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Informationsvorlage
Betrifft:
Bericht zur Erfassung von Straßenzustandsdaten im Rahmen der Entwicklung eines
Pavement Management Systems
Aufgabenstellung
Die Anlagenteile von Straßen sind unter den Einwirkungen von Klima, Verkehr und
baulichen Eingriffen einem Ermüdungs- und Verschleißprozess ausgesetzt, der langfristig
zu ihrer vollständigen Zerstörung führt. Verschleiß und Zerstörung werden durch
Maßnahmen der Straßenerhaltung verlangsamt bzw. behoben.
Straßenerhaltung ist ein Sammelbegriff für bauliche Maßnahmen an Verkehrsflächen, die
der Substanzsicherung und der Wiederherstellung des Gebrauchswertes dienen. Das
Leitziel bei der Festlegung von Maßnahmen muss in der Erhaltung eines Straßen-
zustandes bestehen, der den Verkehrsteilnehmern die erforderliche Verkehrssicherheit
gemäß der obergerichtlichen Rechtsprechung gewährt. Die Unterhaltung soll dabei effektiv,
mit minimierten gesamtwirtschaftlichen Kosten und höchstmöglicher Umweltverträglichkeit,
abgewickelt werden.
Vor diesem Hintergrund ist ein effizienter Einsatz der verfügbaren Mittel zwingend
erforderlich. Basis hierfür bildet ein sogenanntes Pavement-Management-System (PMS),
das die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der verschiedenen
Erhaltungsmaßnahmen umfasst.
Konzept
Die Maßnahmen zur baulichen Erhaltung der Verkehrsflächen sind wie folgt gegliedert:
CZur baulichen Unterhaltung gehören bauliche Maßnahmen kleineren Umfangs zur
Verkehrssicherung und Substanzerhaltung, die mit geringem Aufwand in der Regel
sofort nach dem Auftreten eines örtlich begrenzten Schadens ausgeführt werden (z.B.
Flicken zur Schlagloch- oder Rissbeseitigung, kleinflächige Reparaturen an
Pflasterdecken oder Plattenbelägen).
CInstandsetzungsmaßnahmen bzw. Erneuerungsmaßnahmen sind größere bauliche
Maßnahmen auf zusammenhängenden Flächen zur Substanzerhaltung, zur
Verbesserung von Oberflächeneigenschaften oder zur vollständigen Wiederher-stellung
von Verkehrsflächen
Ein umfassendes PMS muss deshalb die unterschiedlichen Belange berücksichtigen, z.B.
CUnterhaltungsmaßnahmen an punktuellen Schadstellen. Diese sind in der Regel nicht
planbar und kurzfristig, ggf. provisorisch durchzuführen. Optimierungspotenzial ist im
Wesentlichen in der Handlungsstrategie sowie in der Ressourcenplanung zu aktivieren.
CInstandsetzungs- bzw. Erneuerungsmaßnahmen bedürfen im Vorfeld häufig
aufwändiger Abstimmungsprozesse. Optimierungspotenzial ist in der Identifikation der
geeigneten Handlungsstrategie vorhanden.
Ein PMS muss demnach folgende Aufgaben abdecken:
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1. Informationstechnische Dokumentation der berücksichtigten Verkehrsflächen und deren
Veränderungen,
2. Bewertung des Oberbaus einschließ lich der Zustandsentwicklung bis zum
Durchführungszeitpunkt von Instandsetzungs- bzw. Erneuerungsmaßnahmen,
3. Bedarfsplanung und Unterstützung des Ingenieurs bei der Erarbeitung und Beurteilung
von Erhaltungsstrategien,
4. Dringlichkeitsreihung und der Vorbereitung von Erhaltungsprogrammen
sowie
5. Grundlage für eine Kosten-/Leistungsrechnung Unterhaltungsmaßnahmen.
Sinnvollerweise sollte sich das PMS in eine umfassende DV-Gesamt-Systemlösung
eingliedern, um die Einbindung von weiteren work-flows im Sinne von Synergieeffekten
soweit wie möglich zu gewährleisten (s. Bild).
