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APS/136/2025
X öffentlich nicht öffentlich
Beschlussvorlage
Betrifft:
Plan Nr. 01/031 - Schwannstraße 12 - Aufstellung eines Bebauungsplanes,
Durchführung eines Workshopverfahrens
Fachbereich:
61 - Stadtplanungsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Cornelia Zuschke
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Bezirksvertretung 1 14.11.2025 Anhörung
Ausschuss für Planung und
Stadtentwicklung
26.11.2025 Entscheidung
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Sitzung des APS am 26.11.2025 Vorlage Nr. APS/136/2025
Plan Nr. 01/031 Aufstellung eines
Bebauungsplanes
„Schwannstraße 12"
Durchführung eines
Workshopverfahrens
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Vorlage Nr. APS/136/2025
Gebiet zwischen Schwannstraße (nördlich) und Kennedydamm (westlich)
Aufstellung eines Bebauungsplanes
Durchführung eines Workshopverfahrens
Beschlussentwurf:
BV 1
I. Die Bezirksvertretung 1 wird hiermit gem. § 3 Abs. 10 Nr. 3 der
Bezirkssatzung zum Aufstellungsbeschluss für das v.g. Gebiet Plan Nr. 01/031
- Schwannstraße 12 - angehört und empfiehlt dem Ausschuss für Planung und
Stadtentwicklung eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
II. Die Bezirksvertretung 1 wird hiermit gemäß § 3 Abs. 10 Nr. 3 der
Bezirkssatzung zur Durchführung eines Workshopverfahrens Nr. 01/031 -
Schwannstraße 12 - angehört und empfiehlt dem Ausschuss für Planung und
Stadtentwicklung eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
APS
I. Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beschließt gemäß § 2 Abs. 1
Baugesetzbuch (BauGB) in der derzeit gültigen Fassung,
für ein Gebiet Schwannstraße (nördlich) und Kennedydamm (westlich)
- maßgebend ist der im Plan Nr. 01/031 dargestellte Geltungsbereich,
der Bestandteil dieses Beschlusses ist, -
einen Bebauungsplan aufzustellen, der vorrangig folgende
Planungsziele zur Grundlage haben soll:
- Festsetzungen, für eine Weiterentwicklung von gemischten
Nutzungen
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und eine Erhöhung der baulichen Ausnutzung im Sinne einer
weiteren städtebaulichen Akzentuierung am Kennedydamm
innerhalb des festgesetzten Gebietes
II. Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beschließt die Durchführung
des in der Sachdarstellung beschriebenen Workshopverfahrens und beauftragt
die Verwaltung, das beschriebene Verfahren zu unterstützen und zu begleiten.
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Sachdarstellung:
Das Plangebiet befindet sich im Stadtteil Golzheim in direkter Lage östlich des
Kennedydamms und wird nach Norden von der Schwannstraße und nach Süden von
der Bezirkssportanlage begrenzt.
Heute ist das rund 8.000 qm große Areal mit dem 9-geschossigen Bestandsgebäude
Schwannstraße 12 bebaut. Das ehemalige Bürogebäude unterliegt bis 2032 einer
Nutzung als Flüchtlingsunterkunft. Im Anschluss an diese Nutzung beabsichtigt die
Eigentümerin das Grundstück einer neuen zukunftsfähigen Entwicklung zuzuführen.
Um die Zeit bis dahin effektiv zu nutzen wird ein mehrstufiges Workshopverfahren
initiiert, um eine planungsrechtliche Neufassung zu ermöglichen und die
Dauerhaftigkeit der Wertigkeit der Immobilie zu sichern.
Das geltende Planungsrecht setzt dort ein Sondergebiet (Geschäfts-, Büro- und
Verwaltungsgebäude) fest, sodass bereits heute absehbar ist, dass neues
Planungsrecht erforderlich sein wird.
Als erster offizieller Schritt soll daher mit einem Aufstellungsbeschluss die
gewünschte Anstoßwirkung in der Öffentlichkeit erzielt werden.
Zur Sicherung der städtebaulichen Gestalt ist im Vorlauf eines Bauleitplanverfahrens
ein qualitätssicherndes Verfahren in Form eines mehrstufigen kooperativen
Workshopverfahrens vorgesehen, in welches von Anfang an neben der Po litik auch
die Öffentlichkeit eingebunden werden soll.
