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Title: Antrag
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Published Time: 2026-04-28T08:45:00.000Z
Number of Pages: 2
Markdown Content:
RAT/258/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 27.04.2026
An den
Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 07.05.2026
# Betrifft:
Antrag der Ratsfraktion Die Linke: Keine Uran- und Castor-Transporte durch Düsseldorf
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 7. Mai 2026 stellt die Ratsfraktion Die Linke folgenden Antrag:
Der Rat möge beschließen:
1. Der Rat lehnt Atomtransporte durch Düsseldorf ab; dies gilt insbesondere für
die aktuell geplanten Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll vom
Forschungszentrum Jülich und vom Forschungsreaktor Garching ins
Zwischenlager Ahaus, der möglicherweise über die A57 im Westen von
Düsseldorf sowie über die A44 durch den Flughafentunnel verläuft. Der Rat
beauftragt die Stadtverwaltung, bei der Landesregierung und der
Bundesregierung auf eine Einstellung der Urantransporte und einen Verzicht
auf die Castor-Transporte hinzuwirken.
2. Der Rat lehnt auch Transporte von Uranhexafluorid über das Düsseldorfer
Stadtgebiet ab. Der Rat beauftragt die Stadtverwaltung, die verantwortliche
Urananreicherungsfirma Urenco in Gronau sowie die zuständigen
Bundesbehörden erneut aufzufordern, auf derartige Urantransporte durch das
Düsseldorfer Stadtgebiet zu verzichten.
3. Der Rat befürwortet die Ziele des Atomausstiegs und spricht sich dafür aus,
keinen weiteren Atommüll herzustellen und die Anlagen in Gronau, Lingen und
Garching stillzulegen. Seite 2
Begründung:
Der Rat der Stadt Münster hat am 11. Februar 2026 mit breiter Mehrheit beschlossen,
geplante Uran- und Castor-Transporte durch das Stadtgebiet abzulehnen. Dem sollte sich
der Rat der Stadt Düsseldorf anschließen. Wegen der extremen Risiken sollten Transporte
von radioaktivem Müll nur zu einem sogenannten Endlager führen, in dem der Atommüll für
einen deutlich längeren Zeitraum und sicherer gelagert werden kann als in den bestehenden
Übergangslagern. Solange es ein solches Endlager nicht gibt, sollte der radioaktive Müll so
sicher wie möglich dort gelagert bleiben, wo er sich aktuell befindet.
Die genaue Route der Transporte unterliegt der Geheimhaltung. Dabei kann auch eine
Transportroute über die A44 oder die A57und damit durch Düsseldorf in Betracht kommen.
Selbst wenn eine solche Streckenführung aktuell nicht geplant sein sollte, steht im Hinblick
auf den langen Zeitraum der Transporte und die insgesamt marode Infrastruktur
(insbesondere die Brücken über den Rhein) zu befürchten, dass die Route durch Düsseldorf
zu einem späteren Zeitpunkt gewählt werden könnte.
Ein Unfall bei einem Transport durch Düsseldorf hätte schwerste Folgen für die Düsseldorfer
Bevölkerung. Austretendes Uranhexafluorid (UF6) kann mit Wasser (z.B. Luftfeuchtigkeit) zu
giftigem Uranylfluorid und Fluorwasserstoff reagieren. Fluorwasserstoff bildet in Wasser
gelöst Flusssäure. Ein Kontakt mit Flusssäure ist hochgefährlich und kann lebensgefährliche
Verätzungen verursachen. Bei einem Brand kann UF6 gasförmig werden und sich dadurch
schnell ausbreiten.
Wir lehnen es ab, dass Menschen in Düsseldorf oder an anderen Orten solchen Gefahren
ausgesetzt werden. Deshalb lehnen wir auch die aktuell geplanten Castor-Transporte von
Jülich und Garching nach Ahaus ab. Bei einem Unfall oder Angriff besteht die Gefahr, dass
die Behälter beschädigt werden und die Umgebung radioaktiv verseucht wird.
Hinzu kommt, dass das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus nur bis zum 31. Dezember
2036 genehmigt ist. Damit sind Transporte ins Zwischenlager Ahaus keine dauerhaft
tragfähige Lösung und können im Ergebnis weitere Transporte nach sich ziehen.
Freundliche Grüße
Sigrid Lehmann Chris J. Demmer
F.d.R. Sönke Voigt