal was völlig anderes in die Schule zu integrieren"
•Die Projekte waren eine Bereicherung für das "kulturelle Leben in der Schule und
für das kulturelle Leben in der Stadt"
Positive Aussagen von Seiten der KünstlerInnen
•Viel Spaß bei den Projekten
•Viele neue Erlebnisse und Erfahrungen für die Schüler und auch für die Künstler
•Die Schüler haben sehr viel von der "Lebendigkeit der Kunst" mitgenommen
•Die Schüler waren sehr motiviert und konzentriert
•Wichtig war der "freie Stil" der Künstler
•Man war an "etwas Gutem beteiligt"
Positive Aussagen von Seiten der SchülerInnen
•Neue Erfahrungen waren "super"
•Selbständiges, freies Arbeiten war "toll" "Eigentlich hatte ich damit gerechnet,
dass wir vorgeschriebene Texte bekommen... das war nicht der Fall und das hat
mir gefallen"
•Die Exkursionen waren "spannend"
•"Mal was anderes"
•"Super (...) ,dass ich mit meinen Freunden zusammenarbeiten konnte"
Eine positive Einschätzung wird auch in der Sitzung des Beirates am 22.09.03
bestätigt. Es wird herausgestellt, dass die Projekte - bis auf zwei Ausnahmen -
sehr gut verlaufen sind und auch die Rückmeldungen zur Zusammenarbeit von
Künstlerinnen und LehrerInnen bis auf wenige Ausnahmen positiv seien.
Als eine weitere Bestätigung dieser grundsätzlich positiven Bewertung können die
Aussagen bei der Informationsveranstaltung für die Projekte 2003/2004
betrachtet werden. Hier äußerten sich mehrere der am ersten Projektdurchgang
beteiligten KünstlerInnen.
Hinweise aus den Projekten
Zielsetzungen
Grundsätzlich sind die Projekte außerhalb der Lehrpläne angesiedelt und deutlich
vom Schulunterricht abzugrenzen. Die Förderung von eigenverantwortlichem
Denken und Handeln sowie die Motivation zur eigenen Kreativität stehen dabei im
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Mittelpunkt: "Der künstlerische Bildungsauftrag ist nicht lernzielorientiert, sondern
dient der Persönlichkeitsbildung und soll motivieren, neue Fähigkeiten zu
erwerben" (Auszug aus der Pressemitteilung der Stadt Düsseldorf vom 25.07.03).
Dieser Ansatz wurde auch in der Fachtagung "Schule, ganz offen für Kultur" am
9.05.03 im Wortbeitrag Kulturdezernenten und Stadtdirektors der Stadt
Düsseldorf, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, unterstrichen: "Wenn ein Projekt
Erfolg haben soll, muss es sich vom täglichen Schulbetrieb abheben. Selbst
wenn es sich später in den Schulalltag einweben muss, sollte es irgendwo
initiieren, möglicherweise sogar Schule verunsichern, ja vielleicht stören."
Eine "Störung des Schulalltags im positiven Sinne" wird als Zielsetzung auch in
der oben angesprochenen Beiratssitzung ausdrücklich hervorgehoben. Zugleich
wird hier auch auf einen "Regulierungsbedarf" der Schule hingewiesen, der unter
den Stichworten "Zuständigkeiten", "Aufsichts- und Haftungspflicht" und
"Einbindung in die schulische Struktur" als Rahmen für die Projekte aufgeführt
wurde (siehe dazu den Punkt "Organisatorischer Rahmen").
Das Spannungsverhältnis zwischen Offenheit und formal-rechtlichen
Rahmenbedingungen spiegelt sich in den schriftlichen Rückmeldungen von
KünstlerInnen und LehrerInnen ebenso wider, wie die Unterschiedlichkeit
bezogen auf die Perspektive der Projekte und ihrer Positionierung im Schulalltag.
Hier zeigt sich zumindest in Ansätzen, dass ein unterschiedlicher Blickwinkel bei
den am Projekt beteiligten Akteuren vorhanden ist, der für zukünftige Projekte
thematisiert werden sollte: Seitens der KünstlerInnen wird mehrfach auf die
Bedeutung eines "freien Stils" hingewiesen, bzw. dessen Priorität herausgestellt.
Eine Künstlerin formulierte es bei der oben angesprochenen
Informationsveranstaltung sehr direkt: "Wir Künstler sind im Unterschied zu den
LehrerInnen weniger ergebnisorientiert und interessieren und nicht für Noten. Wir
denken prozessorientiert und sind daher auch eher bereit, im Laufe des Projektes
Umstellungen vorzunehmen. Unser Ziel ist die Mobilisierung von Kreativität".
Seitens der LehrerInnen sind - auf der Basis einer grundsätzlich positiven
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Bewertung - Äußerungen vorzufinden, wie: "Umwandlung der Projekte in eine
verbindliche AG" und "Wie können solche Projekte ins Curriculum übernommen
werden?"
Insgesamt gesehen kann aufgrund der ausführlichen Rückmeldungen die
Aussage getroffen werden, dass die kulturellen Projekte einen eigenständigen
Status im alltäglichen Schulgeschehen eingenommen haben (siehe Anhang).
Inwieweit die Projekte zur Veränderung von Schule beitragen, ist aufgrund der
vorliegenden Materialien und Statements nicht zu bestimmen. Wenn
"Veränderungen von Schule durch die Einbeziehung von Kultur" als ein
übergeordnetes Ziel formuliert werden soll, ist eine Präzisierung und
Operationalisierung dieser Zielsetzung sinnvoll. Hierbei sollten über die Mitglieder
des Beirates und die MitarbeiterInnen der Verwaltung hinaus auch alle beteiligten
Akteursgruppen einbezogen werden.
