Informationsvorlage Aktenzeichen AÖE/049/2026

Düsseldorf berichtet über Fortschritte bei Blühwiesen‑Priorität 1

Amtlicher Titel: Blühwiesenstrategie – Bericht über die Umsetzung der Maßnahmen in der Priorität 1

Ein Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnisnahme.

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
1Dokument 17. August 2026veröffentlicht

Das Wichtigste

Die Stadt Düsseldorf legt in einer Informationsvorlage dar, wie die Maßnahmen der Priorität 1 ihrer Blühwiesenstrategie umgesetzt wurden. Insgesamt wurden 530.668 € veranschlagt, davon 456.000 € KfW‑Förderung und 114.000 € Eigenanteil, und es wurden neue Geräte im Wert von 426.265,55 € angeschafft. Die Pflege wurde auf insekten‑schonende Mahd und Streifenmahd umgestellt; erste Versuchsflächen von fast 4 ha im Nord‑ und Schlosspark zeigen eine Vervielfachung der Schmetterlingszahlen. Die Stadt plant, weitere Fördermittel zu beantragen und die Strategie um ein Kapitel zur Beweidung zu ergänzen.

Warum wichtig

Bürger:innen profitieren von mehr Bestäubern, einer lebendigeren Stadtökologie und dem Erhalt seltener Pflanzen‑ und Insektenarten.

Kostenübersicht Priorität 1

PostenBetrag
Gesamtkalkulation (2024)530.668 €
Neuanlagen & Nachsaaten212.238 €
Maschinen & Geräte188.000 €
Pflege (5 Jahre)130.430 €
KfW‑Förderung (80 %)456.000 €
Eigenanteil Stadt114.000 €

Die Details

  • Kosten: Gesamtkalkulation 530.668 €, davon 212.238 € für Neuanlagen, 188.000 € für Maschinen, 130.430 € für Pflege (5 Jahre).
  • Förderung: KfW bewilligte 456.000 € (80 %); Stadtanteil 114.000 €.
  • Maßnahmen: Geräte im Wert von 426.265,55 € (davon 341.012,44 € gefördert) angeschafft; 143.734,45 € für Neuanlagen, insekten‑schonende Mahd und Schulungen.
  • Pflegeumstellung: Einführung von Insekten‑schonender Mahd und Streifenmahd; erste Versuchsflächen fast 4 ha im Nord‑ und Schlosspark Mickeln sowie am Hellerhofhügel, weitere 1,5 ha seit 2025.
  • Erfolge: Im Nordpark Schmetterlingszahlen um Faktor 20 gestiegen; neue Arten wie Sechsfleck‑Widderchen und Zottiger Klappertopf nachgewiesen.
  • Ausblick: Weitere Fördermittel werden beantragt; Strategie soll um ein Kapitel zur Beweidung ergänzt werden; Streifenmahd wird künftig fest verankert.

Einordnung

Die Umsetzung ist ein zentraler Baustein des Biodiversitätskonzepts 2030 und betrifft alle städtischen Grünflächen, wodurch die Artenvielfalt und das Stadtklima für die Bewohner verbessert werden.

Hintergrund

Blühwiesen sind extensiv bewirtschaftete Grünflächen, die mit heimischen Wildblumen und Gräsern bepflanzt werden, um Lebensräume für Insekten und andere Arten zu schaffen. Durch seltenes Mähen (ein‑ bis zweimal jährlich) und den Verzicht auf intensive Düngung entsteht ein artenreicher Lebensraum, der zur Biodiversität und zum natürlichen Klimaschutz beiträgt.

Themen

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Beschluss & Empfehlung

  • erkennbar war, wurde die beantragte Fördersumme auf 570.000,- Euro festgesetzt. Mit
  • Für die weitere Umsetzung der Blühwiesenstrategie sollen erneut Fördermittel beantragt
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Dokumenttexte

