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Title: 00493259.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00493259.pdf
Published Time: Thu, 09 Nov 2023 11:43:32 GMT
Number of Pages: 5
Markdown Content:
OVA/133/2023
X öffentlich nicht öffentlich
# Beschlussvorlage
Betrifft:
Bahnsteiglängen und Prioritäten beim barrierefreien Haltestellenausbau im
Niederflurbahnnetz
Fachbereich :
66 - Amt für Verkehrsmanagement
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Jochen Kral
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Bezirksvertretung 3 19.09.2023 Anhörung
Bezirksvertretung 9 22.09.2023 Anhörung
Bezirksvertretung 2 26.09.2023 Anhörung
Bezirksvertretung 7 26.09.2023 Anhörung
Bezirksvertretung 6 27.09.2023 Anhörung
Bezirksvertretung 8 28.09.2023 Anhörung
Bezirksvertretung 1 29.09.2023 Anhörung
Ordnungs - und
Verkehrsausschuss 22.11.2023 Vorberatung
Rat 14.12.2023 Entscheidung
Beschlussdarstellung:
1. Die Standard -Bahnsteiglänge für den barrierefreien Ausbau von Haltestellen
im Niederflurbahnnetz wird für alle Haltestellen des Wehrhahn -Liniennetzes
(U71/U72/U73/U83) sowie für die wichtigste Umleitungsstrecke des
Wehrhahn -Liniennetzes (s. Anlage 1) mit Ausnahme der Haltestelle
„Worringer Platz“ auf 60 Meter festgelegt.
2. Der Umbau der übrigen Haltestellen im Niederflurbahnnetz (Straßenbahnlinien
701, 704, 705, 706, 707, 708, 709) wird - mit Ausnahme der unter Pkt. 3 der
Beschlussfassung aufgeführten Planungen - zunächst zurückgestellt. Erst nach
Vorliegen belastbarer Prognosen zur angestrebten und erreichbaren
Fahrgastnachfrage und der zukünftig vorgesehenen Fahrplan takte im Rahmen Seite 2
der Neuaufstellung des Nahverkehrs plans erfolgt eine bedarfsgerechte
Festlegung der Bahnsteiglänge.
3. Für bereits in der Planung weit fortgeschrittene Straßenbahnhaltestellen der
Ziffer 2 werden Sonderregelungen gem. Sachdarstellung getroffen. Soweit
nicht bereits heute der Bedarf für eine n erweiterten Ausbau vorliegt, werden
diese Haltestellen zunächst mit einer Bahnsteiglänge von 40m ausgebaut,
wobei die Option auf eine spätere Erweiterbarkeit auf 60m sichergestellt wird.
Der barrierefreie Umbau dieser Haltestellen wird mit hoher Prioritä t weiter
umgesetzt.
4. Die Priorisierung des weiteren barrierefreien Haltestellenausbaus im
Niederflurbahnnetz wird so angepasst und in den Nahverkehrsplan
aufgenommen, dass zunächst die unter Ziffer 1 genannten Haltestellen des
Wehrhahn -Liniennetzes und wic htiger Umleitungsstrecken (60 Meter
Bahnsteiglänge) umgesetzt werden.
Sachdarstellung:
Der barrierefreie Ausbau der Stadtbahn - und Straßenbahnhaltestellen im
Niederflurnetz schreitet voran und hat inzwischen den Stand von 49 Prozent
ausgebauten Haltekan ten erreicht. Die angestrebten strategischen Ziele der
Mobilitätsplanung für Düsseldorf mit deutlicher Stärkung des ÖPNV erfordern
planerischen Weitblick und die Bewertung aller Infrastrukturvorhaben auch vor dem
Hintergrund der angestrebten Nachfragezuwäc hse im ÖPNV und dafür erforderlicher
Kapazitätserweiterungen. So ist gemäß aktuellem Arbeitsstand des Mobilitätsplans D
eine Erhöhung des ÖPNV -Anteils am Modal Split von 21 Prozent auf 24 Prozent in
2030 und auf 28 Prozent in 2040 vorgesehen. Zusammen mit dem erwarteten
Bevölkerungswachstum entspricht dies einer Steigerung der ÖPNV -Nachfrage bis
2040 um ca. 50 Prozent .