Ziel ist dabei die Entwicklung einer schlüssigen städtebaulichen Figur, die funktionale
und gestalterische Anforderungen erfüllt und sich zugleich in den bestehenden
stadträumlichen Kontext einfügt. Im Fokus des Verfahrens steht die Verprobung
unterschiedlicher Baumassen, Geschossigkeiten und Höhenentwicklungen, um das
städtebauliche Potential des Areals umfassend auszuloten und eine belastbare
Grundlage für die weiteren Planungsschritte zu schaffen. Bei erster Vorstellung und
Beratung im Baukulturbeirat der Stadt Düsseldorf im Januar 2025 wurde ein
schrittweises Vorgehen und ein mehrstufiges qualitätssicherndes Verfahren vom
Beirat begrüßt und die weitere Begleitung des Prozesses zugesagt. Der
Baukulturbeirat sprach sich für eine Gebäudehöhe aus, die sich in ihrer
Maßstäblichkeit unterhalb der angrenzenden geplanten Bauvorhaben und
Hochpunkte entlang des Kennedydamms einordnet.
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Darüber hinaus soll ein tragfähiges Nutzungsprogramm definiert werden, das sowohl
städtebauliche als auch wirtschaftliche Anforderungen in Einklang bringt. Vorgesehen
ist eine gemischte Nutzung des Grundstückes, welche das umliegende Quartier
bereichert. Vorstellbar sind dabei unterschiedliche Wohnformen, Hotel und
gewerbliches Wohnen, neue Arbeitswelten, Büro und ergänzende Nutzungen. Dabei
ist ein Augenmerk auf den Social Return, den das Projekt für sich und die Umgebung
mitbringt zu legen sowie zu prüfen, inwiefern auch eine Förderfähigkeit der
Wohnformen mit der städtebaulichen Kubatur in Einklang gebracht werden kann.
Mithilfe des Verfahrens sollen primär die funktionalen städtebaulich-
freiraumplanerischen und stadtgestalterischen Rahmenbedingungen geklärt werden.
Die Ergebnisse bilden die Basis für einen später nachfolgenden hochbaulichen
Realisierungswettbewerb sowie ein Bebauungsplanverfahren.
Das international renommierte dänische Architekturbüro CF Moller aus Aarhus soll
das mehrstufige Workshopverfahren mit deiner Fachexpertise begleiten und
zukunftsfähige Konzepte für das Areal entwickeln. Über eine Analyse des Umfeldes
und Befragungen zu den Bedarfen und Wünschen aus der Bürgerschaft sollen
mehrere Konzepte entstehen, welche im Rahmen eines mehrstufigen
Workshopverfahrens diskutiert und weiterentwickelt werden:
Zu Prozessbeginn ist ein gemeinsamer Auftakt mit Öffentlichkeit und Fachgremium
geplant in dem Rahmenbedingungen und erste Ideen gemeinschaftlich erörtert und
angestoßen werden können. Die Erkenntnisse aus der Umfeldanalyse und der
Veranstaltung wird CF Moller in verschiedene Konzeptvarianten überführen und in
einer Zwischenberatung mit dem Fachgremium reflektieren.
Anschließend folgt die Vorstellung der Entwürfe zunächst im Rahmen einer zweiten
Öffentlichkeitsveranstaltung und im Anschluss eine Gremiensitzung, in der konkrete
Überarbeitungshinweise formuliert werden. Den Abschluss des Workshopverfahrens
bildet eine Jurysitzung, in welcher die Entscheidung für einen Entwurf von einem
Empfehlungsgremium bestehend aus ExpertInnen, VertreterInnen der politischen
Fraktionen sowie Fachämtern getroffen wird.
Der gesamte Prozess soll durch BürgervertreterInnen und eine parallellaufende
Online-Beteiligung für die Öffentlichkeit begleitet werden. (siehe Anlage 1)
Im Anschluss soll das Workshopergebnis mit einem Beschluss zur 3(1)-Beteiligung
der Öffentlichkeit in ein Bauleitplanverfahren übergeführt werden.
