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APS/031/2026
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Beschlussvorlage
Betrifft:
Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt / Innenstadt (Teilbaustein des Förderprojektes
KreativRaum D)
Fachbereich:
61 - Stadtplanungsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Cornelia Zuschke
Beratungsfolge:
Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität
Bezirksvertretung 407.10.2026Anhörung
Bezirksvertretung 109.10.2026Anhörung
Bezirksvertretung 313.10.2026Anhörung
Ausschuss für Planung und
14.10.2026Vorberatung
Stadtentwicklung
Haupt- und Finanzausschuss02.11.2026Vorberatung
Rat 12.11.2026Entscheidung
Sitzung des APS am 14.10.2026Vorlage Nr. APS/031/2026
Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt / Innenstadt
(Teilbaustein des Förderprojektes KreativRaum D)
- Beschluss
Beschlussentwurf:
BV 4 Die Bezirksvertretung 4 wird zu den Inhalten der Vorlage angehört und empfiehlt
dem Rat der Stadt eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
BV 1 Die Bezirksvertretung 1 wird zu den Inhalten der Vorlage angehört und empfiehlt
dem Rat der Stadt eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
BV 3 Die Bezirksvertretung 3 wird zu den Inhalten der Vorlage angehört und empfiehlt
dem Rat der Stadt eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
APS Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung empfiehlt nach Anhörung der
Bezirksvertretungen 1, 3 und 4 dem Rat eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
HFA Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt im Rahmen seiner
Vorberatung eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
Rat Der Rat der Stadt beschließt die Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt /
Innenstadt und beauftragt die Verwaltung auf dieser Grundlage
1.mit der Umsetzung der Zukunftsprojekte, deren Projektträgerschaft gesichert
ist, soweit personelle und finanzielle Ressourcen vorhanden sind.
2.alle weiteren Zukunftsprojekte mit hohem finanziellem oder personellen
Ressourcenbedarf so vorzubereiten, dass eine schnellstmögliche Umsetzung
erfolgen kann, sobald die Ressourcenlage dies wieder erlaubt.
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Sachdarstellung:
1.Anlass
Der Rat der Stadt Düsseldorf beauftragte die Verwaltung im März 2022 mit der Teilnahme am
Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" (siehe Vorlage APS/013/2022). Das
Projekt „KreativRaum D" wurde im Oktober 2022 zur Förderung ausgewählt und in der Folge mit
dem Fördermittelgeber (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für
Bauwesen und Raumordnung) weiterqualifiziert.
Ziel des Projekts „KreativRaum D" ist ein Beitrag für eine zukunftsfähige Transformation der
Zentren, für eine langfristig resiliente, nutzungsgemischte Zentrenstruktur. Durch neue
Denkansätze, Handlungskonzepte, Unterstützungsleistungen sowie Kooperationen sollen die
innerstädtischen Potenziale für neue Akteur*innen aus Kultur- und Kreativwirtschaft, Kunst,
Subkultur und Zivilgesellschaft sowie des (Kunst-) Handwerks und der urbanen Produktion
aktiviert werden. In dem weiterentwickelten Förderantrag wurden verschiedenen Bausteine - die
auf das oben beschriebene Ziel einzahlen - miteinander verknüpft.
Das Projekt „KreativRaum D" bestand aus den Bausteinen
- Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt / Innenstadt (Gegenstand dieser Vorlage),
Federführung: Stadtplanungsamt
- Reallabor Worringer Platz, Federführung: Kreativraum D Team, Kulturamt
- Entwicklung einer Strategie und Aufbau einer Prozessstruktur zur Erschließung von
Leerständen und temporären Nutzungen, Federführung: Wirtschaftsförderungsamt
Die im Rahmen des Förderprogrammes für die Umsetzungsstrategie zur Verfügung gestellten
Finanzmittel (ca. 180.000,- €) waren per Zweckbindung ausschließlich an die Erarbeitung der
Umsetzungsstrategie geknüpft und liegt nun zur Beschlussfassung vor.
