Vorlage als Text anzeigen
CDU Ratsfraktion Düsseldorf Düsseldorf, den 25. Mai 2004
Marktplatz 3, Telefon (0211) 899 31 68, Fax 132985
Ö Vorlagen - Nr.01/ 114/2004
Seite 1 von 2
Herrn Oberbürgermeister
Joachim Erwin
Anfrage
Anfrage der CDU-Ratsfraktion: Hartz IV - Umsetzung und Auswirkung
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten Sie, die nachfolgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 17. Juni
2004 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen.
1. Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung in Bezug auf die Einstellung von
3.000 Telecom-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Bundesagentur für
Arbeit vor: Wie viele Mitarbeiter davon sollen in Düsseldorf ihren Einsatz
finden?
2. Wie werden diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fachlich vorbereitet und
geschult für ihre neue Aufgabenstellung?
3. Welche Maßnahmen hat die Verwaltung in Bezug auf die vorrangigen
Unterhaltsverpflichtungen von insbesondere arbeitslosen und geschiedenen
Vätern in den letzten zwei Jahren eingeführt und welche Wirkungen haben sich
ergeben?
Begründung:
Der Presse vom 13. Mai 2004 war zu entnehmen, dass der ausgemachte zusätzliche
Personalbedarf bei der Bundesagentur für Arbeit in Bezug auf die Umsetzung von Hartz IV
durch 3000 Mitarbeiter einer Beschäftigungsgesellschaft der Telecom in den 180
Dienststellen abgedeckt werden soll. Da sowohl in der städtischen Sozialverwaltung als
auch bei der Bundesagentur für Arbeit eine qualifizierte Ausbildung im Vorfeld einer
jeglichen Beratungstätigkeit notwendigerweise angesetzt wird, steht zu befürchten, dass
hier mit befristeten Arbeitsverhältnissen über den Beschäftigungspool der Telecom keine
adäquaten Mitarbeiter für die schwierige Aufgabenerledigung eingestellt werden. Für die
CDU-Ratsfraktion ist es von besonderer Bedeutung darauf hinzuweisen, dass uns an einer
umfassenden, nachhaltigen und vor allem kompetenten Beratung und Betreuung der
jetzigen Sozialhilfeempfänger/zukünftigen Arbeitslosengeld II-Bezieher gelegen ist. Die
RSD AllVorlg.WPT
CDU Ratsfraktion Düsseldorf Düsseldorf, den 25. Mai 2004
Marktplatz 3, Telefon (0211) 899 31 68, Fax 132985
Ö Vorlagen - Nr.01/ 114/2004
Seite 2 von 2
Versäumnisse der Bundesregierung bei den Planungen zu Hartz IV und die derzeit
erkennbare immer enger werdende Zeitschiene bis zu deren Umsetzung gibt berechtigten
Anlass zur Sorge. Die CDU-Ratsfraktion wünscht sich eine in enger Kooperation
abgestimmte Vorgehensweise zwischen Stadtverwaltung und Bundesagentur für Arbeit.
Gerade Arbeitslosengeld II-Empfänger mit besonderen Vermittlungshemmnissen wie
Langzeitarbeitslosigkeit bzw. Schulden dürfen nicht Gefahr laufen durch sog. "schnelle
Brüter" betreut zu werden. Dies würde weder den Hilfesuchenden noch den Mitarbeitern in
der Bundesagentur nutzen.
Bezogen auf die Frage nach unterhaltspflichtigen Arbeitslosen und/oder geschiedenen
Vätern sind die Auswirkungen auf die Stadtkasse zu hinterfragen.
Durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe nach Hartz IV ist
abzusehen, dass die Einkünfte von arbeitslosen und/oder geschiedenen Vätern drastisch
sinken werden. Das pfändungsfreie Einkommen bleibt (natürlich) auf derzeitigem Stand.
Folglich werden sich für die Unterhaltsvorschusskasse neben erhöhten Fallzahlen und -
bearbeitungszeiten auch massive und höhere Forderungen ergeben, die unseres
Erachtens auf Grund der bereits heute rückläufigen Beitreibungszahlen insgesamt zu
Lasten der Kommunen gehen werden und nur zum Teil und dann auch nur mittel- bis
langfristig an die Unterhaltsvorschusskasse zurückfließen werden.
Weitere Begründung ggfs. mündlich.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Dirk Elbers Wolfgang Janetzki
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Rat -/-
1
-/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
RSD AllVorlg.WPT