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AUS/044/2025
X öffentlich nicht öffentlich
Informationsvorlage
Betrifft:
Sachstand Kommunale Wärmeplanung
Fachbereich:
19 - Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Jochen Kral
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ausschuss für Umwelt-,
Klima- und Verbraucherschutz
20.11.2025 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Nach Abschluss der Bestands- und Potenzialanalyse der Kommunalen Wärmeplanung
der Landeshauptstadt Düsseldorf liegen nun das Zielszenario sowie die Maßnahmen
zur Umsetzung des Planwerkes vor. Der detaillierte Sachstandsbericht ist der Vorlage
als Anhang beigefügt. Darüber hinaus ist der umfassende Ergebnisbericht zur
Bestands- und Potenzialanalyse auf der Webseite
www.duesseldorf.de/waermeplanung abrufbar.
Die Inhalte wurden intensiv mit den betroffenen Stakeholdern wie den Stadtwerken,
der Netzgesellschaft, dem Handwerk, der Wohnungswirtschaft und der Industrie - und
Handelskammer abgestimmt. Die Methodik der Kommunalen Wärmeplanung
orientiert sich am Leitfaden der Bundesregierung.
Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet die Länder, sicherzustellen, dass auf
ihrem Hoheitsgebiet Wärmepläne erstellt werden.
Mit dem Landeswärmeplanungsgesetz NRW (LWPG) wurden durch das Land NRW die
Kommunen als planungsverantwortliche Stelle für die Aufstellung eines Plans für eine
kosteneffiziente, sichere und klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 und darüber
hinaus bestimmt. Seit Inkrafttreten des LWPG im Dezember 2024 wird die Erstellung
der Kommunalen Wärmeplanung aus Konnexitätsmitteln des Landes finanziert. Die
Kommunale Wärmeplanung wird ergänzt durch die Transformationsplanung der
Stadtwerke Düsseldorf, welche darlegt, wie die Fernwärme bis 2045 klimaneutral
bereitgestellt werden soll. Die Kommunale Wärmeplanung wird nach Fertigstellung
entsprechend der gesetzlichen Vorgaben alle fünf Jahre überprüft und bei Bedarf
fortgeschrieben.
Seite 2
Die zu Beginn des Prozesses durchgeführte Bestands- und Potenzialanalyse hat
gezeigt, dass die flächendeckende Transformation der Wärmeversorgung eine große
Herausforderung für Düsseldorf darstellt: Noch rund 92 % der zurzeit genutzten
Wärmeenergie stammt aus fossilen Quellen, insbesondere aus Erdgas. Das
theoretische bzw. technische Potenzial erneuerbarer Wärmequellen liegt mit 11,4 -
13,3 TWh/a deutlich über dem jährlichen Wärmeene rgiebedarf der Landeshauptstadt
Düsseldorf von 7,8 TWh/a (s. Abbildung 1). Neben Dekarbonisierungspotenzialen für
die Fernwärme (Tiefe Geothermie, Großwärmepumpen (z.B. Rhein und Klärwerk
Süd), industrielle Abwärme) bestehen ferner signifikante Potenziale für die
dezentrale Energieversorgung (oberflächennahe Geothermie, Solarthermie,
Luftwärmepumpen) sowie in der energetischen Sanierung von Wohn - und gewerblich
genutzten Gebäuden und der Optimierung des Prozesswärmebedarfes in der
Industrie.
Abbildung 1: Technisches Gesamtpotenzial: 11,4-13,3 TWh/a
Das gesamte Stadtgebiet wurde iterativ in 93 Zonen unterteilt. Anhand dieser
Einteilung wurden zunächst die Potenziale für Sanierungsmaßnahmen analysiert:
Neben der Berücksichtigung der zukünftigen Wärmeversorgung wurde dabei
insbesondere die Wirtschaftlichkeit der potenziellen Sanierungsmaßnahmen sowie
sozioökonomische Faktoren wie Eigentumsstrukturen und Kaufkraft berücksichtigt.