Die Umsetzungsstrategie Zukunft/Altstadt Innenstadt enthält zahlreiche Entwicklungsansätze und
Projekte, die einer resilienten innerstädtischen Entwicklung Düsseldorfs dienen. Sie ist zudem
Ergebnis eines partizipativen Erarbeitungsprozesses unter Einbindung der Politik, von
Fachakteuren, Bürger und Bürgerinnen sowie der Fachverwaltung. Neben Projekten mit höherem
finanziellem Ressourcenbedarf, gibt es auch Projekte, die nach politischem Beschluss - durch
die eine Projektträgerschaft übernehmenden Ämter - direkt initiiert werden könnten.
Mit dem politischen Beschluss werden die Voraussetzungen für eine Umsetzung geschaffen. Die
entwickelten Zielrichtungen und Projekt werden dadurch bestätigt und die Verwaltung mit der
Realisierung im Rahmen ihrer vorhandenen Möglichkeiten grundsätzlich beauftragt. Der
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Beschluss beinhaltet keine zusätzliche Bereitstellung von finanziellen Ressourcen. Inhalte und
Projekte, die keine weiteren Ressourcen benötigen, können umgehend angegangen werden.
Andere stehen nach dem Beschluss in den Startlöchern sobald sich die Rahmenbedingungen
ändern. Zum Beispiel wenn auf Basis der Strategie entsprechend Fördermittel eingeworben
werden können. Der politische Beschluss schafft damit die Grundlage für eine kontinuierliche und
schrittweise Verwirklichung der Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt Innenstadt.
2.Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt / Innenstadt
Die Umsetzungsstrategie zielt auf die integrierte zukunftsfähige Entwicklung der Alt- und
Innenstadt ab. Sie entwickelt und konkretisiert den Schlüsselraum „Zukunft Innenstadt" aus dem
Raumwerk D weiter und berücksichtigt den Auftrag an die Verwaltung gemäß Ratsbeschluss zur
„Quartiersentwicklung Düsseldorfer Altstadt" (RAT/314/2023) in Verbindung mit dem mehrheitlich
beschlossenen Ratsantrag „Altstadt - sicher, bunt und attraktiv für alle (RAT/315/2023). Der
Schlüsselraum Zukunft Innenstadt mit seinen Handlungsempfehlungen ist wesentliche Grundlage
und definiert zudem die Abgrenzung des Projektgebietes. Die Umsetzungsstrategie übersetzt
damit als erster Anschlussprozess des Raumwerk D die strategischen Ziele und Aussagen in
konkrete, umsetzungsorientierte Projekte für die Alt- und Innenstadt.
3.Erarbeitungsprozess und Akteurseinbindung
Die Umsetzungsstrategie wurde in mehreren Teilschritten erarbeitet.
Der Prozess war durch eine breite fachliche, politische und zivilgesellschaftliche Beteiligung
geprägt. Erarbeitete Inhalte wurden gemeinsam überprüft, produktiv diskutiert, geschärft und
integriert weitergedacht. Ein wichtiger erster Baustein war das Sammeln und Filtern vorhandener
Ideen, Ansätze und Projekte der Verwaltung. Das Ergebnis zeigte, dass die Fachämter bereits
zahlreiche Ideen, Ansätze oder Projekte für die Entwicklung einer resilienten Innenstadt
vorantreiben (Anlage, S. 78 ff). Auf Basis der Ergebnisse konnten Lücken und offene
Herausforderungen identifiziert und daran anknüpfend im weiteren Prozessverlauf
Lösungsansätze erarbeitet werden. Dies geschah auch im Rahmen mehrerer
Beteiligungsformate.
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Insgesamt wurden zwei Akteursworkshops, eine mehrwöchige Onlinebeteiligung sowie
zahlreiche verwaltungsinterne Arbeitstermine, ein Pop-Up City-Walk sowie eine Veranstaltung
zum Abschluss des Förderprojekts durchgeführt. Die ausführliche Beschreibung der Formate
sowie der inhaltlichen Bestandteile ist der Anlage, S. 6 ff zu entnehmen.
Zudem wurde mit der Beschlussfassung der Vorlage Nr. APS/068/2025 in der Sitzung des Rates
am 10.07.2025 zu den Zwischenergebnissen ein wichtiger Meilenstein erreicht.
Die Ergebnisse der verschiedenen Beteiligungsformate sind durch das beauftragte Planungsbüro
Urbanista im Nachgang jeweils planungsfachlich ergänzt und für das jeweilige Folgeformat
aufbereitet worden.
