Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 66/ 12/2004

Straßenzustandsdaten

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Hermann-Schauten-Weg 27 · Stadtbezirk 5 (Stockum, Lohausen)örtlicher Bezug 1Dokument 7. Januar 2004veröffentlicht

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Seite 1 von 5 Informationsvorlage Betrifft: Bericht zur Erfassung von Straßenzustandsdaten im Rahmen der Entwicklung eines Pavement Management Systems Aufgabenstellung Die Anlagenteile von Straßen sind unter den Einwirkungen von Klima, Verkehr und baulichen Eingriffen einem Ermüdungs- und Verschleißprozess ausgesetzt, der langfristig zu ihrer vollständigen Zerstörung führt. Verschleiß und Zerstörung werden durch Maßnahmen der Straßenerhaltung verlangsamt bzw. behoben. Straßenerhaltung ist ein Sammelbegriff für bauliche Maßnahmen an Verkehrsflächen, die der Substanzsicherung und der Wiederherstellung des Gebrauchswertes dienen. Das Leitziel bei der Festlegung von Maßnahmen muss in der Erhaltung eines Straßen- zustandes bestehen, der den Verkehrsteilnehmern die erforderliche Verkehrssicherheit gemäß der obergerichtlichen Rechtsprechung gewährt. Die Unterhaltung soll dabei effektiv, mit minimierten gesamtwirtschaftlichen Kosten und höchstmöglicher Umweltverträglichkeit, abgewickelt werden. Vor diesem Hintergrund ist ein effizienter Einsatz der verfügbaren Mittel zwingend erforderlich. Basis hierfür bildet ein sogenanntes Pavement-Management-System (PMS), das die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der verschiedenen Erhaltungsmaßnahmen umfasst. Konzept Die Maßnahmen zur baulichen Erhaltung der Verkehrsflächen sind wie folgt gegliedert: CZur baulichen Unterhaltung gehören bauliche Maßnahmen kleineren Umfangs zur Verkehrssicherung und Substanzerhaltung, die mit geringem Aufwand in der Regel sofort nach dem Auftreten eines örtlich begrenzten Schadens ausgeführt werden (z.B. Flicken zur Schlagloch- oder Rissbeseitigung, kleinflächige Reparaturen an Pflasterdecken oder Plattenbelägen). CInstandsetzungsmaßnahmen bzw. Erneuerungsmaßnahmen sind größere bauliche Maßnahmen auf zusammenhängenden Flächen zur Substanzerhaltung, zur Verbesserung von Oberflächeneigenschaften oder zur vollständigen Wiederher-stellung von Verkehrsflächen Ein umfassendes PMS muss deshalb die unterschiedlichen Belange berücksichtigen, z.B. CUnterhaltungsmaßnahmen an punktuellen Schadstellen. Diese sind in der Regel nicht planbar und kurzfristig, ggf. provisorisch durchzuführen. Optimierungspotenzial ist im Wesentlichen in der Handlungsstrategie sowie in der Ressourcenplanung zu aktivieren. CInstandsetzungs- bzw. Erneuerungsmaßnahmen bedürfen im Vorfeld häufig aufwändiger Abstimmungsprozesse. Optimierungspotenzial ist in der Identifikation der geeigneten Handlungsstrategie vorhanden. Ein PMS muss demnach folgende Aufgaben abdecken: RSD AllVorlg.WPT Seite 2 von 5 1. Informationstechnische Dokumentation der berücksichtigten Verkehrsflächen und deren Veränderungen, 2. Bewertung des Oberbaus einschließ lich der Zustandsentwicklung bis zum Durchführungszeitpunkt von Instandsetzungs- bzw. Erneuerungsmaßnahmen, 3. Bedarfsplanung und Unterstützung des Ingenieurs bei der Erarbeitung und Beurteilung von Erhaltungsstrategien, 4. Dringlichkeitsreihung und der Vorbereitung von Erhaltungsprogrammen sowie 5. Grundlage für eine Kosten-/Leistungsrechnung Unterhaltungsmaßnahmen. Sinnvollerweise sollte sich das PMS in eine umfassende