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RAT/120/2026
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Düsseldorf, 10.03.2026
Ratsfraktion - FDP
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Vorsitzender des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf
Antrag der FDP-Ratsfraktion
Zur Sitzung des Rates am 19.03.2026
Betrifft:
Haushaltsantrag der FDP-Ratsfraktion: Nicht noch einmal fünf verlorene Jahre -
Düsseldorfs Verwaltung digital neu aufstellen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
im Namen unserer Fraktion bitten wir Sie, nachfolgenden Haushaltsantrag auf die
Tagesordnung der Sitzung des Rates am 19. März 2026 zu setzen und zur
Abstimmung zu bringen:
Antrag:
Der Rat der Stadt Düsseldorf beschließt die Einrichtung eines Programms zur
systematischen Prozessoptimierung und Digitalisierung der Stadtverwaltung.
Hierzu werden folgende Mittel bereitgestellt:
1. 6 Mio. Euro für eine systematische Analyse und Optimierung der
Verwaltungsprozesse.
• Die Stadt beauftragt hierfür eine externe Beratung mit ausgewiesener
Expertise in Verwaltungsmodernisierung, Prozessmanagement, Automatisierung
und Künstlicher Intelligenz.
• Ziel ist die vollständige Erfassung zentraler Verwaltungsprozesse, deren
Analyse sowie eine grundlegende Neugestaltung ( „ Re-Design " ) im Sinne einer
konsequent digitalen Verwaltung.
2. 6 Mio. Euro für die beschleunigte Umsetzung priorisierter
Digitalisierungsmaßnahmen.
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• Auf Grundlage der Prozessanalyse werden konkrete Projekte priorisiert und
umgesetzt.
• Hierzu können auch bereits bestehende Digitalisierungsprojekte
beschleunigt oder erweitert werden.
Die Verwaltung wird beauftragt, die Beschäftigten der Stadtverwaltung
systematisch in die Prozessanalyse einzubeziehen und Vorschläge zur
Verbesserung der Arbeitsabläufe aktiv zu fördern. Hierfür soll ein Beteiligungs-
und Anreizsystem für Mitarbeitende entwickelt werden.
Ziel des Programms ist es,
• Verwaltungsprozesse konsequent zu vereinfachen,
• Automatisierungspotenziale zu nutzen,
• Service- und Bearbeitungszeiten messbar zu verbessern und
• die Produktivität der Stadtverwaltung deutlich zu steigern.
Begründung:
Der Ausschuss für Digitalisierung, Personal und Organisation hat Einsparungen
von rund 20 Millionen Euro beschlossen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine
kluge Prioritätensetzung: Ein Teil der eingesparten Mittel muss in die
Modernisierung der Verwaltung reinvestiert werden.
Die Digitalisierung der Verwaltung gehört zu den zentralen Zukunftsaufgaben
unserer Stadt. Düsseldorf hat in den vergangenen Jahren zahlreiche
Digitalisierungsprojekte gestartet. Dennoch bleibt der entscheidende Schritt
häufig aus: die grundlegende Neugestaltung der Verwaltungsprozesse. Digitale
Verwaltung bedeutet nicht, analoge Verfahren einfach elektronisch abzubilden.
Der entscheidende Schritt ist die Optimierung der Prozesse selbst. Genau hier
liegt seit Jahren das zentrale Problem.
Die FDP-Ratsfraktion hat in den vergangenen fünf Jahren wiederholt höhere
Investitionen in Digitalisierung sowie eine systematische Analyse der
Verwaltungsprozesse gefordert. Trotz dieser Forderungen sind zentrale
Fortschritte bislang ausgeblieben. Düsseldorf kann sich weitere fünf verlorene
Jahre in der Verwaltungsmodernisierung nicht leisten.
Personalkosten erreichen historische Dimension
Die Personal- und Versorgungsaufwendungen der Stadt Düsseldorf liegen
inzwischen bei über einer Milliarde Euro pro Jahr. Damit machen die
Personalkosten mittlerweile mehr als ein Viertel des gesamten Haushalts aus. Die
Strategie der schwarz-grünen Ratsmehrheit, strukturelle Probleme der
Verwaltung vor allem durch immer mehr Personal zu lösen, ist damit sichtbar an
ihre Grenzen gestoßen. Gleichzeitig muss der Personaletat bereits jetzt erheblich
konsolidiert werden.
Die vorgeschlagenen Mittel für Prozessoptimierung und Digitalisierung sind
deshalb nicht nur ein Modernisierungsprogramm - sie sind auch ein Beitrag dazu,
die Verwaltung langfristig leistungsfähig und finanzierbar zu halten.