4.Bestandteile der Umsetzungsstrategie: Innenstadt Agenda, Zielrichtungen und
Zukunftsprojekte, Projektkatalog (Anhang)
Wesentliche Bestandteile der Umsetzungsstrategie sind die Innenstadt Agenda sowie die zehn
Zielrichtungen und die daraus abgeleiteten Zukunftsprojekte.
Die Strategie fungiert wie ein integriertes Stadtentwicklungskonzept und soll auch für eine
künftige Fördermittelakquise dienen. Mit der Vorlage werden die Projekte nicht direkt zur
Umsetzung beschlossen. Hier gilt der Vorbehalt der Haushaltsentscheidungen durch den Rat für
jedes Projekt.
In Vorlage und Steckbriefen sind das Ergebnis und die Priorisierung der Beteiligung
wiedergegeben.
Die Innenstadt Agenda fasst die Ergebnisse der ersten analytischen Arbeitsschritte (Status-
Check, Challenge Map, Projektkatalog) zusammen. Der Projektkatalog (Anhang der
Umsetzungsstrategie) enthält alle Projekte, die von den Fachämter im Rahmen der ersten
Analysephase benannt wurden. Darin ist auch das Projekt „Opernhaus-Neubau" aufgeführt, das
inzwischen nicht mehr weiterverfolgt wird. Der Projektkatalog hat dokumentarischen Charakter
und dient der vollständigen Darstellung aller eingebrachten Projekte.
Der Standort des ehemaligen Kaufhofs am Wehrhahn weist aufgrund seiner zentralen Lage
städtebauliche Entwicklungspotenziale für die Alt- und Innenstadt auf. Entsprechend wird der
Standort neben weiteren relevanten Entwicklungsstandorten in der Umsetzungsstrategie
berücksichtigt. Zugleich wird ein Neubau der Deutschen Oper nicht mehr berücksichtigt.
Stattdessen ist die Möglichkeit einer Ertüchtigung und Weiterentwicklung der Oper am
bestehenden Standort in die Überlegungen eingeflossen. Dies spiegelt sich an verschiedenen
Stellen wider.
Hauptbestandteil der Umsetzungsstrategie sind integrierte Zukunftsprojekte. Diese sind aus
den beschlossenen Zielrichtungen (Damals: Zukunftsideen, siehe Vorlage Nr. APS/068/2025)
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und deren inhaltlicher Weiterentwicklung erarbeitet worden. Ein Zukunftsprojekt ist ein
umsetzungsorientiertes Projekt mit ganzheitlichem Ansatz. Es verknüpft mehrere Themen wie
Kultur, Wirtschaft, Soziales, Mobilität und Aufenthaltsqualität und ist breit getragen, förderfähig
und an zentrale Herausforderungen der Innenstadtentwicklung angepasst. Ziel ist es, eine
spürbare nachhaltige Veränderung für die Düsseldorfer Alt- und Innenstadt, unter Bündelung aller
Ressourcen zu bewirken und gegebenenfalls förderfähig bezüglich eventueller Finanzierungen
zu sein.
Die Zielrichtungen sowie die zugehörigen Zukunftsprojekte sind der Umsetzungsstrategie
(Anlage, S. 24 ff.) zu entnehmen.
5.Finanzierung/ Ressourcen
In der Umsetzungsstrategie sind für die Zukunftsprojekte bisher keine Finanzmittel in den
Haushalt eingestellt. Die Verwaltung erhielt durch Ratsbeschluss zunächst den Auftrag eines
integrierten Konzeptes. Eine grobe Einschätzung zu den möglichen Kostenrahmen für die
Umsetzung sowie den Finanzierungsmöglichkeiten (städtisch, gefördert, privat) wurde jedoch
vorgenommen, da die Fördergeberin dies für die Erstellung des Konzeptes so vorsah.
Diese Einschätzung wurde vom Fördergeber so vorgegeben, ersetzt jedoch keine Bedarfs- /
Ausführungs- und Finanzierungsbeschlüsse oder Haushaltszuwendungen. Diese sind dann mit
den konkreten Maßnahmen einzuholen, wenn sie zur Realisierung angemeldet werden sollen.
Wie oben bereits ausgeführt, können jedoch teilweise bereits erste Schritte zur Initiierung der
Projekte vorgenommen werden.