Die neuen Ziele sowie die bisherigen Erfahrungen im Rahmen der Projektumsetzung
des Haltestellenausbaus lassen eine Überprüfung des Procede res und der bisher
geplanten Bahnsteiglängen sinnvoll erscheinen. Auf der einen Seite werden
zusätzliche Kapazitätsbedarfe erkennbar, die für die Umsetzung längerer Bahnsteige
für den Einsatz längerer und damit kapazitätsstärkerer Straßenbahnzüge sprechen.
Auf der anderen Seite sind mit längeren Bahnsteigen jedoch auch Nachteile
verbunden: Der Raum für andere Nutzungen (Fahrradwege und -parken,
Sharingangebote, Pkw -Stellplätze, Geschäftsauslagen und Außengastronomie etc.)
wird im Einzelfall eingeschränkt. A ußerdem verringert sich die Anzahl der möglichen
Positionierungen von Haltestellen. Es ist daher eine sorgsame Gesamtabwägung zu
treffen, die alle Interessen berücksichtigt und dabei die Zukunftsfähigkeit neuer
ÖPNV -Infrastruktur sicherstellt.
Auf den ei nzelnen Linien im Niederflurbahnnetz der Rheinbahn kommen zurzeit bzw.
nach Einführung des RheinTakts folgende Zuglängen (2,4 Meter breit) zum Einsatz:
Stadtbahnlinien U71/U72/U73/U83 (Wehrhahnlinien): 60m -Züge aus 2x30m -
Fahrzeugen
701, 707, 709 -Grundtakt: 40m -Züge
704, 705, 706, 708 und 709 -Verstärker auf 5 -Minuten -Takt: 30m -Züge
701 -Verstärker bei Veranstaltungen im DOME: 60m -Züge aus 2x30m -
Fahrzeugen
Während im Wehrhahn -Liniennetz bereits 60m lange Züge zum Einsatz kommen und
die Oberfläch enhaltestellen konsequent auf dieses Maß barrierefrei ausgebaut Seite 3
werden, sind im Straßenbahnnetz im Regelverkehr ausschließlich kürzere 30 oder 40
Meter lange Bahnen im Einsatz. Viele Haltestellen verfügen daher auch nur über 40
Meter lange Bahnsteige.
Bis auf die Linie 706 eignen sich grundsätzlich alle Straßenbahnlinien für den Einsatz
von 40 Meter langen Zügen. Auf der Linie 706 wäre der Einsatz von 40m langen
Zügen nach Anpassung der Endstelle in Hamm (Gleisdreieck) oder durch Einsatz von
Zweirichtungsf ahrzeugen anstatt der heutigen Einrichtungsfahrzeuge möglich.
Kapazitätssteigerungen im ÖPNV können grundsätzlich auf zwei Arten erfolgen:
Mehr Fahrten: Kapazitätssteigerung durch dichteres Fahrtenangebot auf
vorhandenen Linien und/oder durch Schaffung zu sätzlicher Linien
Größere Fahrzeuge: Kapazitätssteigerung durch längere und/oder breitere
Bahnen
Aus Sicht der Verwaltung kann den angestrebten Fahrgastzuwächsen nur durch eine
Kombination aus beiden Instrumenten angemessen Rechnung getragen werden.
Stand heute ist nicht davon auszugehen, dass ein flächendeckender Ausbau von
60m -Bahnsteigen im Straßenbahnnetz (Pkt. 2. der Beschlussdarstellung) erforderlich
werden wird.
Die abschließende Prüfung, auf welchen Strecken konkret welche Mittel am Besten
zum Eins atz kommen, wird durch eine fundierte, linien - und streckenbezogene
Nachfrageprognose unter Berücksichtigung
- der Bevölkerungs - und Arbeitsplatzentwicklung
- der aktuell absehbaren Stadtentwicklungsprojekte
- der angestrebten Klimaschutzziele und daraus resultierenden strategischen
Ziele im Verkehrssektor
im Rahmen der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans erfolgen. Daraus abgeleitet
werden kann dann das optimale Betriebskonzept im Stadtbahn/Straßenbahnnetz und
die erforderlichen Fahrzeugkapazitäten.