Der Sachstand zur Entwicklung eines derartigen PMS ist wie folgt:
Sachstand
Das Konzept des PMS umfasst zur Zeit vier wesentliche Grundbausteine, an denen seitens
des Amtes für Verkehrsmanagement parallel gearbeitet wird:
1. Die Straßendatenbank als grundlegendes Ordnungssystem und generelle
Kommunikationsschnittstelle zum Austausch von Daten innerhalb der Abteilungen des
Amtes 66, verwaltungsintern bzw. mit externen Partnern
2. Die flächendeckende Zustandserfassung der Straßenoberflächen, worunter
turnusmäßige messtechnische bzw. visuelle Erfassungen fallen
3. Die edv-technische Unterstützung der kontinuierlichen Beobachtung des Verkehrraums
und Erfassung von Schäden/Störungen im Rahmen der regelmäßigen Straßenkontrolle
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4. Die Beschaffung bzw. Entwicklung einer PMS-Software zur Erfüllung der o.g. Aufgaben.
Zu 1: Straßendatenbank
Grundlegende Basis des Ordnungssystems bildet das Netzknotensystem des digitalen
Straßenkatasters, das für Amt 66 durch Amt 62 gepflegt wird. Da das Netzsystem bis dato
keine Richtungskennung und Netzknotenfolge berücksichtigt, dieses jedoch für ein
nachhaltiges Ordnungssystem eine wichtige Information darstellt, wurden die dazu
notwendigen datentechnischen Ergänzungen an ein Ingenieurbüro vergeben. Die externe
Datenaufbereitung ist abgeschlossen. Bis voraussichtlich Ende Januar 2004 werden die
Daten in das stadtinterne Datenbanksystem GEOLIS integriert werden.
Zu 2: Zustandserfassung
In der Landeshauptstadt Düsseldorf werden seit 1999 systematische Zustandserfassungen
durchgeführt. Das Straßennetz umfasst eine Länge von 1.250 km. Im Jahr 1999 wurde der
Zustand auf etwa 120 km Hauptverkehrsstraßennetz messtechnisch erfasst. In den Jahren
2000 und 2001 hat eine flächendeckende visuelle Erhebung stattgefunden. In 2003 wurde
auf ca. 320 Fahrbahn-km des Hauptverk ehrstraßennetzes eine messtechnische
Wiederholungs- bzw. Ersterfassung durchgeführt. Somit verfügt die Stadt Düsseldorf im
kommunalen Vergleich über einen guten (Roh)Datenfundus.
Die messtechnische Erfassung erfolgte mit einem schnellfahrenden System, das auf
Lasermessung und digitaler Videotechnik basiert. Als wesentliche Daten werden
Längsebenheit, Querebenheit und Substanzmerkmale wie Risse, Flickstellen, Ausbrüche
und Bindemittelanreicherungen erfasst. Zur Zusammenfassung, Auswertung und
Visualisierung der Daten wird das Softwareprodukt STRADIVARI eingesetzt.
Die visuell erhobenen Daten sind einem Ingenieurbüro übergeben worden, das die Daten
bereits entsprechend digital aufbereitet und in ein richtlinienkonformes Bewertungssystem
überführt hat. Die Daten sollen dem Netzknotensystem zugespielt werden. Voraussetzung
hierfür ist jedoch die Realisierung der Richtungskennung und der Netzknotenfolge (s. Punkt
1). Dieser Arbeitsschritt soll im ersten Quartal 2004 prüffähig abgeschlossen sein.
Zu 3: Straßenkontrolle
Um eine kontinuierliche Fortschreibung der Veränderungen im Netz zu ermöglichen und
eine rechtssichere Dokumentation der Verkehrsicherheit der Verkehrsflächen zu
gewährleisten, schafft das Amt digitale Erfassungsgeräte (DEG) an. Die Anwendung der
DEG ermöglicht die Aktivierung von Synergieeffekten für die Arbeitsbereiche:
1. Kontrolle der Verkehrssicherheit
• Rechtssicherer Nachweis der Kontrolle i.R. der Verkehrssicherungspflicht
• Schadenserfassung und -meldung
• Zustandskontrolle und -meldung (Bewuchs, Spontanvegetation, Verunreinigungen,...)