Für ein Zukunftsprojekt konnte derzeit keine Projektträgerschaft übernommen werden. Teilweise
wurden die Projektträgerschaften nur unter Vorbehalt bestimmter Bedingungen, wie zum Beispiel
einer besseren Ausstattung mit personellen oder finanziellen Ressourcen angenommen.
6.Ausblick
Nach Beschluss soll im ersten Schritt der Fokus auf den Zukunftsprojekten liegen, bei denen die
Projektträgerschaft gesichert ist und entsprechende Ressourcen vorhanden sind. In der
Roadmap (Anlage, S. 72 f.) sind die angestrebten Zeithorizonte für die Umsetzung der
Zukunftsprojekte dargestellt.
Im Weiteren sind für die weiteren Zukunftsprojekte in Abhängigkeit verfügbarer Ressourcen die
Finanzierungsmöglichkeiten zu klären. Durch den Beschluss der Umsetzungsstrategie können
diese Schritte gegebenenfalls bereits vorbereitend durchgeführt werden, sodass eine Umsetzung
bei geänderten Rahmenbedingungen schnellstmöglich durchgeführt werden kann.
Bei der Umsetzung der Projekte ist erneut auf eine Beteiligung der breiten Akteurslandschaft und
der Bürger*innen zu achten. Die enge Einbindung der jeweils zuständigen Bezirksvertretung ist
dabei selbstverständlich.
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Die erfolgreiche Umsetzung der dargestellten Zukunftsprojekte dient der Entwicklung einer
resilienten - den aktuellen vielfältigen Herausforderungen widerstehenden - Alt- und Innenstadt
sowie bündelt und koordiniert (gemäß oben genanntem Ratsbeschluss) zugleich viele
Einzelaktionen zu einer effizienten Umsetzungsstruktur.
7.Beschluss der Umsetzungsstrategie
Mit dem Beschluss der Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt / Innenstadt setzt der Rat der Stadt
Düsseldorf einen wichtigen strategischen Impuls für die zukünftige Entwicklung der Alt- und
Innenstadt. Er beschließt die Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt / Innenstadt inklusive der
dargestellten Inhalte und beauftragt Verwaltung die dargestellten Zukunftsprojekte im Rahmen
der zur Verfügung stehenden Ressourcen weiterzuverfolgen. Zugleich nimmt der Rat damit zur
Kenntnis, dass die Umsetzung der dargestellten Zukunftsprojekte unter dem Vorbehalt der
verfügbaren Ressourcen stehen. Dies ist auch der Fördergeberin bekannt.
Anlagen:
1. Anlage_Umsetzungsstrategie
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1. Anlage_Umsetzungsstrategie als Text anzeigen
DüsseldorfUmsetzungs
Nähe trifft Freiheit
strategie
Zukunft Altstadt / Innenstadt
1
Umsetzungsstrategie
Zukunft Altstadt / Innenstadt
Auftraggeberin
Landeshauptstadt Düsseldorf
Stadtplanungsamt
Brinckmannstr. 5
40225 Düsseldorf
Auftragnehmerin
urbanista GmbH & Co KG
Julian Petrin, Birte Kepp, Philip Spring
Springeltwiete 4
20095 Hamburg
Titelbild: Dirk Rose;
Fotos: Dirk Rose; urbanista
7. August 2026
2
Vorwort 4
Anlass 5
Meilensteine der Umsetzungsstrategie 6
Bestandteile der Umsetzungsstrategie 7
Innenstadt Agenda 8
Der Weg zu den Zielrichtungen und Zukunftsprojekten 18
Zielrichtungen & Zukunfts projekte der Umsetzungs strategie 24
Übersichtskarte der Zukunftsprojekte 70
Roadmap 72
Visionsbild 74
Phase 2: Ausblick 76
Anhang 78
Projektkatalog (Projekte der Verwaltung) 78
3
Vorwort
Vorwort
Mit dem Beschluss des Raumwerk D Ende 2022 hat der Rat der Landeshauptstadt Düs-
seldorf ein neues städtebauliches Entwicklungskonzept auf den Weg gebracht. Es ist aus
einem mehrphasigen Erarbeitungsprozess hervorgegangen. Ein zentrales Element hierbei
sind die Schlüsselräume - Stadträume, die eine besondere Rolle für die Entwicklung Düs-
seldorf spielen.