Da dieser Prozess einige Jahre in Anspruch nehmen wird, der gesetzlich
vorgeschriebene barrierefreie Ausbau jedoch nicht aufgehalten werden darf, schlägt
die Verwaltung vor, sich zunächst auf die vorrangig auf eine Länge von 60 Metern
auszubauenden Haltestelle n des Wehrhahn -Stadtbahnliniennetzes zu fokussieren
(Pkt. 1. + 4. der Beschlussdarstellung). Dabei sollen erstmals auch wichtige
Umleitungs strecken für den Störungsfall mitberücksichtigt werden. Bei Störungen im
Wehrhahn -Linientunnel und den angrenzenden Zulaufstrecken (Grafenberger Allee
und Brunnenstraße) stehen heute keine Ausweichrouten zur Verfügung und Züge
müssen vorzeitig wenden, müssen leer abgeleitet werden oder können nicht
weiterfahren (und blockieren z. B. am Karolingerplatz dann auch die Stra ßenbahn -
linien). Als wichtigste Ausweichroute kommt die Strecke Friedrichstadt – Hbf –
Flingern (Strecken der Linien 704/709) in Frage. Eine Streckenkategorisierung und
die auf diesen Strecken noch barrierefrei auszubauenden Haltestellen sind dem als
Anlag e 1 beigefügten Übersichtsplan zu entnehmen. Die auf der Umleitungs strecke
gelegene Haltestelle „Worringer Platz“ soll aufgrund der besonderen räumlichen
Situation und sich daraus ergebenden Herausforderungen dabei zunächst
zurückgestellt werden (Bedienung im Umleitungsfall ohne Fahrgastwechsel).
Bei den mit Priorität barrierefrei auszubauenden Haltestellen für das Wehrhahn -
Liniensystem handelt es sich demnach um folgende Stationen: Seite 4
Heinrichstraße Opladener Straße Suitbertusstraße Birkenstraße
Gerresheim S Ickerswarder Str. Südring Hbf
Morper Straße Elbruchstraße Volmerswerther Str. Mintropplatz
Pöhlenweg Niederheid Krahkampweg Helmholtzstraße
Engerstraße Schöne Aussicht Hellriegelstraße Fürstenplatz
Lindemannstraße Kappeler Straße Hoffeldstraße Morsestraße
Karolingerplatz Schloss Benrath Flingern S Färberstraße
Universität Ost Benrath S
Darüber hinaus sollen folgende bereits in der konkreten Planung weit
fortgeschrittene Straßenbahnhaltestellen, soweit nicht im Einzelfall begründet,
zunächst mit einer Bahnsteiglänge von 40 m umgesetzt werden. Im Sinne einer
nachhaltigen Planung sollen diese mit der Option auf eine spätere Erweiterung für
60m -Züge umgesetzt werden (Pkt. 3. der Beschlussdarstellung):
- Elsässer Straße (Linien 705, 707): Vorplanung/Vorzugsvariante liegt vor;
keine Lageunterschiede be i Planung 40m/60m, wegen Bebauung Nachbar -
grundstück (alte Post) Planungsfortsetzung sinnvoll, vorerst Ausbau 40m
problemlos => Umsetzung 40m Bahnsteiglänge
- An der Piwipp (Linien 705, 707): die Planung der Neubauvorhaben
Rewe/Schwimmbad berücksichtigt ber eits den Umbau der angrenzenden
Verkehrsflächen; ein mit der Bädergesellschaft und REWE abgestimmtes
Gesamtkonzept liegt vor, keine Lageunterschiede bei Planung 40m/60m,
vorerst Ausbau 40m problemlos => Umsetzung 40m Bahnsteiglänge
- Großmarkt (Linien 705, 707): die Planung der Neubauvorhaben im
Zusammenhang mit der Entwicklung des Großmarkt -Geländes berücksichtigt
bereits den Umbau der angrenzenden Verkehrsflächen; ein Gesamtkonzept
liegt vor, keine Lageunterschiede bei Planung 40m/60m, wegen Mitbedienung
durch Bus direkt Ausbau auf 60m sinnvoll und vorgeschlagen (Doppelhalt
Bahn + Bus möglich) => Umsetzung 40m + 20m für gleichzeitiges Halten
Bahn + Bus
- Essener Straße (Linien 705, 707): Entwurfsplanung wird den neuen
Anforderungen entsprechend überarbeitet; vorläufig 40m vereinfacht die
Umsetzung, Erweiterbarkeit auf 60m gewährleistet => Umsetzung 40m
Bahnsteiglänge
- Marienhospital (Linien 706, 707, Bus): Entwurfsplanung wird den neuen
Anforderungen entsprechend überarbeitet; vorläufig 40m vereinfacht die
Um setzung, Erweiterbarkeit auf 60m gewährleistet; sofortige Umsetzung 60m
auf der Duisburger Straße wegen Mitbedienung durch Bus wird geprüft
=> Umsetzung 40m Bahnsteiglänge
- Jacobistraße (Linie 707, Bus): Steige in Tonhallenstraße zwischen ehem.