Unter Einbeziehung der Expertise von Handwerk und Wohnungswirtschaft wird eine
Sanierungsquote konservativ von 1 % angenommen. So können Aussagen getroffen
werden, in welchen Teilgebieten der Stadt Sanierungsmaßnahmen nicht nur effizient,
sondern auch realistisch umsetzbar sein werden.
Für alle Zonen wurde auf Basis von energiewirtschaftlichen und infrastrukturellen
Parametern die zukünftige Eignung für Wärmenetze, Wasserstoffnetze und
dezentrale Wärmebereitstellung untersucht. Während insbesondere Gebiete, in
denen bereits Wärmenetze vorhanden sind, sow ie angrenzende Gebiete eine
voraussichtlich gute Eignung für Wärmenetze aufweisen, sind bis auf wenige
innerstädtische Bereiche fast alle Zonen für dezentrale Lösungen geeignet. Die
Nutzung von Wasserstoff als Energiequelle wird eventuell für Großverbraucher der
Industrie angebracht, für Privatkunden aber unrentabel sein. Hieraus wurde ein
Zielszenario (s. Abbildung 2) entwickelt, welches für Gebiete, in denen bereits ein
Wärmenetz vorhanden ist, eine Verdichtung dieser Netze vorsieht, wohingegen für
einige angrenzende und naheliegende Gebiete mit hoher Eignung ein Aus - und
Neubau von Wärmenetzen geplant ist. Die Wärmeversorgung der übrigen
Seite 3
Stadtgebiete wird überwiegend durch dezentrale Lösungen, also Wärmepumpen oder
optional Quartiersnetze, versorgt werden.
Fünf als dezentral ausgewiesene Zonen in Oberkassel, Wersten und Oberbilk wären
prinzipiell für eine Versorgung mit Wärmenetzen geeignet. Da hier jedoch noch
größere infrastrukturelle und wirtschaftliche Herausforderungen bezüglich der
Umsetzbarkeit bestehen, bedürfen diese Gebiete einer erneuten intensiven Prüfung
im Rahmen der zukünftigen Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung der
Landeshauptstadt Düsseldorf sowie der Transformationsplanung der Stadtwerke
Düsseldorf.
Abbildung 2: Zielszenario
Aus einem umfangreichen Katalog von 50 potenziellen Umsetzungsmaßnahmen sind
in einem Prozess mit Unterstützung der Stakeholdergruppen sieben
Fokusmaßnahmen mit insgesamt 24 Teilmaßnahmen zur Umsetzung des
Zielszenarios identifiziert worden (s. Abbildung 3).
Abbildung 3: vorläufige Fokus- und Teilmaßnahmen
Seite 4
Zu den einzelnen Maßnahmen werden nun Steckbriefe erarbeitet, so dass die
Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung unmittelbar nach Beschluss durch den
Rat der Stadt gestartet werden kann.
Für die Umsetzung sind aus Sicht der Verwaltung sowohl Eigenmittel als auch
Fördermittel des Landes und des Bundes erforderlich.
Um das Ziel der Kommunalen Wärmeplanung zu erreichen, müssen sich alle
Stakeholder der Stadtgesellschaft und in der Stadtverwaltung gemeinsam dazu
bekennen, die erforderlichen Maßnahmen konsequent und effizient umzusetzen.
Dazu wird derzeit ein Konzept zur Verstetigung und zum Controlling sowie zur
Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung bis 2045 erarbeitet.
Die vorläufigen Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung werden am 4. Dezember
2025 im Rahmen eines Bürgerdialogs der Öffentlichkeit vorgestellt.
Hierzu werden alle Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Politik
und der gesamten Stadtgesellschaft eingeladen. Ort und Zeit werden im Vorlauf auf
der städtischen Website, in der Presse und den sozialen Medien veröffentlicht. Es
folgt eine gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung des Wärmeplans mit der
Möglichkeit zur Einbringung von Anregungen.
Die Verabschiedung durch den Rat der Stadt soll im Frühjahr 2026 und damit vor
Ablauf der gesetzlichen Frist (Ende Juni 2026) erfolgen.