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AÖE/049/2026 X öffentlich nicht öffentlich Informationsvorlage Betrifft: Blühwiesenstrategie - Bericht über die Umsetzung der Maßnahmen in der Priorität 1 Fachbereich: 68 - Garten-, Friedhofs- und Forstamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordneter Jochen Kral Beratungsfolge: Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, 11.09.2026Kenntnisnahme Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz Beschlusslage: Beschluss Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz AÖE/008/2024 vom 26.02.2024 Blühwiesenstrategie - Umsetzung der wesentlichen Maßnahmen der Priorität 1 sowie Akquise von Fördermitteln Beschluss Rat AÖE/036/2025 vom 10.07.2025 Biodiversitätskonzept 2030 - Umsetzung eines ersten Maßnahmenpakets sowie Akquise von Fördermitteln Sachdarstellung: Die Blühwiesenstrategie der Landeshauptstadt Düsseldorf (LHD) ist ein zentraler Pfeiler des städtischen Biodiversitätskonzepts 2030. Das Ziel der Strategie ist die ökologische Aufwertung bestehender Grünflächen, indem intensiv gepflegte Rasenflächen in artenreiche Wiesen umgewandelt bzw. durch deren Erhalt Lebensräume für Insekten und bedrohte Pflanzen geschaffen werden:  Umwandlung von Flächen: Bereits seit 2005 werden verstärkt Rasenflächen in Parkanlagen und im Straßenbegleitgrün extensiviert und in Blühwiesen umgewandelt. Bis zum Jahr 2022 wurden rund 7,5 Hektar neue Blühwiesen angelegt. In den folgenden Jahren wurden rund 30.000 vorgezogene Stauden in die Wiesen gepflanzt.  Extensivierung der Pflege: Statt häufigem Mähen werden diese Flächen nur noch ein- bis zweimal pro Jahr geschnitten. Dieses Konzept leitet sich aus der herkömmlichen Nutzung von Blühwiesen zur Heugewinnung ab. Nur durch diese gezielte Pflege können Blühwiesen erhalten oder entwickelt werden.  Verwendung von regionalem Saatgut: Es wird grundsätzlich auf heimische Wildblumen und Gräser gesetzt, um die lokale Flora und Fauna optimal zu fördern. Für die Umsetzung der Strategie wurden drei Prioritäten gebildet und ein Zeitplan festgelegt. PrioritätBeschreibung Zeitplan 1 Maßnahmen mit einem besonders hohen2024 - 2028 Aufwertungspotential für Neuanlagen oder Pflegeanpassungen oder mit höchster Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität. 2 Maßnahmen mit hoher Bedeutung für den2029 - 2033 Biodiversitätserhalt im Stadtgebiet, insbesondere Pflegeanpassungen von artenarmen Extensivwiesen. 3 Maßnahmen zur Aufwertung von Flächen mit bereitsab 2034 hoher Artenvielfalt durch Pflegeanpassungen oder Neuansaat mit Blühpflanzen. Mit dieser Vorlage wird über den aktuellen Sachstand zur Umsetzung der Maßnahmen der Priorität 1 berichtet. Für die Umsetzung der Maßnahmen der Priorität 1 wurden Anfang 2024 insgesamt 530.668,- Euro kalkuliert (Vorlage AÖE/008/2024), davon 212.238 Euro für Neuanlagen, Nachsaaten und Wiesenstaudenpflanzungen sowie 188.000 Euro für die Beschaffung von erforderlichen Maschinen und Geräte. Hinzu kommen 130.430 Euro für eine nachhaltig und ökologisch ausgeführte Pflege im Zeitraum von 5 Jahren. Im März 2024 wurde im Rahmen der Förderrichtlinie „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (NKK)" ein Förderantrag gestellt. Da zu diesem Zeitpunkt ein höherer Bedarf an Maschinen erkennbar war, wurde die beantragte Fördersumme auf 570.000,- Euro festgesetzt. Mit Bescheid vom 02.04.2024 hat die KfW eine 80 % Förderung in Höhe von 456.000,- Euro bewilligt. Diese Zuwendung konnte inzwischen komplett verwendet werden. Der Eigenanteil der Stadt Düsseldorf beläuft sich auf 114.000,- Euro. Umgesetzte Maßnahmen: 1.Gerätebeschaffung Insgesamt wurde der städtische Fuhrpark mit Maschinen (Balkenmäher, Heuwender, Ballenpressen etc.) in einem Wert von 426.265,55 Euro ergänzt (davon 341.012,44 € Förderung). Zum Teil werden die Maschinen aufgrund langer Lieferzeiten im Jahr 2026 Seite 2 zum ersten Mal eingesetzt, sodass erst ab diesem Jahr Erfahrungswerte gesammelt werden können. 2.Pflegeumstellung und Neuanlagen Die weiteren Mittel (in Höhe von 143.734,45 €) wurden für kleinflächige Neuanlagen von Blühwiesen, Entwicklungspflege, Vergabe der Insekten schonenden Mahd an Fachfirmen sowie für Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwendet. Die Wiesenmahd stellt an die in der Pflege Tätigen höhere Ansprüche als an eine regelmäßige Rasenmahd, da die Mahdzeitpunkte, die zur Mahd einzusetzenden Geräte und begleitende Maßnahmen in Abhängigkeit von der Vegetationsentwicklung beachtet werden müssen. Daher wurden im Jahr 2025 durch einen Fachexperten alle Mitarbeitenden des Gartenamtes, die für die Wiesenpflege zuständig sind, im Bereich biodiversitätsfördernde Mahd geschult. Bei der mehrtägigen Schulung wurden sowohl die Theorie erläutert als auch die