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BV4/140/2026
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Informationsvorlage
Betrifft:
Maßnahmen gegen das Herausziehen von Müll aus öffentlichen Abfallbehältern durch Vögel
Amt / Institut:
Bezirksverwaltungsstelle 4
Beratungsfolge:
Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität
Bezirksvertretung 407.10.2026Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Hinsichtlich des Beschlusses der Bezirksvertretung 4 vom 08.07.2026 nimmt das Amt für
Umwelt- und Verbraucherschutz wie folgt Stellung:
Die Verwaltung steht in engem Austausch mit der AWISTA Kommunal GmbH, um
Entsorgungsmöglichkeiten zu optimieren und auf spezielle Anforderungen reagieren zu
können. Hierbei fließen auch vielfältige Erfahrungen aus dem Austausch mit anderen
Kommunen und Entsorgungsunternehmen ein. Das Plündern und Verteilen von Abfällen aus
Papierkörben durch Vögel ist ein bekanntes Phänomen, das die Kommunen - wenn auch
nur punktuell - immer wieder vor Herausforderungen stellt.
Grundsätzlich werden in den Düsseldorfer Grün- und Parkanlagen Abfallbehälter mit einem
Volumen von 50 bis 100 Litern und Hängebehälter verwendet.
Im Rahmen der Stadtsauberkeitsoffensive werden sukzessiv alle Abfallbehälter in den
Anlagen durch Behälter mit einem Volumen von 100 Litern ausgetauscht, sodass der
Füllstand der Behälter niedriger und der Abfall damit nicht mehr oder zumindest nicht mehr
so leicht durch Vögel zu erreichen ist. Des Weiteren werden, insbesondere in den
Sommermonaten in stark frequentierten Bereichen, sogenannte Saisontonnen mit Deckel
und einem Volumen von 120 Litern aufgestellt, um sämtlichen wildlebenden Tieren das
Herankommen an Abfälle zu erschweren.
Zudem werden die Grün- und Parkanlagen regelmäßig durch die Reinigungskolonnen
sowohl unter der Woche, als auch an den Wochenenden gereinigt und die Abfallbehälter
geleert. Sollten sich hierbei Standorte mit einem erhöhten Reinigungsbedarf
herauskristallisieren, werden die Intervalle temporär angepasst.
Die im Düsseldorfer Stadtgebiet aktuell im öffentlichen Straßenraum vorhandenen
Standpapierkorbmodelle sind nicht mit vollständig schließenden Deckeln ausgestattet und
dafür auch nicht geeignet. Die aktuellen Behälterdeckel schränken durch ihre verengten
Einwurf-Öffnungen bereits die Entnahme von Abfällen durch Vögel oder auch Verwehungen
stark ein. Gleiches gilt für die o.g. Behältermodelle des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes,
die z.B. auf Spielplätzen und in Parkanlagen stehen.
Wenngleich eine komplette physische Barriere wie ein geschlossener Deckel einen
einfachen Schutz vor dem Zugriff durch Vögel darstellen könnte, ist eine etwaige Um-, bzw.
Nachrüstung der Papierkörbe aktuell nicht vorgesehen. Dies unter anderem, da Behälter mit
Deckel den Nachteil haben, dass sie zum Befüllen angefasst werden müssen. Erfahrungen
haben gezeigt, dass viele Mitmenschen dies als unhygienisch erachten, von einer Nutzung
absehen und die Abfälle deshalb auf oder neben den Behältern entsorgen. Darüber hinaus
haben sich bewegliche Deckel im Unterhalt als wartungs- und somit kostenintensiv gezeigt
und sind nicht zuletzt auch anfälliger für Vandalismus. Vor diesem Hintergrund wird es wohl
auch künftig, abgesehen von den örtlich und zeitlich begrenzt eingesetzten Saisontonnen,
keine Papierkörbe mit Deckel geben.
Für Hängepapierkörbe hat die Stadtverwaltung jedoch in Zusammenarbeit mit der AWISTA
Kommunal GmbH und einem Hersteller von Abfallbehältnissen im öffentlichen Raum erst
jüngst eine neue Deckel-/Einwurfvariante entwickelt. Diese Hauben sind oben gewölbt und
die Einwurf-Öffnungen zeigen nach vorne, was unter anderem Vögeln das Plündern der
Abfälle erschweren soll.
2025 gingen die neuen Hauben in einem Pilottest an den Start. Hierbei hat sich gezeigt, dass
sie grundsätzlich gegen plündernde Vögel geeignet sind, die bauliche Optimierung zum
Schutz vor Vögeln aber auch unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringt. So sind die
neuen Hauben störungsanfälliger für ein Verstopfen als der bisherige flache Deckel und der
gewollte Einwurf von Abfällen ist nicht so barrierefrei möglich wie bisher, durch einfaches
„von oben fallen lassen" von allen Seiten des Behälters, da bei diesem Deckel der Einwurf
schräg horizontal erfolgt und die Öffnung nur von vorne zugänglich ist. Dies hat zur Folge,
dass manche Menschen ihren Müll schlichtweg auf den Boden rund um den Behälter fallen
lassen.
Unter diesen Gesichtspunkten werden die neuen Hauben daher nicht großflächig im
gesamten Stadtgebiet eingesetzt, sondern gezielt nur an einzelnen Standorten, an denen die
Nachteile durch „plündernde" Vögel, die zu erwartenden negativen Begleiterscheinungen
durch menschliches Fehlverhalten, deutlich überwiegen.
Dem Antrag war als konkrete Örtlichkeit nur das Umfeld des Spielplatzes an der
Steffenstraße zu entnehmen.
Die Örtlichkeit wurde am 18.08.2026 kontrolliert. Im Ergebnis konnte - zumindest zum
Zeitpunkt der Sichtung - an keinem der 4 vorhandenen Hängepapierkörbe eine
Überquelloptik, herumfliegender Abfall oder plündernde Vögel festgestellt werden (siehe
beigefügte Fotos unten).
Das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz wird den Bereich aber in den kommenden
Wochen weiterhin stichprobenartig kontrollieren und prüfen, ob und ggf. welche Maßnahmen
(Deckeltausch oder Volumenerhöhung) an diesen Stellen zielführend erscheinen und in
Betracht kommen.
Wenn der Bezirksvertretung/-verwaltung weitere konkrete Behälterstandorte bekannt
werden, an denen es regelmäßig zu Beeinträchtigungen durch plündernde Vögel kommt,
nimmt das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz diese zur Prüfung gerne entgegen.
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Behälter 1: Behälter 2:
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Behälter 3 (aus beiden Perspektiven, analog zu Fotos im Antrag)
Behälter 4 (analog zu Foto in Antrag)
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