Ö Vorlagen - Nr.01/ 120/2005
Düsseldorf, den 18. April 05
Bündnis 90/DIE GRÜNEN ° Marktplatz 3 ° 40213 Düsseldorf
E-Mail:
[email protected]
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Herrn Oberbürgermeister
Joachim Erwin
Antrag
Antrag der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: Büroleerstand
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesord-
nung der Ratssitzung am 28. April 2005 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:
Der Rat der Stadt Düsseldorf beauftragt die Verwaltung, bei der Immobilien- und
Standortgemeinschaft Graf-Adolf-Straße darauf hinzuwirken, dass der dortige strukturelle
Büroleerstand thematisiert wird, mit dem Ziel, Maßnahmen zu identifizieren, die geeignet
sind, den Büroleerstand zu verringern.
Darüber hinaus soll die Verwaltung zeichnerisch und schriftlich darstellen - gemäß der
sozialräumlichen Gliederung -, welche Büroflächenangebote welchen Alters und Größe im
Stadtgebiet vorhanden sind und welche davon leer stehen.
Sachdarstellung:
Der strukturelle Büroleerstand ist eine in Düsseldorf lange bekannte Tatsache. Er betrifft
überwiegend alte und kleine Büroflächen. Es bedarf viel Kreativität, um ihn zu verringern.
Integrierte Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) können hier ein geeignetes
Mittel sein.
An der vom strukturellen Büroleerstand sehr betroffene Graf-Adolf-Straße existiert eine
derartige ISG. Sie orientiert sich aber in ihren Zielsetzungen weitgehend auf den
Einzelhandel und den öffentlichen Raum. Es wäre eine vergebene Chance, dort nicht
auch den Büroleerstand zu thematisieren.
Darüber hinaus ist es von Bedeutung, in Düsseldorf die Gebiete zu identifizieren, die
besonders vom strukturellen Büroleerstand betroffen sind, um entsprechende
leerstandsmindernde Maßnahmen ergreifen zu können. Hierbei sollen allgemein
anerkannte und vergleichbare Zahlen angewandt werden. Es ist hierbei nicht hilfreich,
wenn die Stadt im Alleingang Kriterien zur Beschreibung des Büromarktes entwickeln
lässt, die den strukturellen Büroleerstand verniedlichen.
RSD AllVorlg.WPT
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Die Stadt geht bei einem angenommen Leerstand von ca. 640.000 qm davon aus, dass
ca. 210.000 qm Fluktuationsreserve und ca. 110.000 qm unvermietbare Altflächen seien.
Maklerbüros gehen aber von ca. 880.000 qm Büroleerstand aus, wovon nur 60 %
marktfähig seien beziehungsweise knapp 400.000 qm wären nicht mehr vermietbar. Dies
läge daran, dass in Düsseldorf überproportional viele große Büroflächen nachgefragt
werden. 95 % der Gebäude haben weniger als 4.200 qm Bürofläche und diese Flächen
machen 50 % des gesamten Flächenbestandes aus. Dieser strukturelle Büroleerstand ist
ein Problem für die Stadtentwicklung. Die Anforderungen an moderne Büroimmobilien
dürfen nicht dazu führen, dass immer neue Gebiete für Büroflächen in Anspruch
genommen werden. Alle Flächenberichte - ob für Gewerbe oder Wohnen - sagen aus,
dass die Flächen knapp sind. Daher sollten die nicht mehr zeitgemäßen Flächen
sinnvoller genutzt werden als derzeit.
Mit freundlichen Grüßen
Iris Bellstedt Norbert Czerwinski
RSD AllVorlg.WPT