Beschlussvorlage Aktenzeichen JHA/079/2026

Düsseldorf plant Präventionskette gegen Kinderarmut

Amtlicher Titel: Düsseldorfer Präventionskette – Maßnahmen zur Minderung der Folgen von Kinderarmut: Chancenfonds 2026/10

Ein Vorschlag der Verwaltung, über den der Rat oder ein Ausschuss abstimmt.

Beratung geplant Nächster Termin am 07.10.2026 bei Jugendhilfeausschuss.
7. Oktober 2026nächster Termin 2Dokumente 25. September 2026veröffentlicht

Das Wichtigste

Der Jugendhilfeausschuss soll über die Vorlage zur Düsseldorfer Präventionskette abstimmen. Die Kette umfasst Maßnahmen, die Folgen von Kinderarmut mindern sollen. Das Projekt wird aus dem Chancenfonds 2026/10 finanziert.

Warum wichtig

Bessere Unterstützung für von Armut betroffene Kinder stärkt ihre Bildungschancen und entlastet die Jugendhilfe.

Die Details

  • Projekt: Düsseldorfer Präventionskette
  • Ziel: Minderung der Folgen von Kinderarmut
  • Finanzierung: Chancenfonds 2026/10

Einordnung

Das Vorhaben richtet sich an alle von Kinderarmut betroffenen Familien in Düsseldorf und bindet die Stadtjugendhilfe ein. Es ist ein strategischer Ansatz, der langfristig soziale Ungleichheiten reduzieren soll.

Hintergrund

Eine Präventionskette bündelt verschiedene Maßnahmen – von frühkindlicher Förderung bis hin zu Familienberatung – um die Entstehung und Folgen von Kinderarmut zu verhindern. Der Chancenfonds ist ein städtischer Finanzierungsmechanismus für soziale Projekte.

Themen

Beschluss & Empfehlung

  • Der Jugendhilfeausschuss beschließt die Durchführung weiterer Maßnahmen 2026 zur
  • Chancenfonds für das Jahr 2026 beschlossen.
  • und notwendiger 1:1-Betreuung. Die beantragten Mittel sind daher unmittelbar erforderlich,
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Dokumenttexte