Einer dieser Schlüsselräume ist „Zukunft Innenstadt". Als Herz Düsseldorfs treffen hier die
Ideen und Wünsche zahlreicher Akteurinnen und Akteure aufeinander. Mit den vielfältigen
thematischen und räumlichen formulierten Handlungsempfehlungen ist da\
s Raumwerk D
eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung dieses zentralen Stadtraumes.
Im Jahr 2024 bot sich die Möglichkeit, die dort formulierten Ansätze im Rahmen des Bun-
desförderprogrammes „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" - konkret im Förderpro-
jekt Kreativraum D - weiter zu vertiefen. Zugleich war dies ein erster wichtiger Schritt in
Richtung Umsetzung. Der Schlüsselraum und ein anknüpfender Ratsauftrag waren Bezugs-
rahmen für das Projektgebiet der hier nun vorliegenden „Umsetzungsstrategie Zukunft
Altstadt/ Innenstadt".
Die zeitlichen Rahmenbedingungen waren ambitioniert: Da das Förderprojekt Ende 2025
auslief, galt es innerhalb eines Jahres konkrete Zukunftsprojekte für eine resiliente Alt-
und Innenstadt zu entwickeln - strukturiert, zielgerichtet und unter intensiver Beteiligung.
In enger Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Urbanista aus Hamburg en\
tstand so
diese Umsetzungsstrategie als Ergebnis eines gemeinsamen Arbeitsprozesses.
Geprägt war der Prozess erneut durch unterschiedliche Beteiligungsformate; Fachämter,
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bürgerinnen und Bürger, Jugendliche (im Rahmen
einer Bürgerinnen- und Bürgervertretung) sowie Akteurinnen und Akteure der Alt- und
Innenstadt brachten sich engagiert ein. Der große Mitwirkungs- und Gestaltungswill\
e aller
Beteiligten war dabei eine tragende Kraft. Zugleich erhielt die Verwaltung durch Ratsbe-
schluss den Auftrag eines integrierten Konzeptes für die Innenstadt. Beides zusammen
ergab das nun vorliegende Papier.
Im Ergebnis liegen integrierte Zielrichtungen und Zukunftsprojekte vor. Diese greifen
laufende Projekte der Ämter auf, verknüpfen diese, entwickeln neue Lösungsansätze und
formulieren konkrete Maßnahmen. Orte, Zuständigkeiten und Umsetzungsschritte werden
benannt und eine gemeinsame Vorstellung einer resilienten Alt- und Innenstadt für alle
sichtbar gemacht.
Nun gilt es diese Inhalte mit Leben zu füllen: Es braucht die Befähigung, die kontinuierli-
che Zusammenarbeit und die beständige Motivation aller Akteurinnen und Akteure, um die
hier formulierten Projekte gemeinsam zu realisieren. Nur so können di\
e angestrebten Ziele
erreicht und eine resiliente Alt- und Innenstadt Wirklichkeit werden.
Für die erneute Mitwirkung so Vieler und die damit einhergehende Bere\
itschaft der Betei-
ligten, ihre Zeit und Energie in die gemeinsame Zukunft unserer Stadt zu investieren, bin
ich sehr dankbar. Dieses Engagement ist ein starkes Fundament für die positive Entwick-
lung Düsseldorfs und lässt mich - trotz der zahlreichen Herausforderungen vor denen wir
alle stehen - mit Zuversicht auf die kommenden Jahre blicken.
Herzlichst
Ihre Cornelia Zuschke
4
Anlass
In der Düsseldorfer Innenstadt finden sich viele Besonderheiten und Alleinstellungsmerk-
male, aber sie steht - wie die meisten Innenstädte bundesweit -\
vor tiefgreifenden Ver-
änderungen. Der Strukturwandel des Handels, neue Formen des Arbeitens, veränderte
kulturelle Aktivitäten, steigende Anforderungen an Klimaanpassung und Mobilität sowie ein
wachsender Anspruch an Aufenthaltsqualität und soziale Teilhabe überlagern sich im Zen-
trum der Stadt. Diese Entwicklung ist kein kurzfristiger Umbruch, sondern Ausdruck eines
dauerhaften Wandels.
