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Title: Ö
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00591240.pdf
Published Time: 2026-06-23T13:04:00.000Z
Number of Pages: 5
Markdown Content:
OVA/070/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Beschlussvorlage
Betrifft:
Verlängerung des Probebetriebs On Demand-Verkehr "Flexy" der Rheinbahn
Fachbereich :
66 - Amt für Verkehrsmanagement
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Cornelia Zuschke
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ordnungs- und
Verkehrsausschuss 24.06.2026 Entscheidung
Beschlussdarstellung:
Der OVA beschließt, den flexy-Pilotbetrieb bis einschließlich August 2027 zu verlängern.
Sachdarstellung:
Nachdem der Ordnungs- und Verkehrsausschuss (OVA) am 17.08.2022 die Einführung des
On Demand-Angebots flexy für den Düsseldorfer Osten beschlossen (OVA/072/2022/1)
hatte, folgte durch den Beschluss am 15.01.2025 (OVA/002/2025) dessen Ausweitung auf
den Düsseldorf Norden und die Innenstadt sowie die Verlängerung bis September 2025.
Ebenfalls wurden die Bedienzeiten deutlich ausgedehnt. Zielsetzung dieses Beschlusses war
die Gewinnung zusätzlicher Nachfrage für flexy sowie weiterer Erkenntnisse zu Akzeptanz
und Nutzung.
Gründe für die Verlängerung des flexy-Pilotbetriebs
Die Gründe für die Verlängerung des Pilotbetriebs bis einschließlich Ende August 2027 sind:
1. Verzögerter Start des erweiterten Pilotbetriebs
Geplant war die Aufnahme des räumlich und zeitlich erweiterten Betriebs im Mai
2025, realisiert werden konnte sie erst zum 15.09.2025. Der wesentliche Grund
hierzu waren Lieferzögerungen bei den neuen Fahrzeugen. Zum einen musste
der Fahrzeugbestand von vier auf sechs Fahrzeuge erhöht werden, zum anderen
mussten die Bestandsfahrzeuge (London Cabs mit Hybridmotor) aufgrund der Seite 2
ausgelaufenen Leasingverträge ersetzt werden. Technische Gründe sprachen
gegen eine Verlängerung der Verträge.
2. Entwicklung und Umsetzung eines Ersatzkonzepts „flexy“ im Rahmen der
Ablastung der Theodor-Heuss-Brücke
Aufgrund ihrer Ablastung mussten die Buslinien über die Theodor-Heuss-Brücke
eingestellt werden. Zum 01.02.2026 wurde als Baustein des Ersatzkonzepts das
flexy-Bediengebiet auf die Theodor-Heuss-Brücke ausgeweitet, so dass die
negativen Auswirkungen durch die Einstellung des Linienverkehrs zumindest
etwas abgemildert werden können.
Aktuelles flexy-Angebot
Das aktuelle flexy-Bediengebiet kann der Abbildung 1 entnommen werden.
Abbildung 1: flexy-Bediengebiet
Mit Ausnahme der Innenstadt, in der flexy im Nachtverkehr zwischen 20:30 Uhr und 06:00
Uhr angeboten wird, verkehrt flexy im 24-Stunden-Betrieb. Je nach Tageszeit sind bis zu
sechs Fahrzeuge für das Düsseldorfer Angebot und bis zu zwei Fahrzeuge für das Erkrather
Angebot zeitgleich im Dienst.
Gleichzeitig mit der räumlichen und zeitlichen Erweiterung des flexy-Angebots in Düsseldorf
wurde der Betrieb in Erkrath aufgenommen. Im Rahmen des Landesförderprojekts
„ways2work“ wird dort flexy mit einem besonderen Fokus auf Pendlerinnen und Pendler, die
ihren Arbeitsort im Gewerbegebiet Erkrath-Unterfeldhaus haben und diesen bislang nur mit
einem längeren Fußweg erreichen konnten, betrieben. Beispielsweise können Pendlerinnen
und Pendler flexy zwischen dem S-Bahnhof Düsseldorf-Eller und Erkrath-Unterfeldhaus
nutzen. Weil die Zielsetzung dieses Angebots die Verbesserung von beruflichen Wegen ist, Seite 3
ist die Betriebszeit in Erkrath auf montags bis freitags von 06:00 Uhr bis 22:00 Uhr
beschränkt.
Zum 01.02.2026 hat die Rheinbahn das Bediengebiet über den Rhein ausgedehnt, um so
einen Ersatz für die durch die Ablastung der Theodor-Heuss-Brücke entfallenden
Busverbindungen zu schaffen. Die Fahrmöglichkeit über die Theodor-Heuss-Brücke wird im
24-Stunden-Betrieb angeboten.
Weil flexy auf der Theodor-Heuss-Brücke ein Baustein des Ersatzkonzepts ist, stellt das
Bediengebiet D-Mitte/Nord und D-West eine tarifliche Besonderheit dahingehend dar, als
dass flexy hier zum üblichen ÖPNV-Tarif genutzt werden kann.