praktische Umsetzung vorgestellt. In Zusammenhang mit diesem Seminar wurde begonnen, auf besonders gut entwickelten Blühwiesen ein Konzept zur Streifenmahd zu etablieren. Diese Maßnahme war in der Blühwiesenstrategie bisher noch nicht vorgesehen und soll in einer Fortschreibung der Strategie noch stärker berücksichtigt werden. Bei der Streifenmahd verbleiben partiell ungemähte Flächen, die den Insekten als Rückzugs- und Nahrungsräume dienen. Die Arten- und Individuenzahl lässt sich somit noch erheblich steigern. Erste Versuchsflächen von insgesamt fast vier Hektar liegen im Nordpark, im Schlosspark Mickeln und am Hellerhofhügel. Auf Grund der positiven Erfahrung in diesen Bereichen wurden in der Folge weitere 1,5 Hektar Wiese durch die städtischen Mitarbeitenden mit dieser Methode gemäht. Weitere Entwicklung Aktuell wurde für das Jahr 2026 die Insekten schonende Mahd, also mit Balkenmäher in einer Höhe von etwa 10 cm über dem Boden, sowie auf besonders geeigneten Flächen die Streifenmahd, ausgeschrieben. Seit Beginn der Pflegesaison 2026 werden bei den Wiesenflächen in Eigenmahd zudem erstmals die neu beschafften Maschinen und Geräte eingesetzt. Beide Maßnahmen werden zu einer sukzessiven Anreicherung der Wiesen mit den typischerweise dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten führen. Die Ausschreibungen von Streifenmahd und Insekten schonender Mahd sind für die Verwaltung und auch für die beteiligten Firmen noch in der Erprobung. Die Vorgänge müssen weiter optimiert und verstetigt werden. Der Klimawandel führt zu immer früheren Blühzeitpunkten der Wiesen. Erfolgte die Mahd in früheren Jahren ab dem 15. Juni zur Vollblüte der Margeriten, hat sich diese heute oft bereits in den frühen Mai verlagert. Somit muss die erste Mahd früher erfolgen, damit die Wiesen vor den trockenen Sommermonaten wieder austreiben und die Blütenpflanzen sich aussähen können. Im Biodiversitätskonzept ist darüber hinaus vorgesehen, die Blühwiesenstrategie um ein Kapitel zur Beweidung von Flächen zu ergänzen. Hierzu wird aktuell nach einem fachkundigen Gutachter gesucht. Seite 3 Bereits im ersten Jahr mit Streifenmahd zeichnet sich im Nordpark eine sehr positive Entwicklung der Insektenbestände ab. Die Schmetterling-Stückzahlen der Großen Ochsenaugen, Hauhechelbläulinge und Kleinen Sonnenröschenbläulinge werden gegenüber denen der Vorjahre um den Faktor 20 überschritten. Vom Großen Ochsenauge flogen im Juni um die 1.000 Exemplare in den Wiesen des Nordparks. Eine derart große Zahl von Schmetterlingen konnte bisher in keiner anderen Fläche in Düsseldorf erreicht werden. Bei der früh im Jahr fliegenden Braunen Tageule, einem tagaktiven Nachtfalter hat sich der Bestand verhundertfacht. Ebenso hat sich der Bestand der Grünen Heupferde vervielfacht. Darüber hinaus erfolgten auch Neubesiedlungen mit Insektenarten, die bisher noch nie im Nordpark nachgewiesen waren, wie dem Sechsfleck-Widderchen (Blutströpfchen). Einzelne Pflanzenarten wie der Zottige Klappertopf wurden an neuen Standorten, hier im Ostpark und Südfriedhof nachgewiesen. Immer wieder kommt es in den Wiesen zu Neunachweisen von Insektenarten, die in den jeweiligen Wiesen jahrelang fehlten oder sogar in ganz Düsseldorf jahrzehntelang verschollen waren. Für die weitere Umsetzung der Blühwiesenstrategie sollen erneut Fördermittel beantragt werden. Auszeichnung Für ihr Engagement in der naturnahen Gestaltung und Unterhaltung ihrer Grünflächen wurde Düsseldorf vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt" im September 2021 mit dem Label „StadtGrün naturnah" in Gold ausgezeichnet. Im Jahr 2025 stellte sich die Stadt der Rezertifizierung dieses Labels und konnte wieder mit dem Label in Gold belohnt werden. Zusammenfassung Die Blühwiesenstrategie ist ein Kernprojekt des Biodiversitätskonzeptes 2030. Ihre Umsetzung gehört zu den wichtigen Aufgaben der Grünflächenpflege. Die Anpassung der Pflege mit dafür geeigneten Maschinen und Geräten konnte umgesetzt werden. Die Vergabe der insektenschonenden und/oder Streifen-Mahd von Teilflächen wird optimiert und verstetigt. Dazu soll erneut ein Antrag auf Fördermittel gestellt werden. Die Strategie soll um ein Kapitel zur Beweidung ergänzt werden. Ebenso wird das Konzept der Streifenmahd bei einer Fortschreibung berücksichtigt. Erste Erfolge der Maßnahmen sind anhand der Ausbreitung von Wiesenblumenarten, der Nachweise neuer Insektenarten sowie der deutlichen Bestandszunahme von Insekten in Bereichen der Streifenmahd bereits deutlich sichtbar. Seite 4

KI-gestützt aufbereitet am 4. September 2026. Die Zusammenfassung kann Fehler enthalten. Maßgeblich bleiben die Originaldokumente und veröffentlichten Beratungsergebnisse.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen AÖE/049/2026