Organisatorischer Rahmen
In den schriftlichen Rückmeldungen finden sich nur vereinzelt Hinweise auf
organisatorische Schwierigkeiten. So wird in einem Fall der mangelnde
Informationsfluss beklagt, wenn sich die Terminplanung in der Schule ändert.
Auch findet sich ein Hinweis darauf, dass ein Lehrer nicht über die
entsprechenden Vorinformationen zum Projekt verfügte.
Sowohl bei dem Treffen des Beirates als auch bei der Informationsveranstaltung
für die am Projekt interessierten KünstlerInnen wurde die besondere Rolle der
Schulleitung herausgestellt. Ihr komme als sogenannter "Herr im Ring" die
Verantwortung zu, den "Rahmen" für die Realisierung der Projekte zu stellen -
u.a. für die organisatorischen Abstimmungen bei den Projekten und die rechtliche
Absicherung (z.B. bei Aktivitäten außerhalb der Schule). Von den Schulleitungen
hängt damit auch in entscheidender Weise ab, wie das Projekt innerhalb des
Schulalltages positioniert ist. Wenn das oben aufgeführte Ziel, den Schulalltag zu
ändern, realisiert werden soll, müssen die Projekte auch einen entsprechend
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wichtigen Status zugewiesen bekommen und an der gesamten Schule bekannt
gemacht werden.
In der Beiratssitzung wurde in diesem Zusammenhang die Schulkonferenz als
wichtiges Gremium genannt, "damit die wichtigen Informationen an alle
Beteiligten gehen". Hierbei ist natürlich auch die Größe der jeweiligen Schule zu
berücksichtigen und damit verbunden die Gewichtung von formellen und
informellen Regelungen.
Insgesamt gibt es nach diesem ersten Durchgang noch relativ wenige Aussagen
dazu, inwieweit durch die Projekte auch Veränderungen im Schulalltag bewirkt
werden können, die über die Beteiligten hinaus reichen.
Zusammenarbeit von LehrerInnen und KünstlerInnen
In der Beiratssitzung kamen Probleme bei der Zusammenarbeit dieser beiden
Akteursgruppen nur als Ausnahme zur Sprache. Als eine wichtige Voraussetzung
für das Gelingen der Zusammenarbeit wurde an dieser Stelle die Freiwilligkeit der
Mitwirkung der LehrerInnen genannt. Grundsätzlich, so wurde auch bei der
Informationsveranstaltung für neue KünstlerInnen insistiert, sollen die
LehrerInnen in das Projekt eingebunden werden und anwesend sein. Den
KünstlerInnen käme allerdings die Rolle der "künstlerischen Leitung" zu.
Bei den schriftlichen Rückmeldungen überwiegen die positiven Aussagen zur
Zusammenarbeit von LehrerInnen und KünstlerInnen. Allerdings gibt es
vereinzelte Hinweise darauf, dass die Anwesenheit der LehrerInnen "auch
problematisch gesehen werden kann". Hieran schließen sich Äußerungen an, die
von "Projekterfahrenen" bei der Informationsveranstaltung für KünstlerInnen
gemacht wurden: "Es ist manchmal besser, wenn die Lehrer nicht dabei sind,
dann können die Schüler neue Rollen einnehmen, sich anders verhalten als
sonst",
"Manchmal schießen die Lehrer quer und mischen sich ein". Zugleich kam
allerdings auch der Hinweis, dass die Haltung der LehrerInnen zum Projekt von
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Wichtigkeit ist: "Die Lehrer müssen dahinter stehen, das Projekt ernst nehmen,
sonst nehmen auch die Schüler eine laxe Haltung ein".
Vor dem Hintergrund solcher Äußerungen und den vereinzelten Hinweisen in den
schriftlichen Rückmeldungen lässt sich die Aussage treffen, dass dem Verhältnis
LehrerInnen und KünstlerInnen eine besonders große Bedeutung für die
Realisierung der Projekte zukommt. Dies trifft sowohl auf die Erwartungen als
auch auf die Ausfüllung von unterschiedlichen Rollen zu.
Einbeziehung der SchülerInnen
Aus den schriftlichen Rückmeldungen ist die große Zustimmung der SchülerInnen
zu entnehmen. Diese reichen von "mal was ganz anderes" bis zu differenzierten
Einschätzungen über die offene Vorgehensweise, die Spielräume gestalten lässt.
Die veränderte Situation im Schulalltags stellt - nach den Rückmeldungen zu
urteilen - bereits einen Wert an sich dar, der je nach Alter von den SchülerInnen
sehr unterschiedlich ausfallen kann. So werten z.B. Siebtklässler schon die
Tatsache, dass sie bei einem Projekt "mehr Pausen als sonst" haben und sich
dabei sogar in der Innenstadt "frei bewegen" können, als positiv. In anderen
Fällen kommt der Stolz zum Ausdruck, das Projekt im Rahmen einer Präsentation
vor LehrerInnen und Eltern vorstellen zu können.
Gerade bei jüngeren SchülerInnen scheint es besonders wichtig, diese in ihrer
Lebenswelt anzusprechen. Ein Beispiel dazu kam aus einem Musikprojekt, wo
die Auseinandersetzung mit Popsongs von den SchülerInnen deutlich höher
gewertet und eingefordert wurde als die mit Musikimprovisationen.
Organisatorische Hinweise
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In den Rückmeldungen finden sich Hinweise auf die Kommunikationsstruktur und
den organisatorischen Ablauf, die ohne eine weitere Bewertung zur Beachtung
vorgeschlagen werden können:
•Die Verantwortlichkeiten und die AnsprechpartnerInnen an der Schule müssen
geklärt sein. Wichtig ist die Gewährleistung eines Kommunikationsflusses zu den
KünstlerInnen (z.B. übe
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.