Bisherige Erkenntnisse aus dem aktuellen Bediengebiet
Um Erkenntnisse zur Nutzung von flexy zu gewinnen, werden die Daten des Buchungs- und
Dispositionssystems seit 15.09.2025 ausgewertet. Das Wuppertal-Institut führt eine
wissenschaftliche Begleitforschung durch, die sich insbesondere auf Fragen der Akzeptanz
von flexy bei seinen Nutzerinnen und Nutzern fokussiert. Hierzu liegen die Ergebnisse noch
nicht vor.
Die Auswertung der Systemdaten lässt Nachfrageschwerpunkte erkennen. In der
Abbildung 2a werden diese für den Startpunkt einer Fahrt mit flexy vor Ablastung der
Theodor-Heuss-Brücke und in der Abbildung 2b nach ihrer Ablastung dargestellt.
Abbildung 2a: Nachfrageschwerpunkte für den Start einer Fahrt mit flexy vor Ablastung der
Theodor-Heuss-Brücke (Datenauswertung 15.09.2025 bis 31.01.2026) Seite 4
Abbildung 2b: Nachfrageschwerpunkte für den Start einer Fahrt mit flexy nach Ablastung der
Theodor-Heuss-Brücke (Datenauswertung 01.02.2026 bis 15.04.2026)
Dargestellt werden die relativen Häufigkeiten im Vergleich zu allen Startanfragen. Je größer
und dunkler der Kreis, desto mehr Nachfrage herrscht im Verhältnis zum restlichen
Bediengebiet. Um die Übersicht zu schärfen, wurden schwach nachgefragte Startpunkte
ausgeblendet.
Vor der Ablastung der Theodor-Heuss-Brücke lagen die Schwerpunkte der Fahrtanfragen in
den Gebieten Vennhausen und Gerresheim, Kaiserswerth und Wittlaer, ebenfalls gibt es für
den Satellitenhalt Ratingen Ost eine vergleichsweise hohe Fahrtanfrage. Häufig sind auch
die Fahrtanfragen im Bereich der Innenstadt. In einer Gesamtschau zeigt sich, dass die
Nachfrageschwerpunkte von flexy insbesondere in den Randbereichen der Stadt liegen.
Besonders auffällig ist die vergleichsweise hohe Nachfrage im Osten, d. h. dort, wo flexy
bereits 2022 eingeführt wurde. Dies legt die Schlussfolgerung nahe, dass die Etablierung
eines neuen Angebots ein mehrjähriger Prozess ist und sich die Nutzung in den seit 2025
neu hinzugekommenen Bediengebieten noch weiter entwickeln wird.
Seit der Ablastung der Theodor-Heuss-Brücke und der Ausweitung des flexy-Bediengebiets
nach Niederkassel sowie Teile von Oberkassel, Lörick und Heerdt hat sich ein weiterer
Nachfrageschwerpunkt gebildet.
Die räumliche und zeitliche Ausweitung des flexy-Angebots im September 2025 haben einen
erkennbaren Anstieg der Fahrtanfragen bewirkt. Ebenso zeigt sich, dass die Ausweitung des
Betriebs über die Theodor-Heuss-Brücke nach deren Ablastung und Einstellung des
Busverkehrs einen weiteren Anstieg der Fahrtanfragen ausgelöst hat. Der Rückgang der
Nachfrage im April 2026 kann mit den Osterferien erklärt werden (vgl. Abbildung 3). Seite 5
Abbildung 3: Übersicht zur den Fahrtanfragen und den nicht-bedienten Fahrtanfragen
(zeitliche und räumliche Erweiterung des Angebots ab 15.09.2025)
Als Angebot, das die Auswirkungen der entfallenden Buslinien zumindest etwas abmildert, ist
flexy im Bereich der Theodor-Heuss-Brücke im besonderen Maße systemrelevant. Zudem
ermöglicht flexy auf der Theodor-Heuss-Brücke Erfahrungen mit hoher Nachfrage und
vollständiger ÖPNV-Tarifintegration zu sammeln.
Seit der Erweiterung des flexy-Bediengebiets im September 2025 konnten über den
gesamten anschließenden Betriebszeitraum durchschnittlich 15,8% der Fahrtanfragen nicht
bedient werden. Gründe für die Nicht-Bedienung von Fahrtanfragen sind, dass es keine
Fahrzeugkapazitäten gab (beispielsweise, wenn diese voll besetzt waren) oder ein freies
Fahrzeug zu weit entfernt war, d.h. die Anfahrtszeit bei über 30 Minuten lag. Durch
Anpassungen im Betrieb (höhere Verfügbarkeit der vorhandenen Fahrzeuge durch ihre
bessere Verteilung im Bediengebiet sowie Anpassungen bei der Schichtplanung) konnten
die nicht-bedienten Fahrtanfragen reduziert werden: Wurden im September 2025 noch
21,6% der Fahrtanfragen nicht bedient, waren es im Mai 2026 nur noch 10% - trotz des
starken Anstiegs der Fahrtanfragen.
Kosten
Die Finanzierung des Pilotbetriebs wird seit der Erweiterung im September 2025 über den
Wirtschaftsplan der Rheinbahn abgebildet. Die bisherigen Mittel für das Pilotprojekt sind bis
einschließlich Februar 2027 geplant.
Die nun zur Beschlussfassung vorgelegte Verlängerung des Pilotbetriebs bis einschließlich
August 2027 bildet die Rheinbahn mit eigenen Mitteln in ihrer Wirtschaftsplanung ab.