Anlagen:
Anlage 1 Sachstandsbericht Kommunale Wärmeplanung
Anlage 1 Sachstandsbericht Kommunale Wärmeplanung als Text anzeigen
Landeshauptstadt Düsseldorf
Amt für Umwelt-und Verbraucherschutz
Kommunale
Wärmeplanung für die
Landeshauptstadt
Düsseldorf
Sachstandsbericht
Oktober 2025
Kurze Vorstellung der Ergebnisse
der Bestands- und Potenzialanalyse
1
2 Sachstandsbericht KWP
Die Kommunale Wärmeplanung hat für die Landeshauptstadt
Düsseldorf einen hohen Stellenwert
Ziele der kommunalen Wärmeplanung
•Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich das Ziel gesetzt, bis
zum Jahr 2035 Klimaneutralität* zu erreichen. Ein
wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität ist die
Kommunale Wärmeplanung.
•Mit der kommunalen Wärmeplanung soll ein
wesentliches Planungsinstrument zur langfristigen und
koordinierten Gestaltung der Wärmeversorgung geschaffen
werden. Die Planungen und Analysen umfassen das
gesamte Stadtgebiet. Es werden Bestandsgebäude und
Neubaugebiete berücksichtigt , um bereits jetzt eine
nachhaltige städtebauliche Entwicklung zielgerichtet planen
zu können.
* nach Definition der Landeshauptstadt Düsseldorf: Die CO
2-Emissionen in Düsseldorf
von derzeit rund sieben Tonnen je Einwohner und Jahr sollen auf zwei Tonnen je
Einwohner und Jahr reduziert werden. Gemäß Weltklimarat soll dieser Emissionswert
pro Kopf keinen negativen Einfluss auf die Naturkreisläufe der Erde verursachen.
3 Sachstandsbericht KWP
Copr. „Visit Düsseldorf"
4 Stakeholder-Dialog
Die kommunale Wärmeplanung reicht von einer detaillierten
Bestandsanalyse bis zur Festlegung konkreter Maßnahmen
Potenzialanalyse Zielszenario FokusgebieteBestandsanalyse
Strategie,
Umsetzung
Erhebung von
Informationen und
Daten zur Ist-
Situation der
und Durchführung
initialer Eignungs-
prüfung der
Teilgebiete für
Wärme- oder
Wasserstoffnetz
Identifikation der
Potenziale für
erneuerbare
Energien und
Energieeinspar-
ungen
Entwicklung eines
Zielszenarios für die
Dekarbonisierung
der Wärme-
versorgung
Einteilung
Düsseldorfs in
voraussichtliche
Wärmeversorgungs-
gebiete für die
kommenden Jahre
Herleitung und
Abstimmung der
Strategie und Maß-
nahmen für die
Dekarbonisierung
der Wärme-
versorgung
Umweltfreundliche
Sichere
Wirtschaftliche
Ziel:
4 Sachstandsbericht KWP
Für die Bestandsanalyse werden detaillierte, aktuelle
Datenquellen zur Wärmeversorgung in der Landeshauptstadt
Düsseldorf erfasst und auf Baublockebene zusammengefasst
5 Sachstandsbericht KWP
Ergebnisse
(textlich, graphisch, kartographisch)
•Energie- und THG-Bilanz
•Erzeugung leitungsgebundener
Wärme
•Dezentrale Wärmeerzeuger
•Gebäudestruktur
•Wärmebedarf
•Energieträger
•Wärmenetzeignung
Die Erkenntnisse der Bestandsanalyse dienen als Grundlage
für die darauffolgende Potenzialanalyse und weiteren Arbeitspakete.
•Der Endenergieverbrauch und
die Treibhausgasemissionen
werden ermittelt und nach
Sektoren und Energieträgern
aufgeschlüsselt.
•Jedem Gebäude bzw. jedem
Baublock werden Informationen
zu Energieträgern, den
Technologien und dem
Wärmebedarf/-verbrauch
zugewiesen.
