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AWM/037/2026
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Düsseldorf, 25.08.2026
Ratsfraktion SPD/Volt
An
Ratsherr Dr. Frank Schulz
Vorsitzender des Ausschusses für Wohnungswesen
und Modernisierung der Landeshauptstadt Düsseldorf
Anfrage der SPD/Volt-Ratsfraktion zur Sitzung des Ausschusses für
Wohnungswesen und Modernisierung am 07.09.2026
Betrifft:
Anfrage der SPD/Volt-Ratsfraktion: Bitterarm statt Putzplan - Missstände aif dem
Düsseldorfer WG-Markt
Sehr geehrter Herr Dr. Frank Schulz,
am 1. Oktober beginnt das Wintersemester 2026/2027 und für viele junge Menschen ein
neuer Lebensabschnitt in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Allein an der Heinrich-
Heine-Universität werden mindestens 3.500 neue Studierende erwartet. Neben den
rund 4.200 Wohnheimplätzen des Studierendenwerks Düsseldorf sowie den Angeboten
kirchlicher Träger stellen Wohngemeinschaften (WG) eine klassische und preisgünstige
Alternative dar. In WG können junge Menschen durch ein gemeinschaftliches
Zusammenleben schnell erste Kontakte in einer neuen Stadt knüpfen und sich
langfristig an ihren neuen Wohnort binden.
Die steigenden Mieten haben jedoch auch Auswirkungen auf den WG-Markt in der
Landeshauptstadt Düsseldorf. Laut der laufenden Studie des Moses-Mendelssohn-
Instituts stiegen die durchschnittlichen Preise auf der Plattform wg-gesucht.de zwischen
den Sommersemestern 2025 und 2026 um knapp 7 % und wachsen somit stärker als
die Angebotsmieten für konventionelle Wohnungen. Mit einem durchschnittlichen Preis
von 630 Euro liegen die Düsseldorfer WG-Zimmer weit über dem NRW-Durchschnitt
von 485 Euro und belasten insbesondere Studierende mit kleinem Budget. Im Vergleich
dazu liegt die aktuelle Wohnkostenpauschale des BAföG bei 380 Euro, wobei eine
Anhebung auf 440 Euro angestrebt wird.
Laut dem Moses-Mendelssohn-Institut sind die steigenden Energiekosten ein
Kostentreiber. Diese machen sich beispielsweise beim pro Kopf zu berechnenden
Stromverbrauch bemerkbar, der einen wachsenden Anteil an den Wohnkosten
einnimmt. Eine Betrachtung des Düsseldorfer WG-Marktes zeigt zudem eine Zunahme
möblierter Angebote. Von 655 Angeboten auf der Plattform wg-gesucht.de sind aktuell
384 Angebote vollmöbliert (Stand 18.08.), die aufgrund der Ausstattung im Vergleich zu
unmöblierten Angeboten höher bepreist sind.
Abseits der gängigen vollmöblierten Zwischenmieten, wie sie beispielsweise bei
Auslandsaufenthalten üblich sind, spielen in diesem Kontext Unternehmen, die sich auf
die Vermarktung von Einzelzimmern spezialisiert haben, mittlerweile eine wesentliche
Rolle. So vermittelt beispielsweise das Unternehmen Housing Anywhere zwischen
Eigentümer:innen und Mieter:innen, übernimmt dabei eine Treuhandfunktion und erhebt
8 % des Mietzinses für seine Dienstleistung. Diese Gebühr könnte effektiv auf die
Mieter*innen umgelegt werden und die Mietpreisbremse umgehen. Beispielhafte
Angebote des Unternehmens umfassen teils nur 6 m² und erzielen regelmäßig
Quadratmeterpreise von 20 bis 81 €. Das Unternehmen Urban Elite bewirbt seine
Angebote hingegen mit einem kautionsfreien Mietverhältnis. Anstelle einer Kaution wird
eine Aufnahmegebühr verlangt, die in der Praxis jedoch keine Schadensfälle abdeckt.
Entstehende Kosten werden daher bei Auszug in Rechnung gestellt.
Neben den mieterschutzrechtlichen Fragestellungen für junge Erwachsene, die durch
diese Praktiken betroffen sind, entfällt der eigentliche soziale Charakter der
gemeinschaftlichen Wohnform. Bei beiden genannten Geschäftsmodellen entfällt eine
Auswahl der Mitbewohner:innen oder eine Besichtigung der Räumlichkeiten, was
insgesamt zu einem teuren und sozial prekären Mietverhältnis führt.
Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie im Namen der SPD/Volt-Ratsfraktion, folgende
Anfrage auf die Tagesordnung des Ausschusses für Wohnungswesen und
Modernisierung der Landeshauptstadt Düsseldorf am 7. September 2026 zu nehmen
und von der Verwaltung beantworten zu lassen:
1.Wie beobachtet die Verwaltung den Düsseldorfer WG-Markt hinsichtlich
der Verfügbarkeit, der mietrechtlichen Rahmenbedingungen und der
Wohnkosten?
2.Welche Verletzungen der Wohnraumschutzsatzung, der Mietpreisbremse
oder des Mietrechts werden durch die Verwaltung im Segment der
gemeinschaftlichen Wohnformen beobachtet?
3.Welche Maßnahmen verfolgt die Verwaltung, um preisgünstige
gemeinschaftliche Wohnformen zu schaffen?
Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der Fragen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Sabrina Proschmann
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