DV-Gesamt-Systemlösung eingliedern, um die Einbindung von weiteren work-flows im Sinne von Synergieeffekten soweit wie möglich zu gewährleisten (s. Bild). Der Sachstand zur Entwicklung eines derartigen PMS ist wie folgt: Sachstand Das Konzept des PMS umfasst zur Zeit vier wesentliche Grundbausteine, an denen seitens des Amtes für Verkehrsmanagement parallel gearbeitet wird: 1. Die Straßendatenbank als grundlegendes Ordnungssystem und generelle Kommunikationsschnittstelle zum Austausch von Daten innerhalb der Abteilungen des Amtes 66, verwaltungsintern bzw. mit externen Partnern 2. Die flächendeckende Zustandserfassung der Straßenoberflächen, worunter turnusmäßige messtechnische bzw. visuelle Erfassungen fallen 3. Die edv-technische Unterstützung der kontinuierlichen Beobachtung des Verkehrraums und Erfassung von Schäden/Störungen im Rahmen der regelmäßigen Straßenkontrolle Seite 3 von 5 4. Die Beschaffung bzw. Entwicklung einer PMS-Software zur Erfüllung der o.g. Aufgaben. Zu 1: Straßendatenbank Grundlegende Basis des Ordnungssystems bildet das Netzknotensystem des digitalen Straßenkatasters, das für Amt 66 durch Amt 62 gepflegt wird. Da das Netzsystem bis dato keine Richtungskennung und Netzknotenfolge berücksichtigt, dieses jedoch für ein nachhaltiges Ordnungssystem eine wichtige Information darstellt, wurden die dazu notwendigen datentechnischen Ergänzungen an ein Ingenieurbüro vergeben. Die externe Datenaufbereitung ist abgeschlossen. Bis voraussichtlich Ende Januar 2004 werden die Daten in das stadtinterne Datenbanksystem GEOLIS integriert werden. Zu 2: Zustandserfassung In der Landeshauptstadt Düsseldorf werden seit 1999 systematische Zustandserfassungen durchgeführt. Das Straßennetz umfasst eine Länge von 1.250 km. Im Jahr 1999 wurde der Zustand auf etwa 120 km Hauptverkehrsstraßennetz messtechnisch erfasst. In den Jahren 2000 und 2001 hat eine flächendeckende visuelle Erhebung stattgefunden. In 2003 wurde auf ca. 320 Fahrbahn-km des Hauptverk ehrstraßennetzes eine messtechnische Wiederholungs- bzw. Ersterfassung durchgeführt. Somit verfügt die Stadt Düsseldorf im kommunalen Vergleich über einen guten (Roh)Datenfundus. Die messtechnische Erfassung erfolgte mit einem schnellfahrenden System, das auf Lasermessung und digitaler Videotechnik basiert. Als wesentliche Daten werden Längsebenheit, Querebenheit und Substanzmerkmale wie Risse, Flickstellen, Ausbrüche und Bindemittelanreicherungen erfasst. Zur Zusammenfassung, Auswertung und Visualisierung der Daten wird das Softwareprodukt STRADIVARI eingesetzt. Die visuell erhobenen Daten sind einem Ingenieurbüro übergeben worden, das die Daten bereits entsprechend digital aufbereitet und in ein richtlinienkonformes Bewertungssystem überführt hat. Die Daten sollen dem Netzknotensystem zugespielt werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Realisierung der Richtungskennung und der Netzknotenfolge (s. Punkt 1). Dieser Arbeitsschritt soll im ersten Quartal 2004 prüffähig abgeschlossen sein. Zu 3: Straßenkontrolle Um eine kontinuierliche Fortschreibung der Veränderungen im Netz zu ermöglichen und eine rechtssichere Dokumentation der Verkehrsicherheit der Verkehrsflächen zu gewährleisten, schafft das Amt digitale Erfassungsgeräte (DEG) an. Die Anwendung der DEG ermöglicht die Aktivierung von Synergieeffekten für die Arbeitsbereiche: 1. Kontrolle der Verkehrssicherheit • Rechtssicherer Nachweis der Kontrolle i.R. der Verkehrssicherungspflicht • Schadenserfassung und -meldung • Zustandskontrolle und -meldung (Bewuchs, Spontanvegetation, Verunreinigungen,...) 