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JHA/079/2026 X öffentlich nicht öffentlich Beschlussvorlage Betrifft: Düsseldorfer Präventionskette - Maßnahmen zur Minderung der Folgen von Kinderarmut: Chancenfonds 2026/10 Fachbereich: 51 - Amt für Soziales und Jugend Dezernentin / Dezernent: Stadtdirektor Burkhard Hintzsche Beratungsfolge: Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität Jugendhilfeausschuss07.10.2026Entscheidung Beschlussdarstellung: Der Jugendhilfeausschuss beschließt die Durchführung weiterer Maßnahmen 2026 zur Linderung der Folgen von Kinderarmut aus dem Chancenfonds gemäß nachstehender Darstellung (a und b). Die Verwaltung wird ermächtigt, geringfügige Änderungen aufgrund veränderter Bedarfslagen im Rahmen der unterjährigen Mittelverausgabung umzusetzen. Sachdarstellung: Im April (JHA/032/2026) und September 2026 (JHA/065/2026) hat der Jugendhilfeausschuss bereits diverse Maßnahmen zur Linderung der Folgen von Kinderarmut aus dem Chancenfonds für das Jahr 2026 beschlossen. Folgende beiden Ansätze sollen nun ergänzend aus den verbleibenden Mitteln umgesetzt werden: a)Qualitative Sicherstellung eines exklusiven Düsselferienangebots in den Herbstferien 2026 (Qualitätsbausteine siehe Anlage) Die Düsselferien richten sich an Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen und sehr individuellen Unterstützungsbedarfen. Die Bandbreite reicht von geringem Unterstützungsbedarf bis hin zu umfangreicher Pflege, medizinischer Versorgung und notwendiger 1:1-Betreuung. Die beantragten Mittel sind daher unmittelbar erforderlich, um eine sichere, verlässliche und gleichberechtigte Teilhabe aller Teilnehmenden (4 Gruppen mit je 15 Kindern) in den Herbstferien 2026 zu ermöglichen und den berechtigen Qualitätsansprüchen von Familien gerecht zu werden. Sie decken den erhöhten Betreuungsbedarf, ein geeignetes Catering sowie den erforderlichen Busdienst ab. Kostendeckung aus dem Armutsfonds: 47.932 Euro b)Motorik- und Bewegungsförderung durch mobiles Zirkusangebot an Grundschulen in besonders belasteten Sozialräumen Die Analysen im Projekt „Fit in Oberbilk" haben einen deutlich erkennbaren Motorik- und Bewegungsmangel herausgearbeitet, der auf alle Sozialräume mit hohem sozialen Handlungsbedarf übertragbar ist. Zunächst ausgehend als Modellansatz im Stadtteil Oberbilk (als Ergänzungsmaßnahme zu den als notwendig herausgearbeiteten Handlungsansätzen des Projekts „Fit in Oberbilk") soll ein zirkuspädagogischer Ansatz zur Bewegungsförderung an Oberbilker Grundschulen im Herbst/Winter 2026/2027 an einzelnen Tagen als Ergänzung zur Ganztagsbetreuung angeboten werden. Der Kölner Spielecircus e. V. bietet hierzu optionale Module an, die unkompliziert installiert und flexibel an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst werden können. Die zirkuspädagogischen Angebote verbinden Bewegung, Spiel und soziales Lernen und ermöglichen darüber hinaus eine niedrigschwellige Sprachförderung. Kostendeckung aus dem Chancenfonds: 30.000 Euro Der Etat des Chancenfonds sieht für 2026 ein Fördervolumen von 475.000 Euro vor. Nachstehende Maßnahmen sind zur Umsetzung 2026 nun insgesamt vorgesehen bzw. befinden sich in Umsetzung: Maßnahmen 2026 Aufstockung „Alleine Erziehen-Gemeinsam Aktiv" 30.000 € Fortführung „Koordinationsstelle Heerdt" 30.000 € Fortführung „Relieve": Kinder- und Jugendlichentherapie21.875 € Gesundheitswerkstatt Garath45.000 € Sozialberatung in drei Stadteiltreffes Kategorie C135.000 € Stadtteiltreff SOS-Kinderdorf, Garath (45.000 €) Stadtteiltreff Diakonie, Flingern-Süd (45.000 €) Stadtteiltreff AWO, Wersten-Südost (45.000 €) Mittagessen für Kinder und Jugendliche in der Offenen Tür 5.040 € Wittenberger Weg Projekt „Fit in Oberbilk" - Umsetzung von Maßnahmen 25.000 € Streetwork, Quartiersmanagement und 50.000 € Ordnungspartnerschaft in Hassels-Nord NEU: Exklusives Düsselferienangebot47.932 € NEU: Motorik- und Bewegungsförderung durch mobiles 30.000 € Zirkusangebot an Grundschulen in belasteten Sozialräumen 2026 verplant 419.847 € noch zur Verfügung stehend55.153 € Vorhandenes Gesamtvolumen 2026475.000 € Die Finanzierung der Ansätze für 2026 erfolgt aus den dafür etatisierten Haushaltsmitteln bei Position 3636302 5318000. Anlagen: Qualitätsbausteine für ein exklusives Düsselferienangebot Seite 2
Qualitätsbausteine für ein exklusives Düsselferienangebot als Text anzeigen
Anlage Qualitätsbausteine und daraus resultierende finanzielle Anpassungen für ein exklusives Düsselferienangebot (hier: Herbstferien 2026) Die Düsselferien richten sich an Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen und sehr individuellen Unterstützungsbedarfen. Die Bandbreite reicht von geringem Unterstützungsbedarf bis hin zu umfangreicher Pflege, medizinischer Versorgung und notwendiger 1:1-Betreuung. Um eine sichere, verlässliche und gleichberechtigte Teilhabe aller Teilnehmenden zu ermöglichen und den berechtigen Qualitätsansprüchen von Familien gerecht zu werden, werden zusätzliche Finanzmittel nötig. Sie decken den erhöhten Betreuungsbedarf, ein geeignetes Catering sowie den erforderlichen Busdienst ab. Es handelt sich um 4 Gruppen mit je 15 Kindern. Bereuungsqualität Die exklusiven Ferienangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind hinsichtlich ihrer Anforderungen nicht mit regulären Ferienangeboten der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen und auch nicht mit inklusiven Angeboten mit einzelnen Kindern mit Behinderung vergleichbar, so dass zum einen mehr