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Anlagen:
1. Plan
2. Verfahrensschema
3. Aufgabenstellung
2. Verfahrensschema als Text anzeigen
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WORKSHOPVERFAHREN
CA. 8 WOCHEN
STAKEHOLDERGESPRÄCHE
AB DEZEMBER 2025
KONSULTATION
Variantendiskussion
Nutzungs- &
Bebauungsvarianten
(Städtebau)
Q2/2026
BETEILIGUNG NACH § 3.1 BAUGB
BESCHLUSSFASSUNG
AB OKTOBER 2026
Verfahrensvorschlag Workshop
CA. 8 WOCHEN
Präsenz
Präsenz
veranstaltung
ABSCHLUSS
Vorzugsvariante
Q3/2026
ZWISCHEN
PRÄSENTATION
Q2/2026
Vertiefung
Bebauungsvarianten
(Städtebau)
Variantendiskussion
Auswahl
Vorzugsvariante
(Städtebau)
CA. 12 WOCHEN
Präsenz
veranstaltung
Präsenz
AUFTAKT
1 Planungsteam
Information
Konzeptansätze
(Analyse)
Q1/2026
Information
Öffentlichkeit
1-tägige
Präsenz veranstaltung
Sitzung
Beratungs-
gremium
Ö
Abschluss
Beratungs-
gremium
1. 2. 3.
Beratungsgremium
+ Vertretung
Öffent lichkeit
Präsenz
veranstaltung
Präsenz
Ö
Öffentlichkeit
Vorabend
Beratungsgremium
+ Vertretung
Öffent lichkeit
ONLINE BETEILIGUNG
Beratungsgremium
+ Vertretung
Öffent lichkeit
+ Vetretung Öffentlichkeit
3. Aufgabenstellung als Text anzeigen
1
Projekt 1585 Düsseldorf Schwannstraße: Städtebaulicher Dialog
Gegenstand Aufgabenstellung und Verfahrensteil
Stand 28.10.2025
Verfasser büro luchterhandt & partner
Arbeitsstand final
1585 DÜSSELDORF SCHWANNSTRASSE: STÄDTEBAULICHER DIALOG
Inhaltsverzeichnis
1 STÄDTEBAU IM DIALOG - STÄDTEBAULICHE PERSPEKTIVEN FÜR DAS GRUNDSTÜCK SCHWANNSTRAßE 12 ....... 2
2 DER STANDORT UND SEIN KONTEXT ............................................................................................................... 3
3 ENTWICKLUNG KENNEDYDAMM - AKTUELLE PROJEKTE UND PERSPEKTIVEN ................................................... 4
3.1 AKTUELLE NEUBAUVORHABEN .....................................................................................................................................5
3.2 ENTWICKLUNG „WESTLICH KENNEDYDAMM" .................................................................................................................6
4 DAS GRUNDSTÜCK SCHWANNSTRAßE 12 - BESTAND, ZIELE, FRAGESTELLUNGEN ............................................. 7
4.1 NUTZUNGSPROGRAMM ENTWICKELN ............................................................................................................................9
4.2 STÄDTEBAULICHEN RAHMEN FORMEN ........................................................................................................................ 10
4.3 FREIRAUM STRUKTURIEREN, ERSCHLIEßUNG UND VERKEHR ORGANISIEREN ........................................................................ 11
4.4 KLIMASCHUTZ, NACHHALTIGKEIT UND UMWELTSCHUTZ AUF STÄDTEBAULICHER EBENE SICHERN ........................................... 12
5 ERGÄNZENDE HINTERGRUNDINFORMATIONEN ............................................................................................ 15
5.1 RAUMWERK D ....................................................................................................................................................... 15
5.2 HOCHHAUSRAHMENPLAN......................................................................................................................................... 15
5.3 DÜSSELDORFER BAULANDMODELL ............................................................................................................................. 16
5.4 KLIMASCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT ......................................................................................................................... 16
5.5 MOBILITÄTSSTRATEGIE DER STADT DÜSSELDORF .......................................................................................................... 17
6 STANDORTDOKUMENTATION (IM LAYOUT) .................................................................................................. 17
7 VERFAHRENSTEIL ......................................................................................................................................... 18
7.1 BETEILIGTE AKTEURE ............................................................................................................................................... 18
7.2 INHALTE ................................................................................................................................................................ 19
7.3 VERFAHRENSMODALITÄTEN ...................................................................................................................................... 19
7.4 ABGABELEISTUNGEN UND TERMINE ........................................................................................................................... 20
2
1 Städtebau im Dialog - städtebauliche Perspektiven für das Grundstück Schwannstraße 12
Das Areal rund um den Kennedydamm erlebt aktuell eine starke Transformation. Zahlreiche Neubauprojekte
sind bereits realisiert, weitere sind in Planung. Der Standort Kennedydamm ist seit jeher insbesondere für
gewerbliche Nutzungen von großem Interesse, doch inzwischen mischen sich auch Wohnen und andere
Nutzungen in das Quartier. Dass hier städtebaulich prägnante und architektonisch hochwertige Hochpunkte
entstehen, macht die Vorhaben über das Quartier hinaus für ganz Düsseldorf reizvoll. Umso wichtiger ist es,
auch bei diesem Grundstück an Schwannstraße/Kennedydamm offen über die Ziele, Möglichkeiten und
Grenzen seiner Entwicklung in den Dialog zu treten.