Innenstadt ist heute Arbeitsort und Wohnstandort, Bühne für Kultur und Tourismus, Raum
für Begegnung, Freizeit und öffentliche Auseinandersetzung. Gerade diese Vielfalt birgt
großes Potenzial. Gleichzeitig entstehen neue Spannungsfelder. Nutzungskonflikte zwi-
schen Wohnen, Abendnutzungen und Tourismus, Zielkonkurrenzen zwischen Erreichbarkeit
und Aufenthaltsqualität oder zwischen wirtschaftlichem Druck und klimatisc\
hen Erforder-
nissen verlangen nach integrierten, sorgfältig austarierten konkreten Lösungen.
In Düsseldorf tritt diese Gemengelage in besonderer Dichte zutage. Al\
tstadt und Innen-
stadt sind von einem Mosaik unterschiedlicher Quartiere geprägt, mit jeweils eige\
ner
Geschichte, Funktion und Atmosphäre - von der Altstadt über die Carlstadt und die Kö-
nigsallee bis zu den klassischen Citylagen rund um Schadowstraße, Berliner Allee und
Graf-Adolf-Straße. Die direkte Lage am Rhein, die hohe Dichte kultureller Einrichtu\
ngen,
die Bedeutung als Wirtschafts- und Arbeitsstandort sowie die Attraktivität der Innenstadt
als Wohnort verstärken diese Überlagerung zusätzlich.
Diese Vielfalt ist eine zentrale Qualität der Düsseldorfer Innenstadt. Sie macht ihre Leben-
digkeit, ihre Ausstrahlung und ihre identitätsstiftende Kraft aus - für die Stadt wie für die
Region. Zugleich erhöht sie die Sensibilität des Systems: Wo viele Nutzungen, Interessen
und Zeithorizonte auf engem Raum zusammentreffen, entstehen Reibungen schneller und
wirken sich unmittelbarer aus. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels, die sich in der
dichten Innenstadt besonders deutlich zeigen - etwa durch Hitze, Starkregen oder stei-
gende Anforderungen an die Gestaltung öffentlicher Räume.
Das Raumwerk D beschreibt bereits die Herausforderungen der Düsseldorfer Altstadt und
Innenstadt. Sie liegen weniger in einzelnen Defiziten als in der Gleichzeitigkeit der Anfor-
derungen und in der Frage, wie unterschiedliche Ziele miteinander in Beziehung gesetzt
werden können.
Vor diesem Hintergrund bildet die Umsetzungsstrategie Zukunft Altstadt / Innenstadt den
Rahmen, um diese komplexe Ausgangslage weiterzudenken und in konkrete, gemeinsam
getragene Projekte zu übersetzen. Sie knüpft an bestehende Erkenntnisse an und macht
die besonderen Herausforderungen und Potenziale der Düsseldorfer Innenstadt zum Aus-
gangspunkt für die erarbeiteten Zielrichtungen und Ideen.
5
Anlass
Meilen-
steine zur
Umsetzungs-
strategie
Wie ist aus Analyse und Dialog die Umsetzungsstra-
tegie Zukunft Altstadt / Innenstadt entstanden?
Welche Erkenntnisse bilden die Grundlage der Stra-
tegie?
Wie leiten sich daraus konkrete Zukunftsprojekte
für die Innenstadt ab?
6
Bestandteile der Umsetzungsstrategie
Die Umsetzungsstrategie besteht im Wesentlichen aus zwei Teilbausteinen:
Der Innenstadt Agenda sowie den Zielrichtungen und zugehörigen Zukunf\
tsprojekten.
Die Innenstadt Agenda geht aus der ersten analytisch geprägten Prozessphase hervor.
Die Zielrichtungen und Zukunftsprojekte sind das Ergebnis der daran anknüpfenden inhalt-
lichen Arbeitsphasen.
Die Zielrichtungen stellen den grundlegenden Entwicklungsansatz dar und \
verdeutlichen
den hohen integrativen Aspekt der Umsetzungsstrategie.
Ihnen zugeordnet ist jeweils ein Zukunftsprojekt. Jedes Zukunftsprojekt \
ist dabei nur
eines von mehreren möglichen aus den Zielrichtungen hervorgehenden Projekten.
