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Title: Antrag
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Published Time: 2026-06-09T11:59:00.000Z
Number of Pages: 3
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RAT/333/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 08.06.2026
An den
Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Antrag der Ratsfraktion Die Linke. Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 18.06.2026
# Betrifft:
Antrag der Ratsfraktion Die Linke: Gerechte Alternativen und lebbare Kompromisse für die
Haushaltsfinanzierung
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 18.06.2026 stellt Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf folgenden
Antrag:
Die Verwaltung wird beauftragt, dem Rat mindestens drei Alternativkonzepte
vorzulegen, mit denen notwendige Verbesserungen im städtischen Haushalt durch
Mehreinnahmen, durch Minderausgaben (unter Beachtung von Vorgaben) oder durch
eine Kombination von beidem erreicht werden:
1. Ein Konzept, das die notwendigen Verbesserungen für 2027/2028 vollständig
durch Einnahmeverbesserungen erzielt.
2. Ein Konzept, das die Hälfte der notwendigen Verbesserungen für 2027/2028
durch Mehreinnahmen erzielt. Die andere Hälfte der zu erbringenden
Verbesserungen sollen bevorzugt durch Minderausgaben bei
Großveranstaltungen und anderen Bereichen außerhalb der Daseinsvorsorge
erzielt werden. Bei darüber hinaus gehenden Einsparungen soll beachtet
werden, dass Angebote auskömmlich weiterfinanziert werden, deren Entfallen
finanzschwache und vulnerable Gruppen besonders betreffen würde.
3. Ein Konzept, das die zu erbringenden Verbesserungen bevorzugt durch
Minderausgaben bei Repräsentationsausgaben erzielt und bei darüber hinaus
gehenden Einsparungen beachtet, dass Angebote auskömmlich
weiterfinanziert werden, deren Entfallen finanzschwache und vulnerable
Gruppen besonders betreffen würde.
Das Ergebnis soll dem Rat zur Einbringung des städtischen Haushalts am 24.
September 2026 vorgelegt werden.
Begründung: Seite 2
> 1Vergleiche Beantwortung der Anfrage RAT/014/2026 sowie Beantwortung von Nachfragen der Linken zur
> Anfrage.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf befindet sich in einer angespannten finanziellen Lage. Um
drohende Defizite von 343 Millionen Euro im Jahr 2027 und 395 Millionen Euro im Jahr 2028
auszugleichen, hat die Kämmerei bereits deutliche Sparvorgaben gemacht.
So sollen für 2027 noch 74 Millionen Euro und in den Folgejahren sogar jeweils 177
Millionen Euro eingespart werden. Besonders betroffen von diesen Vorgaben sind die
Dezernate für Soziales, Jugend und Kultur, die im Jahr 2027 jeweils rund 27 Millionen Euro
und 2028 rund 65 Millionen Euro einsparen sollen. Diese Vorgaben bergen nach unserer
Einschätzung die Gefahr, dass bewährte Angebote dauerhaft wegfallen, die für vulnerable
Gruppen von großer Wichtigkeit sind.
Damit der Rat alternative Konzepte für Verbesserungen diskutieren kann, braucht er eine
solide Datengrundlage. Die Erarbeitung dieser Alternativkonzepten durch die
Stadtverwaltung, insbesondere die Kämmerei, würde sicherstellen, dass die Ratsfraktionen
eine sachorientierte und fundierte Debatte bei der Beratung des städtischen Haushalts
2027/2028 führen könnte.
Dass solche Alternativkonzepte zu den aktuellen Sparvorgaben realistisch sind, zeigt ein
Blick auf von der Kämmerei bereits errechnete mögliche Einnahmeverbesserungen. 1 Eine
Erhöhung der Gewerbesteuer auf einen Hebesatz von 480 v.H. erbrächte einen Mehrertrag
von 127.028.818 Euro; eine Erhöhung auf einen Hebesatz von 520 v.H. einen Mehrertrag
von 254.057.636 Euro:
Erhöhung der Gewerbesteuer: 127.028.818 Euro
Einführung der Grundsteuer C: 1.000.000 Euro
Differenzierung Grundsteuer B: 10.000.000 Euro
Prozentuale Erhebung Beherbergungssteuer: 27.211.310 Euro
Streichung Zuschuss Rennverein: 200.000 Euro
Streichung Immobilienmessen-Auftritte: 1.777.000 Euro
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Gesamt-Verbesserung: 167.217.128 Euro
Allein für das Jahr 2026 hätten sich also strukturelle Verbesserungen in Höhe von rund 167
Millionen Euro realisieren lassen; Einschnitte wären unnötig.
Zwischen einer rein auf Mehreinnahmen basierenden Lösung und einem reinen Sparkurs
gäbe es zahlreiche Abstufungen; wir setzen darauf, dass es hier zum Wohl der Düsseldorfer
Stadtgesellschaft einen Kompromiss zwischen den demokratischen Fraktionen geben kann.
Damit käme der Stadtrat auch der Forderung des „Düsseldorfer Bündnisses für eine
gerechte Gesellschaft – sozial und ökologisch“ nach, sich um Alternativen zu einem
Sparkurs zu bemühen.
Mit freundlichen Grüßen
Sigrid Lehmann Chris J. Demmer
F.d.R. Sönke Voigt Seite 3