Aus diesem Anlass lädt die Schwannstraße 12 Grundstücks GmbH alle relevanten Akteure zum
„Städtebaulichen Dialog" ein, kreativ und klug auszuloten, welchen Beitrag die Entwicklung auf dem
Grundstück Schwannstraße 12 für das Quartier und die Stadt Düsseldorf, ebenso für die Bauherrn- und
Nutzerschaft leisten kann. Planerisch begleitet und angeregt wird der Werkstattprozess von dem dänischen
Architekturbüro C. F. Moeller. In dem Bewusstsein, dass der Veränderungsprozess für das Quartier
herausfordernd ist, ist es umso wichtiger, über die Grundzüge der baulich-räumlichen Entwicklung in diesem
„Städtebaulichen Dialog" Einvernehmen zu erzielen.
Die Fragestellungen sind komplex. Sie eint das Ziel, einen Mehrwert für den Stadtteil zu erzielen und dabei
die wirtschaftlichen Interessen der Eigentümerschaft angemessen zu berücksichtigen. Die nachfolgend
formulierten Leitfragen können nicht isoliert beantwortet werden, sondern verlangen eine ganzheitliche
Betrachtung im Kontext aller anderen Aspekte:
1. Welches Nutzungsprogramm passt optimal zum Stadtteil und kann zugleich von der
Bauherrnschaft wirtschaftlich umgesetzt werden? Die beteiligten Akteure begeben sich gemeinsam
auf die Suche nach der richtigen Mischung, die sowohl auf dem Grundstück trägt als auch im
Zusammenwirken mit den Nutzungen und deren Verteilung im Stadtteil sinnfällig erscheint. Der Blick
richtet sich auf das Wohnen in all seiner programmatischen Vielfalt und Verfügungsformen, ebenso
auf gewerbliche und soziale Bestandteile. Auch andere Nutzungsvorschläge sollen offen eingebracht
werden, weil die Frage der Nutzung ein Schlüssel für eine gelingende Integration in die Stadt ist.
2. Welche bauliche Dichte ist an diesem Standort tragfähig, und welche städtebauliche Form bindet
die Nutzungen stadträumlich und funktional optimal in die Umgebung ein? In dem Verfahren wird der
Frage nachgegangen, wie viel Bruttogrundfläche (BGF) und in welcher Form am Standort
angemessen erscheint und das bisher rahmensetzende Maß aus Bestandsbebauung und
genehmigten Vorbescheid in Verbindung mit neuen Nutzungsüberlegungen vertieft.
3. Welche Gebäudehöhe darf das Bauwerk erreichen, um als Teil der Gesamtentwicklung entlang des
Kennedydamms wahrgenommen zu werden? Welche Hochhausdimension erschiene nicht mehr
angemessen, weil es dem Haus dann einen zu großen Stellenwert verliehe? Die Dimensionierung
des angestrebten Hochpunkts wird in Verbindung mit dem Nutzungskonzept Gegenstand der
kreativen Auseinandersetzung aller Mitwirkenden mit den städtebaulichen Möglichkeiten und
Grenzen sein.
4. Welchen Beitrag kann eine künftige Nutzung und Bebauung auf der Ebene des Erdgeschosses
und des Außenraums leisten? Adressbildung, Ausrichtung der Erdgeschosszone, Lage von
Zugängen und Zufahrten und Einbindung in das Wegenetz der Nachbarschaft sind Erfolgsfaktoren
für Wahrnehmung des Hauses und seiner Nutzerschaft. Es ist gemeinsam zu erörtern, zu welchen
Seiten sich das Haus aktiv öffnet. Besonders reizvoll ist die Frage nach einer Öffnung und
Adressbildung zum Kennedydamm - für die nahe Zukunft und in mittelfristiger Perspektive.