Die Auswahl und Ausarbeitung der jeweiligen Zukunftsprojekte ist das Resultat einer the-
matischen Fokussierung aus dem Beteiligungs- und Abstimmungsprozess.
Innenstadt Agenda Zielrichtungen und
ist die Grundlage für die inhaltliche sind basierend auf der Innenstadt
Vertiefung der Umsetzungsstrate- Agenda erarbeitet worden und
gie und kombiniert die Ergebnisse strategischer Kern der Umset-
von drei Prozessbausteinen. zungsstrategie.
Status-Check Zielrichtungen
Beschreiben langfristig ange-
Erfasst und strukturiert alle lau-
strebte qualitative Veränderun-
fenden und geplanten Projekte
gen für die Alt- und Innenstadt
der Alt- und Innenstadt.
und zeigen auf, welche Themen
und Räume im Fokus stehen.
Challenge Map
Verdichtet die Analyse zu zen-
Übersetzen strategische Ziele in
tralen Herausforderungen und
umsetzungsorientierte Maßnah-
prioritären Handlungsclustern.
men.
Enthalten Aussagen zu Inhalten,
Standorten, Umsetzungsschrit-
Bündelt und priorisiert ausge-
ten, Beteiligten, Finanzierung
wählte Projektansätze.
und Zeithorizont.
7
Anlass
8
Die Innenstadt Agenda bietet einen strukturierten Überblick über a\
lle lau-
fenden und geplanten Projekte der Alt- und Innenstadt, relevante Fokus-
räume sowie zentrale Herausforderungen.
Sie zeigt die thematischen und räumlichen Handlungsschwerpunkte auf,
die künftig besondere Aufmerksamkeit benötigen.
• Status Check
Mit intensiver Unterstützung der Fachämter ermittelte ein verwal-
tungsweiter Status Check frühzeitig laufende und geplante Projekte
der Verwaltung in der Alt- und Innenstadt. So konnten doppelte Auf-
wände vermieden, mögliche Synergien identifiziert und Ansätze für
integrative Projekte erarbeitet werden. In Kombination mit den ad-
ressierten Herausforderungen entstand so eine umfangreiche Darstel-
lung des Status Quo, an den im weiteren Verlauf angeknüpft werden
konnte.
• Challenge Map
Dieser Status Quo erlaubte es, mit Hilfe einer „Challenge Map" offene
Herausforderungen und Aufgabenstellungen für die Alt- und Innen-
stadt zu identifizieren. Diese wurden zu Handlungsclustern zusam-
mengeführt.
• Projektkatalog
Der Projektkatalog bündelt und priorisiert ausgewählte Projektansä\
t-
ze als Grundlage für die weitere inhaltliche Arbeit. Die darin abge-
bildeten 34 Projekte sind Ergebnis der Analysephase und inhaltliche
Grundlage für das integrierte Weiterdenken der Inhalte.
Diese drei Bestandteile Status Check, Challenge Map und Projektkatalog
wurden in der Innenstadt Agenda zusammengeführt und werden nachfol-
gend erläutert.
9
Status-Check - Was läuft schon?
Zu Beginn der Erarbeitung der Umsetzungsstrategie wurde ein umfassender \
Überblick über alle laufenden und geplanten Projekte erstellt sowi\
e Ideen und
Themen für die Zukunft der Düsseldorfer Innenstadt gesammelt. Grun\
dlage wa-
A) Status- Check / Steckbriefe
ren die Ergebnisse einer ersten Ämterrunde im Oktober 2024 sowie die \
Empfeh-
> Übersicht Status
lungen aus dem Raumwerk D zum Schlüsselraum „Zukunft Innenstadt"\
.