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Die Ideen und Anstrengungen der Beschäftigten dürfen nicht allein dazu dienen,
kurzfristige Haushaltslücken zu schließen. Sie müssen vielmehr der
Ausgangspunkt für einen echten Modernisierungsschub sein, der Düsseldorf
dauerhaft leistungsfähiger macht - und der perspektivisch auch wieder
Spielräume schafft, den Beschäftigten etwas zurückzugeben.
Beschäftigte als Partner der Transformation
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung verfügen über das
wertvollste Wissen über ineffiziente Abläufe, Medienbrüche und unnötige
Bürokratie.
Eine erfolgreiche Verwaltungsmodernisierung kann deshalb nur gelingen, wenn
die Beschäftigten aktiv einbezogen werden.
Die FDP schlägt daher vor:
• ein Ideenprogramm für Prozessverbesserungen,
• Prämien oder Anerkennungen für erfolgreiche Digitalisierungsvorschläge,
• Beteiligungsformate in allen Fachbereichen.
Die Beschäftigten der Stadtverwaltung haben in den vergangenen Jahren bereits
große Belastungen getragen - nicht zuletzt durch den Verzicht auf das geplante
Technische Rathaus. Gerade deshalb ist es richtig, sie jetzt als Partner der
Modernisierung zu gewinnen.
Digitalisierung muss endlich „ Rendite " bringen
Digitale Verwaltung ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Instrument zur Steigerung
der Leistungsfähigkeit des Staates. Schon eine Produktivitätssteigerung von nur
einem Prozent würde bei den aktuellen Personalkosten Einsparpotenziale von
mehr als 10 Millionen Euro pro Jahr eröffnen. Auch in Düsseldorf gibt es bereits
erste positive Beispiele - etwa den Einsatz von KI-Unterstützung im
Wohnungsbauausschuss. Solche Ansätze müssen nun systematisch ausgeweitet
werden.
Digitalisierung beginnt bei den Prozessen
Ein zentrales Problem der bisherigen Digitalstrategie liegt darin, dass viele
Prozesse der Verwaltung noch immer nicht vollständig erfasst sind.
Ohne diese Grundlage ist jedoch keine konsequente Automatisierung möglich.
Deshalb soll zunächst eine umfassende Prozesserhebung und Prozessoptimierung
erfolgen. Dabei müssen insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:
• Welche Verwaltungsleistungen lassen sich vollständig digitalisieren?
• Welche Prozesse lassen sich automatisieren?
• Welche Aufgaben können durch KI unterstützt werden?
• Wo sind organisatorische Veränderungen notwendig?
• Welche Aufgaben sollten grundsätzlich hinterfragt werden?
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Diese Aufgabenkritik ist ein zentraler Bestandteil moderner
Verwaltungsentwicklung.
IT ist Infrastruktur
Digitale Infrastruktur ist heute genauso wichtig wie Straßen, Brücken oder
Energieversorgung. Wer zu wenig investiert, zahlt später einen hohen Preis. In
der IT spricht man in diesem Zusammenhang von „ technischen Schulden " : Je
länger notwendige Modernisierungen verschoben werden, desto teurer werden
sie. Düsseldorf darf nicht in eine solche Situation geraten. Deshalb ist jetzt der
richtige Zeitpunkt für einen spürbaren Modernisierungsschub.
Ziel: eine leistungsfähige Verwaltung
Am Ende geht es nicht nur um Digitalisierung. Es geht um die Leistungsfähigkeit
unseres Staates vor Ort. Eine moderne Verwaltung bedeutet schnellere
Entscheidungen, kürzere Bearbeitungszeiten und bessere Dienstleistungen für die
Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Sie bedeutet aber auch bessere
Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, die täglich dafür sorgen, dass unsere
Stadt funktioniert.
Eine leistungsfähige Verwaltung ist deshalb weit mehr als eine
Organisationsfrage. Sie ist eine Frage des Vertrauens in den Staat. Wenn
Verwaltung effizient arbeitet, stärkt das das Vertrauen in unsere demokratischen
Institutionen.
Düsseldorf hat alle Voraussetzungen, um bei der Modernisierung der öffentlichen
Verwaltung eine Vorreiterrolle einzunehmen. Doch dafür braucht es jetzt den
Mut, Prozesse wirklich neu zu denken und Digitalisierung konsequent
umzusetzen.
Mirko Rohloff, Dr. Christine Rachner und Fraktion