Karstadt un d Kaufhof; keine nennenswerten Planungsanpassungen bei 40m
oder 60m erforderlich; wegen Mitbedienung durch Bus direkt Ausbau auf 60m
sinnvoll und vorgeschlagen (Doppelhalt Bahn + Bus möglich)
=> Umsetzung 40m + 20m für gleichzeitiges Halten Bahn + Bus
- Bilker Allee/Friedrichstraße (Linie 707): Entwurf fertiggestellt; keine
wesentliche Änderung bei 40m/60m, vorerst Ausbau 40m problemlos
=> Umsetzung 40m Bahnsteiglänge
- Josef -Kardinal -Frings -Brücke (Linie 709): Brückenplanung berücksichtigt Seite 5
bereits Nutzlän ge von 60m; unter Berücksichtigung des aktuellen Planungs -
standes ist die Herstellung 40m langer Bahnsteige und eine spätere
Verlängerung unproblematisch => Umsetzung 40m Bahnsteiglänge
- Merziger Straße/Straßburger Straße (Linie 704): Entwurf fertiggestell t und in
der politischen Gremienberatung; keine Änderung bei 40m/60m, Bahnsteige
in Mittellage auf besonderem Bahnkörper => Umsetzung 40m Bahnsteiglänge
Weiteres Vorgehen/Fahrzeugbeschaffung
Da die Rheinbahn bald die Vergabe der Neubeschaffung der Niede rflurfahrzeugflotte
starten muss, sind in Kürze weitere Entscheidungen zur Weiterentwicklung des
Niederflurstadtbahnnetzes und -straßenbahnnetzes zu treffen. Die Verwaltung wird
dazu eine gesonderte Vorlage einbringen, die neben dem Thema der Fahrzeuglänge n
auch das Thema Fahrzeugbreite detailliert beleuchten und einen Verfahrensvorschlag
dazu machen wird.
Anlagen:
Anlage 1 - Streckenkategorisierung und noch barrierefrei auszubauende Haltestellen
der ersten Ausbaupriorität
Anlage 1 - Streckenkategorisierung und noch barrierefrei auszubauende Haltestellen der ersten Ausbaupriorität als Text anzeigen
Title: PowerPoint-Präsentation
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00493444.pdf
Published Time: Fri, 11 Aug 2023 07:48:15 GMT
Number of Pages: 1
Markdown Content:
Holthausen - Benrath
(60m Wehrhahnliniensystem mit Umleitungsstrecken und in der Planung weit fortgeschrittene übrige Straßenbahnhaltestellen)
Haltestelle 1. Ausbaupriorität
Haltestelle bereits barrierefrei 60m
Haltestelle bereits barrierefrei 40m
OVA/133/2023
Bahnsteiglängen und Prioritäten beim barrierefreien Haltestellenausbau im Niederflurbahnnetz
Anlage 1 - Streckenkategorisierung und noch barrierefrei auszubauende Haltestellen der ersten Ausbaupriorität