Um diese Informationen systematisch
auswertbar zu machen, wurden die
Inhalte in 64 einseitigen Basis-Steck-
briefen aufbereitet. Alle erfassten
Projekte wurden einem Status zuge-
ordnet: Idee, in Diskussion, beschlos-
sen oder bereits in Umsetzung. Die
Übersicht zeigte, dass der Großteil
der Projekte noch im Status „Idee"
oder „in Diskussion" ist, während be-
reits einige Vorhaben „in Umsetzung"
Übersicht über die Status-Angaben der Projekte (Arbeitsstand).
sind. Zusätzlich wurde dokumentiert,
welche Akteurinnen und Akteure beteiligt sind, in welchen Bereichen der \
Innenstadt die Stadtplanungsamt
Stadtplanungsamt
8
jeweiligen Vorhaben verortet werden können und bis wann das Projekt / Vorhaben umge-
setzt werden soll. Dieser Zwischenstand war eine wichtige Grundlage, um sowohl beste-
hende Interessen als auch thematische Lücken zu identifizieren und damit gezielt Ansatz-
punkte für die weitere Vertiefung zu gewinnen.
Für einen besseren Überblick wurden die 64 Projekte acht überge\
ordneten Themenfeldern
zugeordnet:
• Umwelt, Klima & Grün • Verkehr & Mobilität
• Ordnung & Sicherheit • Kultur & Erleben
• Jugend, Soziales & Bewegung • Wirtschaft & Handel
• Nutzungsmischung & Alltagslebendigkeit • Städtebau & Stadtraum
Die Fachämter der Landeshauptstadt Düsseldorf haben die 64 Steckbriefe \
geprüft und er-
gänzt. Damit entstand eine belastbare Bestandsaufnahme, die sowohl di\
e vorhandenen
Aktivitäten in der Alt- und Innenstadt als auch deren räumliche und thematische Schwer-
punkte sichtbar macht.
Der Status-Check zeigte, wo Synergien bestehen, wo sich Projekte räumlich überschnei-
den und welche Themen besonders drängend sind. Daraus ergaben sich erste Erkenntnis-
se über zentrale Schwerpunkträume und relevante Themen. Gleichzeitig wurde sichtbar,
welche Aspekte bereits gut abgedeckt sind und an welchen Stellen noch th\
ematische oder
räumliche Lücken bestehen - eine wichtige Grundlage für die weitere Vertiefung im Pro-
zess. Die Gesamtübersicht der Projekte ist im Anhang abgebildet.
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Challenge Map: Herausforderungen und
Auf Grundlage des Status-Checks wurden in der sogenannten „Challenge Map"
26 zentrale Herausforderungen in der Innenstadt identifiziert.
Dazu zählen unter anderem:
• Konfliktfreier und nachhaltiger Wohnraum
• Etablierung von „Dritten Orten" und Orten der Nachbarschaft
• Förderung kreativer Milieus und Netzwerke, Start-Ups
• Zukunftsfähiger Handel und Gastronomie
• Bioklimatische Anpassung und Klimaresilienz der Innenstadt
Für jedes Projekt wurde geprüft, zu welchen der 26 Herausforderungen es Bezüge auf-
weist. Die Analyse zeigte, welche Themen bereits durch die gesammelten Vorhaben aus-
reichend adressiert werden. Auf diesem Weg konnten konkrete thematische oder räum-
liche Lücken herausgearbeitet werden, z.B. im Bereich „Wohnen" oder bei städtischen
Angeboten für „Dritte Orte". Gleichzeitig wurden auch Potenziale für Synergien sichtbar,
also Bereiche, an denen mehrere Themen sowie Akteurinnen und Akteure zus\
ammenge-
führt werden können.
Um die Vielzahl der einzelnen Herausforderungen für die strategische Weiterarbeit nutzbar
zu machen, wurden inhaltlich verwandte Themen zu übergeordneten Handlungsclustern
gebündelt.
Dabei wurden insbesondere jene Herausforderungen zusammengeführt, die:
• thematisch eng zusammenhängen,
• ähnliche Bedarfe oder Zielgruppen betreffen,
• sich räumlich überschneiden oder
• gemeinsam eine strategisch relevante Lücke markieren.
11
Einblick in die Challenge Map
Welchen Herausforderungen sind viele / wenige Projekte zuortbar?
Wo gibt es „Lücken"? (Stand Frühling 2025).
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31
27
26 26
24 24 24
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20
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Bio- Klima- Sicherheit Konflikt- Barriere- Familien- Begeg- Urbane Konflikt- Förderung Freiraum- Pflege, Grün-
klima- freund- und lösung, freie Infra- freund- nungs- & Sport-, freier und soziale gerechtig- Erhalt und Blaue
tische liche Prävention Koordi- struktur liche
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.