5. Wie kann überdies die Gestalt des Freiraums - trotz der geringen Grundstücksgröße - die
Durchwegung im Stadtteil verbessern und die Grünstrukturen auf dem Grundstück wie in ihrer
Vernetzung mit der Umgebung ausbauen? Im Prozess wird die Freiraumstruktur im
3
Zusammenwirken mit der städtebaulichen Form erörtert, um eine sich überzeugend in die Stadt
einfügende Struktur zu finden.
6. Auch wenn die Untersuchung des Bestandsgebäudes ergeben hat, dass eine Sanierung und
Umnutzung der Immobilie aus vielerlei Gründen für nicht sinnvoll erachtet wird, so ist es
konzeptabhängig nicht ausgeschlossen zu hinterfragen, ob und ggf. unter welchen Voraussetzungen
Bestandteile (z. B. das Untergeschoss) nicht doch in eine Neunutzung integriert werden könnten und
sollten.
Um den „Städtebaulichen Dialog" intensiv führen zu können, wird das beauftragte Architekturbüro C. F.
Moeller eingehend den Standort analysieren und daraus die Chancen und Herausforderungen, mögliche
Zielsetzungen und Fragestellungen im Detail herleiten. Im Dialog wird sodann anhand von Plänen und
Modellen der Möglichkeitsraum für den Städtebau konkret ausgelotet. Anders als im Wettbewerb sind im
„Städtebaulichen Dialog" alle mitwirkenden Akteure aufgerufen, sich in den Dialogveranstaltungen kreativ mit
den Zwischenergebnissen auseinanderzusetzen. Im „Werkstattmodus" sollen sie an Plan und vor allem
Modell mutig und offen Entwurfsansätze weiterdenken, um gemeinsam an der besten Lösung „zu feilen".
Nachfolgend werden zu den einzelnen Aufgabenfeldern die Rahmenbedingungen und Fragestellungen
vertieft dargestellt. Es wird darauf hingewiesen, dass die städtebauliche Analyse des Planungsteams
Gegenstand des Dialogprozesses ist und sich daraus Anpassungen an den Rahmenbedingungen für die
Planung (insbesondere an etwaigen Vorgaben/Setzungen) ergeben können.
Die Ergebnisse des „Städtebaulichen Dialogs" bilden die Basis für das Bebauungsplanverfahren zum
Grundstücks sowie einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb.
2 Der Standort und sein Kontext
Das Grundstück an der Schwannstraße 12 umfasst rund 8.000 m
2
und befindet sich im Düsseldorfer
Stadtteil Golzheim. Der Stadtteil erstreckt sich entlang des westlichen Rheinufers nördlich der Innenstadt.
Das Grundstück liegt in einem überwiegend gewerblich, insbesondere durch Büronutzung geprägten Bereich
am Kennedydamm.
Abb. 1: Planumgriff
4
Der Standort Kennedydamm wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren als Verwaltungs- und Hotelstandort
sowie als Sitz der Fachhochschule nach dem Leitbild der gegliederten und aufgelockerten Stadt autogerecht
konzipiert. Den Charakter des Areals entlang des Kennedydamms prägen sowohl großflächige
Bürokomplexe als auch solitäre Bauten mit Höhen von bis zu 85 Metern. Im Westen, Nordosten und
Südosten schließen sich überwiegend vom Wohnen bestimmte Nachbarschaften in drei- bis
sechsgeschossiger Blockrandbebauung teilweise aus der Gründerzeit an.
Der sechsspurige Kennedydamm verläuft unmittelbar entlang der westlichen Grundstücksgrenze und zählt
zu den wichtigsten Ein- und Ausfallstraßen der Landeshauptstadt; er ist für Fuß- und Radverkehr gleichwohl
nur über eine Fußgängerbrücke passierbar. Der Standort ist zugleich gut an den öffentlichen Nahverkehr der
Stadt Düsseldorf angebunden: Die U-Bahn-Stationen Kennedydamm und Golzheimer Platz sind fußläufig in
etwa gleicher Entfernung erreichbar. Von dort verkehren die U-Bahn-Linien U78 und U79 im 5-Minuten-Takt.
