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JHA/080/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 08.11.2024
An die Vorsitzende
des Jugendhilfeausschusses
Frau Ursula Holtmann-Schnieder
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des JHA am
20.11.2024
Betrifft:
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE - hier: Fehlende Kita-Assistenzen
Sehr geehrter Frau Vorsitzende,
zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 20. November 2024 stellt DIE
LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf folgende Anfrage:
In einem offenen Brief kritisieren Eltern des Netzwerks gemischte Tüte e.V.
1
,
dass es mit der neuen Bewilligungspraxis zu unvorhergesehenen
Stundenkürzungen, schleppenden Verfahren und einer Vielzahl an abgelehnten
Erstanträgen kommt. Im Oktober 2024 berichtete auch die WDR -Lokalzeit über
die Auswirkungen der schleppenden Bewilligungsverfahren des
Landschaftsverbands
2
.
Viele Kinder mit Behinderungen oder Erkrankungen werden im Kita -Alltag durch
Assistenzkräfte in ihrer Teilhabe unterstützt. Diese werden als individuelle
heilpädagogische Leistung (ihpL) vom Landschaftsverband Rheinland als Träger
finanziert. Aufgrund eines mutmaßlichen Haushaltsdefizits des
Landschaftsverbands, sollen nun vermehrt Fachleistungsstunden über Mittel des
KiBiz und der sog. Basisleistung I eingesetzt werden statt Kita-Assistenzen mit
ihpL-Stunden.
In dem offenen Brief der Elterninitiative gemischte Tüte e.V. wird deutlich
dargelegt, warum diese kein Ersatz sind. Dort heißt es beispielsweise: „So
konnte etwa in Düsseldorf im Kitajahr 2023/2024 für nur 39 der 72 möglichen
Vollzeitstellen aus der Basisleistung I in städtischen Kitas tatsächlich eine
Fachkraft gefunden werden." Zudem würden die Fachleistungsstunden in der
Regel nicht individuell erbracht, sodass die Kinder nur in der Gruppe davon
1
https://gemischtetuete.org/wp-content/uploads/2024/10/01_offener_Brief_gemischte_Tuete_an_
LVR_240927.pdf.
2
https://www1.wdr.de/lokalzeit/fernsehen/duesseldorf/fehlende-kita-assistenzen-fuer-kinder-mit-
behinderung-102.html.
Seite 2
profitierten und im personell angespannten Kita-Alltag teilweise sogar gar keine
regelrechte Umsetzung dieser Fachleistungsstunden möglich ist.
Das Ergebnis der Bewilligungspraxis des LVR und des Personalmang els bei den
Assistenzkräften sind Rückschritte in der Inklusion der Kinder und Verhinderung
der Teilhabe im Kindergarten.
DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
1. Sind der Verwaltung bereits Fälle bekannt, in denen Düsseldorfer
Kinder aufgrund der fehlenden Alltagsbegleitung nicht mehr die
Kita besuchen können? Wenn ja, wie viele?
2. Gibt es Überlegungen dazu, wie das Fehlen der Kita -Assistenzen
bei Personalmangel in den Düsseldorfer Kindertagesstätten mit
städtischer Unterstützung kompensiert werden k ann?
3. Gibt es Überlegungen dazu, wie die betroffenen Eltern beim
Fehlen der Kita-Assistenzen seitens der Stadt unterstützt werden
können?
Mit freundlichen Grüßen
Lukas Reichert Rene Engels
F.d.R. Sönke Voigt