2. Zustandserfassung/-beschreibung für das PMS • Kontinuierliche Erfassung der Veränderungen der Straßenzustände • Eingangsgrößen zur Ableitung von Zustandsentwicklungsfunktionen • Basis für die Prognose von Maßnahmenzeitplänen, Finanzbedarf, Substanzentwicklung Eine Qualitätssteigerung bzw. die Aktivierung von Einsparpotenzialen in weiteren Arbeitsbereichen ist möglich, z.B. CÜberprüfung von Aktivitäten im Straßennetz (genehmigungspflichtige Vorgänge) und Seite 4 von 5 Meldung CVerfolgung der (Klein)abnahmen und Gewährleistungsansprüchen CGrundlage für das Controlling bzw. Kosten-/Leistungsrechnung in der Unterhaltung Zur Zeit wird mit Unterstützung durch Amt 10 eine Ausschreibung für die Anschaffung der Erfassungsgeräte incl. Software durchgeführt. Voraussichtlich wird der Zuschlag im ersten Quartal 2004 erfolgen. Anschließend werden im Rahmen einer pilotprojekthaften Einführung, die etwa 3 - 6 Monate betragen soll, die notwendigen Anpassungen an die spezifischen Erfordernisse der Landeshauptstadt Düsseldorf erfolgen. Zu 4: PMS-Software Bezüglich PMS sind erste Analysen hinsichtlich der verfügbaren Software-Produkte durchgeführt worden. Eine systematische Erfassung, Bewertung und Entwicklung geeigneter Instandsetzungsstrategien ist im kommunalen Bereich im Gegensatz zu den außerörtlichen, überregionalen Straßen nicht weit verbreitet, sondern steckt in den Anfängen. Da ferner die entsprechenden Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Straßenwesen (FGSV) gerade erst veröffentlicht worden sind (Empfehlungen für das Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen; E EMI 2003), existiert lediglich ein sehr begrenzter Erfahrungsfundus und entsprechend nur eine eingeschränkte Auswahl an brauchbaren Produkten. Aus dem Grund wurden erste Sondierungen hinsichtlich der Möglichkeit eigener Entwicklungen geführt und ein entsprechendes Anforderungsprofil skizziert. Die Stadt Düsseldorf ist u.a. auch in dem Arbeitskreis der FGSV vertreten, die für den kommunalen Bereich die systematische Zustandserfassung im Rahmen eines Erhaltungsmanagements entwickelt. Insofern ist gewährleistet, dass die Erkenntnisse hinsichtlich Stand der Technik sowie Stand der Forschung bezüglich der Erfassung von Straßenzustandsdaten bekannt sind. Folgende Schritte sind auf der Basis geeigneter Bestandsdaten im Rahmen der Entwicklung von Prognosen und Strategiebeurteilungen zu berücksichtigen: SZustandserfassung SZustandsbewertung SAbschnittsbildung und technologische Maßnahmenfestlegung SPriorität und Dringlichkeit der Maßnahmen SBudgetermittlung und -verteilung SMaßnahmenprogramm Unter Berücksichtigung der Rand- und Rahmenbedingungen der Landeshauptstadt Düsseldorf (Netzknoten-/Abschnittbasierte Straßendatenbank, vorhandene Zustands- datenbestände, ...) wird im Rahmen einer Marktanalyse ein geeignetes Produkt recherchiert und bei Eignung angeschafft. Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Ordnungs- und Verkehrsausschuss 15.01.2003 -/- 2 1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant. 2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. RSD AllVorlg.WPT Seite 5 von 5 Amt: Amt für Verkehrsmanagement Dezernentin / Dezernent: Beigeordneter Leonhardt

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Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 66/ 12/2004