Die Düsseldorfer Innenstadt ist in ca. 5 Minuten, der Hauptbahnhof in etwa 10 Minuten erreichbar. Die
nächstgelegene Bushaltestelle Frankenplatz wird von mehreren Linien angefahren, die sowohl in Richtung
Flughafen und Messe als auch über Oberbilk in Richtung Vennhausen verkehren. Der Flughafen Düsseldorf
ist in ca. 6 Minuten mit dem Auto oder in rund 22 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Schwannstraße 12 sind östlich des Grundstücks bereits zwei neue
Bürogebäude entstanden - das sechsgeschossige Infinity Office und das siebengeschossige heylo
Düsseldorf. Auf der brachliegenden Fläche nördlich des Grundstücks plant die Strabag mit den ALEA Offices
die Errichtung eines 18-geschossigen Bürohochhauses. Nordöstlich des Areals liegt ein kleineres
Neubauquartier mit Wohnnutzung. Die östlich verlaufende Roßstraße ist ebenfalls von Wohnnutzung und
ergänzender Büro/Gewerbenutzung geprägt. In nördlicher und südlicher Richtung der Roßstraße schließen
sich Blockrandstrukturen an. Im Süden grenzt eine Bezirkssportanlage mit zwei großen Sportplätzen an das
Grundstück.
Westlich des Kennedydamms liegt der Campus Golzheim, ein ehemaliger Standort der Hochschule
Düsseldorf sowie der Robert Schumann Hochschule. Das Areal befindet sich derzeit in einer Phase der
städtebaulichen Neustrukturierung. Weitere Hochschulstandorte, wie etwa die Hochschule Fresenius
Düsseldorf, befinden sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Auch sind fußläufig mehrere Kitas und
Grundschulen sowie eine Realschule und ein Gymnasium erreichbar.
Die Nahversorgung im direkten Umfeld ist im städtischen Vergleich als durchschnittlich einzustufen. Die
wesentlichen Einrichtungen der Nahversorgung darunter Bäckereien, Metzgereien sowie Supermärkte und
Discounter befinden sich in kurzer Entfernung zum Plangebiet. Sie sind in ausreichender Anzahl vorhanden
und gewährleisten insgesamt eine gute Grundversorgung. Die medizinische Versorgung am Standort ist für
einen städtischen Standort typisch. Alle wichtigen medizinischen Einrichtungen sind im Umfeld bzw. im
Stadtgebiet vorhanden. Zudem befindet sich das St. Vinzenz Krankenhaus in unmittelbarer Nähe zum
Standort.
Raum zur Naherholung und bieten in der Umgebung mit dem Frankenplatz eine Parkanlage mit
Spielmöglichkeiten im Osten, die Spange aus Karl-Arnold-Platz und Golzheimer Platz im Südwesten sowie
der Rheinpark. Mit dem rund 70 Hektar großen Nordfriedhof liegt der größte Friedhof Düsseldorfs in
Reichweite des Plangebiets.
3 Entwicklung Kennedydamm - aktuelle Projekte und Perspektiven
Die Stadtplanung der 1960er und 1970er Jahre verfolgte das städtebauliche Leitbild der „gegliederten und
aufgelockerten Stadt"; die „Stadtlandschaft" sollte autogerecht organisiert sein. Just zu dieser Zeit erfuhr das
Areal entlang des Kennedydamms eine signifikante Entwicklung. Auch wenn sich die Vorstellung von Stadt
signifikant gewandelt hat und das Auto nicht mehr im Mittelpunkt der Entwicklung steht, so gilt das Areal um
5
den Kennedydamm noch heute als attraktiver Standort, selbst wenn zahlreiche Gebäude und die
Stadtstruktur insgesamt nicht mehr den aktuellen städtebaulichen, funktionalen und architektonischen
Anforderungen entsprechen. Zudem bieten die teilweise aus heutiger Sicht sehr großzügig dimensionierten
Stellplatzflächen erhebliches Entwicklungspotenzial. Ein Umstand, der sich in zahlreichen bereits realisierten
oder geplanten Neubauprojekten im Umfeld widerspiegelt.
Im Raumwerk D (s. 5.1) wird Standort am Kennedydamm als eine Fläche im Kernstadtgebiet in seiner
bestehenden städtebaulichen Struktur als Areal mit vielen Chancen charakterisiert. Das Gebiet nimmt die
Funktion eines bedeutenden Büro- und Dienstleistungsquartiers ein und fungiert als Eingangstor zum
Innenstadtbereich, insbesondere aus Richtung Flughafen und Messe. Gleichzeitig ist die heutige Struktur
des Kennedydamms stark monofunktional geprägt. Der Bürostandort soll zuguns
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.