Ziele
Wichtigste
Datenquellen
•Kartographische Rohdaten, ALKIS
(2024)
•Wärmestudie NRW, LANUV (2024)
•Daten der Stadtwerke Düsseldorf
•Kehrdaten der Schornsteinfeger
(2024)
•Abfrage von Großverbrauchern
bzw. Unternehmen (2024)
•Digitales Landschaftsmodell
(2023)
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
1 2 3 4
Endenergieverbrauch in
GWh
/a
In Düsseldorf entfallen ca. 92 % der Endenergie für Wärme auf
fossile Energieträger, wobei Erdgas den größten Anteil hat
Jährlicher Endenergieverbrauch für Wärme nach Energieträgern und Sektoren
•Summe jährl. Endenergieverbrauch
Wärme: ca. 8.700 GWh/a
•Die Verteilung des Endenergieverbrauchs
stellt sich wie folgt dar: Rund 92 % der
Endenergie entstammen fossilen Quellen
(aktueller Fokus Erdgas).
•Ca. 8 % des Endenergieverbrauchs
entfallen auf erneuerbare Wärmequellen
(insb. Biomasse und Klärgas sowie ein Teil
des Stroms und der Fernwärme, der
erneuerbar erzeugt wird).
•Der jährliche Endenergieverbrauch kann
unter den verschiedenen Sektoren
aufgeteilt werden. Der Sektor Haushalte
verzeichnet mit ca. 4.800 GWh/a den
höchsten Endenergieverbrauch für Wärme.
•Die Gebäudewärme (für Raumwärme und
Warmwasser) macht ca. 72 %, Prozess -
wärme ca. 28 % des gesamten jährlichen
Endenergieverbrauchs an Wärme aus.
6 Sachstandsbericht KWP
*Eigene Berechnung und Darstellung
68,9%
8,5%
3,5%
12,2%
3,0%2,6%
0,4%
0,7%
GHD IndustrieKommunale
Einrichtungen
Haushalte
Wärmenetzeignung auf Basis des Wärmebedarfs
Dichtbebaute Baublöcke weisen einen hohen Wärmebedarf aus.
Dies dient als vorläufiger Indikator für eine Wärmenetzeignung
7 Sachstandsbericht KWP
Wärmenetzeignung
Anmerkung: Wärmenetze beziehen sich hier auf Fernwärmenetze sowie auf
Nahwärmenetze.
* Legende gemäß BMWK/BMWSB-Leitfaden zur Kommunalen Wärmeplanung.
In den nächsten Arbeitsschritten der Wärmeplanung erfolgen weitere
Analysen hinsichtlich der Wärmenetzeignung. Diese umfassen z.B. die
technische sowie wirtschaftliche Umsetzbarkeit.
*
Die Wärmeliniendichte dient als weiterer vorläufiger Indikator
für die Wärmenetzeignung
8 Sachstandsbericht KWP
Wärmenetzeignung auf Basis der Wärmeliniendichte (straßenabschnittsbezogen)
*
Wärmenetzeignung
In den nächsten Arbeitsschritten der Wärmeplanung erfolgen weitere
Analysen hinsichtlich der Wärmenetzeignung. Diese umfassen z.B. die
technische sowie wirtschaftliche Umsetzbarkeit.
Anmerkung: siehe Definition Wärmeliniendichte im Glossar.
* Legende gemäß BMWK/BMWSB-Leitfaden zur Kommunalen Wärmeplanung.
Zusammenfassung: Kernaussagen zur Bestandsanalyse (1/2)
99 Sachstandsbericht KWP
01
Endenergieverbrauch &
Energieträger Wärme
In Düsseldorf entfallen ca. 92 % des Endenergieverbrauchs auf
fossile Energieträger, wobei Erdgas den größten Anteil (ca. 69%)
daran hat.
02
THG-Emissionen
Äquivalente Wärme
In Düsseldorf entfallen durch den gesamten Wärmebedarf auf
jeden Bürger jährlich etwa 3,2 Tonnen CO2-Äquivalente
(Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme).