2. Zustandserfassung/-beschreibung für das PMS
• Kontinuierliche Erfassung der Veränderungen der Straßenzustände
• Eingangsgrößen zur Ableitung von Zustandsentwicklungsfunktionen
• Basis für die Prognose von Maßnahmenzeitplänen, Finanzbedarf,
Substanzentwicklung
Eine Qualitätssteigerung bzw. die Aktivierung von Einsparpotenzialen in weiteren
Arbeitsbereichen ist möglich, z.B.
CÜberprüfung von Aktivitäten im Straßennetz (genehmigungspflichtige Vorgänge) und
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Meldung
CVerfolgung der (Klein)abnahmen und Gewährleistungsansprüchen
CGrundlage für das Controlling bzw. Kosten-/Leistungsrechnung in der Unterhaltung
Zur Zeit wird mit Unterstützung durch Amt 10 eine Ausschreibung für die Anschaffung der
Erfassungsgeräte incl. Software durchgeführt. Voraussichtlich wird der Zuschlag im ersten
Quartal 2004 erfolgen. Anschließend werden im Rahmen einer pilotprojekthaften
Einführung, die etwa 3 - 6 Monate betragen soll, die notwendigen Anpassungen an die
spezifischen Erfordernisse der Landeshauptstadt Düsseldorf erfolgen.
Zu 4: PMS-Software
Bezüglich PMS sind erste Analysen hinsichtlich der verfügbaren Software-Produkte
durchgeführt worden. Eine systematische Erfassung, Bewertung und Entwicklung
geeigneter Instandsetzungsstrategien ist im kommunalen Bereich im Gegensatz zu den
außerörtlichen, überregionalen Straßen nicht weit verbreitet, sondern steckt in den
Anfängen. Da ferner die entsprechenden Richtlinien der Forschungsgesellschaft für
Straßenwesen (FGSV) gerade erst veröffentlicht worden sind (Empfehlungen für das
Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen; E EMI 2003), existiert lediglich ein sehr
begrenzter Erfahrungsfundus und entsprechend nur eine eingeschränkte Auswahl an
brauchbaren Produkten.
Aus dem Grund wurden erste Sondierungen hinsichtlich der Möglichkeit eigener
Entwicklungen geführt und ein entsprechendes Anforderungsprofil skizziert. Die Stadt
Düsseldorf ist u.a. auch in dem Arbeitskreis der FGSV vertreten, die für den kommunalen
Bereich die systematische Zustandserfassung im Rahmen eines Erhaltungsmanagements
entwickelt. Insofern ist gewährleistet, dass die Erkenntnisse hinsichtlich Stand der Technik
sowie Stand der Forschung bezüglich der Erfassung von Straßenzustandsdaten bekannt
sind.
Folgende Schritte sind auf der Basis geeigneter Bestandsdaten im Rahmen der Entwicklung
von Prognosen und Strategiebeurteilungen zu berücksichtigen:
SZustandserfassung
SZustandsbewertung
SAbschnittsbildung und technologische Maßnahmenfestlegung
SPriorität und Dringlichkeit der Maßnahmen
SBudgetermittlung und -verteilung
SMaßnahmenprogramm
Unter Berücksichtigung der Rand- und Rahmenbedingungen der Landeshauptstadt
Düsseldorf (Netzknoten-/Abschnittbasierte Straßendatenbank, vorhandene Zustands-
datenbestände, ...) wird im Rahmen einer Marktanalyse ein geeignetes Produkt recherchiert
und bei Eignung angeschafft.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Ordnungs- und Verkehrsausschuss 15.01.2003 -/-
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1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
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Amt:
Amt für Verkehrsmanagement
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Leonhardt