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Title: Antrag
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00584247.pdf
Published Time: 2026-04-27T11:00:00.000Z
Number of Pages: 2
Markdown Content:
RAT/235/2026
## Ratsfrau Dominique Mirus
## Ratsfrau Eva Dufhues
## Ratsherr Torsten Lemmer
## Ratsherr Jürgen Krüger
## X öffentlich nicht öffentlich
## Düsseldorf, 17.04.2026
An
Oberbürgermeister
Dr. Stephan Keller
# Betrifft:
## Antrag der Ratsmitglieder Ratsfrau Mirus, Ratsfrau Dufhues, Ratsherrn Krüger und
## Ratsherrn Lemmer: Brandschutz nicht überbewerten, früher hat‘s auch gebrannt!
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten Sie den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates am
07. Mai 2026 zu setzen und zur Abstimmung zu bringen.
Antrag:
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf fordert die Verwaltung auf, als Alternative
für Düsseldorf, ein Konzept für den Brandschutz für U-Bahnhöfe von einem
qualifizierten Ingenieurbüro entwickeln zu lassen, dass ohne sehr kostenintensive
Umbaumaßnahmen und vor allem ohne Sperrungen dieser Haltepunkte auskommt.
Dieses Konzept soll dem Rat und den Fachausschüssen dann bis zum Oktober dieses
Jahres zur Beratung und Entscheidung über die Umsetzung vorgelegt werden.
Begründung:
Generell sind die Auflagen für den Brandschutz in den letzten Jahren immer
anspruchsvoller geworden, was zu teilweise extremen Kostensteigerungen geführt
hat. Ein Auslöser dafür war sicher der Brand im Flughafen Düsseldorf vor dreißig
Jahren.
Angesichtes der für den Umbau der U-Bahnhöfe, Oststraße, Moskauer, Kettwiger
Straße, Klever Straße, Heinrich-Heine-Allee, Steinstraße, Oberbilker Markt und
Oberbilk-S, zu erwartenden Kosten in Höhe von 280 Millionen Euro, die Rheinische
Post berichtete das am 14. April, und den Folgen der damit verbundenen Sperrungen
für Nutzerinnen dieser U-Bahnhöfe in Düsseldorf, ist es an der Zeit die Problematik
endlich wieder mit gesundem Menschenverstand zu betrachten.
Zweifellos stellen Brände, besonders dort, wo viele Menschen sich aufhalten, ein
Risiko für Leben und Gesundheit dar. Die Notwendigkeit für Brandschutzmaßnahmen
wird jedoch aus theoretisch denkbaren Szenarien abgeleitet, deren
Eintrittswahrscheinlichkeit oft extrem gering ist. Nicht alles, was denkbar ist,
geschieht auch in der Wirklichkeit. Selbst wenn alle Brandschutzexpertinnen das
Gleiche sagen und prognostizieren, heißt das nicht, dass sie richtigliegen. Seite 2
Oft sind es finanzielle Eigeninteressen, die dahinterstecken. Wenn alle Expertinnen
mehr Brandschutz fordern, ist das schließlich vor allem gut für deren
Geschäftsmodelle. Allein deshalb muss endlich wieder gesunder Menschenverstand
zum Zuge kommen.
Beim Klimaschutz ist es doch nicht anders. Nur, weil sich alle Expertinnen einig sind,
dass der anthropogene Klimawandel üble Folgen haben wird, die die Lebensqualität,
die Gesundheit und das Leben von ein paar Milliarden Menschen betreffen, heißt das
noch lange nicht, dass man etwas dagegen tun muss. Die Bundesregierung bekennt
sich zwar noch zu Klimaschutzzielen, die Realität der politischen Entscheidungen
beweist jedoch das Gegenteil. Klimaschutz hat keine Priorität mehr, die Interessen
der Öl- und Gaswirtschaft haben Vorrang. Düsseldorf macht es nicht anders. Statt,
wie in der Koalitionsvereinbarung von CDU und Grünen angekündigt, die Ausgaben
für den Klimaschutz von 60 auf 100 Millionen pro Jahr zu erhöhen, senkt man sie auf
20 Millionen ab. Wer sich zu Alternativen für Deutschland bekennt, findet auch den
passenden Experten, der die physikalischen Grundlagen des von Menschen
verursachten Klimawandels vom Tisch wischt und nebenbei noch erklärt, warum
mehr CO2 in der Atmosphäre besser ist für das Wachstum der Pflanzen und damit
gut für alle und alles ist.
Wenn die Verwaltung mit dem gleichen, gesunden Menschenverstand das Thema
Brandschutz angeht, sollte es kein Problem sein, ein passendes Ingenieurbüro zu
finden, das den Brandschutz endlich wieder pragmatisch bewertet. Größere
Feuerlöscher und geschultes Aufsichtspersonalpersonal, dass auch mal selbst löschen
kann plus weitere, effiziente und technologieoffene Maßnahmen, werden sicher keine
280 Millionen Euro kosten und Sperrungen der Bahnhöfe werden auch nicht
notwendig.
Es wird Zeit, den Grundsatzbeschluss des Rates aus dem Jahr 2008 zu revidieren.
Die vielen eingesparten Millionen Euro können dann direkt in ein verbessertes
Angebot der Rheinbahn investiert werden. Das hilft den Bürgerinnen in Düsseldorf
wirklich und ist nebenbei eine gute Investition in den Klimaschutz .
Mit freundlichen Grüßen
Ratsfrau Dominique Mirus Ratsfrau Eva Dufhues
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Ratsherr Jürgen Krüger f.d.R. Ratsherr Torsten Lemmer