03Gebäudestruktur
In Düsseldorf gibt es ca. 100.000 beheizte Wohngebäude und
34.000 beheizte Nichtwohngebäude. Insbesondere das
Stadtzentrum ist dicht bebaut mit großen Mehrfamilienhäusern.
04Gebäudealter
Der zentrale Innenstadtbereich von Düsseldorf wird stark von
Gebäuden geprägt, die in oder vor 1970 errichtet wurden. In
Düsseldorf fallen rund 63 % des beheizten Gebäudebestandes in
diese Baualtersklasse.
Zusammenfassung: Kernaussagen zur Bestandsanalyse (2/2)
1010 Sachstandsbericht KWP
06
Wärmenetzeignung
(vorläufig)
Erste vorläufige Analysen hinsichtlich der Wärmenetzeignung
zeigen für große Teile des Düsseldorfer Stadtgebietes eine
potenziell hohe Eignung für Wärmenetze.
07
Zentrale
Wärmeerzeuger
In den Stadtgebieten mit hoher Wohndichte, insbesondere im
Stadtzentrum, sind überwiegend Zentralheizungen installiert.
08
Leitungsgebundene
Wärme
Das Düsseldorfer Stadtzentrum ist weitgehend ans
Fernwärmenetz angeschlossen, der Süden verfügt ebenfalls über
ein Wärmenetz. Im Großteil der Stadt ist eine
Gasnetzinfrastruktur vorhanden.
05
Durchschnittlicher
Raumwärmebedarf
Der spezifische Raumwärmebedarf in Düsseldorf beträgt
135,0 kWh/m² jährlich.
Die Potenzialanalyse dient als wichtige Grundlage für die
Erstellung eines Zielszenarios
Inhalte im Rahmen der Potenzialanalyse
•Die Potenzialanalyse ist ein essenzieller Bestandteil der
Kommunalen Wärmeplanung und wird im §16 Absatz 1 WPG
geregelt. Ziel dieser Analyse ist es, systematisch die in der
Abbildung dargestellten Möglichkeiten zur Reduzierung des
stadtweiten Wärmebedarfs, zur Erzeugung von Wärme aus
erneuerbaren Energien, zur Nutzung unvermeidbarer Abwärme
sowie zur zentralen Wärmespeicherung zu erfassen und auf
ihre theoretische und technische Nutzbarkeit zu bewerten.
•Die Durchführung der Potenzialanalyse erfolgt in mehreren,
aufeinander abgestimmten Schritten. Dabei dienen die
Vorgaben aus dem BMWK -/BMWSB Leitfaden Wärmeplanung
zur Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung als Basis.
Ferner werden die Ergebnisse der Potenzialanalyse in textlicher,
graphischer und kartographischer Form aufbereitet. Die
Darstellung der Ergebnisse erfolgt unter Berücksichtigung der
Vorgaben aus dem WPG (siehe Anlage 2 des Gesetzes).
Quelle: Eigene Darstellung
Reduktion
Wärme-
bedarf
Unver-
meidbare
Abwärme
Geothermie
Biomasse,
Biogas
Gewässer,
Grund- und
Abwasser
Solar-
thermie,
Luft
Wasser-
stoff
11 Sachstandsbericht KWP
Die Erkenntnisse aus der Potenzialanalyse zeigen Potenziale für
die Nutzung erneuerbarer Wärmequellen und die Reduzierung
des Wärmebedarfs in der Landeshauptstadt Düsseldorf auf
12 Sachstandsbericht KWP
•Als Ergebnis der Analyse wird eine
kartografische Darstellung des jeweiligen
Potenzials für den Raum Düsseldorf erstellt. Die
Karte zeigt sowohl die Höhe des Potenzials als
auch dessen räumliche Verfügbarkeit.
•In der Darstellung werden zudem
Ausschlussgebiete berücksichtigt, die individuell
für jedes Potenzial definiert sind.
