Ratssitzung · Sitzung beendet
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Ratssitzung · Sitzung beendet
Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 10. März 2022
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung reichte von langfristigen Investitionen in kommunale Gebäude bis zu unmittelbar anstehenden Aufgaben bei Unterbringung und Wohnraumschutz. Während Schule, Museum und Ukraine-Resolution breite Mehrheiten fanden, wurden die Instrumente gegen Zweckentfremdung und der Umgang mit dem Worringer Platz kontrovers beraten.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Beschlussvorlage zur Herbeiführung eines Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses des Projektes "Gesamtschule Aldekerkstraße mit Dreifachsporthalle in der Aldekerkstraße 17-25"
Der Rat beschloss einstimmig den Bau und die Finanzierung einer vierzügigen Gesamtschule mit Dreifachsporthalle an der Aldekerkstraße 17–25. Einschließlich Ausstattung und Inventar waren 68.245.000 Euro vorgesehen; davon wurden 12.000.000 Euro für 2022 überplanmäßig bereitgestellt. Die Schule sollte zum 01.08.2024 mit der Jahrgangsstufe 5 starten und danach schrittweise aufgebaut werden.
CDU und FDP begrüßten insbesondere die zusätzlichen Schulplätze und die erste Gesamtschule im linksrheinischen Düsseldorf. Zugleich verwiesen sie auf weiteren Schulraumbedarf; Gegenstimmen oder Enthaltungen gab es nicht.
Mit dem Beschluss verband der Rat einen konkreten Schulneubau mit zusätzlichen dauerhaften Stellen für Sekretariat und Hausmeisterdienst. Für die Wärmeversorgung sollte zunächst ein Fernwärmeanschluss geprüft werden.
Vorlage SCHUA/002/2022/1 · Nachweis: TOP 27, PDF-Seite 36
Ehrenhof 4-5, Stiftung Museum Kunstpalast – Sanierungen und Umbaumaßnahmen
Der Rat bewilligte für den Kunstpalast zusätzliche Sanierungen am Glasmuseum, am Dachgebälk des Thorn-Prikker-Foyers und an der Fassade. Zusammen mit Museumsausstattung, Ausstellungsbeleuchtung und der Bepflanzung der Außenanlagen wurden 4.608.000 Euro für 2022 und 2023 bereitgestellt; die Stiftung Museum Kunstpalast sollte die Maßnahmen umsetzen.
Eine erneute Debatte fand nicht statt. Der Beschluss fiel mehrheitlich gegen die Stimmen der AfD.
Die Entscheidung deckte sowohl zusätzliche Schäden und Bauaufwendungen als auch die spätere Ausstattung des Museums ab. 900.000 Euro des Mehrbedarfs sollten aus eingesparten Instandhaltungsmitteln der Stiftung kommen.
Vorlage KUA/003/2022 · Nachweis: TOP 18, PDF-Seite 24
Änderungsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE zur Vorlage „Satzung der Landeshauptstadt Düsseldorf zum Schutz und Erhalt von Wohnraum“ (AWM/007/2022)
Der Rat beschloss mehrheitlich die Wohnraumschutzsatzung. Sie sollte dem Schutz und Erhalt von Wohnraum dienen und nach der dokumentierten Debatte insbesondere Regeln gegen Zweckentfremdung und verzögerte Erstvermietung enthalten.
Die Linke verlangte weitergehende Änderungen, erhielt dafür aber nur die Unterstützung der Partei-Klima-Fraktion; Teile der SPD enthielten sich. Auch der überarbeitete SPD-Antrag scheiterte. Die Verwaltungsvorlage wurde gegen die Linke bei Enthaltung von Tierschutz/Freie Wähler angenommen.
Die Satzung schuf das kommunale Regelwerk für den Umgang mit zweckentfremdetem oder nicht regulär vermietetem Wohnraum. Umstritten blieb, wie weit die konkreten Nachweis- und Ersatzregelungen gehen sollten.
Vorlage RAT/108/2022 · Nachweis: TOP 12.2, PDF-Seite 28
Antrag der Ratsfraktionen von CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, FDP, DIE LINKE und Die PARTEI-Klima-Fraktion: Resolution zum russischen Angriff auf die Ukraine
Der Rat verurteilte den russischen Krieg gegen die Ukraine und erklärte seine Solidarität mit den Menschen vor Ort und in Düsseldorf. Er bekräftigte Düsseldorfs zusätzliche Aufnahmebereitschaft und unterstützte die Vorhaben der Verwaltung, weitere dezentrale Aufnahme- und Unterbringungskapazitäten zu planen.
Tierschutz/Freie Wähler kritisierten das Zustandekommen und den Umfang der von sechs Fraktionen eingebrachten Resolution, kündigten aber Zustimmung an. Die AfD beanstandete die Bezeichnung des Krieges, verurteilte den Angriff jedoch ebenfalls. Die Resolution wurde einstimmig beschlossen.
Über die politische Erklärung hinaus benannte der Rat eine konkrete kommunale Aufgabe: zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen auf der Flucht vorzubereiten.
Vorlage RAT/092/2022 · Nachweis: TOP 30.12, PDF-Seite 13
Antrag der FDP-Ratsfraktion: Verlegung der offenen Alkohol- und Drogenszene vom Worringerplatz
Der Rat lehnte den FDP-Antrag zur Verlegung der offenen Alkohol- und Drogenszene vom Worringer Platz mehrheitlich ab. Damit erteilte er keinen entsprechenden Auftrag zur Standortverlagerung.
Die FDP verwies auf Erfahrungen aus Bremen und nahm den SPD-Vorschlag auf, Ergebnisse in der Innenstadtkonferenz vorzustellen. Gegner des Antrags verwiesen auf bereits laufende Beratungen und Maßnahmen sowie auf die Verantwortung, Hilfen für die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Für den Antrag stimmten FDP, SPD, Tierschutz/Freie Wähler und Ratsherr Jörres; CDU, Grüne, Linke, Partei-Klima-Fraktion und Ratsfrau Kraljic lehnten ihn ab.
Die Abstimmung zeigte einen grundlegenden Konflikt über das weitere Vorgehen am Worringer Platz: eine Prüfung der Verlegung auf der einen und die Fortführung bestehender Abstimmungsprozesse auf der anderen Seite.
Vorlage RAT/070/2022 · Nachweis: TOP 30.5, PDF-Seite 60
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Die Karte zeigt den Sitzungsort. Weitere konkrete Adressen wurden nicht zuverlässig extrahiert.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.