betreuende Personen eingesetzt werden und zum anderen ein entsprechendes Honorar gezahlt wird, um fachliche Standards zu gewährleisten. Der Bedarf nach einer intensiven Betreuung, die insbesondere auch Kindern und Jugendlichen die Teilnahme ermöglicht, die aufgrund ihres Unterstützungsbedarfs nicht oder nur zeitweise beschult werden können, ist steigend. Diese Kinder und Jugendlichen erhalten damit Zugang zu sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe und ihre Familien erfahren gleichzeitig eine erhebliche Entlastung. Honorarkräfte sind damit ein wesentliches Instrument zur Sicherstellung dieser Teilhabe durch Qualität, Verlässlichkeit und eine ausreichende Personalausstattung. Daher werden die Betreuungskräfte sorgfältig ausgewählt und vorbereitet. Dazu gehören- neben der Überprüfung des erweiterten Führungszeugnisses und des Masernschutzes - insbesondere persönliche Kennenlerngespräche sowie vorbereitende Schulungen. Die Zuordnung der betreuenden Personen erfolgt möglichst passgenau anhand von Unterstützungsbedarf, Persönlichkeit, Kommunikationsform und Vorerfahrungen. Durch Gespräche mit Eltern und ggf. Schulen sowie das persönliche Kennenlernen der Teilnehmenden wird die Betreuung individuell vorbereitet. Tägliche Vor- und Nachbesprechungen sowie ein enger Austausch mit den Familien ermöglichen es, auf Veränderungen und die jeweilige Tagesform der Kinder zu reagieren. Die Teilnehmenden treffen in den Düsselferien auf ein für sie häufig vollständig neues Umfeld: neue Räumlichkeiten, neue Betreuungskräfte und andere Kinder und Jugendliche. Gerade für Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf, Autismus oder eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit kann diese fehlende Vertrautheit eine erhebliche Herausforderung darstellen, so dass für diese Kinder in erhöhter Betreuungsschlüssel notwendig ist. Der erhöhte Personalbedarf ergibt sich insbesondere aus: • individuellen Pflegebedarfen, z. B. Toilettengängen, Wickeln, An- und Ausziehen und Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, • medizinischen Bedarfen und dem Umgang mit Dauermedikation bzw. erforderlicher Notfallmedikation im Rahmen der jeweiligen Voraussetzungen, • eingeschränktem Gefahrenbewusstsein und erhöhtem Aufsichtsbedarf, • Weglauftendenzen sowie Selbst- oder Fremdgefährdung, • herausfordernden oder aggressiven Verhaltensweisen, • Krisen- und Konfliktsituationen, • individuellen Kommunikationsformen wie Unterstützter Kommunikation, Gebärden oder Bildkarten. Insbesondere in Krisensituationen ist eine Betreuung mehrerer Kinder durch eine Person nicht ausreichend. Eine zusätzliche Betreuungskraft ermöglicht es, unmittelbar und ausschließlich auf die Situation des betroffenen Kindes zu reagieren, ohne die Sicherheit der übrigen Gruppe zu gefährden. Verpflegung Auch die Verpflegung erfordert eine individuelle Lösung. Bei den Teilnehmenden bestehen teilweise Allergien, Unverträglichkeiten, Zöliakie, Stoffwechselerkrankungen, Schluckbeeinträchtigungen oder andere besondere Ernährungsbedarfe. Hinzu kommen individuelle Essgewohnheiten und teilweise ausgeprägte Nahrungszwänge, insbesondere bei einigen Kindern mit Autismus. Unterschiedliche Lebensmittel und deren getrennte bzw. vertraute Darreichung können entscheidend dafür sein, ob ein Kind überhaupt Nahrung zu sich nimmt. Die Möglichkeit, einzelne Komponenten flexibel zu bestellen und miteinander zu kombinieren sowie Allergien und individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen, ermöglicht den Kindern gleichzeitig Wahlmöglichkeiten und Selbstwirksamkeit. Sie können beispielsweise selbst entscheiden, welche für sie akzeptierten Komponenten sie kombinieren möchten. Gleichzeitig entsteht die Möglichkeit, neue Lebensmittel kennenzulernen und - ohne Druck - auszuprobieren. Ein geeigneter Caterer gewährleistet somit nicht nur eine sichere Versorgung, sondern unterstützt auch Struktur, Selbstbestimmung und Teilhabe. Fahrdienst Für viele Familien stellt die tägliche An- und Abreise eine erhebliche organisatorische Belastung dar. Beruf, Geschwisterkinder, Therapien, Arzttermine und die umfangreiche Versorgung des Kindes müssen miteinander vereinbart werden. Ein Teil der Familien ist deshalb auf einen Fahrdienst angewiesen. Der Busdienst stellt sicher, dass auch Kinder teilnehmen können, deren Familien die tägliche Beförderung nicht eigenständig leisten können. Damit schafft der Fahrdienst Zugang und Chancengleichheit und verhindert, dass der Unterstützungsbedarf eines Kindes oder die familiäre Belastung zum Ausschluss vom Ferienangebot führt. Fazit Der erhöhte Finanzierungsbedarf der Düsselferien ergibt sich unmittelbar aus den besonderen Anforderungen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Zusätzliche Mittel ermöglichen: • eine bedarfsgerechte, teilweise 1:1-Betreuung, • ausreichendes und qualifiziertes Personal, • die notwendige pflegerische und medizinische Unterstützung, • Sicherheit auch in Krisen- und Ausnahmesituationen, • eine individuell geeignete und sichere Verpflegung, • die zuverlässige An- und Abreise durch einen Fahrdienst, • echte Teilhabe und Selbstbestimmung, • sowie eine spürbare Entlastung der Familien. Kostenaufstellung Honorare Verpflegung Busdienst Gruppenbudget Ausflüge

KI-gestützt aufbereitet am 28. September 2026. Die Zusammenfassung kann Fehler enthalten. Maßgeblich bleiben die Originaldokumente und veröffentlichten Beratungsergebnisse.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen JHA/079/2026