•Die Ergebnisse werden im digitalen Zwilling der
Stadt Düsseldorf hinterlegt, sodass eine
detaillierte Betrachtung und weitere Analysen
möglich sind.
•Überblick über das theoretische und technische
Potenzial zur Wärmeerzeugung aus
erneuerbaren Energien und zur
Wärmebedarfsreduktion.
•Die erschließbaren Potenziale berücksichtigen
auch weitere Barrieren, wie z.B. rechtliche
Hürden.
Ergebnisse
(textlich, graphisch, kartographisch)
Ziele
Der Großteil der Wohngebäude bietet ein hohes Potenzial
zur Wärmebedarfsreduktion, zum Beispiel durch Sanierung
13 Sachstandsbericht KWP
Potenzial zur Wärmebedarfsreduktion von Wohngebäuden (Baublockebene) Wärmebedarfs -
reduktion
Das Potenzial für die Bedarfsreduktion beträgt
insgesamt etwa 1.320 GWh/a für Wohngebäude
und rund 560 GWh/a für Nicht-Wohngebäude.
Methodik: Es wurde für jedes Gebäude ein
saniertes Vergleichsgebäude modelliert und die
Differenz im Wärmebedarf dargestellt.
Für die dezentrale oberflächennahe Geothermie* in Düsseldorf
ergibt sich ein technisches Potenzial von ca. 2 TWh/a**
Potenzial oberflächennahe Geothermie dezentral
Oberflächennahe
Geothermie
14 Sachstandsbericht KWP
* Dezentrale Nutzung von Erdwärme bis zu einer Tiefe von max. 400 m, z.B. mittels
Wärmesonden/-kollektoren
** Potenzial steht in Konkurrenz zur zentralen oberfl. Geothermie; damit sind weitere
Einschränkungen zu erwarten
Das identifizierte Potenzial umfasst ca. 11,4-13,3 TWh/a
15 Sachstandsbericht KWP
Oberflächennahe
Geothermie; 4.450
Tiefe Geothermie;
50 -1.900
Wärmebedarfsreduktion
(Raumwärme); 1.880
Wärmebedarfsreduktion
(Prozesswärme); 330
Solarthermie;
670
Oberflächengewässer;
1.710
Umgebungsluft ; 120
Abwasser;370
Biomasse; 10
Abwärme; 1.830 •Das technische Gesamtpotenzial
beträgt ca. 11,4-13,3 TWh/a,
also deutlich mehr als der
Wärmebedarf von ca. 7,8
TWh/a.
•Besonders große Potenziale
liegen in der Geothermie,
Abwärmenutzung, Solarthermie
und Nutzung von
Oberflächengewässern.
•Die tatsächliche Nutzbarkeit ist
jedoch u.a. durch wirtschaftliche
und regulatorische Faktoren
begrenzt.
Theoretisches Potenzial von 50 GWh/a - 1,9
TWh/a, technisches Potenzial stark abhängig
von tatsächlicher Fündigkeit der tiefen
Geothermie
Potenziale in GWh
Vorstellung des Zielszenarios
2
16 Sachstandsbericht KWP
•Berücksichtigung der Vorgaben im
BMWK/BMWSB -Leitfaden
•Einbezug der Hinweise und Anmerkungen der
Multiplikatoren (u.a. im Rahmen des
Multiplikator-Workshops)
•Einbindung des Infrastrukturbetreibers vor
Ort
−Einteilung des Stadtgebiets in 93 Zonen,
auf Basis wesentlicher
energiewirtschaftlicher und
infrastruktureller Parameter vor Ort
−Außerdem Berücksichtigung
deraktuellen Wärme- und
Transformationspläne
Bei der Modellierung der Entwicklungsszenarien wurden die
Bundesvorgaben berücksichtigt und Stakeholder eingebunden
17 Sachstandsbericht KWP
Die Potenziale zur Sanierung sowie zur Wärmebedarfsreduktion
im Stadtgebiet wurden verortet
Potenzielle Sanierung gemäß Entwicklungsszenario
bis zum Jahr 2045*
2045 2045
•Annahme: Pro Jahr werden ca. 1 %
der beheizten Gebäude saniert ;
bis zum Jahr 2045 sind das ca.
