Weitere zugeordnete Unterlage; nicht als vollständige Beantwortung oder Beschluss eingeordnet.
BV1/227/2026
Beigeordneter Kral
Zustand der Bäume an den Straßen und in den Parks in unserem Stadtbezirk nach dem
Hitzesommer 2026, BV1/227/2026, Anfrage Herr Peter Klein (DIE LINKE)
Frage 1:
Sind die Schäden an den Straßenbäumen bzw. an den Bäumen in den Parks
schon alle aufgenommen?
Frage 2:
Wenn nicht, wann kann mit einer Bestandsaufnahme gerechnet werden?
Frage 3:
Welche Möglichkeiten wird die Verwaltung in den nächsten Jahren ergreifen,
damit die Bäume zukünftig besser geschützt werden können?
Antwort zu 1 und 2:
Um die Verkehrssicherheit der Bäume im öffentlichen Raum zu gewährleisten, werden diese
regelmäßig durch qualifiziertes Fachpersonal kontrolliert. Dabei werden vorhandene Schäden
aufgenommen, dokumentiert und erforderliche Baumpflegemaßnahmen abgeleitet. Diese
werden anschließend durch städtisches Fachpersonal oder beauftragte Fachfirmen
durchgeführt und gewährleisten die Verkehrssicherheit der Bäume.
Die negativen Auswirkungen des Klimawandels beeinträchtigen auch den Düsseldorfer
Baumbestand in zunehmendem Maße. Seit 2018 führen Hitze- und Trockenperioden zu
Vitalitätsverlusten, welche einen höheren Pflegeaufwand und Ausfällen von Bäumen zur Folge
hat.
Besonders betroffen sind hierbei die rund 61.000 Straßenbäume, die zur Sicherstellung der
Verkehrssicherheit regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden müssen.
Die zunehmenden Baumverluste der letzten Jahre bzw. des letzten Sommers lassen sich
jedoch nicht eindeutig den Klimawandelfolgen wie Trockenheit und Hitze zuordnen. Die
Schäden an Bäumen sind zumeist auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückzuführen.
Extremwetterbedingungen, wie langfristige Trockenheit, führen zu verstärktem
Vitalitätsverlust, vorzeitigem Laubabwurf und einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten und
Schädlingsbefall. Bäume an Standorten mit ungünstigen Wachstumsbedingungen sind von
den Auswirkungen besonders betroffen. Hierbei handelt es sich insbesondere um Bäume auf
stark versiegelten Flächen, mit begrenztem Wurzelraum, in dicht bebauten Bereichen sowie
auf Tiefgaragen- und Tunneldecken.
Die Auswirkungen der oben genannten Faktoren sind meistens erst in den folgenden
Vegetationsperioden erkennbar. Demzufolge kann das Gartenamt keine belastbaren Daten
von Schäden an Bäumen erstellen, die ausschließlich aufgrund von Trockenheit, Hitze oder
anderen klimabedingten Auswirkungen entstanden sind.
Antwort zu 3:
Zum Schutz des wertvollen Baumbestandes in Düsseldorf setzt das Gartenamt bereits seit
mehreren Jahren verschiedene Maßnahmen um:
Seit 2015 bildet das Düsseldorfer Stadtbaumkonzept die Grundlage für die gezielte Pflanzung
neuer sowie die Sanierung bestehender Baumstandorte, insbesondere in klimatisch stark
belasteten Stadtteilen. Das Stadtbaumkonzept zählt zu den 15 zentralen Maßnahmen des
Klimaanpassungskonzepts der Stadt Düsseldorf. Angesichts des fortschreitenden
Klimawandels liegt ein besonderer Fokus darauf, die Standortbedingungen von
Straßenbäumen zu verbessern und zukünftig Baumarten einzusetzen (Düsseldorf
Zukunftsbaumliste), die besser an die veränderten klimatischen Bedingungen im urbanen
Raum angepasst sind. Auf diese Weise soll die Funktions- und Leistungsfähigkeit des
Düsseldorfer Baumbestandes langfristig und nachhaltig gestärkt werden.
Zudem werden Baumgruben und -beete an verschiedenen Standorten im gesamten
Stadtgebiet vergrößert, wodurch die Standortbedingungen für die Straßenbäume deutlich
verbessert werden können. Durch die teilweise Entsiegelung der Gehwegbereiche kann
Regenwasser besser versickern und steht den Bäumen dadurch länger zur Verfügung.
Eine weitere Maßnahme des Gartenamts zum Schutz des städtischen Grüns ist die
zusätzliche Bewässerung von Bäumen und Bepflanzungen entlang von Straßen sowie in
Grünanlagen, insbesondere während niederschlagsarmer und heißer Perioden. Aufgrund der
anhaltenden Trockenheit wurde die Bewässerung im vergangenen Sommer deutlich
intensiviert. Rund 16.000 Bäume in Düsseldorf wurden von städtischen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sowie beauftragten Unternehmen mit zusätzlichem Wasser versorgt.
Um Rückschlüsse über die vorhandene Feuchtigkeit im Boden zu ziehen, nutzt das Gartenamt
unter anderem moderne Sensorik. Derzeit sind im gesamten Stadtgebiet 115 Bäume mit
insgesamt 460 Sensoren ausgestattet, welche unter anderem die Wasserspannung im Boden
messen. Aus diesen Messergebnissen werden Rückschlüsse auf die bestehende
Bodenfeuchte abgeleitet, um eine ressourcenschonende und bedarfsgerechte Wässerung
durchführen zu können.
Bei der Bewässerung von Bäumen legt das Gartenamt einen besonderen Schwerpunkt auf
junge Bäume im ersten bis achten Standjahr, um deren Anwachsen und eine gesunde
Entwicklung zu fördern. Darüber hinaus bewässert das Gartenamt Bäume an besonders
schwierigen Standorten, wie beispielsweise auf Tunneldecken, über Tiefgaragen oder auf
stark versiegelten Flächen. An diesen Standorten ist die Ausbildung eines tiefreichenden
Wurzelsystems aufgrund der eingeschränkten Bodenverhältnisse nur bedingt oder unter
erschwerten Bedingungen möglich.
Bäume im ersten bis vierten Standjahr werden witterungsabhängig bis zu 21-mal jährlich
bewässert. Bäume im fünften bis achten Standjahr sowie Bäume an schwierigen Standorten
werden, abhängig von der Witterung und den erhobenen Sensordaten, etwa sechsmal jährlich
bewässert. Dabei werden pro Baum und Bewässerungsgang bis zu 150 Liter Wasser
ausgebracht.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen setzt das Gartenamt auf bürgerschaftliches Engagement.
Interessierten Düsseldorferinnen und Düsseldorfern stellt das Gartenamt Bewässerungssäcke
mit einem Volumen von bis zu 60 Litern zur Verfügung. Das eingefüllte Wasser sickert langsam
in den Boden, wodurch die Wurzeln kontinuierlich Feuchtigkeit erhalten und mehr Wasser
aufnehmen können.