27.000 Gebäude im Stadtgebiet.
•Kriterien für die Festlegung der
potenziellen Gebäudesanierungen in
den Zonen:
a)Wirtschaftlichkeit der
Sanierung
b)sozioökonomische Indikatoren
c)geplante zukünftige
•Die 27.000 Gebäude, die im
Kriterienmittel am besten
abschneiden, werden als
„potenzielle Gebäude -
sanierungen" ausgewählt
Wärmebedarfsreduktion bis zum
Jahr 2045
Unter Berück-
sichtigung der
Sanierung
* zusätzlich werden in der Maßnahmenplanung potenzielle Sanierungs-
gebiete identifiziert und im Wärmeplan dargestellt.
18 Sachstandsbericht KWP
Es wurden auf Basis energiewirtschaftlicher und infrastruktureller
Parameter jeweils gesondert für die maßgeblichen Wärme -
versorgungsarten die Eignung der jeweiligen Zonen bewertet
Wärmenetze H2-Netze Dezentrale Versorgung
19 Sachstandsbericht KWP
Nach gesonderter Bewertung der Zoneneignung je Wärmeversor-
gungsart wurden diese zusammengeführt und daraus drei exem-
plarische Entwicklungsszenarien für das Jahr 2045 hergeleitet
1. Exemplarisches
Entwicklungsszenario
2. Exemplarisches
Entwicklungsszenario
3. Exemplarisches
Entwicklungsszenario
20 Sachstandsbericht KWP
Nach umfassender Abstimmung wurde das dritte Entwicklungs-
szenario als Zielszenario im Rahmen der KWP ausgewählt
Merkmale des 3. Entwicklungsszenarios/ Zielszenarios
a)Dezentrale Wärmeversorgung:
−Begründung: z.B. geringe Wärmedichte sowie Bebauungsdichte; entsprechend
sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Wärmenetz nicht geeignet bzw. rentabel
−Hinweis: Insbesondere für die dezentralen Wärmeversorgungsgebiete ist im
Rahmen der Einteilung auf städtische Förderprogramme hinzuweisen
b)Vorgesehene Wärmenetzversorgungsgebiete:
−Begründung: realistischer Ausbau der Wärmenetze, es erfolgte hier ein Abgleich
der Annahmen und Ergebnisse mit den Informationen und Plänen des
Infrastrukturbetreibers
−Hinweis: Einteilung von Wärmenetzversorgungsgebieten sendet Signal an
Gebäudeeigentümer:innen, dass Gebäude voraussichtlich innerhalb der
vorgegebenen Fristen an das Wärmenetz angeschlossen werden können
c)Wasserstoff (H2) für Industrie:
−Begründung: Umrüstung auf Wasserstoff (nach aktueller Einschätzung) nur für
Großverbraucher realistisch
−Hinweis: Umstellung der Gasnetze auf Wasserstoff für Privatkunden (nach
aktueller Einschätzung) als unrentabel eingestuft
3. Entwicklungsszenario/
Zielszenario
21 Sachstandsbericht KWP
Die Wärmenetzgebiete wurden außerdem in Verdichtungs -, Aus-
& Neubaugebiete unterteilt
Nähere Betrachtung des Wärmenetzausbaus
Wärmenetzverdichtung (WN -Verdichtung):
−Ausweisungsgrund: Zone wird bereits heute nennenswert mittels Wärmenetz versorgt
Wärmenetzausbau (WN -Ausbau):
−Ausweisungsgrund: Zone wird nicht nennenswert* mittels Wärmenetz versorgt, aber
grenzt an bestehende Wärmenetze
Wärmenetzneubau (WN -Neubau):
−Ausweisungsgrund: Zone wird nicht nennenswert* mittels Wärmenetz versorgt und
grenzt nicht an bestehende Wärmenetze
Ferner gibt es in Oberkassel, Oberbilk und Wer
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.